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VB.2021.00423 • VG ZH VB.2021.00423 KI-generiert

Residency Permit Revocation Upheld Due to Abusive Marriage; Duty of Truthfulness in Immigration Proceedings Affirmed

Geschäftsnummer VB.2021.00423
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Zürich (CH-ZH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The court dismissed an appeal against the revocation of a residency permit based on a marriage deemed an abuse of law, affirming that in administrative immigration proceedings, unlike criminal matters, the involved parties are subject to an extensive duty of truthfulness and cooperation, meaning they cannot invoke the right against self-incrimination or the right to remain silent. The court reasoned that the evidence, including selectively submitted criminal records, sufficiently indicated the marriage was entered into or maintained abusively, likely constituting a sham marriage before the three-year legal term, and found no justification for extending the permit based on post-marital hardship or fundamental rights claims, thereby upholding the revocation.

Legislator-Regeste

Amtlich

Widerruf der Aufenthaltsbewilligung | Rechtsmissbräuchliche Ehe / Verwertbarkeit von auszugsweise übermittelten Strafakten. Kognition des Verwaltungsgerichts (E. 1). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des Akteneinsichtsrechts und Verwertbarkeit von nur auszugsweise übermittelten Protokollauszügen aus einem Strafverfahren in anderer Sache (E. 2). Während in strafrechtlichen Verfahren für beschuldigte Personen weitreichende Aussage- oder Mitwirkungsverweigerungsrechte sowie das Verbot des Selbstbelastungszwangs gelten, unterliegen betroffene Personen im ausländerrechtlichen Verfahren einer weitreichenden Wahrheits- und Mitwirkungspflicht, weshalb die Eheleute nicht auf (strafprozessuale) Aussage- oder Mitwirkungsverweigerungsrechte hingewiesen werden mussten, vielmehr waren sie im ausländerrechtlichen Kontext stets wahrheits- und mitwirkungspflichtig. Die Annahme einer rechtsmissbräuchlich eingegangenen oder aufrechterhaltenen Ehe setzt keine entsprechende strafrechtliche Verurteilung voraus (E. 3). Indizien für eine rechtsmissbräuchlich eingegangene bzw. aufrechterhaltene Ehe und Mitwirkungspflicht bzw. Beweislast bei erhärtetem Rechtsmissbrauchsverdacht (E. 4.1). Die klare Indizienlage legt nahe, dass die Ehegatten sich noch vor Ablauf der Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG getrennt haben, wobei ein früheres Trennungsdatum oder eine von Beginn weg geplante Scheinehe sehr wahrscheinlich erscheint, aber offengelassen werden kann (E. 4.2). Verneinung eines nachehelichen bzw. schwerwiegenden persönlichen Härtefalls (E. 5), Vollzugshindernissen und eines grund- oder völkerrechtlichen Aufenthaltsanspruchs (E. 6). Ausgangsgemässe Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen und Rechtsmittelbelehrung (E. 7 und 8). Abweisung der Beschwerde.

Schlagwörter

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Bewilligungsentzug Verbleiberecht ehelicher Härtefall ausländerrechtliche Wegweisung Gültigkeit der Ehe Grundrechte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 50 Abs. I lit. a AIG

This article concerning the three-year period for marriage was central to the rejection of the continuation of the residence permit due to suspected sham marriage.

Art. 64 LTF

This article was cited in the dispositive section regarding the granting of legal aid.

Art. 66 al. 1 LTF

This article was cited in the dispositive section regarding the allocation of court costs.

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Volltext

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2021.00423

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--- · --- · --- · Geschäftsnummer: · VB.2021.00423 · Entscheidart und -datum: · Endentscheid vom 29.09.2021 · Spruchkörper: · 2. Abteilung/2. Kammer · Weiterzug: · Dieser Entscheid ist rechtskräftig. · Rechtsgebiet: · Ausländerrecht · Betreff: · Widerruf der Aufenthaltsbewilligung · Rechtsmissbräuchliche Ehe / Verwertbarkeit von auszugsweise übermittelten Strafakten. Kognition des Verwaltungsgerichts (E. 1). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des Akteneinsichtsrechts und Verwertbarkeit von nur auszugsweise übermittelten Protokollauszügen aus einem Strafverfahren in anderer Sache (E. 2).

Während in strafrechtlichen Verfahren für beschuldigte Personen weitreichende Aussage- oder Mitwirkungsverweigerungsrechte sowie das Verbot des Selbstbelastungszwangs gelten, unterliegen betroffene Personen im ausländerrechtlichen Verfahren einer weitreichenden Wahrheits- und Mitwirkungspflicht, weshalb die Eheleute nicht auf (strafprozessuale) Aussage- oder Mitwirkungsverweigerungsrechte hingewiesen werden mussten, vielmehr waren sie im ausländerrechtlichen Kontext stets wahrheits- und mitwirkungspflichtig. Die Annahme einer rechtsmissbräuchlich eingegangenen oder aufrechterhaltenen Ehe setzt keine entsprechende strafrechtliche Verurteilung voraus (E. 3).

Indizien für eine rechtsmissbräuchlich eingegangene bzw. aufrechterhaltene Ehe und Mitwirkungspflicht bzw. Beweislast bei erhärtetem Rechtsmissbrauchsverdacht (E. 4.1). Die klare Indizienlage legt nahe, dass die Ehegatten sich noch vor Ablauf der Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG getrennt haben, wobei ein früheres Trennungsdatum oder eine von Beginn weg geplante Scheinehe sehr wahrscheinlich erscheint, aber offengelassen werden kann (E. 4.2). Verneinung eines nachehelichen bzw. schwerwiegenden persönlichen Härtefalls (E. 5), Vollzugshindernissen und eines grund- oder völkerrechtlichen Aufenthaltsanspruchs (E. 6).

Ausgangsgemässe Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen und Rechtsmittelbelehrung (E. 7 und 8). Abweisung der Beschwerde. · --- · Stichworte: · AKTENEINSICHTSRECHT AKTENFÜHRUNGSPFLICHT AMTSHILFE AUSLÄNDERRECHTSEHE AUSSAGEVERWEIGERUNGSRECHT DREIJAHRESFRIST FAIR TRIAL GEHÖRSVERLETZUNG GETRENNTLEBEN MELDEADRESSE MELDEPFLICHT MELDEVERHÄLTNISSE MITWIRKUNGSPFLICHT NEMO TENETUR NEMO-TENETUR-PRINZIP PARALLELBEZIEHUNG RECHTLICHES GEHÖR RECHTSHILFE RECHTSMISSBRAUCH RECHTSMISSBRÄUCHLICH AUFRECHTERHALTENE EHE SCHEINEHE SCHEINEHEVERDACHT SELBSTBELASTUNGSVERBOT STRAFPROZESSUALE GARANTIEN TÄUSCHUNG DER BEHÖRDEN VERFAHRENSGARANTIE ZUSAMMENLEBEN · Rechtsnormen:

· Art. 30 Abs. I lit. b AIG Art. 42 Abs. I AIG Art. 49 AIG Art. 50 Abs. I lit. a AIG Art. 50 Abs. I lit. b AIG Art. 50 Abs. II AIG Art. 51 Abs. I lit. a AIG Art. 51 Abs. I lit. b AIG Art. 51 Abs. II lit. a AIG Art. 51 Abs. II lit. b AIG Art. 58a AIG Art. 62 Abs. I lit. a AIG Art. 62 Abs. I lit. d AIG Art. 90 AIG Art. 97 AIG Art. 118 AIG Art. 13 Abs. I BV Art. 29 Abs. II BV Art. 8 Abs. I EMRK § 7 Abs. III VRG § 8 VRG Art. 31 VZAE Art. 76 VZAE Art. 82a Abs. II VZAE · Publikationen: · - keine - · Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung) · Gewichtung: 2