Duty to inform on deviation from plea bargain under § 257c Abs. 5 StPO in aggravated robbery
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (4th Criminal Senate) dismissed the appeals of the defendants as unfounded, upholding the sentence of the regional court and ordering each appellant to bear their own costs. The dispute concerned a plea bargaining arrangement (Verständigung) in a criminal trial for particularly aggravated robbery, where the defendants challenged the lower court's failure to fulfill its duty to inform them under § 257c Abs. 5 StPO regarding the conditions and consequences if the court deviated from the agreed sentence. Although the complaint was deemed admissible, the appellate court ruled that no prejudice resulted because the trial court strictly adhered to the agreed maximum sentence of four and a half years. The decisive legal basis is § 257c StPO, specifically the informational duties in paragraph 5 and the practical limits of sentence binding in paragraph 4; the court held that the lack of instruction did not causally influence the defendants' decision to accept the agreement, as the agreed outcome was substantially more favorable than the statutory minimum of five years prescribed for the underlying offense under § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 257c Abs. 5 StPO, § 257c Abs. 4 StPO, § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB; Duty to inform on deviation from plea bargain under § 257c Abs. 5 StPO in aggravated robbery: The dispute concerned a plea bargaining arrangement (Verständigung) in a criminal trial for particularly aggravated robbery, where the defendants challenged the lower court's failure to fulfill its duty to inform them under § 257c Abs. 5 StPO regarding the conditions and consequences if the court deviated from the agreed sentence. Although the complaint was deemed admissible, the appellate court ruled that no prejudice resulted because the trial court strictly adhered to the agreed maximum sentence of four and a half years. The decisive legal basis is § 257c StPO, specifically the informational duties in paragraph 5 and the practical limits of sentence binding in paragraph 4; the court held that the lack of instruction did not causally influence the defendants' decision to accept the agreement, as the agreed outcome was substantially more favorable than the statutory minimum of five years prescribed for the underlying offense under § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB.
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KI-generiertVolltext
Verständigung im Strafverfahren: Pflicht zur Belehrung über die Voraussetzungen und Folgen einer Abweichung des Gericht von einer Urteilsabsprache
[TENOR]
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Münster vom 1. Dezember 2009 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat.
Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat zu der vom Angeklagten W. erhobenen Rüge eines Verstoßes gegen § 257c Abs. 5 StPO:
Der Senat braucht auf die - zulässig erhobene - Rüge, das Tatgericht habe bei der getroffenen Verständigung gegen die Hinweispflichten in § 257c Abs. 5 StPO verstoßen, nicht näher einzugehen. Denn jedenfalls beruht das Urteil nicht auf einem etwaigen Verstoß. Die Strafkammer hat die Urteilsabsprache, insbesondere die hierbei angekündigte Strafobergrenze von vier Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe eingehalten. Ob Fälle denkbar sind, in denen - wie die Revision meint – sich ein Angeklagter allein auf Grund der Hinweise auf die „Risiken eine(r) Verfahrensabsprache im Falle eines Scheiterns“ dazu veranlasst sieht, eine "streitige" Verhandlung vorzuziehen, bedarf hier keiner Entscheidung (vgl. § 257c Abs. 4 StPO und zu dessen praktischer Bedeutung Altenhain/Haimerl JZ 2010, 327, 332). Jedenfalls in dem hier zu beurteilenden Einzelfall sind keine Gründe erkennbar, die den Angeklagten W. auch nur im Entferntesten dazu verlasst haben könnten, auf eine Belehrung nach § 257c Abs. 5 StPO (vgl. zu deren Zweck BT-Drucks. 16/12310 S. 15) die schließlich getroffene und ihm günstige Verständigung abzulehnen. Immerhin war ihm mit der Anklage ein Verbrechen des besonders schweren Raubes vorgeworfen worden, für das § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB eine Strafuntergrenze von fünf Jahren vorsieht. Unter diesen Umständen kann der Senat ausschließen, dass der Angeklagte eine Absprache, die ihm – ausgehend von einem ungeladenen Zustand der mitgeführten Schreckschusspistole - eine Strafobergrenze von vier Jahren und sechs Monaten in Aussicht stellte, abgelehnt und sich auf eine streitige Verhandlung eingelassen hätte. Eine Fehlvorstellung des verteidigten Angeklagten über Art und Umfang der Bindung des Tatgerichts vermag der Senat nicht zu erkennen.
R'inBGH Solin-Stojanovićbefindet sich im Urlaub undist daher gehindert zuunterschreiben.
Ernemann
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