Denial of sentencing framework reduction in attempted murder and double-counting of proximity to success
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice partially upheld the defendant's appeal, clarifying the conviction to include attempted murder in concurrence with aggravated bodily injury and setting aside the sentencing portion of the Leipzig Regional Court's decision for retrial, while rejecting the remainder of the appeal as unfounded. The case concerned the sentencing for attempted murder and aggravated bodily injury, where the defendant challenged the denial of a sentencing framework reduction and the weighing of circumstantial factors. The appellate court held that the lower court erred by refusing to apply the statutory sentencing framework reduction under §§ 23(2) and 49(1) German Penal Code despite multiple mitigating factors, including the minor injuries sustained by the victim, and further ruled that it was a legal error to repeatedly penalize the defendant for the proximity of success to the completed crime after the sentencing framework had already failed to shift due to that same proximity.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 49 Abs. 1 StGB; Denial of sentencing framework reduction in attempted murder and double-counting of proximity to success: The case concerned the sentencing for attempted murder and aggravated bodily injury, where the defendant challenged the denial of a sentencing framework reduction and the weighing of circumstantial factors. The appellate court held that the lower court erred by refusing to apply the statutory sentencing framework reduction under §§ 23(2) and 49(1) German Penal Code despite multiple mitigating factors, including the minor injuries sustained by the victim, and further ruled that it was a legal error to repeatedly penalize the defendant for the proximity of success to the completed crime after the sentencing framework had already failed to shift due to that same proximity.
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KI-generiertProcedural basis for setting aside the sentencing portion of the judgment for retrial in the dispositive.
Procedural basis for rejecting the remaining part of the appeal as unfounded in the dispositive.
Volltext
Strafzumessung: Versagung der Strafrahmenverschiebung beim versuchten Mord wegen Erfolgsnähe
[TENOR]
1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Leipzig vom 22. Dezember 2009
a) im Schuldspruch dahingehend klargestellt, dass der Angeklagte wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verurteilt ist,
b) im Strafausspruch gemäß § 349 Abs. 4 StPO aufgehoben.
2. Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.
3. Die Sache wird im Umfang der Aufhebung zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts zurückverwiesen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Mordes „und“ gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Die Revision des Angeklagten erzielt mit der Sachrüge den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen ist sie aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
1. Die Verurteilung wegen versuchten Mordes „und“ gefährlicher Körperverletzung beruht auf einem Fassungsversehen. Aus den Urteilsgründen geht eindeutig hervor, dass die Strafkammer von Tateinheit ausgegangen ist (UA S. 25). Der Senat stellt den Tenor entsprechend klar.
2. Der Strafausspruch hält sachlich-rechtlicher Überprüfung nicht stand. Im Hinblick auf die Vielzahl der dem Angeklagten zugute zu haltenden Milderungsgründe (UA S. 26, 27), namentlich auch der Umstand, dass das Tatopfer nur unerheblich verletzt wurde (vgl. zu den Anforderungen an die vorzunehmende Gesamtschau BGHR StGB § 23 Abs. 2 Strafrahmenverschiebung 9 und 12), ist die Entscheidung der Strafkammer unvertretbar, die Strafrahmenverschiebung nach den § 23 Abs. 2, § 49 Abs. 1 StGB zu versagen. Ferner weist der Senat abermals darauf hin (vgl. BGH, Beschluss vom 13. April 2010 – 5 StR 113/10), dass es rechtsfehlerhaft ist, innerhalb des wegen der Erfolgsnähe nicht verschobenen Strafrahmens die Erfolgsnähe neuerlich zu Lasten des Angeklagten zu gewichten.
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