Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VII ZR 95/10 KI-generiert

Exclusion of compensation reduction for post-acceptance defects under VOB/B and availability of advantage equalization in a sub-contracting chain

Geschäftsnummer VII ZR 95/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's non-admission complaint, thereby upholding the appellate court's judgment and leaving the defendant liable for costs, with the appellate decision remaining in force. The dispute arose within a construction contract governed by the VOB/B regulations, where a subcontractor attempted to challenge a reduction in its remuneration, arguing that it could invoke the doctrine of advantage equalization (*Vorteilsausgleichung*) because the main contractor had been fully paid by the principal. The court held that the question of whether such an advantage equalization applies to a subcontractor in a performance chain was moot because the substantive basis for the reduction was erroneous; post-acceptance defects in a VOB/B contract are exclusively governed by the final set-off provisions of § 13 VOB/B, which preclude a diminution of the work price for defects under § 2 Nr. 7 VOB/B. Furthermore, the court confirmed that a principal may be barred from asserting defect claims against its contractor based on the principles of § 242 BGB (good faith) and advantage equalization when it is established that the subcontractor will no longer be pursued for those defects by the contractor.

Legislator-Regeste

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§ 242 BGB, § 97 Abs. 1 ZPO; Exclusion of compensation reduction for post-acceptance defects under VOB/B and availability of advantage equalization in a sub-contracting chain: The dispute arose within a construction contract governed by the VOB/B regulations, where a subcontractor attempted to challenge a reduction in its remuneration, arguing that it could invoke the doctrine of advantage equalization (*Vorteilsausgleichung*) because the main contractor had been fully paid by the principal. The court held that the question of whether such an advantage equalization applies to a subcontractor in a performance chain was moot because the substantive basis for the reduction was erroneous; post-acceptance defects in a VOB/B contract are exclusively governed by the final set-off provisions of § 13 VOB/B, which preclude a diminution of the work price for defects under § 2 Nr. 7 VOB/B. Furthermore, the court confirmed that a principal may be barred from asserting defect claims against its contractor based on the principles of § 242 BGB (good faith) and advantage equalization when it is established that the subcontractor will no longer be pursued for those defects by the contractor.

Schlagwörter

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Kettenverträge Subunternehmer Vorteilsannahme Werklohn Sachmangel Herabsetzung der Verfahrenskosten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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VII ZR 116/02
September 2003 - VII ZR 116/02, BauR 2004, 78).
VII ZR 81/06
Juni 2007 - VII ZR 81/06, BauR 2007, 1564).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Provision cited in the dispositive to order the defendant to bear the costs of the complaint proceedings.

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Volltext

Gewährleistung im VOB-Vertrag: Ansprüche des Bestellers nach Abnahme; Vorteilsausgleichung im Rahmen einer werkvertraglichen Leistungskette

[TENOR]

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 6. Mai 2010 wird zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Ob die von der Revision zur Auslegung des Vertrages aufgeworfenen Fragen die Zulassung der Revision erforderten, kann offenbleiben. Denn jedenfalls trägt die Hilfsbegründung des Berufungsgerichts das Urteil. Insoweit liegt ein Zulassungsgrund nicht vor. Nach der Hilfsbegründung des Berufungsgerichts ist die Beklagte gehindert, etwaige Mängelansprüche geltend zu machen, weil der Bauherr die Leistung seinerseits gebilligt habe. Er mache keine Ansprüche gegen die Beklagte geltend. Dagegen wendet sich die Nichtzulassungsbeschwerde nicht.

Die von ihr als klärungsbedürftig angesehene Frage, ob der als Nachunternehmer tätige Werkunternehmer sich gegenüber der Kürzung seines Entgelts nach § 2 Nr. 7 VOB/B auf die Grundsätze der Vorteilsausgleichung berufen könne, wenn sein Auftraggeber, der Hauptunternehmer, seinerseits vom Hauptauftraggeber voll bezahlt worden sei, stellt sich nicht. Die Nichtzulassungsbeschwerde geht rechtsirrtümlich davon aus, dass wegen der Mängel eine Kürzung der Vergütung nach § 2 Nr. 7 VOB/B möglich sei. Das ist nicht der Fall. Ansprüche wegen Mängeln, die nach der Abnahme erhoben werden, sind im VOB-Vertrag abschließend in § 13 VOB/B geregelt. Der Auftraggeber kann deshalb keine Minderung des Werklohns wegen Mängeln nach § 2 Nr. 7 VOB/B verlangen (BGH, Urteil vom 12. September 2003 - VII ZR 116/02, BauR 2004, 78). Soweit die Nichtzulassungsbeschwerde auch in Frage stellt, dass die Beklagte gehindert ist, einen Anspruch nach § 13 Nr. 6 VOB/B durchzusetzen, besteht kein Klärungsbedarf. Nach der Rechtsprechung des Senats kann der Auftraggeber nach dem Rechtsgedanken der Vorteilsausgleichung gehindert sein, seinerseits Ansprüche wegen Mängeln gegen seinen Auftragnehmer geltend zu machen, wenn im Rahmen einer werkvertraglichen Leistungskette feststeht, dass der Nachunternehmer von seinem Auftraggeber wegen Mängeln am Werk nicht mehr in Anspruch genommen wird (BGH, Urteil vom 28. Juni 2007 - VII ZR 81/06, BauR 2007, 1564). Das gilt nicht nur für den Fall, dass der Auftraggeber wegen eines Mangels einen Schadensersatzanspruch geltend macht, sondern auch für den Fall der Minderung, § 242 BGB.

Von einer weiteren Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist (§ 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO).

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Gegenstandswert: 70.764,70 Euro

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