Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
II ZR 30/07 KI-generiert

Applicability of off-premises consumer directive to closed real estate funds and withdrawal settlement based on share value

Geschäftsnummer II ZR 30/07
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant’s complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the lower court’s judgment and leaving the defendant to bear the procedural costs. The dispute concerned the civil liability and financial settlement obligations of a consumer who exercised their right of withdrawal from a closed real estate fund (Kapitalanlage). The court held that the admission ground of fundamental legal significance was moot because the European Court of Justice had clarified in C-215/08 that Directive 85/577/EC on consumer protection in off-premises contracts applies to such fund subscriptions. Consequently, the consumer is not required to return received benefits but is instead entitled to a settlement calculated based on the value of the fund share at the time of withdrawal, per the doctrine of the defective association (Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft). The court further noted that while the underlying claims for isolated positions were established, the defendant lacked the requisite interest in a declaratory judgment because those specific positions were undisputed between the parties.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 ZPO, § 97 ZPO; Applicability of off-premises consumer directive to closed real estate funds and withdrawal settlement based on share value: The dispute concerned the civil liability and financial settlement obligations of a consumer who exercised their right of withdrawal from a closed real estate fund (Kapitalanlage). The court held that the admission ground of fundamental legal significance was moot because the European Court of Justice had clarified in C-215/08 that Directive 85/577/EC on consumer protection in off-premises contracts applies to such fund subscriptions. Consequently, the consumer is not required to return received benefits but is instead entitled to a settlement calculated based on the value of the fund share at the time of withdrawal, per the doctrine of the defective association (Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft). The court further noted that while the underlying claims for isolated positions were established, the defendant lacked the requisite interest in a declaratory judgment because those specific positions were undisputed between the parties.

Schlagwörter

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Richtlinie Immobilienvermögen Außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossene Verträge Vertrag mit Konsumenten Widerrufsrecht Feststellungsinteresse

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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II ZR 195/90
März 1992 - II ZR 195/90, DStR 1992, 724, 725).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 ZPO

Provision cited in the dispositive to impose the costs of the complaint proceedings on the defendant.

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Volltext

Beitritt zu einem geschlossenen Immobilienfonds: Anwendbarkeit der EWG-Richtlinie betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen; Haftung des widerrufenden Verbrauchers

[TENOR]

Die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 29. November 2006 wird zurückgewiesen, weil keiner der im Gesetz (§ 543 Abs. 2 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt, nach denen der Senat die Revision zulassen darf.

Der Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung besteht nicht mehr. Die von der Beschwerdebegründung als grundsätzlich erachtete Frage ist mit der Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften vom 15. April 2010 - C 215/08 (ZIP 2010, 772 ff.) geklärt: Auf den Beitritt zu einem geschlossenen Immobilienfonds zu Kapitalanlagezwecken ist die Richtlinie 85/577/EWG grundsätzlich anwendbar. Da Art. 5 Abs. 2 der Richtlinie der Abwicklung nach den Grundsätzen der Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft nicht entgegensteht, sind nicht die jeweils empfangenen Leistungen zurückzugeben, sondern es ist das Auseinandersetzungsguthaben eines seinen Beitritt widerrufenden Verbrauchers nach dem Wert seines Fondsanteils im Zeitpunkt des Ausscheidens zu berechnen.

Andere Zulassungsgründe werden von der Beschwerde nicht geltend gemacht und liegen auch nicht vor.

Das angefochtene Urteil ist auch richtig. In dem unbegründeten Begehren isolierter Positionen ist zwar in der Regel als Minus ein Feststellungsantrag enthalten, nämlich festzustellen, dass der geltend gemachte Anspruch besteht und in eine Auseinandersetzungsrechnung eingestellt werden möge (vgl. BGH, Urt. v. 9. März 1992 - II ZR 195/90, DStR 1992, 724, 725). Es fehlt jedoch ein Feststellungsinteresse des Beklagten, weil die eingeklagten Positionen zwischen den Parteien unstreitig sind.

Von einer weiteren Begründung wird gem. § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Der Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 ZPO).

Streitwert: 130.366,42 Euro

Goette Strohn Caliebe

Reichart Löffler