Correction of missing individual sentence for a series offense in aggregate sentencing; curing procedural defect without violating prohibition against detrimental alteration
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice dismissed the defendant’s appeal as unfounded but amended the sentence by imposing a one-year custodial sentence for the second-count act (Item II.32), thereby leaving the rest of the Landgericht Dessau-Roßlau judgment in force. The dispute concerned a revision in a criminal case for unauthorized trafficking in narcotics, where the trial court had sentenced the defendant for a series of offenses but failed to specify the individual sentence for one specific act, a defect identified by the Federal Public Prosecutor. The court decisively applied § 354 Abs. 1 StPO to cure the omission by selecting the minimum statutory penalty under § 29 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 BtMG, reasoning that the trial court’s general findings excluded mitigating circumstances, and confirmed that this correction did not violate the prohibition against detrimental alteration under § 358 Abs. 2 StPO nor the principle of lenity under § 54 Abs. 1 and 2 StGB.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1 StPO, § 358 Abs. 2 StPO; Correction of missing individual sentence for a series offense in aggregate sentencing; curing procedural defect without violating prohibition against detrimental alteration: Die Revision des Angeklagten ist unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO. Jedoch war die fehlende Festsetzung der Einzelstrafe im Fall II. 32 der Urteilsgründe (Tat vom 10. Februar 2009) vom Senat nachzuholen.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Revision im Strafverfahren wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln: Nachholung der Festsetzung einer Einzelstrafe für eine Serienstraftat im Rahmen der Gesamtstrafenbildung
[TENOR]
1. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Dessau-Roßlau vom 5. Mai 2010 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass die Einzelstrafe im Fall II. 32 der Urteilsgründe auf ein Jahr Freiheitsstrafe festgesetzt wird.
2. Der Angeklagte trägt die Kosten des Rechtsmittels.
[GRUENDE]
Die Revision des Angeklagten ist unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO. Jedoch war die fehlende Festsetzung der Einzelstrafe im Fall II. 32 der Urteilsgründe (Tat vom 10. Februar 2009) vom Senat nachzuholen.
In entsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1 StPO hat der Senat auf Antrag des Generalbundesanwalts diese Einzelstrafe dem Strafrahmen des § 29 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 BtMG entnommen und die Mindeststrafe verhängt. Der Generalbundesanwalt hat in seiner Antragsschrift vom 17. August 2010 zutreffend darauf hingewiesen, dass die Strafkammer für "alle" Taten den Strafrahmen des § 29 Abs. 3 Satz 1 BtMG zu Grunde legen wollte (UA 22) und Umstände, die ein Abweichen von der Regelwirkung des § 29 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 BtMG rechtfertigen könnten, "bei keiner Tat" (UA 23) angenommen hat. Das Verbot der Schlechterstellung (§ 358 Abs. 2 StPO) steht der Nachholung der Festsetzung nicht entgegen (BGH, Beschl. v. 14. Januar 1998 - 2 StR 606/97, BGHR StPO § 354 Abs. 1 Strafausspruch 10 m.w.N.). Die Höhe der nunmehr festgesetzten Einzelstrafe schließt eine Benachteiligung des Beschwerdeführers aus (§ 54 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 Satz 1 StGB).
Ernemann
Solin-Stojanović
Ri'inBGH Roggenbuckbefindet sich im Urlaubund ist daher gehindertzu unterschreiben.
Ernemann
Cierniak
Bender