Implicit withdrawal of mandatory defender substitution motion through participation in plea bargain
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the lower court's judgment and ordering the defendant to bear the costs of the appeal. The dispute concerned whether a procedural error existed due to the lower court's failure to rule on a pre-trial motion for a change of mandatory public defender, where the defendant subsequently participated in a plea bargain (settlement) with that same defender during the main hearing. The court held that the appellate challenge was inadmissible because the defendant's conclusion of the settlement constituted a valid implicit withdrawal of the motion for a change of counsel, and the specific challenge to the self-reading procedure was deemed inadmissible for failing to sufficiently identify the relevant documents.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 261 StPO, § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 257c Abs. 2 StPO, § 218 Satz 1 StPO, § 24 Abs. 1 StPO; Implicit withdrawal of mandatory defender substitution motion through participation in plea bargain: The dispute concerned whether a procedural error existed due to the lower court's failure to rule on a pre-trial motion for a change of mandatory public defender, where the defendant subsequently participated in a plea bargain (settlement) with that same defender during the main hearing. The court held that the appellate challenge was inadmissible because the defendant's conclusion of the settlement constituted a valid implicit withdrawal of the motion for a change of counsel, and the specific challenge to the self-reading procedure was deemed inadmissible for failing to sufficiently identify the relevant documents.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the dispositive as the procedural basis for dismissing the appeal as unfounded.
Volltext
Strafverfahren: Revisionsrüge wegen Nichtverbescheidung des Antrags auf Pflichtverteidigerwechsel bei förmlicher Verständigung unter Mitwirkung des bisherigen Pflichtverteidigers
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 17. September 2009 wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat zu den Verfahrensrügen 2 und 3:
Die Rüge, das Selbstleseverfahren sei unter Verstoß gegen § 249 Abs. 2, § 261 StPO durchgeführt worden, ist unzulässig (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Die Revision bezeichnet die Urkunden, die den Verfahrensmangel begründen sollen, nicht hinreichend.
Die Verfahrensrüge, die auf dem - nicht verbeschiedenen - vor Eröffnung des Hauptverfahrens gestellten Antrag des Angeklagten auf Auswechselung des Pflichtverteidigers aufbaut, ist nach den Maßstäben von BGHR StPO § 218 Ladung 6 und § 24 Revision 1 unzulässig. Der hier vorliegende Fall, in dem der Angeklagte nach beantragtem Pflichtverteidigerwechsel in dem Hauptverhandlungstermin vom 14. September 2009 unter ausschließlicher Mitwirkung des bisherigen Pflichtverteidigers eine Verständigung im Sinne des § 257c Abs. 2 StPO getroffen hat, und die Nichtverbescheidung seines Antrags aus dem Zwischenverfahren gleichwohl mit der Revision rügt, ist nicht anders zu behandeln als das Beharren auf einer Verletzung von § 218 Satz 1 StPO oder § 24 Abs. 1 StPO nach einer wirksamen Verständigung. Ob Rechtsprechung des 3. Strafsenats (StV 2009, 628, 629) dem entgegen stünde, bedarf keiner Vertiefung. Die Rüge ist nämlich auch unbegründet. Im Abschluss einer Verständigung unter Mitwirkung des allein tätig gewordenen Pflichtverteidigers liegt eine wirksame konkludente Rücknahme des Antrags auf Auswechselung des Pflichtverteidigers (vgl. BGHR StPO § 218 Ladung 6).
Basdorf Raum Brause
König Bellay