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1 StR 474/11 KI-generiert

Unlawful absence from continuation trial: Validity of concluding hearing in defendant's absence after unexcused departure abroad

Geschäftsnummer 1 StR 474/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the defendant's appeal, upholding the lower court's conviction and ordering the defendant to bear the costs of the legal recourse. The dispute centered on the validity of a continuation hearing held in the defendant's absence after he traveled abroad to Romania, contrary to explicit judicial warnings and personal commitments, during an ongoing main trial. The court ruled that the absolute grounds for revision were not met, determining that the defendant's voluntary departure to evade the proceedings was "unauthorized absence" under procedural law, allowing the trial chamber to conclude the hearing in his absence regardless of subsequent illness or continued flight status. Key legal norms applied include § 231 Abs. 2 StPO regarding proceedings in absentia, § 230 Abs. 1 StPO, and the definition of absolute grounds for revision under § 338 Nr. 5 StPO.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 338 Nr. 5 StPO, § 230 Abs. 1 StPO, § 231 Abs. 2 StPO; Unlawful absence from continuation trial: Validity of concluding hearing in defendant's absence after unexcused departure abroad: The dispute centered on the validity of a continuation hearing held in the defendant's absence after he traveled abroad to Romania, contrary to explicit judicial warnings and personal commitments, during an ongoing main trial. The court ruled that the absolute grounds for revision were not met, determining that the defendant's voluntary departure to evade the proceedings was "unauthorized absence" under procedural law, allowing the trial chamber to conclude the hearing in his absence regardless of subsequent illness or continued flight status. Key legal norms applied include § 231 Abs. 2 StPO regarding proceedings in absentia, § 230 Abs. 1 StPO, and the definition of absolute grounds for revision under § 338 Nr. 5 StPO.

Schlagwörter

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unerlaubte Entfernung Abwesenheitsverfahren persönliche Anhörung Revisionsverfahren Prozessrecht prozessleitende Verfügungen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited as the legal basis for dismissing the appeal as unfounded in the dispositive.

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Volltext

Strafverfahren: Eigenmächtige Abwesenheit des Angeklagten in einem Fortsetzungstermin

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 3. März 2011 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Der von der Revision geltend gemachte absolute Revisionsgrund des § 338 Nr. 5 StPO, den sie aus einem Verstoß gegen § 230 Abs. 1 StPO i.V.m. § 231 Abs. 2 StPO herleiten will, liegt nicht vor. Der Kammervorsitzende hatte den Angeklagten, der nach Rumänien reisen wollte, ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Auslandsreise im Hinblick auf die laufende Hauptverhandlung nicht in Betracht komme. Gleichwohl ist der Angeklagte entgegen einer gegenüber dem Landgericht abgegebenen Zusage, nicht ins Ausland zu reisen, nach dem 27. Verhandlungstag nach Rumänien ausgereist.

Das Landgericht hat sich rechtsfehlerfrei davon überzeugt, dass sich der Angeklagte nach Rumänien begeben hat, um sich dem Verfahren zu entziehen und um eine Situation zu schaffen, die eine Fortsetzung der Hauptverhandlung in seiner Gegenwart unmöglich macht. Er war somit bereits vor dem Tag vor dem geplanten Fortsetzungstermin, als er in Bukarest mit Symptomen einer schweren Erkältung ein Krankenhaus aufsuchte, und auch unabhängig von der dort u.a. diagnostizierten „interstitiellen Pneumonie“, entschlossen, der weiteren Hauptverhandlung fernzubleiben.

Das Landgericht durfte daher gemäß § 231 Abs. 2 StPO die Hauptverhandlung in Abwesenheit des Angeklagten zu Ende führen. Der von der Revision angesprochene Umstand, dass der Angeklagte „nach wie vor flüchtig ist“, hat dabei keine Bedeutung für die Frage der Eigenmächtigkeit beim Fernbleiben des Angeklagten von den weiteren Hauptverhandlungsterminen.

Nack Wahl Hebenstreit

Jäger Sander