Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
I ZB 62/10 KI-generiert

Timeliness of faxed court submissions determined by receipt of signals before deadline expiration

Geschäftsnummer I ZB 62/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice rejected the defendant's application for legal aid in the legal complaint proceedings, thereby leaving the appellate court's dismissal of the appeal in force. The dispute arose from a copyright infringement action where the appellate court ruled the defendant's appeal was inadmissible because the faxed statement of reasons, received between 0:03 and 0:05 on October 23, 2009, arrived after the expiration of the extended deadline on October 22, 2009. The supreme court determined that the legal complaint was procedurally inadmissible for failing to demonstrate that the case involved a legal question of fundamental significance or a need for the development of law or uniform jurisprudence, noting that existing precedent clearly establishes that the timeliness of faxed court submissions is determined solely by whether the fax signals were fully received and stored by the court's device before the deadline expired, a fact verifiable through individual connection records.

Legislator-Regeste

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§ 114 Satz 1 ZPO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, § 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO, § 574 Abs. 2 ZPO, § 575 Abs. 3 Nr. 2 ZPO, § 522 Abs. 1 ZPO; Timeliness of faxed court submissions determined by receipt of signals before deadline expiration: The dispute arose from a copyright infringement action where the appellate court ruled the defendant's appeal was inadmissible because the faxed statement of reasons, received between 0:03 and 0:05 on October 23, 2009, arrived after the expiration of the extended deadline on October 22, 2009. The supreme court determined that the legal complaint was procedurally inadmissible for failing to demonstrate that the case involved a legal question of fundamental significance or a need for the development of law or uniform jurisprudence, noting that existing precedent clearly establishes that the timeliness of faxed court submissions is determined solely by whether the fax signals were fully received and stored by the court's device before the deadline expired, a fact verifiable through individual connection records.

Schlagwörter

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E-Justice verspätete Einreichung von Urkunden Vertragsverletzungsklage Rechtzeitigkeit der Postaufgabe Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege Rechtzeitigkeit des Ausstandsgesuchs

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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IV ZB 20/05
April 2006 - IV ZB 20/05, BGHZ 167, 214 Rn.
BGHZ 167, 214
April 2006 - IV ZB 20/05, BGHZ 167, 214 Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 114 Satz 1 ZPO

Serves as the legal basis for rejecting the application for legal aid due to a lack of sufficient prospect of success.

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Volltext

Rechtzeitigkeit des Eingangs eines per Telefax übersandten Schriftsatzes – Telefax-Signale

[TENOR]

Der Antrag des Beklagten, ihm Prozesskostenhilfe für das Rechtsbeschwerdeverfahren zu gewähren und Rechtsanwalt Dr. S. beizuordnen, wird abgelehnt.

[GRUENDE]

I. Die Klägerin nimmt den Beklagten wegen einer Urheberrechtsverletzung auf Unterlassung, Schadensersatz und Erstattung vorgerichtlicher Anwaltskosten in Anspruch. Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Der Beklagte hat gegen das ihm am 22. Juli 2009 zugestellte Urteil mit einem am 12. August 2009 beim Berufungsgericht eingegangenen Schriftsatz Berufung eingelegt. Mit einem am 21. September 2009 beim Berufungsgericht eingegangenen Schriftsatz hat er die Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist bis zum 22. Oktober 2009 beantragt, die ihm gewährt worden ist. Seine Berufungsbegründung ist ausweislich des Faxprotokolls des Berufungsgerichts am 23. Oktober 2009 zwischen 0:03 und 0:05 Uhr bei Gericht eingegangen. Das Berufungsgericht hat die Berufung als unzulässig verworfen. Dagegen hat der Beklagte Rechtsbeschwerde eingelegt. Er beantragt, ihm Prozesskostenhilfe für das Rechtsbeschwerdeverfahren zu gewähren und Rechtsanwalt Dr. S. beizuordnen.

II. Der Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. S. ist abzulehnen, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 114 Satz 1 ZPO).

Die Rechtsbeschwerde ist zwar statthaft (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO), da gegen den Beschluss, mit dem das Berufungsgericht die Berufung als unzulässig verworfen hat, nach § 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO die Rechtsbeschwerde stattfindet.

Die Rechtsbeschwerde ist jedoch unzulässig (§ 574 Abs. 2 ZPO). Der Beklagte hat entgegen § 575 Abs. 3 Nr. 2 ZPO nicht dargelegt, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts eine Rechtsfrage aufwirft, die grundsätzliche Bedeutung hat oder die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts erfordern. Dies ist auch sonst nicht ersichtlich.

In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist geklärt, dass es für die Beurteilung der Rechtzeitigkeit des Eingangs eines per Telefax übersandten Schriftsatzes allein darauf ankommt, ob die gesendeten Signale noch vor Ablauf des letzten Tages der Frist vom Telefaxgerät des Gerichts vollständig empfangen (gespeichert) worden sind und dass sich dieser Zeitpunkt mit der Einzelverbindungsübersicht des Telefaxgerätes zuverlässig bestimmen lässt (BGH, Beschluss vom 25. April 2006 - IV ZB 20/05, BGHZ 167, 214 Rn. 18).

Das Berufungsgericht hat seiner Entscheidung diese Grundsätze zugrunde gelegt. Es hat die Berufung mit Recht wegen der Versäumung der Berufungsbegründungsfrist gemäß § 522 Abs. 1 ZPO als unzulässig verworfen, weil die Berufungsbegründung ausweislich des Faxprotokolls erst am 23. Oktober 2009 zwischen 0:03 und 0:05 Uhr und damit nach Ablauf der bis zum 22. Oktober 2009 verlängerten Berufungsbegründungsfrist per Telefax bei Gericht eingegangen ist.

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