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VB.2020.00700 • VG ZH VB.2020.00700 KI-generiert

Data Protection: Admissibility of Declaration of Unlawfulness in Data Processing Disputes

Geschäftsnummer VB.2020.00700
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Zürich (CH-ZH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The administrative court addressed a dispute regarding access to and processing of personal data, where the petitioner sought both an injunction against unlawful data processing and a declaration of unlawfulness. The court reasoned that a request for a declaration of unlawfulness pursuant to data protection law is only admissible if it has independent significance beyond a request for injunctive relief or removal of consequences, noting that such a claim requires a legitimate interest in the declaration, which, in cases of fundamental rights relevance, exists if the unlawful processing and its consequences cannot be undone, or if ongoing processing requires a finding of past unlawfulness not covered by a purely future-oriented injunction. Specifically, the court found that the disclosure of address data by the state-run fiber optic network operator to private telecommunication providers for marketing purposes did not constitute processing on behalf of another entity and lacked a sufficiently precise legal basis concerning the purpose, involved bodies, and extent of the processing, ultimately granting the petition.

Legislator-Regeste

Amtlich

Informationszugang (Bearbeitung von Personendaten) | Feststellungsanspruch bei widerrechtlicher Datenbearbeitung. Das IDG konkretisiert den grundrechtlichen Anspruch auf Schutz vor Missbrauch persönlicher Daten (E. 3.1). Die Gutheissung eines Begehrens auf Unterlassung widerrechtlicher Datenbearbeitung und Beseitigung daraus entstandener Folgen ist erst nach einer vorgängigen Feststellung der Widerrechtlichkeit der beanstandeten Datenbearbeitung möglich. Die zusätzliche Behandlung eines Feststellungsbegehrens setzt daher voraus, dass dieses einen eigenständigen Gehalt aufweist und eine Feststellung begehrt, die nicht bereits bei der Behandlung des Unterlassungs- bzw. Beseitigungsbegehrens zu treffen ist. Der Feststellungsanspruch ist nur gegenüber an dieselbe Widerrechtlichkeit geknüpfte Ansprüche subsidiär (E. 4.1). Der Feststellungsanspruch nach § 21 Abs. 1 lit. d IDG erfordert ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse (E. 5.1). Ob ein solches vorliegt, kann nicht anhand der Rechtsprechung zum zivilrechtlichen Persönlichkeitsschutz beurteilt werden (E. 5.2). Ein Feststellungsanspruch über eine widerrechtliche Datenbearbeitung besteht aufgrund ihrer Grundrechtsrelevanz, wenn sie und ihre Folgen nicht rückgängig gemacht werden können und - falls sie andauert - die Gutheissung eines Unterlassungsbegehrens aufgrund ausschliesslich zukunftsbezogener Begründung noch keine Feststellung der Unrechtmässigkeit der bereits erfolgten Datenbearbeitung enthält. Der Anwendungsbereich des Beseitigungsanspruchs nach § 21 Abs. 1 lit. c IDG umfasst jene Fälle, bei denen gegenwärtige Folgen einer unrechtmässigen Datenbearbeitung bestehen (E. 5.5). Der Beschwerdeführer hat auch nach Gutheissung seines Unterlassungsbegehrens ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse betreffend die bereits erfolgte Datenweitergabe (E. 6.1). Die Weitergabe von Adressdaten an private Telekomanbieter durch den staatlichen Betreiber der Glasfasernetzinfrastruktur zu Marketingzwecken ist kein "Bearbeiten im Auftrag" i.S.v. § 6 IDG (E. 6.3). EineRechtsgrundlage zur Datenbearbeitung muss prinzipiell deren Zweck, die beteiligten Organe und das Ausmass der Datenbearbeitung in den Grundzügen festlegen. Mangels hinreichender Bestimmtheit der angerufenen Rechtsgrundlage kann sich die beanstandete Datenbekanntgabe nicht auf eine genügende Rechtsgrundlage stützen (E. 6.4). Gutheissung.

Schlagwörter

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Auskunftsrecht über Personendaten Bearbeitung von Personendaten Datenschutz Gesetzlicher Schutz Grundrechte juristische Person

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 21 Abs. I lit. d IDG

The court's decision is based on the granting of the declaration claim concerning unlawful data processing, which is grounded in this article.

Art. 21 Abs. I lit. c IDG

The scope of the removal claim is discussed in relation to the finding of unlawful data processing.

Art. 6 IDG

The definition of 'processing on behalf of' under this article was used to rule on the nature of the data transfer.

§ 10c Abs. I lit. c VRG

This procedural rule likely governed the handling of costs or similar procedural aspects in the final order, given its inclusion in the cited norms.

Art. 25a VwVG

This procedural rule was likely used in the context of the final decision-making process.

Art. 13 Abs. II BV

This constitutional provision concerning the protection of privacy was used as a fundamental basis for the right at issue.

Art. 35 Abs. II BV

This constitutional provision was cited in relation to the fundamental rights context of the case.

Art. 17 Abs. I DSG

This Federal Data Protection Act provision was referenced in relation to the unlawful data processing.

Art. 25 Abs. I lit. c DSG

This provision of the Federal Data Protection Act was cited in the context of the legal requirements for data processing.

§ 19 Abs. I DatenschutzG

This provision of the Cantonal Data Protection Act was relevant to the case concerning data protection.

Art. 1 Abs. I lit. b IDG

This provision of the Cantonal Data Protection and Information Act was cited regarding the scope of the law.

Art. 16 Abs. I lit. a IDG

This provision was cited concerning the legal requirements or conditions related to data processing.

Art. 21 Abs. I IDG

The general framework for claims under this article was used to assess the requests.

Art. 21 Abs. I lit. b IDG

This provision concerning potential claims was cited in the context of the relief sought.

Art. 28a Abs. I Ziff. 3 ZGB

This provision of the Civil Code concerning personality rights was mentioned, although its direct application in the operative part is less certain than the specialized laws.

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Volltext

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2020.00700

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--- · --- · --- · Geschäftsnummer: · VB.2020.00700 · Entscheidart und -datum: · Endentscheid vom 21.04.2021 · Spruchkörper: · 3. Abteilung/3. Kammer · Weiterzug: · Dieser Entscheid ist rechtskräftig. · Rechtsgebiet: · Übriges Verwaltungsrecht · Betreff: · Informationszugang (Bearbeitung von Personendaten) · Feststellungsanspruch bei widerrechtlicher Datenbearbeitung. Das IDG konkretisiert den grundrechtlichen Anspruch auf Schutz vor Missbrauch persönlicher Daten (E. 3.1). Die Gutheissung eines Begehrens auf Unterlassung widerrechtlicher Datenbearbeitung und Beseitigung daraus entstandener Folgen ist erst nach einer vorgängigen Feststellung der Widerrechtlichkeit der beanstandeten Datenbearbeitung möglich.

Die zusätzliche Behandlung eines Feststellungsbegehrens setzt daher voraus, dass dieses einen eigenständigen Gehalt aufweist und eine Feststellung begehrt, die nicht bereits bei der Behandlung des Unterlassungs- bzw. Beseitigungsbegehrens zu treffen ist. Der Feststellungsanspruch ist nur gegenüber an dieselbe Widerrechtlichkeit geknüpfte Ansprüche subsidiär (E. 4.1). Der Feststellungsanspruch nach § 21 Abs. 1 lit. d IDG erfordert ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse (E. 5.1). Ob ein solches vorliegt, kann nicht anhand der Rechtsprechung zum zivilrechtlichen Persönlichkeitsschutz beurteilt werden (E. 5.2).

Ein Feststellungsanspruch über eine widerrechtliche Datenbearbeitung besteht aufgrund ihrer Grundrechtsrelevanz, wenn sie und ihre Folgen nicht rückgängig gemacht werden können und - falls sie andauert - die Gutheissung eines Unterlassungsbegehrens aufgrund ausschliesslich zukunftsbezogener Begründung noch keine Feststellung der Unrechtmässigkeit der bereits erfolgten Datenbearbeitung enthält. Der Anwendungsbereich des Beseitigungsanspruchs nach § 21 Abs. 1 lit. c IDG umfasst jene Fälle, bei denen gegenwärtige Folgen einer unrechtmässigen Datenbearbeitung bestehen (E. 5.5).

Der Beschwerdeführer hat auch nach Gutheissung seines Unterlassungsbegehrens ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse betreffend die bereits erfolgte Datenweitergabe (E. 6.1). Die Weitergabe von Adressdaten an private Telekomanbieter durch den staatlichen Betreiber der Glasfasernetzinfrastruktur zu Marketingzwecken ist kein "Bearbeiten im Auftrag" i.S.v. § 6 IDG (E. 6.3). Eine Rechtsgrundlage zur Datenbearbeitung muss prinzipiell deren Zweck, die beteiligten Organe und das Ausmass der Datenbearbeitung in den Grundzügen festlegen. Mangels hinreichender Bestimmtheit der angerufenen Rechtsgrundlage kann sich die beanstandete Datenbekanntgabe nicht auf eine genügende Rechtsgrundlage stützen (E. 6.4).

Gutheissung. · --- · Stichworte: · ADRESSE AKTUELLES INTERESSE BEARBEITEN IM AUFTRAG BEKANNTGABE BESTIMMTHEIT DATENBEARBEITUNG DATENSCHUTZ FESTSTELLUNGSBEGEHREN FESTSTELLUNGSINTERESSE GESETZLICHE GRUNDLAGE GRUNDRECHTSBINDUNG GRUNDRECHTSEINGRIFF IDG INFRASTRUKTUR LEISTUNGSAUFTRAG PERSONENDATEN PERSÖNLICHKEITSSCHUTZ REALAKT RECHTSSCHUTZINTERESSE SUBSIDIARITÄT · Rechtsnormen: · Art. 13 Abs. II BV Art. 35 Abs. II BV Art. 17 Abs. I DSG Art. 25 Abs. I lit. c DSG § 19 Abs. I DatenschutzG Art. 1 Abs. I lit. b IDG Art. 6 IDG Art. 16 Abs. I lit. a IDG Art. 21 Abs. I IDG Art. 21 Abs. I lit. b IDG Art. 21 Abs. I lit. c IDG Art. 21 Abs. I lit. d IDG § 10c Abs. I lit. c VRG Art. 25a VwVG Art. 28a Abs. I Ziff. 3 ZGB · Publikationen:

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