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3 StR 157/10 KI-generiert

Fair trial in criminal proceedings: admissibility of co-accused's pre-trial statements as incriminating witness evidence under Article 6(3)(d) ECHR

Geschäftsnummer 3 StR 157/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice dismissed the appeals of the defendants, upholding the lower court's convictions and ordering each appellant to bear their own litigation costs. The dispute centered on whether the use of a co-accused's prior incriminating statements from the pre-trial phase, where the co-accused subsequently exercised the right to remain silent at trial, violated the defendants' right to confront witnesses. Relying on Article 6(3)(d) of the European Convention on Human Rights, the court held that no violation occurred because the defendants' overall defense rights were adequately preserved and the trial remained fair in its totality, primarily because the trial judge critically assessed the co-accused's credibility and found it corroborated by independent physical evidence, including forensic traces of the defendant's clothing and DNA matches.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Fair trial in criminal proceedings: admissibility of co-accused's pre-trial statements as incriminating witness evidence under Article 6(3)(d) ECHR: The dispute centered on whether the use of a co-accused's prior incriminating statements from the pre-trial phase, where the co-accused subsequently exercised the right to remain silent at trial, violated the defendants' right to confront witnesses. Relying on Article 6(3)(d) of the European Convention on Human Rights, the court held that no violation occurred because the defendants' overall defense rights were adequately preserved and the trial remained fair in its totality, primarily because the trial judge critically assessed the co-accused's credibility and found it corroborated by independent physical evidence, including forensic traces of the defendant's clothing and DNA matches.

Schlagwörter

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Anspruch auf ein faires Verfahren Europäische Menschenrechtskonvention Bestätigungsbeweise Verbleiberecht Belastungszeuge Unschuldsvermutung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited as the procedural basis for dismissing the revisions as unfounded after the court found no legal errors to the disadvantage of the defendants.

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Volltext

Fair trial im Strafverfahren: Mitangeklagter als Belastungszeuge

[TENOR]

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Kleve vom 29. Dezember 2009 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat zu der vom Angeklagten H. erhobenen Verfahrensrüge einer Verletzung des Rechts auf konfrontative Befragung (Art. 6 Abs. 3 Buchst. d MRK):

Wer als Belastungszeuge im Sinne von Art. 6 Abs. 3 Buchst. d MRK anzusehen ist, ist in der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten eigenständig bestimmt. Die Vorschrift erfasst auch die Aussagen eines Mitangeklagten im Ermittlungsverfahren, der - wie hier der Mitangeklagte S. - in der Hauptverhandlung von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht hat (BGHR MRK Art. 6 Abs. 3 Buchst. d Fragerecht 3; EGMR NStZ 2007, 103, 104). Dass der Angeklagte H. den Mitangeklagten S., dessen Aussagen im Ermittlungsverfahren die wesentliche Grundlage für seine Verurteilung waren, zu keinem Zeitpunkt befragen oder befragen lassen konnte, führt jedoch hier nicht zu einem Konventionsverstoß, weil seine Verteidigungsrechte insgesamt angemessen gewahrt wurden und das Verfahren in seiner Gesamtheit fair war. Das Tatgericht hat besonders sorgfältig und kritisch die Angaben des Mitangeklagten S. auf ihre Glaubhaftigkeit überprüft und ist rechtsfehlerfrei davon ausgegangen, dass dessen Bekundungen durch andere wichtige Indizien außerhalb der Aussage selbst bestätigt wurden (BGHR MRK Art. 6 Abs. 3 Buchst. d Fragerecht 5). Dazu gehören der am Tatort aufgefundene Knopf von der Jacke des Angeklagten H. mit Anhaftungen vom Blut des Tatopfers, die Erkenntnisse aus dem Einsatz von Spürhunden und aus Telekommunikationsverbindungsdaten sowie die Übereinstimmung einer an der linken Hand des Tatopfers vorgefundenen männlichen genetischen Spur mit den DYS-Merkmalen des Angeklagten.

Becker

Pfister

von Lienen

RiBGH Hubert befindet sichim Urlaub und ist dahergehindert zu unterschreiben.

Schäfer

Becker