Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5 StR 146/10 KI-generiert

Statute of limitations in criminal revision: binding effect of prior guilt finding precludes new time-bar arguments without reopening proceedings

Geschäftsnummer 5 StR 146/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Criminal Division (5th Senate) rejected the defendant's appeal as unfounded, leaving the prior judgment in force and imposing the costs of the appeal on the appellant. The dispute concerned whether a request for partial dismissal of the proceedings based on absolute statute of limitations was valid, following a prior appellate decision that had rendered the guilty verdict and individual sentences legally binding and established that no procedural barrier of limitation existed for the cases in question. Relying on § 349 para. 2 StPO and § 206a StPO, the court held that the appeal was inadmissible for those parts because the prior binding decision precluded new considerations of the statute of limitations in revision proceedings, noting that only a reopening of the case (Wiederaufnahmeverfahren) under § 359 StPO could accommodate new facts demonstrating that the offense had become time-barred after the guilt finding became final.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 349 Abs. 2 StPO, § 206a StPO, § 358 Abs. 1 StPO; Statute of limitations in criminal revision: binding effect of prior guilt finding precludes new time-bar arguments without reopening proceedings: The dispute concerned whether a request for partial dismissal of the proceedings based on absolute statute of limitations was valid, following a prior appellate decision that had rendered the guilty verdict and individual sentences legally binding and established that no procedural barrier of limitation existed for the cases in question. Relying on § 349 para. 2 StPO and § 206a StPO, the court held that the appeal was inadmissible for those parts because the prior binding decision precluded new considerations of the statute of limitations in revision proceedings, noting that only a reopening of the case (Wiederaufnahmeverfahren) under § 359 StPO could accommodate new facts demonstrating that the offense had become time-barred after the guilt finding became final.

Schlagwörter

KI-generiert
Verjährungseinrede Revision des Strafurteils Strafzumessung Verwirkung des Revisionsgesuchs Verfahrensbeschränkungen Wiederaufnahme des Verfahrens

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 349 Abs. 2 StPO

Main ground for dismissing the revision as unfounded.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Wiederaufnahmeverfahren: Neue Tatsachen zur Verjährung nach Rechtskraft des Schuldspruchs

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Potsdam vom 15. Oktober 2009 wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Lediglich ergänzend bemerkt der Senat:

Die von der Revision für die Fälle IV.1 und 3 der Urteilsgründe erstrebte Teileinstellung des Verfahrens (§ 206a StPO) wegen Eintritt der absoluten Verjährung vor der Eröffnungsentscheidung (§ 78c Abs. 3 Satz 2, § 78 Abs. 3 Nr. 4, Abs. 4 StGB) kommt nicht in Betracht. Aufgrund der Revisionsentscheidung des Senats vom 21. Mai 2008 sind der Schuldspruch und die Einzelstrafen rechtskräftig geworden. Der Wegfall der Einzelstrafe im Fall IV.2 wegen Eintritts der absoluten Verjährung führte dazu, dass das Landgericht im zweiten Urteil lediglich noch eine neue Gesamtstrafe zu bilden hatte; auszugehen war dabei von den Einzelstrafen, die im ersten Urteil für sämtliche übrigen Fälle festgesetzt worden waren.

Nach der vorgenannten Senatsentscheidung steht mit bindender Wirkung für das weitere Verfahren – einschließlich des anhängigen Revisionsverfahrens – fest (§ 358 Abs. 1 StPO), dass das Verfahrenshindernis der absoluten Verfolgungsverjährung für sämtliche durch den Senat nicht nach § 206a StPO eingestellten Fälle nicht entstanden war. Allein das Wiederaufnahmeverfahren ist geeignet, im Revisionsverfahren nicht mehr zu beachtende neue Tatsachen zu berücksichtigen, nach denen sich die prozessuale Tat als verjährt darstellen könnte (Meyer-Goßner, StPO, 53. Aufl. § 359 Rdn. 22).

Basdorf Raum Schneider

König Bellay