Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
IV ZR 141/10 KI-generiert

Calculating dispute value for non-admission threshold in declaratory legal insurance coverage actions

Geschäftsnummer IV ZR 141/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (4th Civil Senate) dismissed the defendant’s non-admission complaint, rejecting the appeal and upholding the lower court’s refusal to admit revision, thereby affirming the plaintiff’s claim. The dispute concerned a declaratory action for the existence of a legal expenses insurance contract and the insurer’s obligation to provide coverage for announced insurance events, with the core issue being whether the dispute value exceeded the €20,000 threshold required for appeal admission under § 26 Nr. 8 EGZPO. The court determined that the dispute value is calculated based on the annual premium and the costs of already announced or litigated insurance cases up to the date of the last oral hearing in the appellate court, excluding events reported subsequently; consequently, the established value of €12,000 did not meet the statutory threshold for revision.

Legislator-Regeste

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§ 97 Abs. 1 ZPO, § 3 ZPO; Calculating dispute value for non-admission threshold in declaratory legal insurance coverage actions: The dispute concerned a declaratory action for the existence of a legal expenses insurance contract and the insurer’s obligation to provide coverage for announced insurance events, with the core issue being whether the dispute value exceeded the €20,000 threshold required for appeal admission under § 26 Nr. 8 EGZPO. The court determined that the dispute value is calculated based on the annual premium and the costs of already announced or litigated insurance cases up to the date of the last oral hearing in the appellate court, excluding events reported subsequently; consequently, the established value of €12,000 did not meet the statutory threshold for revision.

Schlagwörter

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Streitwert Versicherungsprämien gesetzliche Versicherungspflicht Streitwertgrenze Fall des Ausschlusses Schadenberechnung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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IV ZR 150/04
Dezember 2004 IV ZR 150/04, VersR 2005, 959).
IV ZB 19/05
März 2006 - IV ZB 19/05, VersR 2006, 716 Rn.
IV ZR 294/89
Mai 1990 - IV ZR 294/89, r+s 1990, 275 f.; vom 3.
IV ZR 258/99
Mai 2000 - IV ZR 258/99, VersR 2000, 1430 unter 2; vom 10.
IV ZR 171/01
Oktober 2001 - IV ZR 171/01, NVersZ 2002, 21, 22; BGH, Beschlüsse vom 29.
VI ZR 204/08
Dezember 2008 - VI ZR 204/08, juris Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Cited in the dispositive to impose the costs of the complaint proceedings on the defendant.

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Volltext

Bemessung der Beschwer einer Feststellungsklage über das Bestehen einer Rechtsschutzversicherung und die Gewährung von Deckungsschutz für weitere angekündigte Versicherungsfälle

[TENOR]

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 20. Mai 2010 wird verworfen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 12.000 €

[GRUENDE]

1. Der Kläger begehrt Feststellung, dass zwischen den Parteien ein Rechtsschutzversicherungsvertrag besteht. Die Vorinstanzen haben den Streitwert unter Berücksichtigung bereits eingetretener Versicherungsfälle auf 12.000 € festgesetzt.

2. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil ihr Beschwerdewert die Wertgrenze des § 26 Nr. 8 EGZPO (20.000 €) nicht übersteigt.

a) Beim Streit über das Bestehen einer Rechtsschutzversicherung bemisst sich die Beschwer zunächst nach dem 3,5-fachen Wert der Jahresprämie abzüglich eines Feststellungsabschlags von 20% (vgl. allgemein Senatsbeschluss vom 1. Dezember 2004 IV ZR 150/04, VersR 2005, 959). Dies ergibt hier 609,40 €.

b) Außerdem sind bereits angekündigte bzw. eingeklagte Rechtsschutzversicherungsfälle mit zu berücksichtigen. Der Streitwert einer Klage auf Feststellung der Gewährung von Deckungsschutz aus einer Rechtsschutzversicherung richtet sich gemäß § 3 ZPO grundsätzlich nach den voraussichtlichen durch die gerichtliche oder außergerichtliche Wahrnehmung der rechtlichen Interessen des Versicherungsnehmers entstehenden Kosten, deren Übernahme durch den Versicherer er erstrebt, ebenfalls abzüglich eines Feststellungsabschlags von 20% (Senatsbeschluss vom 8. März 2006 - IV ZB 19/05, VersR 2006, 716 Rn. 5). Die Vorinstanzen haben danach aufgrund des nicht bestrittenen Vortrags des Klägers rechtsfehlerfrei den Streitwert auf insgesamt 12.000 € festgesetzt.

c) Eine Berücksichtigung weiterer angekündigter Leistungsansprüche des Versicherungsnehmers - wie dies mit der Nichtzulassungsbeschwerde geltend gemacht wird - kommt nicht in Betracht. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Berechnung und Festsetzung der Beschwer ist nach der einheitlichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die letzte mündliche Verhandlung vor dem Berufungsgericht (Senatsbeschlüsse vom 2. Mai 1990 - IV ZR 294/89, r+s 1990, 275 f.; vom 3. Mai 2000 - IV ZR 258/99, VersR 2000, 1430 unter 2; vom 10. Oktober 2001 - IV ZR 171/01, NVersZ 2002, 21, 22; BGH, Beschlüsse vom 29. Dezember 2008 - VI ZR 204/08, juris Rn. 3 und vom 27. August 2009 - VII ZR 161/08, ZfBR 2010, 64 unter II 1). Davon weicht der IV. Zivilsenat entgegen der Ansicht der Beklagten auch nicht mit den Senatsentscheidungen vom 8. März 2006 (IV ZB 19/05, VersR 2006, 716) und vom 23. Juni 2004 (IV ZR 186/03, VersR 2004, 1197) ab. Die Entscheidung vom 8. März 2006 ist nicht einschlägig, weil sie die Höhe des Beschwerdewerts im Berufungsverfahren betrifft. Im Beschluss vom 23. Juni 2004 verweist der Senat hinsichtlich des maßgeblichen Zeitpunktes auf seinen Beschluss vom 10. Oktober 2001. Da nach dem eigenen Vortrag der Beklagten der Kläger die weiteren 288 Schadenfälle erst nach der mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht gemeldet hat, wirken sich diese nicht mehr erhöhend auf den Beschwerdewert aus.

Wendt Harsdorf-Gebhardt Dr. Karczewski

Lehmann Dr. Brockmöller