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5 StR 113/10 KI-generiert

Attempted Murder Sentencing: Prohibition of Double Counting Proximity to Completion Under § 46(3) StGB

Geschäftsnummer 5 StR 113/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Appeal (5th Criminal Senate) partially allowed the defendant's appeal, vacating the sentencing portion of the Leipzig District Court's judgment regarding attempted murder and dangerous bodily harm, and remanded the case for a new trial, while upholding the conviction. The dispute centered on whether the lower court improperly double-counted the proximity to the completed offense (the victim's survival depending solely on the arrival of a paramedic) as an aggravating factor when determining the penalty. The decisive legal basis was § 46 (3) of the German Criminal Code, which prohibits considering the statutory normal sentencing range (here, that of completed murder under § 212 (1) StGB) as a separate aggravating circumstance for the sentencing of an attempt under § 23 (2), § 49 (1) StGB, thereby constituting a double evaluation of the same offense element.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 49 Abs. 1 StGB, § 212 Abs. 1 StGB, § 46 Abs. 3 StGB; Attempted Murder Sentencing: Prohibition of Double Counting Proximity to Completion Under § 46(3) StGB: The dispute centered on whether the lower court improperly double-counted the proximity to the completed offense (the victim's survival depending solely on the arrival of a paramedic) as an aggravating factor when determining the penalty. The decisive legal basis was § 46 (3) of the German Criminal Code, which prohibits considering the statutory normal sentencing range (here, that of completed murder under § 212 (1) StGB) as a separate aggravating circumstance for the sentencing of an attempt under § 23 (2), § 49 (1) StGB, thereby constituting a double evaluation of the same offense element.

Schlagwörter

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versuchter Mord Strafzumessung Doppelverwertungsverbot vollendeter Versuch gesetzliches Verbot Tötung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Legal basis for lifting the sentencing portion of the judgment due to a procedural error.

§ 349 Abs. 2 StPO

Legal basis for rejecting the remainder of the appeal as unfounded.

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Volltext

Versuchter Totschlag: Versagung der Strafmilderung wegen Nähe zur Tatvollendung

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Leipzig vom 4. November 2009 im Strafausspruch gemäß § 349 Abs. 4 StPO aufgehoben.

2. Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

3. Die Sache wird im Umfang der Aufhebung zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts zurückverwiesen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die mit der Sachbeschwerde geführte Revision des Angeklagten hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg.

1. Der Strafausspruch hält sachlich-rechtlicher Überprüfung nicht stand. Zwar mag die Wertung der Strafkammer, unter den gegebenen Voraussetzungen des § 213 Alt. 1 StGB dem Angeklagten eine Versuchsmilderung nach § 23 Abs. 2, § 49 Abs. 1 StGB wegen der Nähe zur Tatvollendung zu versagen, rechtlich noch vertretbar sein (vgl. nur BGHR StGB § 23 Abs. 2 Strafrahmenverschiebung 9). Soweit das Tatgericht vor dem Hintergrund dieser getroffenen Strafrahmenwahl allerdings zu Lasten des Angeklagten berücksichtigt, dass ein „Überleben des Geschädigten nur von dem Zufall des bereits alarmierten Rettungswagens abhängig war“ (UA S. 49), hält diese Bewertung revisionsgerichtlicher Überprüfung nicht stand.

Das Landgericht lässt dabei unberücksichtigt, dass der Strafzumessung der – hier freilich über § 213 Alt. 1 StGB gemilderte – gesetzliche Normalstrafrahmen für eine vollendete Tatbegehung nach § 212 Abs. 1 StGB zugrunde liegt. Innerhalb dieses Strafrahmens neuerlich die Erfolgsnähe und damit gerade ein bestimmendes Merkmal des Tatbestands zu Lasten des Angeklagten zu berücksichtigen, ist mit § 46 Abs. 3 StGB unvereinbar.

2. Hinsichtlich dieses Wertungsfehlers bedarf es nicht der Aufhebung von Feststellungen. Sollte das neue Tatgericht abermals einer Versagung der Strafrahmenverschiebung nach § 23 Abs. 2, § 49 Abs. 1 StGB zuneigen, sollte es hierfür nähere Feststellungen zu den Tatfolgen für den Geschädigten treffen und würdigen.

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