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WP230006 • OG ZH WP230006 KI-generiert

Appeal Dismissed for Untimely Filing of Waived Legal Costs Repayment Order

Geschäftsnummer WP230006
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Zürich (CH-ZH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The appeal concerned a decision ordering the appellant to repay previously waived court costs and fees for legal representation totaling CHF 8,889.50, following earlier grants of free legal aid. The court dismissed the appeal because the appellant filed it on August 16, 2023, which was after the mandatory ten-day appeal period expired on August 14, 2023, calculated from the notification of the lower court's judgment on August 2, 2023, thereby failing to meet a procedural prerequisite for the appeal.

Legislator-Regeste

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Art. 121 ZPO, Art. 123 ZPO, Art. 321 Abs. 2 ZPO, Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO, Art. 143 Abs. 1 ZPO, Art. 142 Abs. 3 ZPO; Appeal Dismissed for Untimely Filing of Waived Legal Costs Repayment Order: The court dismissed the appeal because the appellant filed it on August 16, 2023, which was after the mandatory ten-day appeal period expired on August 14, 2023, calculated from the notification of the lower court's judgment on August 2, 2023, thereby failing to meet a procedural prerequisite for the appeal.

Schlagwörter

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Anwaltskosten verspätete Einreichung unentgeltliche Rechtspflege Eröffnung des Entscheids prozessleitende Verfügungen gesetzliche Vertretung Feststellung der Nachzahlungspflicht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 121 ZPO

Cited in the reasoning as the basis for appealing the decision on supplementary payment obligation, which informs the procedural context for inadmissibility.

Art. 319 ff. ZPO

Cited in the reasoning as the basis for the type of appeal (Beschwerde) against the lower court's decision on supplementary payment.

Art. 321 Abs. 2 ZPO

Cited to establish the ten-day deadline for filing the appeal, which was not met, leading to inadmissibility.

Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO

Cited in the reasoning regarding the non-applicability of statutory stays of execution to the appeal deadline.

Art. 143 Abs. 1 ZPO

Cited to define the conditions under which a filing is considered to have met the deadline.

Art. 142 Abs. 3 ZPO

Cited in the reasoning to determine that the deadline ended on the next business day because the last day fell on a weekend.

Art. 119 Abs. 6 ZPO

The court applied this provision regarding cost exemption (Kostenfreiheit) analogously, resulting in order no. 2 (no court costs imposed).

Art. 90 BGG

Cited in order no. 5 to qualify the decision as a final decision (Endentscheid) for the purpose of further appeal to the Federal Supreme Court.

Art. 72 ff. BGG

Cited in order no. 5 as the applicable rules governing the appeal in civil matters to the Federal Supreme Court.

Art. 113 ff. BGG

Cited in order no. 5 as the applicable rules governing the subsidiary constitutional appeal to the Federal Supreme Court.

Art. 42 BGG

Cited in order no. 5 as the rule governing the form and admissibility of appeals to the Federal Supreme Court.

Art. 66 al. 1 LTF

Although not explicitly stated in the dispositive orders, this provision usually governs costs in Federal Supreme Court proceedings and is often cited in the context of appeal directions (Order 5). However, based strictly on the final orders listed (1-5), no cost provision for the current court proceedings is explicitly cited in the dispositive itself, only a statement that no costs are imposed (Order 2 & 3).

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Volltext

Obergericht des Kantons Zürich

II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: WP230006-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur.

R. Bantli Keller sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Gautschi

Beschluss vom 30. August 2023

in Sachen

A._____, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin

gegen

Kanton Zürich, Gesuchsteller und Beschwerdegegner

vertreten durch Obergericht des Kantons Zürich betreffend Feststellung der Nachzahlungspflicht

Beschwerde gegen ein Urteil der 5. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 13. Juli 2023; Proz. BD230018

Erwägungen:

1.

1.1. Der Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) wurden mit Urteil und Verfügung vom 24. September 2013 des Bezirksgerichts Zürich im Verfahren Nr. EE130257 sowie mit Urteil und Verfügung vom

17. November 2015 des Bezirksgerichts Zürich im Verfahren Nr. FE150622 die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 2'178.10 auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Beschwerdeführerin wurde jeweils auf die Nachzahlungspflicht hingewiesen (act. 2/1 und act. 2/2). Weiter wurden Rechtsanwältin X1._____ und Rechtsanwältin X2._____ in den genannten Verfahren als unentgeltliche Rechtsvertreterinnen der Beschwerdeführerin bestellt und mit total Fr. 6'711.40 entschädigt (act. 2/3 und act. 2/4).

1.2. Nach mehreren Schreiben der Zentralen Inkassostelle der Gerichte mit der Aufforderung an die Beschwerdeführerin, die Gerichtskosten und Entschädigungen der unentgeltlichen Rechtsvertreterinnen zu bezahlen oder innert Frist ihre finanzielle Situation offen zu legen (act. 2/7-11) – auf welche die Beschwerdeführerin nicht reagierte –, stellte der Gesuchsteller und Beschwerdegegner, vertreten durch die Zentrale Inkassostelle am Obergericht, mit Eingabe vom 27. März 2023 beim Bezirksgericht Zürich (nachfolgend: Vorinstanz) ein Gesuch um Feststellung der Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin (act. 1). Mit Urteil vom 13. Juli 2023 stellte die Vorinstanz daraufhin fest, dass die Beschwerdeführerin zur Zahlung der ausstehenden Schuld aus den Verfahren Nr. EE130257 und Nr. FE150622 von insgesamt Fr. 8'889.50 verpflichtet sei (act. 7 = act. 11 [Aktenexemplar]).

2.

2.1. Gegen dieses Urteil erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom

16. August 2023 (Datum Poststempel) Beschwerde (act. 12). Erstinstanzliche Entscheide über die Nachzahlung sind analog Art. 121 ZPO mit Beschwerde im Sinne von Art. 319 ff. ZPO anfechtbar. Ferner handelt es sich beim Nachzah-

lungsprozess um ein summarisches Verfahren (vgl. JENT-SØRENSEN/WEBER, Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO, in: SJZ 114/2018 S. 465 ff., S. 472; OGer ZH PC160004 vom 2. Mai 2016, E. 5.1). Wie die Vorinstanz richtig belehrte, beträgt die Beschwerdefrist gestützt auf Art. 321 Abs. 2 ZPO zehn Tage, wobei die gesetzlichen Fristenstillstände nicht gelten (Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO). Zu den Prozessvoraussetzungen, welche von Amtes wegen zu prüfen sind, gehört unter anderem die Wahrung der Rechtsmittelfrist. Die Frist ist eingehalten, wenn die Eingabe spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wird (Art. 143 Abs. 1 ZPO). Das angefochtene Urteil wurde der Beschwerdeführerin am 2. August 2023 zugestellt (act. 9). Die zehntägige Beschwerdefrist endete damit am 14. August 2023 (unter Berücksichtigung der Bestimmung von Art. 142 Abs. 3 ZPO, wonach die Frist am nächsten Werktag endet, wenn der letzte Tag der Frist auf einen Samstag oder einen Sonntag fällt). Die Beschwerde wurde gemäss der Sendungsverfolgung der Post jedoch erst am 16. August 2023 der Schweizerischen Post übergeben (act. 12). Die zehntägige Beschwerdefrist wurde demnach nicht eingehalten, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.

3.

Praxisgemäss ist die Kostenfreiheitsregelung im Sinne von Art. 119 Abs. 6 ZPO auf das Nachzahlungsverfahren analog anwendbar (vgl. u.a. OGer ZH WP210001 vom 1. April 2021, E. 6 m.w.H.; auch BÜHLER, in: Hausheer/Walter, Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, Art. 123 N 46). Entsprechend sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Ferner sind auch keine Parteientschädigungen zuzusprechen.

Es wird beschlossen:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Beilage einer Kopie von act. 12, sowie an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück.

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 8'889.50.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich

II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Gautschi

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