4 StR 151/11Evidentiary value of late self-defense claim following prior partial admission: distinction between change of testimony and late admission after initial silence
Zusammenfassung KI-generiert
The Federal Court of Justice dismissed the defendant’s appeal as unfounded, upholding the conviction and ordering the defendant to bear the costs of the appeal and the necessary expenses of the co-plaintiff. The dispute centered on whether the trial court erred in evaluating the defendant’s late assertion of self-defense, raised for the first time in the main hearing eleven months after the incident. The court held that the trial judge was entitled to weigh this late claim because the defendant had previously made statements during the preliminary investigation indicating he had not asserted self-defense at that time. Ruling on the legal basis for evidence evaluation, the court distinguished this scenario from "late admission after initial silence," determining instead that it constituted a change of testimony, which is permissible for the court to assess under the principle of free evaluation of evidence under § 261 StPO.
Angewandte Bestimmungen (1)
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§ 349 Abs. 2 StPO
Basis for dismissing the revision as unfounded because no legal error to the detriment of the defendant was found.
Freie Beweiswürdigung im Strafverfahren: Abgrenzung der späten Einlassung nach anfänglichem Schweigen von dem Wechsel der Einlassung
[TENOR] Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 28. September 2010 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat: Die Rüge, das Landgericht habe fehlerhaft zum Nachteil des Angeklagten verwertet, dass dieser sich erst elf Monate nach dem Vorfall in der Hauptverhandlung auf Notwehr berufen habe, bleibt ohne Erfolg. Dieses Verhalten konnte gewürdigt werden, nachdem sich der Angeklagte im Ermittlungsverfahren gegenüber PK K. zum Tatvorwurf geäußert hatte. Aus der Äußerung „Ich sage nur eins: der hat es verdient! Sonst sage ich nichts ohne meinen Anwalt“ durfte der Tatrichter den Schluss ziehen, dass sich der Angeklagte bei seiner Erstvernehmung nicht auf Notwehr berufen hat (UA S. 31). Es handelte sich nicht um einen Fall später Einlassung nach anfänglichem Schweigen, sondern um den eines Wechsels der Einlassung (vgl. Meyer-Goßner, StPO, 53. Aufl., § 261 Rn. 18 a.E.; BGH, Beschluss vom 5. November 2009 – 3 StR 309/09, NStZ-RR 2010, 53).
Ernemann Roggenbuck Mutzbauer
Bender Quentin