Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5 StR 471/11 KI-generiert

Adhering proceedings declaratory judgment for damages requiring specification of liability proportion due to plaintiff's contributory fault

Geschäftsnummer 5 StR 471/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's appeal, setting aside the lower court's declaratory judgment on damages in the adhering proceedings while upholding the criminal convictions for dangerous bodily injury and drug offenses; the court held that because the injured party's misconduct contributed to the causation of the injury, the lower court failed to legally determine the proportion of liability required for a declaratory ruling under § 256 Abs. 1 ZPO, thereby ordering the vacatur of that specific section of the judgment and directing that no decision be made on the claim at that stage to avoid remand. The dispute concerned the procedural correctness of a declaratory judgment (Feststellungsausspruch) regarding a victim's pain and suffering claim in a criminal adhering proceeding, where the victim had provoked the incident by unlawfully attacking the defendant's brother, prompting the defendant to use a knife in an alleged excessive exercise of self-defense. The decisive legal basis involved the requirement that where a plaintiff's own fault is causally related to the damage, a declaratory judgment in adhering proceedings must specify the exact fraction of liability pursuant to civil law principles, rather than leaving the issue undetermined.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 406 Abs. 1 Satz 3 StPO, § 256 Abs. 1 ZPO, § 406 Abs. 3 Satz 3 StPO, § 472a Abs. 2 StPO; Adhering proceedings declaratory judgment for damages requiring specification of liability proportion due to plaintiff's contributory fault: 1 ZPO, thereby ordering the vacatur of that specific section of the judgment and directing that no decision be made on the claim at that stage to avoid remand. The dispute concerned the procedural correctness of a declaratory judgment (Feststellungsausspruch) regarding a victim's pain and suffering claim in a criminal adhering proceeding, where the victim had provoked the incident by unlawfully attacking the defendant's brother, prompting the defendant to use a knife in an alleged excessive exercise of self-defense. The decisive legal basis involved the requirement that where a plaintiff's own fault is causally related to the damage, a declaratory judgment in adhering proceedings must specify the exact fraction of liability pursuant to civil law principles, rather than leaving the issue undetermined.

Schlagwörter

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zivilrechtlicher Schadenersatz Feststellungsentscheid konnexe Verfahren Einwendungen Prozessvoraussetzung zusammenhängende Straftaten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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I ZR 30/76
November 1977 – I ZR 30/76, NJW 1978, 544; BGH, Beschluss vom 21.
5 StR 291/02
August 2002 – 5 StR 291/02, BGHSt 47, 378, 382).
BGHSt 47, 378
August 2002 – 5 StR 291/02, BGHSt 47, 378, 382).
2 StR 106/87
März 1987 – 2 StR 106/87, BGHR StPO § 405 Feststellungsmangel 1).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Ground for setting aside the declaratory judgment in the adhering proceedings due to a legal error regarding the plaintiff's contributory fault.

§ 349 Abs. 2 StPO

Ground for dismissing the remaining part of the revision as unfounded.

§ 472a Abs. 2 StPO

Basis for the allocation of costs and necessary expenses between the parties and the state treasury.

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Volltext

Adhäsionsverfahren: Feststellungsausspruch zum Schadensersatzanspruch des Nebenklägers bei Mitverschulden

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Itzehoe vom 20. Juni 2011 nach § 349 Abs. 4 StPO im feststellenden Adhäsionsausspruch aufgehoben. Von einer Entscheidung über den Entschädigungsantrag des Verletzten wird auch insoweit abgesehen.

2. Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dadurch dem Adhäsions- und Nebenkläger entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen. Jedoch trägt die durch den Feststellungsausspruch entstandenen zusätzlichen Auslagen die Landeskasse. Die sonstigen durch dieses besondere Verfahren erwachsenen Auslagen trägt jeder Beteiligte selbst.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung (Einsatzstrafe ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe) sowie wegen eines Verbrechens und wegen 23 Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Es hat dem Adhäsions- und Nebenkläger ferner ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.500 € zugesprochen und den Angeklagten als verpflichtet erklärt, dem Nebenkläger noch entstehende materielle und immaterielle Schäden in Folge des Messerstichs vom 7. November 2010 vor der Gaststätte C. in Elmshorn zu ersetzen. Wegen des weitergehend geltend gemachten Schmerzensgeldanspruchs hat das Landgericht von einer Entscheidung gemäß § 406 Abs. 1 Satz 3 StPO abgesehen.

Die allein erhobene Sachrüge hat nur Erfolg, soweit sie sich gegen den Feststellungsausspruch richtet. Das Landgericht hat bei der Bemessung des Schmerzensgeldes zu Recht ein Eigenverschulden des Nebenklägers darin gesehen, dass dieser einen rechtswidrigen Angriff auf den Bruder des Angeklagten führte, als Letzterer mangels gebotener Ankündigung eines Messereinsatzes in Überschreitung seiner Nothilfebefugnis den Nebenkläger durch einen Stich in die Brust lebensgefährlich verletzte.

Das Mitverschulden des Nebenklägers bezieht sich demnach auf den Eintritt des Schadensereignisses (haftungsbegründende Kausalität). Deshalb steht im Raum, dass der Adhäsionskläger einen Teil des ihm entstandenen Schadens selbst zu tragen hat, weshalb bei dem Feststellungsausspruch gemäß § 256 Abs. 1 ZPO eine entsprechende Quote hätte festgestellt und ausgesprochen werden müssen, zu welchem Bruchteil die Schadensersatzpflicht besteht (BGH, Urteil vom 25. November 1977 – I ZR 30/76, NJW 1978, 544; BGH, Beschluss vom 21. August 2002 – 5 StR 291/02, BGHSt 47, 378, 382).

Der Feststellungsausspruch ist demnach aufzuheben. Ferner ist auszusprechen, dass von einer Entscheidung über den geltend gemachten Anspruch auch insoweit abzusehen ist (§ 406 Abs. 3 Satz 3 StPO). Eine Zurückverweisung der Sache zwecks teilweiser Erneuerung des Anschlussverfahrens scheidet aus (BGH, Beschluss vom 27. März 1987 – 2 StR 106/87, BGHR StPO § 405 Feststellungsmangel 1). Die Kostenentscheidung folgt insoweit aus § 472a Abs. 2 StPO.

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