Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
I ZR 97/09 KI-generiert

Transitionary application of old and new Design Act to pre-2001 registered designs: scope of protection vs. originality requirements

Geschäftsnummer I ZR 97/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Civil Procedure (BGH) dismissed the plaintiff's complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the lower appellate court's decision; the plaintiff consequently bears the costs of the proceedings. The dispute concerned the scope of protection and validity of a design right registered prior to October 28, 2001, specifically whether the newer 2004 Design Act requirements for originality applied to the front surface of the design or if the older law governed. The court held that for designs registered before the cutoff date, the protection requirements are determined by the old Design Act pursuant to the transitional provision in § 72 Abs. 2 Satz 1 GeschmMG, while the scope of protection is governed by the new Act's provisions on the overall impression for the informed user (§ 38 GeschmMG). This interpretation was necessary to prevent the new, stricter originality requirements from rendering the registered design effectively invalid, which would violate the constitutional principle of legal certainty and the guarantee of the status quo for existing rights.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 242 BGB, § 97 Abs. 1 ZPO; Transitionary application of old and new Design Act to pre-2001 registered designs: scope of protection vs. originality requirements: The dispute concerned the scope of protection and validity of a design right registered prior to October 28, 2001, specifically whether the newer 2004 Design Act requirements for originality applied to the front surface of the design or if the older law governed. The court held that for designs registered before the cutoff date, the protection requirements are determined by the old Design Act pursuant to the transitional provision in § 72 Abs. 2 Satz 1 GeschmMG, while the scope of protection is governed by the new Act's provisions on the overall impression for the informed user (§ 38 GeschmMG). This interpretation was necessary to prevent the new, stricter originality requirements from rendering the registered design effectively invalid, which would violate the constitutional principle of legal certainty and the guarantee of the status quo for existing rights.

Schlagwörter

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Designschutz Übergangsvorschriften Schutzbereich des Patents Harmonisierung des Markenrechts zivilrechtliche Revision Grundsatz der Rechtssicherheit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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I ZR 263/02
Juni 2005 - I ZR 263/02, GRUR 2006, 143 Rn.
I ZR 67/05
Januar 2008 - I ZR 67/05, GRUR 2008, 790 Rn.
I ZR 16/74
April 1975 - I ZR 16/74, GRUR 1976, 261, 263 - Gemäldewand; Eichmann/v.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO

Cited in the operative tenor as the statutory basis for rejecting the complaint against the non-admission of revision.

§ 97 Abs. 1 ZPO

Cited in the operative tenor to impose the costs of the complaint proceedings on the losing plaintiff.

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Volltext

Geschmacksmusterschutz: Bestimmung der Schutzwirkung eines nach altem Recht eingetragenen Geschmacksmusters

[TENOR]

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 28. Mai 2009 wird zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat, die auf die Verletzung von Verfahrensgrundrechten gestützten Rügen nicht durchgreifen und die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts auch im Übrigen nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Das Berufungsgericht ist zu Recht davon ausgegangen, dass die Schutzwirkungen des vor dem 28. Oktober 2001 eingetragenen Geschmacksmusters sich grundsätzlich nach dem Geschmacksmustergesetz neuer Fassung bestimmen (vgl. BGH, Urteil vom 23. Juni 2005 - I ZR 263/02, GRUR 2006, 143 Rn. 17 = WRP 2006, 117 - Catwalk). Grundlage der auf das Geschmacksmusterrecht der Beklagten gestützten Widerklageanträge sind daher §§ 38, 42, 46 GeschmMG i.V.m. § 242 BGB (vgl. BGH, Urteil vom 10. Januar 2008 - I ZR 67/05, GRUR 2008, 790 Rn. 32 = WRP 2008, 1234 - Baugruppe). Der Schutz des Geschmacksmusters erstreckt sich nach § 38 Abs. 2 Satz 1 GeschmMG auf jedes Muster, das beim informierten Betrachter keinen anderen Gesamteindruck erweckt. Im Vordergrund der Beurteilung stehen diejenigen Merkmale, die die Eigenart des Geschmacksmusters begründen (vgl. BGH, Urteil vom 16. April 1975 - I ZR 16/74, GRUR 1976, 261, 263 - Gemäldewand; Eichmann/v. Falckenstein, Geschmacksmustergesetz, 4. Aufl., § 38 Rn. 16). Die Bestimmung, was bei dem Geschmacksmuster der Beklagten eigenartig bzw. eigentümlich im Sinne von § 1 Abs. 2 GeschmMG aF ist, beurteilt sich entgegen der Ansicht der Nichtzulassungsbeschwerde nach altem Recht. Nach § 72 Abs. 2 Satz 1 GeschmMG ist das Geschmacksmustergesetz alter Fassung hinsichtlich der Schutzvoraussetzungen anwendbar. Damit ist die Anwendung der §§ 3, 4 GeschmMG in der Fassung des Geschmacksmusterreformgesetzes vom 12. März 2004 im Streitfall ausgeschlossen, weil diese Bestimmungen zu den Schutzvoraussetzungen zählen (vgl. BGH, GRUR 2008, 790 Rn. 26 - Baugruppe). Andernfalls bliebe das Geschmacksmuster der Beklagten zwar eingetragen, jedoch ohne jede Schutzwirkung, weil die Frontseite der Baugruppe, auf die es nach § 4 GeschmMG allein ankommt, über keine Eigentümlichkeit und keine Eigenart verfügt (vgl. BGH, GRUR 2008, 790 Rn. 20 - Baugruppe). Eine solche ausdehnende Anwendung der Bestimmungen des Geschmacksmustergesetzes neuer Fassung würde über eine grundsätzlich zulässige Einschränkung bestehender Rechte hinausgehen und in die Bestandsgarantie des Geschmacksmusters der Beklagten eingreifen. Das wäre mit dem Grundsatz des Vertrauensschutzes des Inhabers in den Bestand seines Rechts, dem § 72 Abs. 2 Satz 1 GeschmMG dient, nicht vereinbar (vgl. zum Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes auch Begründung zum Regierungsentwurf, BT-Drucks. 15/1075, S. 64 f.).

Von einer weitergehenden Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 150.000 €.

Bornkamm Pokrant Büscher

Bergmann Kirchhoff