Aggregation of penalties and the effect of interim partial execution in establishing cessation points under § 55 StGB
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Criminal Procedure reversed the lower court's sentencing structure, reducing the aggregate sentences to one year and nine months, two years, and two years and three months, while rejecting the defendant's broader appeal as unfounded and denying a cost reduction. The dispute concerned the formation of aggregate sentences under German criminal law, where the defendant challenged the lower court's erroneous identification of "cessation points" (Zäsurwirkung) that incorrectly excluded prior convictions from being merged into the current aggregate sentences. The decisive legal basis was the interpretation of § 55 StGB regarding the aggregation of penalties, establishing that the fine imposed in the earlier 2007 judgment created a valid cessation point because the corresponding imprisonment had not yet been completed, and that a subsequent 2008 judgment for a new offense also constituted a separate cessation point, irrespective of the fine not being merged due to § 53(2) StGB; consequently, the appellate court applied § 354(1a) StPO to directly reform the sentences by increasing each base term by only three months to mitigate the burden of multiple aggregations.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 55 StGB, § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB, § 473 Abs. 4 StPO; Aggregation of penalties and the effect of interim partial execution in establishing cessation points under § 55 StGB: The dispute concerned the formation of aggregate sentences under German criminal law, where the defendant challenged the lower court's erroneous identification of "cessation points" (Zäsurwirkung) that incorrectly excluded prior convictions from being merged into the current aggregate sentences. The decisive legal basis was the interpretation of § 55 StGB regarding the aggregation of penalties, establishing that the fine imposed in the earlier 2007 judgment created a valid cessation point because the corresponding imprisonment had not yet been completed, and that a subsequent 2008 judgment for a new offense also constituted a separate cessation point, irrespective of the fine not being merged due to § 53(2) StGB; consequently, the appellate court applied § 354(1a) StPO to directly reform the sentences by increasing each base term by only three months to mitigate the burden of multiple aggregations.
Schlagwörter
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KI-generiertProcedural basis for modifying the aggregate prison sentences due to identified errors in the lower court's calculation.
Basis for rejecting the further part of the appeal as unfounded.
Volltext
Nachträgliche Gesamtstrafenbildung: Zäsurwirkung
[TENOR]
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Itzehoe vom 17. März 2010 nach § 349 Abs. 4 StPO in den Gesamtstrafaussprüchen wie folgt abgeändert:
Gegen den Angeklagten werden Gesamtfreiheitsstrafen von einem Jahr und neun Monaten (wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in vier Fällen sowie wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in vier Fällen – Fälle II.1.1 – 8 des Urteils – unter Einbeziehung der Strafe aus dem Urteil des Amtsgerichts Pinneberg vom 22. August 2007), von zwei Jahren (wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in 14 Fällen sowie wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in zwei Fällen – Fälle II.1.9 – 24 des Urteils) sowie von zwei Jahren und drei Monaten (wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in acht Fällen und unerlaubten Waffenbesitzes – Fälle II.1.25 – 32 und II.2. des Urteils) festgesetzt.
Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Der Teilfreispruch entfällt.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
[GRUENDE]
Das zu den Schuld- und Einzelstrafaussprüchen sowie zu den Nebenentscheidungen nach Maßgabe der ersten Antragsschrift des Generalbundesanwalts rechtsfehlerfreie Urteil weist zur (mehrfachen) Gesamtstrafbildung, wie sie die überkomplizierte Regelung des § 55 StGB in der verbindlichen Auslegung der Rechtsprechung gebietet, zwei Rechtsfehler auf: Nicht das Urteil des Amtsgerichts Pinneberg vom 22. August 2007 – dessen Freiheitsstrafe einzubeziehen war – bildet eine Zäsur, sondern bereits das nach Begehung der darin abgeurteilten Tat ergangene Urteil des Amtsgerichts Elmshorn vom 2. Februar 2007, mit dessen Geldstrafe allein nach § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB eine Gesamtstrafbildung unterblieben ist (UA S. 6 f.; vgl. Fischer, StGB 57. Aufl. § 55 Rdn. 9a mit Rspr.-Nachw.). Da hiernach beide untereinander gesamtstraffähigen Sanktionen als Einheit zu betrachten sind, ändert die zwischenzeitliche Vollstreckung allein der Geldstrafe mangels Erledigung der Freiheitsstrafe nichts an dieser Zäsurwirkung. Ferner kam, wie der Beschwerdeführer selbst zu Recht geltend macht, dem Urteil des Amtsgerichts Hamburg vom 18. Juli 2008 wegen einer erst im Jahre 2008 begangenen Tat eine weitere Zäsurwirkung zu, und zwar ungeachtet dessen, dass das Landgericht von einer Einbeziehung der darin verhängten nicht erledigten Geldstrafe seinerseits nach § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB abgesehen hat (Fischer aaO).
Dem auf Anregung des Senats gestellten weiteren Antrag des Generalbundesanwalts folgend nimmt der Senat die veränderte Gesamtstrafbildung gemäß § 354 Abs. 1a Satz 2 StPO selbst vor, indem er hinsichtlich aller drei Gesamtstrafen die Einsatzstrafen jeweils nur um drei Monate erhöht. So wird zugleich der Härte, welche die eher zufällig gebotene mehrfache Gesamtstrafbildung für den Beschwerdeführer mit sich bringt, ausreichend Rechnung getragen. Eine Strafaussetzung zur Bewährung schied schon wegen Bewährungsversagens (UA S. 5) aus.
Die Reduzierung des Gesamtstrafübels um insgesamt sechs Monate rechtfertigt gemäß § 473 Abs. 4 StPO eine den Beschwerdeführer teilweise entlastende Kostenentscheidung nicht.
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