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3 StR 106/11 KI-generiert

Rejection of evidentiary motion: binding effect of trial court's commitment to treat proof claim as true

Geschäftsnummer 3 StR 106/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Criminal Justice (BGH) dismissed the defendants' revisions as unfounded, upholding the conviction by the Landgericht Kleve and ordering each appellant to bear their own legal costs. The dispute centered on a procedural objection regarding the trial court's rejection of a defense motion to compel witnesses for proving the defendant's travel intentions and family visit as alibi facts. The appellate court clarified that the trial court was bound to treat the specific factual assertion in the motion as true, regardless of whether the request technically qualified as a formal evidentiary motion, based on the doctrine that a court is bound by its commitment to assume a proof claim as true. However, the appeal failed because the final judgment did not contradict these assumed facts, meaning no procedural error resulted to the defendants' detriment under § 349 Abs. 2 StPO.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Rejection of evidentiary motion: binding effect of trial court's commitment to treat proof claim as true: The dispute centered on a procedural objection regarding the trial court's rejection of a defense motion to compel witnesses for proving the defendant's travel intentions and family visit as alibi facts. The appellate court clarified that the trial court was bound to treat the specific factual assertion in the motion as true, regardless of whether the request technically qualified as a formal evidentiary motion, based on the doctrine that a court is bound by its commitment to assume a proof claim as true. However, the appeal failed because the final judgment did not contradict these assumed facts, meaning no procedural error resulted to the defendants' detriment under § 349 Abs. 2 StPO.

Schlagwörter

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Beweisverfügungen Verfahrensrügen Revision eines Entscheids Rechtslehre Sachverhaltsirrtum E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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2 StR 222/83
Juli 1983 - 2 StR 222/83, BGHSt 32, 44, 45 f.; Urteil vom 9.
BGHSt 32, 44
Juli 1983 - 2 StR 222/83, BGHSt 32, 44, 45 f.; Urteil vom 9.
3 StR 455/83
Mai 1984 - 3 StR 455/83, bei Pfeiffer/Miebach, NStZ 1985, 14).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited as the legal basis for dismissing the revisions as unfounded because the review did not reveal a legal error to the detriment of the defendants.

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Volltext

Revisionsrüge fehlerhafter Ablehnung eines Beweisantrages im Strafverfahren: Wahrunterstellung einer Beweisbehauptung

[TENOR]

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Kleve vom 22. November 2010 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Im Hinblick auf die vom Angeklagten A. erhobene Verfahrensrüge bemerkt der Senat ergänzend:

Die Verteidigung des Angeklagten hatte zum Beweis mehrerer Tatsachen, unter anderem dazu, dass der Angeklagte am 16. Februar 2010 mit dem Auto von Sizilien nach Deutschland fuhr, "um zum ersten Mal seine belgische Familie in Belgien kennenzulernen", die Vernehmung des in Belgien zu ladenden B. sowie eines Arztes aus dem Heimatort des Angeklagten beantragt. Das Landgericht hat den Antrag abgelehnt, "weil die unter Beweis gestellten Tatsachen so behandelt werden können als wären sie wahr".

Der Generalbundesanwalt hält es schon für fraglich, ob es sich bei dem Beweisbegehren um einen Beweisantrag handele, da keinerlei Umstände dargelegt seien, "warum die benannten Zeugen überhaupt etwas zum Zweck der Reise des Angeklagten - eine innere Tatsache - bekunden können"; der Rüge sei der Erfolg jedenfalls deshalb zu versagen, weil das Landgericht nicht die tatsächliche Absicht des Angeklagten, sondern nur die behaupteten Äußerungen der benannten Zeugen über ihre Wahrnehmungen oder zu Mitteilungen des Angeklagten hinsichtlich des Zwecks der Reise als wahr unterstellt habe. Dem kann der Senat nicht folgen. Da das Landgericht die in dem Beweisantrag aufgestellte Behauptung inhaltlich als wahr unterstellt hat, war es an diese Zusage gebunden (vgl. LR/Becker, StPO, 26. Aufl., § 244 Rn. 306 mwN). Ob es sich bei dem Beweisbegehren um einen Beweisantrag handelte, ist dabei irrelevant (BGH, Urteil vom 6. Juli 1983 - 2 StR 222/83, BGHSt 32, 44, 45 f.; Urteil vom 9. Mai 1984 - 3 StR 455/83, bei Pfeiffer/Miebach, NStZ 1985, 14).

Die Rüge bleibt gleichwohl erfolglos, weil sich das Urteil entgegen der Ansicht der Revision zu den als wahr unterstellten Tatsachen nicht in Widerspruch setzt.

Becker Pfister von Lienen

Mayer Menges