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5 StR 343/11 KI-generiert

Forfeiture of secured funds: requirement of causal link to adjudicated offenses and priority of liability for legal entities

Geschäftsnummer 5 StR 343/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Criminal Justice (BGH) quashed the portion of the Potsdam Regional Court's judgment ordering the forfeiture of €60,000 and remanded the case for retrial, effectively ruling in favor of the defendant-appellant. The dispute concerned the legality of the forfeiture of secured funds in a criminal case involving false invoicing, where the lower court had failed to establish a specific causal link between the seized money and the adjudicated offenses, while also having dismissed comparable offenses under § 154 StPO. The BGH held that the appellate standard was not met because the first-instance court did not substantiate the basis for the amount, did not demonstrate the requisite "verfallspezifische Beziehung" (forfeiture-specific relationship) between the funds and the convicted acts, and failed to address whether confiscatory measures should primarily target the liable legal entities rather than the individual, in light of § 73 Abs. 3 StGB and the principle that such measures should be directed against those who actually benefited.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 154 StPO, § 73 Abs. 3 StGB, § 266 StGB, § 73 Abs. 1 Satz 2 StGB, § 111i StPO; Forfeiture of secured funds: requirement of causal link to adjudicated offenses and priority of liability for legal entities: The dispute concerned the legality of the forfeiture of secured funds in a criminal case involving false invoicing, where the lower court had failed to establish a specific causal link between the seized money and the adjudicated offenses, while also having dismissed comparable offenses under § 154 StPO. The BGH held that the appellate standard was not met because the first-instance court did not substantiate the basis for the amount, did not demonstrate the requisite "verfallspezifische Beziehung" (forfeiture-specific relationship) between the funds and the convicted acts, and failed to address whether confiscatory measures should primarily target the liable legal entities rather than the individual, in light of § 73 Abs. 3 StGB and the principle that such measures should be directed against those who actually benefited.

Schlagwörter

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Verwirkung Haftungsbegründung Deliktsgut juristische Person E-Justice arglistige Vermögensschädigung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Procedural basis for quashing the judgment in part and remanding the case to a different chamber of the regional court for a new hearing and decision.

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Volltext

Anordnung des Verfalls: Verfallspezifische Beziehung sichergestellter Gelder zu den festgestellten und abgeurteilten Taten des Angeklagten

[TENOR]

Auf die Revision des Angeklagten M. wird das Urteil des Landgerichts Potsdam vom 2. März 2011 gemäß § 349 Abs. 4 StPO insoweit mit den Feststellungen aufgehoben, als der Verfall von 60.000 € angeordnet wurde.

Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

[GRUENDE]

Der Generalbundesanwalt hat in seiner Zuschrift vom 18. August 2011 zur Revision folgendes ausgeführt:

„1. Der Beschwerdeführer moniert zu Recht, dass den insoweit überaus spärlichen Urteilsgründen bereits nicht zu entnehmen ist, auf welcher Grundlage das Landgericht den für verfallen erklärten Betrag bemessen hat.

2. Ungeachtet dessen bleibt nach Maßgabe der einschlägigen Feststellungen offen, ob die sichergestellten Gelder überhaupt in einer verfallspezifischen Beziehung zu den vom Landgericht festgestellten und abgeurteilten Taten des Angeklagten stehen (vgl. nur Fischer, StGB, 58. Aufl., § 73 Rdnr. 6; zum Verhältnis des Verfalls zum erweiterten Verfall jüngst BGH, Urteil vom 7. Juli 2011 – 3 StR 144/11 –), zumal da das Landgericht weitere vergleichbare Rechtsverstöße nach § 154 StPO eingestellt hat (vgl. UA S. 39).

3. Darüber hinaus ist im Lichte des § 73 Abs. 3 StGB zweifelhaft, ob vermögensabschöpfende Maßnahmen hier tatsächlich gegen den Angeklagten M. zu richten waren. Vor dem Hintergrund der Feststellungen auf UA S. 17 ('die der Angeklagte M. zur Bezahlung seiner Mitarbeiter verwendete') und UA S. 29/30 ('Provision in Höhe von 8 % – wovon 3 % der rechtliche Geschäftsführer bekommen habe und 5 % für die allgemeinen Geschäftskosten […] aufgewendet worden seien'), der als glaubhaft eingestuften Angaben des Mittäters D. , wonach „die Provisionsgelder in die Firmenkasse“ geflossen seien (UA S. 31), sowie in Anbetracht der konkreten Abwicklung des Scheinrechnungshandels über die Geschäftskonten der beteiligten Unternehmen spricht vorliegend viel dafür, primär die betroffenen juristischen Personen in die Haftung zu nehmen.

Ein Zugriff auf das persönliche Vermögen des Angeklagten käme unter solchen Umständen namentlich etwa dann in Betracht, wenn die sichergestellten Geldbeträge ihrerseits aus treuwidrigen Entnahmen (§ 266 StGB) zum Nachteil der vom Angeklagten faktisch geführten Gesellschaften resultierten. Insoweit verlautbaren die Urteilsfeststellungen freilich nichts Näheres. Überdies sind derartige Rechtsverstöße nicht von der Anklage umfasst.“

Dem tritt der Senat bei. Er weist ergänzend auf § 73 Abs. 1 Satz 2 StGB, § 111i StPO sowie §§ 430, 442 StPO hin.

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