Spousal Reunion Denial Based on Reliance on Social Assistance
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court dismissed an appeal challenging the refusal to grant a residence permit for spousal reunion based on the primary earner's reliance on social assistance or supplementary benefits, regardless of fault in receiving such aid. The court reasoned that family reunification can be denied when the standard of living is not met, as established by the supplementary benefits threshold, unless exceptional circumstances make denial disproportionate. Since the applicant's husband was near retirement age and the applicant's potential earnings were unsubstantiated by a firm commitment, the projected need for supplementary benefits was deemed certain, and the financial interests of the state justified limiting the right to family life by requiring the couple to maintain their relationship remotely.
Legislator-Regeste
AmtlichErteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Ehegattennachzug) | Verschuldensunabhängige Verweigerung des Ehegattennachzugs bei Bezug von Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen. [Die Beschwerdeführerin beantragt eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem in der Schweiz niedergelassenen, teilinvaliden Ehemann, was ihr aufgrund dessen Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen verweigert wurde.] Kognition und Beschwerdegründe im verwaltungsgerichtlichen Verfahren (E. 1). Keine Verletzung der Begründungspflicht, der Untersuchungspflicht oder des rechtlichen Gehörs und keine entscheidrelevante fehlerhafte Sachverhaltserstellung durch die Vorinstanz (E. 2). Ein Familiennachzug kann – auch unter Berücksichtigung der konventionsrechtlichen Vorgaben und anders als beim Bewilligungswiderruf – bei der Abhängigkeit von Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen unabhängig von der Schuldhaftigkeit des Bezugs verweigert werden, sofern keine weiteren Umstände eine Bewilligungsverweigerung ausnahmsweise unverhältnismässig erscheinen lassen (E. 3.1.4). Da der Ehemann der Beschwerdeführerin IV-Rentner ist und kurz vor dem ordentlichen Pensionsalter steht, ist nicht auf das sozialhilferechtliche Existenzminimum, sondern auf einen allfälligen Anspruch auf Ergänzungsleistungen abzustellen (E. 3.2.4). Die anzurechnenden Einkünfte sind danach zu bemessen, ob und in welchem Umfang sie tatsächlich realisierbar sind. In diesem Sinn müssen die Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen durch die bei der Sachverhaltserstellung mitwirkungspflichtigen Eheleute nach Art. 90 AIG bzw. § 7 Abs. 2 VRG konkret belegt und mit gewisser Wahrscheinlichkeit sowie auf mehr als nur kurze Frist erhärtet sein, um Berücksichtigung zu finden (E. 3.2.5). Das hierfür eingereichte Bestätigungsschreiben eines potenziellen Arbeitgebers stellt lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung dar, ohne dass eine dauerhafte Anstellung der Beschwerdeführerin als gesichert gelten kann (E. 3.2.6). Auch die behaupteten Einkünfte des Ehemannes sind nicht hinreichend belegt undunglaubhaft (E. 3.2.7). Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Nachzug der Beschwerdeführerin zu einer jährlichen Unterdeckung und einem damit korrespondierenden Anspruch auf Ergänzungsleistungen führen würde (E. 3.2.8). Die Schuldhaftigkeit des Bezugs kann offenbleiben, wobei der Ehemann seine Restarbeitsfähigkeit aber nicht vollständig ausgeschöpft und hohe Schulden angehäuft hat (E. 3.2.9). Da keine besonderen Gründe ein Zusammenleben der Eheleute erfordern und die finanziellen Interessen der Schweiz einen hinreichenden Grund für einen Eingriff in das konventionsrechtlich geschützte Recht auf Familienleben darstellen, ist es den Eheleuten zuzumuten, ihre Beziehung über die Distanz und wechselseitige Besuche zu pflegen (E. 3.2.11). Zulässigkeit einer Motivsubstitution (E. 4). Ausgangsgemässe Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie Rechtsmittelbelehrung (E. 5 und 6). Beschwerdeabweisung.
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KI-generiertThis provision is cited in the list of legal norms, suggesting it formed the basis for the decision regarding the refusal of the residence permit.
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This provision is cited in the list of legal norms, likely related to the specific regulations for family reunification.
This provision is cited in the list of legal norms, likely concerning procedural aspects or cantonal regulations applied.
This provision is cited in the list of legal norms and was mentioned in the reasoning regarding the obligation of the spouses to cooperate in fact-finding.
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This provision is cited in the list of legal norms, likely relating to the general conditions for obtaining a residence permit.
This provision is cited in the list of legal norms, likely relating to the conditions for family reunification.
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This provision is cited in the list of legal norms, likely concerning the general principle of granting residence permits.
This provision is cited in the list of legal norms, likely concerning the scope or conditions of the residence permit.
This constitutional provision is cited in the list of legal norms, likely concerning protection of the family.
This constitutional provision is cited in the list of legal norms, likely concerning the right to personal liberty/autonomy.
This constitutional provision is cited in the list of legal norms, likely concerning the principle of proportionality.
This provision is cited in the list of legal norms, concerning eligibility for supplementary benefits.
This provision is cited in the list of legal norms, concerning the calculation or amount of supplementary benefits.
This EMRK provision is cited in the list of legal norms, concerning the right to respect for private and family life.
This EMRK provision is cited in the list of legal norms, concerning the permissible grounds for interference with the right to respect for family life.
This provision is cited in the list of legal norms, likely concerning the degree of invalidity or related disability pension matters.
This international covenant provision is cited in the list of legal norms, likely concerning the right to family life.
This provision of the Swiss Civil Code is cited in the list of legal norms, likely concerning personal status or family law matters.
This provision is cited in the list of legal norms, likely concerning specific procedural or substantive requirements under VZAE.
This provision is cited in the list of legal norms, likely related to the costs associated with the administrative procedure.
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Volltext
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2021.00159
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--- · --- · --- · Geschäftsnummer: · VB.2021.00159 · Entscheidart und -datum: · Endentscheid vom 25.08.2021 · Spruchkörper: · 2. Abteilung/2. Kammer · Weiterzug: · Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 17.03.2022 gutgeheissen, den Entscheid aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurückgewiesen. · Rechtsgebiet: · Ausländerrecht · Betreff: · Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Ehegattennachzug) · Verschuldensunabhängige Verweigerung des Ehegattennachzugs bei Bezug von Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen. [Die Beschwerdeführerin beantragt eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem in der Schweiz niedergelassenen, teilinvaliden Ehemann, was ihr aufgrund dessen Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen verweigert wurde.] Kognition und Beschwerdegründe im verwaltungsgerichtlichen Verfahren (E. 1).
Keine Verletzung der Begründungspflicht, der Untersuchungspflicht oder des rechtlichen Gehörs und keine entscheidrelevante fehlerhafte Sachverhaltserstellung durch die Vorinstanz (E. 2). Ein Familiennachzug kann – auch unter Berücksichtigung der konventionsrechtlichen Vorgaben und anders als beim Bewilligungswiderruf – bei der Abhängigkeit von Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen unabhängig von der Schuldhaftigkeit des Bezugs verweigert werden, sofern keine weiteren Umstände eine Bewilligungsverweigerung ausnahmsweise unverhältnismässig erscheinen lassen (E. 3.1.4).
Da der Ehemann der Beschwerdeführerin IV-Rentner ist und kurz vor dem ordentlichen Pensionsalter steht, ist nicht auf das sozialhilferechtliche Existenzminimum, sondern auf einen allfälligen Anspruch auf Ergänzungsleistungen abzustellen (E. 3.2.4). Die anzurechnenden Einkünfte sind danach zu bemessen, ob und in welchem Umfang sie tatsächlich realisierbar sind. In diesem Sinn müssen die Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen durch die bei der Sachverhaltserstellung mitwirkungspflichtigen Eheleute nach Art. 90 AIG bzw. § 7 Abs. 2 VRG konkret belegt und mit gewisser Wahrscheinlichkeit sowie auf mehr als nur kurze Frist erhärtet sein, um Berücksichtigung zu finden (E. 3.2.5).
Das hierfür eingereichte Bestätigungsschreiben eines potenziellen Arbeitgebers stellt lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung dar, ohne dass eine dauerhafte Anstellung der Beschwerdeführerin als gesichert gelten kann (E. 3.2.6). Auch die behaupteten Einkünfte des Ehemannes sind nicht hinreichend belegt und unglaubhaft (E. 3.2.7). Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Nachzug der Beschwerdeführerin zu einer jährlichen Unterdeckung und einem damit korrespondierenden Anspruch auf Ergänzungsleistungen führen würde (E. 3.2.8). Die Schuldhaftigkeit des Bezugs kann offenbleiben, wobei der Ehemann seine Restarbeitsfähigkeit aber nicht vollständig ausgeschöpft und hohe Schulden angehäuft hat (E. 3.2.9).
Da keine besonderen Gründe ein Zusammenleben der Eheleute erfordern und die finanziellen Interessen der Schweiz einen hinreichenden Grund für einen Eingriff in das konventionsrechtlich geschützte Recht auf Familienleben darstellen, ist es den Eheleuten zuzumuten, ihre Beziehung über die Distanz und wechselseitige Besuche zu pflegen (E. 3.2.11). Zulässigkeit einer Motivsubstitution (E. 4). Ausgangsgemässe Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie Rechtsmittelbelehrung (E. 5 und 6). Beschwerdeabweisung. · --- · Stichworte: · ARBEITSBESTÄTIGUNG ARBEITSVERTRAG BEHINDERUNG DISKRIMINIERUNG DISKRIMINIERUNGSVERBOT EHEGATTENNACHZUG ERGÄNZUNGSLEISTUNGEN ERWERBSMÖGLICHKEIT FAMILIENLEBEN FAMILIENNACHZUG FINANZIELLE MITTEL HAUSRATVERSICHERUNG INTEGRATIONSZULAGE INVALIDENRENTE INVALIDITÄT KRANKHEITSKOSTEN MOTIVSUBSTITUTION NACHZUGSANSPRUCH RECHTLICHES GEHÖR SCHULDHAFTIGKEIT SELBSTBEHALT SOZIALHILFERECHTLICHES EXISTENZMINIMUM TEILINVALIDITÄT UNVERSCHULDET UNVERSCHULDETHEIT VERSCHULDEN ZUSATZLEISTUNGEN (AHV/IV) · Rechtsnormen:
· Art. 30 Abs. I lit. b AIG Art. 43 Abs. I lit. c AIG Art. 43 Abs. I lit. e AIG Art. 47 AIG Art. 51 Abs. II AIG Art. 62 Abs. I lit. c AIG Art. 62 Abs. I lit. e AIG Art. 63 Abs. II AIG Art. 90 AIG Art. 13 Abs. I BV Art. 29 Abs. II BV Art. 36 BV Art. 10 ELG Art. 11 ELG Art. 8 Abs. I EMRK Art. 8 Abs. II EMRK Art. 28 Abs. II IVG Art. 18 Abs. II KV UNO-Pakt II § 7 Abs. II VRG § 10 Abs. I VRG Art. 77a Abs. I VZAE Art. 8 ZGB · Publikationen: · - keine - · Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung) · Gewichtung: 1