Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 StR 538/10 KI-generiert

Preclusive deadline for § 46b StGB sentence mitigation: timing of disclosure of investigation-relevant information relative to the decision to open main proceedings

Geschäftsnummer 1 StR 538/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Criminal Appeal dismissed the defendant's appeal, upholding the Landgericht Passau's judgment and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The dispute concerned whether the lower court erred in failing to mitigate the sentence under §§ 46b, 49 StGB based on the defendant's disclosure of investigation-relevant information. The Court held that sentence mitigation under § 46b StGB was precluded because the defendant disclosed the information only after the court had issued the decision to open the main proceedings (§ 207 StPO). The decisive legal standard is the date of the decision to open the main proceedings, not the date the defendant gained knowledge of that decision via service, as the legislative intent allows the court to verify disclosures and return files for further investigation only before that decision is made.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 349 Abs. 2 StPO, § 49 Abs. 1 StGB, § 46b Abs. 3 StGB, § 207 StPO, § 215 StPO, § 46b StGB; Preclusive deadline for § 46b StGB sentence mitigation: timing of disclosure of investigation-relevant information relative to the decision to open main proceedings: The dispute concerned whether the lower court erred in failing to mitigate the sentence under §§ 46b, 49 StGB based on the defendant's disclosure of investigation-relevant information. The Court held that sentence mitigation under § 46b StGB was precluded because the defendant disclosed the information only after the court had issued the decision to open the main proceedings (§ 207 StPO). The decisive legal standard is the date of the decision to open the main proceedings, not the date the defendant gained knowledge of that decision via service, as the legislative intent allows the court to verify disclosures and return files for further investigation only before that decision is made.

Schlagwörter

KI-generiert
Eröffnung des Entscheids Strafmilderung Strafuntersuchung Offenlegung von Daten Eröffnung des Verfahrens gesetzliche Verfahrensfrist

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive as the procedural basis for dismissing the appeal as unfounded after the review revealed no legal error to the detriment of the defendant.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Strafmilderung wegen Offenbarung ermittlungsrelevanter Angaben: Maßgeblicher Zeitpunkt für die Präklusion offenbarten Wissens

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Passau vom 28. Mai 2010 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat zur Rüge, das Landgericht habe die Strafe zu Unrecht nicht gemäß § 46b Abs. 1, § 49 Abs. 1 StGB gemildert:

Eine Milderung war hier gemäß § 46b Abs. 3 StGB ausgeschlossen, weil der Angeklagte sein Wissen erst offenbarte, nachdem die Eröffnung des Hauptverfahrens (§ 207 StPO) gegen ihn bereits beschlossen war. Maßgeblich für die Präklusion offenbarten Wissens i.S.v. § 46b Abs. 3 StGB ist der Zeitpunkt, zu dem der Eröffnungsbeschluss erlassen wird, nicht derjenige, zu dem der Angeklagte - z.B. durch Zustellung des Beschlusses (vgl. § 215 StPO) - Kenntnis von der Eröffnung des Hauptverfahrens erlangt. Denn mit der Regelung des § 46b StGB soll dem Gericht ermöglicht werden, ermittlungsrelevante Angaben noch vor der Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens überprüfen zu lassen und die Akten gegebenenfalls zum Zwecke weiterer Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft zurückzusenden.

Nach Eröffnung des Hauptverfahrens und der damit regelmäßig einhergehenden Terminierung der Hauptverhandlung und Ladung der Zeugen sowie der übrigen Prozessbeteiligten besteht für das Gericht nicht selten eine nur noch eingeschränkte Möglichkeit, vom Angeklagten erhobene Behauptungen auf deren Wahrheitsgehalt ohne wesentliche Verzögerung des Hauptverfahrens zu überprüfen (BT-Drucks. 16/6268 S. 14).

Wahl Elf Graf

Jäger Sander