Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
I ZR 61/09 KI-generiert

Adoption of court-known facts via party consent satisfies the burden of proof principle in civil proceedings

Geschäftsnummer I ZR 61/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's non-admission complaint, upholding the appellate court's judgment and ordering the defendant to bear the costs of the appellate proceedings. The dispute arose in a civil liability case where the defendant challenged the appellate court's reasoning, arguing that the court violated the principle of party presentation by relying on facts known to the court from a separate proceeding without explicit judicial adoption. The BGH ruled that the principle was not violated because the trial court explicitly cited the relevant "judicially known" fact in a procedural order, prompting the plaintiff to respond in writing that it agreed with and adopted that fact for its own case. Consequently, the defendant’s argument that the legal issue required a supreme court decision was moot, as the procedural requirements had been met, and the lower court's decision remains in force.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 97 Abs. 1 ZPO; Adoption of court-known facts via party consent satisfies the burden of proof principle in civil proceedings: The dispute arose in a civil liability case where the defendant challenged the appellate court's reasoning, arguing that the court violated the principle of party presentation by relying on facts known to the court from a separate proceeding without explicit judicial adoption. The BGH ruled that the principle was not violated because the trial court explicitly cited the relevant "judicially known" fact in a procedural order, prompting the plaintiff to respond in writing that it agreed with and adopted that fact for its own case. Consequently, the defendant’s argument that the legal issue required a supreme court decision was moot, as the procedural requirements had been met, and the lower court's decision remains in force.

Schlagwörter

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Beweislast Zivilrechtsstreitigkeit Verfahrensgrundsatz Rügeprinzip Adoptionsverfahren substantiierte Begründung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Volltext

Beibringungsgrundsatz im Zivilprozess: Zueigenmachen der in einem gerichtlichen Hinweis angeführten Tatsachen - Gerichtsbekannt

[TENOR]

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 18. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 1. April 2009 wird zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat, die auf die Verletzung von Verfahrensgrundrechten gestützten Rügen nicht durchgreifen und die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts auch im Übrigen nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Das Berufungsgericht hat nicht von Amts wegen eine den Richtern aus einem anderen Verfahren bekannte Tatsache zur Grundlage des angegriffenen Urteils gemacht. Der Vorsitzende des Berufungssenats hat die Parteien mit Verfügung vom 29. Oktober 2008 darauf hingewiesen, dass es mittlerweile "gerichtsbekannt" sei, dass die Beklagte bei einem Hinweis auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens weder die Beförderung ablehne noch besondere Sicherheitsvorkehrungen treffe, wenn die Grenze zum Verbotsgut nicht erreicht werde, was bei allen noch in Rede stehenden Schadensfällen zutreffe. Die Klägerin hat hierzu mit Schriftsatz vom 3. November 2008 Stellung genommen und mitgeteilt, dass dem gerichtlichen Hinweis aus ihrer Sicht nur zugestimmt werden könne. Damit hat sie hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie sich dem Standpunkt des Gerichts anschließt und sich die vom Berufungssenat angeführte Tatsache im Rahmen ihres Vortrags zu eigen macht. Dem Beibringungsgrundsatz ist damit genügt (vgl. Musielak/Huber, ZPO, 7. Aufl., § 291 Rdn. 4; Laumen in Prütting/Gehrlein, ZPO, 2. Aufl., § 291 Rdn. 6 a.E.). Die von der Nichtzulassungsbeschwerde für grundsätzlich erachtete Rechtsfrage stellt sich danach im Streitfall nicht.

Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbs. ZPO abgesehen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 95.416,02 €

Bornkamm Pokrant Büscher

Schaffert Koch