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2 B 49/10 KI-generiert

Admissibility of divergence and procedural defect complaints in disciplinary proceedings: failure to substantiate weight of evidence and ex officio investigation obligations

Geschäftsnummer 2 B 49/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court (BVerwG) dismissed the disciplinary officer's complaint against the non-admission of revision, upholding the Bavian Administrative Court of Justice's judgment of 14 April 2010 and ordering the complainant to bear the procedural costs. The dispute centered on a disciplinary proceeding where the officer challenged the lower court’s assessment of a "final loss of trust" resulting from a serious breach of duty, alleging a divergence from a 2005 BVerwG precedent and claiming that the appellate court failed to adequately investigate the defendant's alcoholism and negative future prognosis. The court held the complaint inadmissible because the alleged divergence was merely a disagreement with the factual weighting of mitigating and aggravating circumstances under § 13 BDG, which does not constitute a divergence on a legal question, and the procedural defect regarding the official duty to investigate (§ 58 BDG) was not substantiated with specific, necessary investigatory measures; furthermore, the error could not have affected the outcome since the appellate court had already considered the alcohol issue within the framework of aggravating factors.

Legislator-Regeste

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§ 133 Satz 3 VwGO, § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO, § 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO, § 86 Abs. 1 VwGO, § 154 Abs. 2 VwGO, § 69 BDG i.V.m. § 133 Satz 3 VwGO; Admissibility of divergence and procedural defect complaints in disciplinary proceedings: failure to substantiate weight of evidence and ex officio investigation obligations: The dispute centered on a disciplinary proceeding where the officer challenged the lower court’s assessment of a "final loss of trust" resulting from a serious breach of duty, alleging a divergence from a 2005 BVerwG precedent and claiming that the appellate court failed to adequately investigate the defendant's alcoholism and negative future prognosis. The court held the complaint inadmissible because the alleged divergence was merely a disagreement with the factual weighting of mitigating and aggravating circumstances under § 13 BDG, which does not constitute a divergence on a legal question, and the procedural defect regarding the official duty to investigate (§ 58 BDG) was not substantiated with specific, necessary investigatory measures; furthermore, the error could not have affected the outcome since the appellate court had already considered the alcohol issue within the framework of aggravating factors.

Schlagwörter

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Verfahrensmangel Disziplinarverfahren Verwaltungsbeschwerde Untersuchungshaft- und Ermittlungskosten Revision eines Entscheids Dienstverletzung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerwGE 124, 252
Oktober 2005 - BVerwG 2 C 12.04 - (BVerwGE 124, 252 = Buchholz 235.1 § 13 BDG Nr.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 69 BDG i.V.m. § 133 Satz 3 VwGO

Grounds for the dismissal of the complaint as inadmissible due to failure to meet the specific disclosure requirements.

§ 154 Abs. 2 VwGO

Basis for the order that the complainant bears the costs of the proceedings.

§ 77 BDG

Basis for the order regarding the costs of the complaint proceedings.

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Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde in Disziplinarverfahren; Abweichungsrüge; Aufklärungsmangel

[TENOR]

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 14. April 2010 wird verworfen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

[GRUENDE]

Die Beschwerde ist unzulässig, weil sie nicht den Darlegungserfordernissen des § 69 BDG i.V.m. § 133 Satz 3 VwGO genügt.

Die Beschwerde rügt eine Divergenz (§ 69 BDG i.V.m. § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO). Das Berufungsurteil weiche vom Urteil des Senats vom 20. Oktober 2005 - BVerwG 2 C 12.04 - (BVerwGE 124, 252 = Buchholz 235.1 § 13 BDG Nr. 1) ab, weil das Gericht die den Beklagten belastenden Gesichtspunkte bei der Frage, ob bei diesem aufgrund eines schweren Dienstvergehens ein endgültiger Vertrauensverlust im Sinne des § 13 Abs. 2 Satz 1 BDG eingetreten sei, nicht im vollen Umfang berücksichtigt und gewürdigt habe.

Mit diesen Ausführungen greift die Beschwerde lediglich die einzelfallbezogene Würdigung des Berufungsgerichts, das im Übrigen sämtliche, von der Beschwerde benannten Umstände berücksichtigt hat, an, zeigt aber keinen, dem Urteil des Senats vom 20. Oktober 2005 a.a.O. entgegenstehenden Rechtssatz des Berufungsgerichts auf. In Disziplinarverfahren kann eine Divergenz grundsätzlich nicht damit begründet werden, das Tatsachengericht habe die be- und entlastenden Umstände im Rahmen der Gesamtwürdigung gemäß § 13 Abs. 1 Satz 2 bis 4 BDG fehlerhaft gewichtet (Beschluss vom 3. Juli 2007 - BVerwG 2 B 18.07 - Rn. 7 = Buchholz 235.1 § 69 BDG Nr. 1).

Außerdem rügt die Beschwerde einen Verfahrensmangel, weil das Berufungsgericht die bestehende Alkoholproblematik hätte näher aufklären müssen. Es wäre dann zu dem Ergebnis gelangt, dass der Beklagte den Rückfall in die nasse Phase selbst zu vertreten habe und aufgrund seiner Persönlichkeit eine negative Zukunftsprognose zu stellen sei. Mit diesem Vorbringen hat die Beschwerde keinen Verfahrensmangel im Sinne von § 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO, § 69 BDG dargelegt.

Zwar macht sie der Sache nach einen Verstoß gegen die aus § 58 BDG, § 3 BDG i.V.m. § 86 Abs. 1 VwGO folgende Pflicht des Gerichts geltend, den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen. Ein Verfahrensfehler ist aber nur dann ausreichend bezeichnet, wenn er sowohl in den ihn (vermeintlich) begründenden Tatsachen als auch in seiner rechtlichen Würdigung substanziiert dargetan wird. In Bezug auf den Verstoß gegen den Amtsermittlungsgrundsatz (§ 58 BDG, § 3 BDG i.V.m. § 86 Abs. 1 VwGO) müssen dementsprechend auch die für geeignet und erforderlich gehaltenen Aufklärungsmaßnahmen bezeichnet werden und es muss entweder dargelegt werden, dass bereits im Verfahren vor dem Tatsachengericht auf die Vornahme der Sachverhaltsaufklärung, deren Unterbleiben nunmehr gerügt wird, hingewirkt worden ist oder dass sich dem Gericht die bezeichneten Ermittlungen auch ohne ein solches Hinwirken von sich aus hätten aufdrängen müssen (Beschluss vom 6. März 1995 - BVerwG 6 B 81.94 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 265). Diesen Vorgaben genügen die Darlegungen in der Beschwerdebegründung nicht.

Unabhängig davon kommt es für die Feststellung eines Aufklärungsmangels auf die Rechtsauffassung des Berufungsgerichts an. Dieses hat bereits die Alkoholproblematik als Ursache des Fehlverhaltens des Beklagten angesehen und im Rahmen der Erschwernisgründe gewürdigt, so dass die Entscheidung nicht auf dem vermeintlichen Verfahrensfehler im Sinne des § 69 BDG i.V.m. § 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO "beruhen" kann. Die Schlussfolgerungen, die das Berufungsgericht daraus gezogen hat, können nicht mit der Verfahrensrüge angegriffen werden.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, § 77 BDG. Einer Festsetzung des Streitwerts bedarf es nicht. Für das nach dem 31. Dezember 2009 eingeleitete Beschwerdeverfahren werden Gebühren nach dem Gebührenverzeichnis der Anlage zu § 78 BDG erhoben (§ 85 Abs. 11 Satz 2 BDG).