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VB.2023.00681 • VG ZH VB.2023.00681 KI-generiert

Post-Marital Hardship and Residency Permit Extension Despite Acquittal

Geschäftsnummer VB.2023.00681
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Zürich (CH-ZH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court considered an appeal concerning the extension of a residency permit for a woman claiming post-marital hardship due to domestic violence, even though her husband was acquitted in criminal proceedings. The court found that while the domestic violence allegations were not sufficiently proven in the criminal trial, the woman's months-long stay in a women's shelter, coupled with other circumstances, plausibly supported her claims and established a post-marital hardship case. The court also noted that her integration deficits could be partially explained by these experiences and her childcare responsibilities, leading to the approval of the permit extension, subject to federal approval.

Legislator-Regeste

Amtlich

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung | Nachehelicher Härtefall wegen häuslicher Gewalt und trotz Freispruchs des beschuldigten Ehegattens. Kognition des Verwaltungsgerichts (E. 1). Die Beschwerdeführerin verfügt aufgrund der kurzen Dauer ihrer Ehe weder über ein nacheheliches Aufenthaltsrecht noch über konventionsrechtliche Aufenthaltsansprüche (E. 2). Voraussetzungen eines nachehelichen Härtefalls (E. 3.1). Konnten die Vorwürfe ehelicher Gewalt in einem Strafverfahren nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden, schliesst dies einen entsprechenden nachehelichen Härtefall nicht zwangsläufig aus, jedoch sollte nicht ohne Not von der strafrechtlichen Beurteilung abgewichen werden (E. 3.2.3). Vorliegend konnten die Vorwürfe ehelicher Gewalt im Strafverfahren gegen den Ehemann zwar nicht völlig ausgeräumt, jedoch auch nicht in hinreichendem Masse glaubhaft gemacht werden (E. 3.2.4). Hingegen sind der mehrmonatige Aufenthalt in einem Frauenhaus und weitere Umstände geeignet, die Schilderung der Gewalterfahrungen zu plausibilisieren und einen nachehelichen Härtefall glaubhaft zu machen, zumal ein derartiger Aufenthalt aufgrund des ohnehin bereits geplanten Auszugs des Ehemannes ausserhalb einer konkreten Bedrohungssituation wenig Sinn ergibt (E. 3.2.5 ff.). Die Integrationsdefizite der Beschwerdeführerin sind zumindest teilweise durch die glaubhaft gemachten Gewalterfahrungen und Betreuungspflichten gegenüber dem 5 ½ Jahre alten Sohn erklärbar und rechtfertigen derzeit weder eine Bewilligungsverweigerung noch eine formelle Verwarnung (E. 4). Ausgangsgemässe Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 5), Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (E. 6) und Rechtsmittelbelehrung (E. 7). Gutheissung unter Vorbehalt der Zustimmung des SEM.

Schlagwörter

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ehelicher Härtefall Ausdehnung des Verfahrens Häusliche Gewalt Aufenthaltsbewilligungen Zurechnungsfähigkeit Verlängerung der Ausschaffungshaft

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 30 Abs. I lit. b AIG

Cited as the legal basis for granting a residence permit in cases of nachehelicher Härtefall (post-marital hardship).

Art. 50 AIG

Cited as the general legal basis for residence permits.

Art. 51 Abs. II AIG

Cited in relation to the conditions for extending a residence permit.

Art. 77f lit. c AIG

Cited as the legal basis for considering cases of nachehelicher Härtefall (post-marital hardship).

Art. 31 VZAE

Cited in relation to the assessment of hardship cases.

Art. 77 VZAE

Cited in relation to the conditions for granting a residence permit.

Art. 77f lit. c VZAE

Cited as the legal basis for considering cases of nachehelicher Härtefall (post-marital hardship).

Art. 4 lit. d ZV-EJPD

Cited in relation to the conditions for granting a residence permit.

§ 16 Abs. I VRG

Cited for the procedural regulation of costs and compensation.

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Volltext

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2023.00681

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--- · --- · --- · Geschäftsnummer: · VB.2023.00681 · Entscheidart und -datum: · Endentscheid vom 20.12.2023 · Spruchkörper: · 2. Abteilung/2. Kammer · Weiterzug: · Dieser Entscheid ist rechtskräftig. · Rechtsgebiet: · Ausländerrecht · Betreff: · Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung · Nachehelicher Härtefall wegen häuslicher Gewalt und trotz Freispruchs des beschuldigten Ehegattens. Kognition des Verwaltungsgerichts (E. 1). Die Beschwerdeführerin verfügt aufgrund der kurzen Dauer ihrer Ehe weder über ein nacheheliches Aufenthaltsrecht noch über konventionsrechtliche Aufenthaltsansprüche (E. 2).

Voraussetzungen eines nachehelichen Härtefalls (E. 3.1). Konnten die Vorwürfe ehelicher Gewalt in einem Strafverfahren nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden, schliesst dies einen entsprechenden nachehelichen Härtefall nicht zwangsläufig aus, jedoch sollte nicht ohne Not von der strafrechtlichen Beurteilung abgewichen werden (E. 3.2.3). Vorliegend konnten die Vorwürfe ehelicher Gewalt im Strafverfahren gegen den Ehemann zwar nicht völlig ausgeräumt, jedoch auch nicht in hinreichendem Masse glaubhaft gemacht werden (E. 3.2.4). Hingegen sind der mehrmonatige Aufenthalt in einem Frauenhaus und weitere Umstände geeignet, die Schilderung der Gewalterfahrungen zu plausibilisieren und einen nachehelichen Härtefall glaubhaft zu machen, zumal ein derartiger Aufenthalt aufgrund des ohnehin bereits geplanten Auszugs des Ehemannes ausserhalb einer konkreten Bedrohungssituation wenig Sinn ergibt (E. 3.2.5 ff.).

Die Integrationsdefizite der Beschwerdeführerin sind zumindest teilweise durch die glaubhaft gemachten Gewalterfahrungen und Betreuungspflichten gegenüber dem 5 ½ Jahre alten Sohn erklärbar und rechtfertigen derzeit weder eine Bewilligungsverweigerung noch eine formelle Verwarnung (E. 4). Ausgangsgemässe Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 5), Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (E.

6) und Rechtsmittelbelehrung (E. 7). Gutheissung unter Vorbehalt der Zustimmung des SEM. · --- · Stichworte: · EHELICHE GEWALT FRAUENHAUS FREISPRUCH GLAUBHAFTMACHUNG HÄUSLICHE GEWALT IN DUBIO PRO REO NACHEHELICHER HÄRTEFALL UNSCHULDSVERMUTUNG · Rechtsnormen: · Art. 30 Abs. I lit. b AIG Art. 50 AIG Art. 51 Abs. II AIG Art. 77f lit. c AIG § 16 Abs. I VRG Art. 31 VZAE Art. 77 VZAE Art. 77f lit. c VZAE Art. 4 lit. d ZV-EJPD · Publikationen: · - keine - · Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung) · Gewichtung: 2