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II ZR 258/07 KI-generiert

Withdrawal from closed real estate fund: Applicability of Doorstep Contracts Directive and settlement via doctrine of flawed partnership

Geschäftsnummer II ZR 258/07
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the Kammergericht's judgment which ordered the defendant to prepare a settlement account. The dispute concerned a consumer's withdrawal from a closed real estate fund, where the lower court had applied the Doorstep Contracts Act and the doctrine of the flawed partnership (*Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft*) to deny the consumer a full refund of contributions, instead requiring a valuation-based settlement. The BGH confirmed that this approach is legally sound and does not violate EU law, citing the Court of Justice of the European Communities' ruling in Case C-215/08, which established that Directive 85/577/EEC on consumer protection in distance contracting applies to such fund participations regardless of the fund's corporate form (e.g., civil law partnership or limited partnership). Consequently, the defendant's obligation to provide a settlement calculation based on the value of the fund share at the time of withdrawal, rather than simple restitution of payments, remains in force.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 ZPO, § 97 ZPO, § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO; Withdrawal from closed real estate fund: Applicability of Doorstep Contracts Directive and settlement via doctrine of flawed partnership: The dispute concerned a consumer's withdrawal from a closed real estate fund, where the lower court had applied the Doorstep Contracts Act and the doctrine of the flawed partnership (*Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft*) to deny the consumer a full refund of contributions, instead requiring a valuation-based settlement. The BGH confirmed that this approach is legally sound and does not violate EU law, citing the Court of Justice of the European Communities' ruling in Case C-215/08, which established that Directive 85/577/EEC on consumer protection in distance contracting applies to such fund participations regardless of the fund's corporate form (e.g., civil law partnership or limited partnership). Consequently, the defendant's obligation to provide a settlement calculation based on the value of the fund share at the time of withdrawal, rather than simple restitution of payments, remains in force.

Schlagwörter

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Rückzug nach Vergleich Realrestitution Partnerschaftsaufträge Obligationenrecht Verbraucherrecht Streitwert

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 543 Abs. 2 ZPO

Cited as the legal basis for determining that none of the statutory grounds for admitting the appeal to revision (grundsätzliche Bedeutung, Divergenz) existed.

§ 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO

Applied to waive further reasoning because the appeal was dismissed for lack of statutory grounds.

§ 97 ZPO

Cited as the basis for ordering the losing party to bear the costs of the complaint proceedings.

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Volltext

Beitritt zu einem geschlossenen Immobilienfonds: Anwendbarkeit der EWG-Richtlinie betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen; Haftung des widerrufenden Verbrauchers

[TENOR]

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 14. Zivilsenats des Kammergerichts vom 11. September 2007 wird zurückgewiesen, weil keiner der im Gesetz (§ 543 Abs. 2 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt, nach denen der Senat die Revision zulassen darf.

Insbesondere besteht der Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung im Hinblick auf die vom Berufungsgericht angenommene Anwendbarkeit des Haustürwiderrufsgesetzes auf den Beitritt des Klägers mit der Folge, dass die Beklagte nunmehr eine Auseinandersetzungsrechnung zu erstellen hat, nicht mehr. Die Fragen sind mit der Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften vom 15. April 2010 - C 215/08 (ZIP 2010, 772 ff.) geklärt: Auf den Beitritt zu einem geschlossenen Immobilienfonds zu Kapitalanlagezwecken ist die Richtlinie 85/577/EWG grundsätzlich anwendbar. Dies gilt unabhängig davon, ob der Fonds in der Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder einer OHG bzw. KG errichtet ist (acte claire). Der Gerichtshof stellt auf die Erklärung des Beitritts zum Zweck der Kapitalanlage ab; nach seiner Auffassung kommt es für die Frage der Anwendbarkeit der Richtlinie in erster Linie auf die Umstände des Vertragsschlusses und nicht auf die Rechtsform der Anlagegesellschaft an. Die Ausführungen des Gerichtshofs zur Vereinbarkeit der Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft mit Art. 5 Abs. 2 der Richtlinie gelten wegen der identischen Interessenlage bei einer Personenhandelsgesellschaft ebenso wie bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Auch hier gebieten es die allgemeinen Grundsätze des Zivilrechts, für einen vernünftigen Ausgleich und eine gerechte Risikoverteilung zwischen den einzelnen Beteiligten zu sorgen.

Da Art. 5 Abs. 2 der Richtlinie der Abwicklung nach den Grundsätzen der Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft nicht entgegensteht, sind nicht die jeweils empfangenen Leistungen zurückzugewähren, sondern es ist das Auseinandersetzungsguthaben eines seinen Beitritt widerrufenden Verbrauchers nach dem Wert seines Fondsanteils im Zeitpunkt des Ausscheidens zu berechnen. Das Berufungsgericht hat die Beklagte danach zu Recht zur Erstellung der Auseinandersetzungsrechnung verurteilt.

Der Senat hat die Verfahrensrügen geprüft und für nicht durchgreifend erachtet.

Von einer weiteren Begründung wird gem. § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 ZPO).

Streitwert: 60.000,00 Euro

Goette Strohn Caliebe

Reichart Löffler