Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
3 StR 32/10 KI-generiert

Admissibility of bias challenge against lay judge based solely on protocol content and admissibility of entry to public trial under session police security directives

Geschäftsnummer 3 StR 32/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (3rd Criminal Senate) dismissed the revisions of multiple defendants as unfounded, upholding the judgment of the Hanover Regional Court of May 26, 2009, and ordering the appellants to bear the costs of their appeals. The dispute centered on two main procedural and substantive challenges: first, whether the lower court violated the principle of public access to trials by refusing entry to specific visitors based on a session police directive requiring official identification rather than driver's licenses, and second, whether a lay judge was biased due to alleged inappropriate remarks during the proceedings. The court held that the lower court had no legal obligation to exercise discretion to deviate from the security order in favor of individuals presenting only driver's licenses, as the strict requirement for official identification was not challenged and thus applied uniformly. Regarding the bias allegation, while the court clarified that the appellate challenge was procedurally admissible despite the appellant's reliance on protocol content, it rejected the substantive claim of bias, finding that the specific circumstances cited did not constitute grounds for recusal under criminal procedure law.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 338 Nr. 3 StPO, § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; Admissibility of bias challenge against lay judge based solely on protocol content and admissibility of entry to public trial under session police security directives: The dispute centered on two main procedural and substantive challenges: first, whether the lower court violated the principle of public access to trials by refusing entry to specific visitors based on a session police directive requiring official identification rather than driver's licenses, and second, whether a lay judge was biased due to alleged inappropriate remarks during the proceedings. The court held that the lower court had no legal obligation to exercise discretion to deviate from the security order in favor of individuals presenting only driver's licenses, as the strict requirement for official identification was not challenged and thus applied uniformly. Regarding the bias allegation, while the court clarified that the appellate challenge was procedurally admissible despite the appellant's reliance on protocol content, it rejected the substantive claim of bias, finding that the specific circumstances cited did not constitute grounds for recusal under criminal procedure law.

Schlagwörter

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Öffentlichkeitsgrundsatz strafrechtliches Revisionsverfahren Ausübung des Ermessens Polizei und öffentliche Ordnung Rügeprinzip prozessleitende Verfügungen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

This provision serves as the direct legal basis for dismissing the revisions as unfounded because the review found no legal error to the detriment of the defendants.

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Volltext

Sitzungspolizei: Ermessensentscheidung bezüglich des Abweichens von einer sitzungspolizeilichen Verfügung des Vorsitzenden im Einzelfall

[TENOR]

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hannover vom 26. Mai 2009 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat zur Revision des Angeklagten:

Die Rüge, das Landgericht habe gegen den Öffentlichkeitsgrundsatz (§ 169 GVG) verstoßen, ist unbegründet. Das Landgericht war rechtlich nicht verpflichtet, auf der Grundlage einer Einzelfallprüfung eine Ermessensentscheidung darüber zu treffen, ob die vier erschienenen und Einlass in den Sitzungssaal begehrenden Personen (drei Mitglieder der Familie und eine Freundin des Angeklagten Ö.), die entgegen der bestehenden - von der Revision nicht beanstandeten - Sicherheitsanordnung keinen amtlichen Ausweis, sondern (lediglich) einen Führerschein vorweisen konnten, gleichwohl einzulassen waren. Daher hat die Strafkammer entgegen der Ansicht der Revision bei ihrer Entscheidung, die Sicherheitsanordnung nicht zu ändern, so dass der Einlass (auch) dieser Personen weiterhin allein danach zu beurteilen war, ob sie die Bedingungen der sitzungspolizeilichen Verfügung des Vorsitzenden erfüllten, auch angesichts der vorgetragenen, bei diesen Personen vorliegenden besonderen Umstände nicht fehlerhaft gehandelt.

Entgegen der Ansicht des Generalbundesanwalts ist die von der Revision des Angeklagten A. erhobene Rüge der Mitwirkung eines befangenen Schöffen (§ 338 Nr. 3 StPO) nicht unzulässig, weil der Beschwerdeführer bei der Darlegung des vermeintlich prozessrechtswidrigen Vorgangs durch Wiedergabe lediglich des Protokollinhalts offen gelassen habe, ob der abgelehnte Schöffe sich in der Hauptverhandlung tatsächlich so wie behauptet geäußert hat (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Hieran kann nämlich angesichts des Inhalts der vom Beschwerdeführer vorgetragenen dienstlichen Äußerung des abgelehnten Schöffen, der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zum Ablehnungsgesuch sowie der Entscheidung über dieses, keinerlei Zweifel bestehen. Die Rüge bleibt allerdings aus den vom Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift im Übrigen dargelegten Gründen ohne Erfolg.

Becker Pfister Sost-Scheible

Hubert Mayer