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VB.2022.00219 • VG ZH VB.2022.00219 KI-generiert

Protection Order Overturned Due to Insufficient Reasoning on Abuse Allegations

Geschäftsnummer VB.2022.00219
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Zürich (CH-ZH)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court overturned a prior decision that extended protection measures against a husband, which included contact and area bans for his wife and children, based on allegations of sexual abuse involving a daughter. The court found that the lower court failed in its duty to provide sufficient reasoning, specifically by not detailing which aspects of the wife's account were considered credible and formed the basis for the protection order, nor did it adequately explain why the sexual abuse allegations were deemed credible. Furthermore, the court noted that the judge appeared to have made a premature judgment before hearing all parties. The protection measures were continued as a precautionary step until a new decision could be made by a different judge, and the issue of including the alleged victim in the proceedings was deferred.

Legislator-Regeste

Amtlich

Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz | Gewaltschutzmassnahmen: Vorwurf sexuellen Missbrauchs; Begründungspflicht [Die Vorinstanz verlängerte das Kontakt- und Rayonverbot des Ehemanns gegenüber der Ehefrau und den gemeinsamen Kindern wegen des Vorwurfs, er habe eine Tochter mit den Fingern im Genitalbereich berührt.] Gewaltschutzmassnahmen werden verlängert, wenn eine Gefährdung und deren Fortbestand glaubhaft gemacht sind, wobei der Glaubhaftigkeit der Aussagen entscheidwesentliche Bedeutung zukommt (E. 2.2 f.). Ermessen des Haftrichters und Zurückhaltung des Verwaltungsgerichts bei dessen Überprüfung (E. 2.4). Der Haftrichter erweckte an der Anhörung des Ehemanns den Eindruck, sich bereits vor Anhörung der Ehefrau festgelegt zu haben, obwohl die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu würdigen gewesen wäre (E. 4.3). Die Vorinstanz verletzte ihre Begründungspflicht, indem sie nicht ausführte, welchen Sachverhalt sie hinsichtlich der Ehefrau als gefährdungsbegründend erachtete und weshalb sie den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs als glaubhaft betrachtete. Keine Heilung der Gehörsverletzung im Beschwerdeverfahren (E. 4.5). Weitergeltung der Schutzmassnahmen im Sinn einer vorsorglichen Massnahme bis zum Neuentscheid, der zur Vermeidung einer Mehrfachbefassung durch einen neuen Haftrichter zu treffen ist (E. 4.6). Über den von ihrer Beiständin verlangten Einbezug der angeblich sexuell missbrauchten Tochter ins Verfahren ist im Neuentscheid zu befinden (E. 4.5). Kostenauflage nach Verursacherprinzip an die Vorinstanz (E. 5). Rückweisung.

Schlagwörter

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Anspruch auf ein faires Verfahren Missbrauchsvorwürfe Parteianhörung Rechte des Kindes Eheschutzverfahren Abänderung der elterlichen Sorge

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 2 Abs. I GSG

This provision is cited as the legal basis for the application of protective measures under the Domestic Violence Protection Act.

Art. 7 Abs. II GSG

This provision likely relates to the grounds for extending or maintaining protective measures, which are a central part of the court's reasoning for remanding the case.

Art. 10 Abs. I GSG

This provision likely addresses the procedural aspects or conditions for imposing protective measures.

Art. 11a Abs. I GSG

This provision likely concerns the duration or continuation of protective measures, which was an issue in the case.

Art. 29 Abs. I BV

This provision relates to the right to a fair hearing and was violated due to a lack of reasoning and potential bias.

Art. 29 Abs. II BV

This provision relates to the right to be heard and was violated by the lower court's failure to adequately consider the evidence.

Art. 30 Abs. I BV

This provision relates to the right to an impartial tribunal and was potentially violated by the lower court's apparent pre-judgment.

Art. 6 Ziff. 1 EMRK

This provision relates to the right to a fair trial, which encompasses aspects of impartiality and the right to be heard.

Art. 6 Abs. I EMRK

This provision relates to the right to a fair trial, which encompasses aspects of impartiality and the right to be heard.

§ 13 Abs. II VRG

This provision likely relates to the procedural rules for administrative proceedings, specifically concerning the obligation to provide reasons.

§ 17 Abs. II VRG

This provision likely concerns the appeal process or the powers of the administrative court in reviewing decisions.

§ 38b Abs. I lit. d VRG

This provision likely relates to the costs of administrative proceedings, as the court ordered costs to be borne by the lower instance.

§ 65a Abs. II VRG

This provision concerns the principle of causality for costs in administrative proceedings.

Art. 93 BGG

This provision is listed, but its role in the dispositive is not explicitly stated in the provided text. It may relate to the general admissibility or scope of appeal.

§ 237 StPO

This provision is likely related to criminal procedure and may be relevant if the domestic violence allegations have criminal implications, though its specific role in the dispositive isn't detailed here.

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Volltext

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2022.00219

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--- · --- · --- · Geschäftsnummer: · VB.2022.00219 · Entscheidart und -datum: · Endentscheid vom 05.05.2022 · Spruchkörper: · 3. Abteilung/Einzelrichter · Weiterzug: · Dieser Entscheid ist rechtskräftig. · Rechtsgebiet: · Übriges Verwaltungsrecht · Betreff: · Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz · Gewaltschutzmassnahmen: Vorwurf sexuellen Missbrauchs; Begründungspflicht [Die Vorinstanz verlängerte das Kontakt- und Rayonverbot des Ehemanns gegenüber der Ehefrau und den gemeinsamen Kindern wegen des Vorwurfs, er habe eine Tochter mit den Fingern im Genitalbereich berührt.] Gewaltschutzmassnahmen werden verlängert, wenn eine Gefährdung und deren Fortbestand glaubhaft gemacht sind, wobei der Glaubhaftigkeit der Aussagen entscheidwesentliche Bedeutung zukommt (E. 2.2 f.).

Ermessen des Haftrichters und Zurückhaltung des Verwaltungsgerichts bei dessen Überprüfung (E. 2.4). Der Haftrichter erweckte an der Anhörung des Ehemanns den Eindruck, sich bereits vor Anhörung der Ehefrau festgelegt zu haben, obwohl die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu würdigen gewesen wäre (E. 4.3). Die Vorinstanz verletzte ihre Begründungspflicht, indem sie nicht ausführte, welchen Sachverhalt sie hinsichtlich der Ehefrau als gefährdungsbegründend erachtete und weshalb sie den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs als glaubhaft betrachtete.

Keine Heilung der Gehörsverletzung im Beschwerdeverfahren (E. 4.5). Weitergeltung der Schutzmassnahmen im Sinn einer vorsorglichen Massnahme bis zum Neuentscheid, der zur Vermeidung einer Mehrfachbefassung durch einen neuen Haftrichter zu treffen ist (E. 4.6). Über den von ihrer Beiständin verlangten Einbezug der angeblich sexuell missbrauchten Tochter ins Verfahren ist im Neuentscheid zu befinden (E. 4.5). Kostenauflage nach Verursacherprinzip an die Vorinstanz (E. 5). Rückweisung. · --- · Stichworte: · ANHÖRUNG BEGRÜNDUNGSPFLICHT GEWALTSCHUTZ GEWALTSCHUTZMASSNAHMEN GLAUBHAFTIGKEIT GLAUBHAFTMACHUNG GLAUBWÜRDIGKEIT HAFTRICHTER HÄUSLICHE GEWALT POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT RECHTLICHES GEHÖR RÜCKWEISUNG SEXUELLE HANDLUNG STRAFANZEIGE STRAFVERFAHREN VERFAHRENSFAIRNESS VERURSACHERPRINZIP VOREINGENOMMENHEIT VORSORGLICHE MASSNAHME · Rechtsnormen:

· Art. 93 BGG Art. 29 Abs. I BV Art. 29 Abs. II BV Art. 30 Abs. I BV Art. 6 Ziff. 1 EMRK Art. 6 Abs. I EMRK Art. 2 Abs. I GSG Art. 7 Abs. II GSG Art. 10 Abs. I GSG Art. 11a Abs. I GSG § 237 StPO § 13 Abs. II VRG § 17 Abs. II VRG § 38b Abs. I lit. d VRG § 65a Abs. II VRG · Publikationen: · - keine - · Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung) · Gewichtung: 3