Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VB.2014.00357 • VG ZH VB.2014.00357 KI-generiert

Refugee Surname Change and Conflict of Laws

Geschäftsnummer VB.2014.00357
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Zürich (CH-ZH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The court addressed a dispute regarding the right of refugees to choose their surname based on their law of origin, as opposed to Swiss law. The applicant, a refugee, sought to change her surname based on provisions allowing reference to the law of origin, but the court reasoned that under relevant international and domestic conflict of laws rules, refugees are restricted from applying their national law for name changes, and the governing law is Swiss law pursuant to the relevant international private law statute. Furthermore, the court held that the right to the desired family name, which the applicant claimed before having been conceived, could not have been acquired under international refugee conventions, as legal capacity is assessed according to the law applicable to the underlying legal relationship, which denies capacity to the unborn child under Swiss law, and ultimately found that restricting the name change to Swiss law did not violate the right to respect for private and family life.

Legislator-Regeste

Amtlich

Namensführung | [Namensführung bei Flüchtlingen] Flüchtlingen im Sinn von Art. 3 bzw. 51 AsylG ist es gemäss Art. 24 Abs. 3 IPRG verwehrt, ihren Namen gestützt auf Art. 37 Abs. 2 IPRG dem Heimatrecht zu unterstellen; die Namensführung richtet sich nach schweizerischem Recht (E. 2). Um Rechte aus Art. 12 Abs. 2 der Flüchtlingskonvention ableiten zu können, muss ein Flüchtling jene zum Zeitpunkt der Wohnsitznahme in einem Vertragsstaat bereits erworben haben; vorliegend müsste die Beschwerdeführerin 3 das Recht auf Führung des gewünschten Familiennamens bereits als noch nicht gezeugtes Kind erworben haben (E. 3.2). Die Rechtsfähigkeit wird gemäss Art. 34 Abs.2 IPRG stets als Vorfrage behandelt und richtet sich nach dem auf das Grundverhältnis anwendbaren Recht (E. 3.3). Nach schweizerischen Recht ist das noch nicht gezeugte Kind nicht rechtsfähig (E. 3.4). In der Wahl des Familiennamens nach Heimatrecht kann keine Wahl des Familiennamens im Sinn von Art. 37 Abs. 2 ZStV erblickt werden (E. 4.4). Die Beschränkung auf die Namensführung nach schweizerischem Recht verletzt vorliegend das Recht der Beschwerdeführenden auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV nicht (E. 5.2 f.). Gutheissung UP/URB. Abweisung. Abweichende Meinung einer Minderheit der Kammer.

Schlagwörter

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Familienname Flüchtlingsrechte Kollisionsrecht Recht auf Familiengründung Ursprungsbestimmungen Achtung des Familienlebens

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 24 Abs. 3 IPRG

This provision dictates that refugees cannot subject their name to their home law based on Art. 37 Abs. 2 IPRG.

Art. 13 Abs. 1 BV

The court considered whether the limitation on name usage violated the right to respect for private and family life under this constitutional provision.

Art. 8 Abs. 1 EMRK

The court considered whether the limitation on name usage violated the right to respect for private and family life under this convention article.

Art. 12 Abs. 2 FK

The court examined the requirement that a refugee must have already acquired the right to use the desired family name at the time of taking up residence in a contracting state, as per this provision.

Art. 34 Abs. 2 IPRG

This provision was cited in relation to the preliminary question of legal capacity.

Art. 37 Abs. 2 IPRG

This provision was cited in the context of refugees being barred from subjecting their name to their home law and in relation to Art. 37 Abs. 2 ZStV.

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Volltext

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2014.00357

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--- · --- · --- · Geschäftsnummer: · VB.2014.00357 · Entscheidart und -datum: · Endentscheid vom 29.07.2014 · Spruchkörper: · 4. Abteilung/4. Kammer · Weiterzug: · Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Zivilsachen gegen diesen Entscheid am 02.07.2015 abgewiesen. · Rechtsgebiet: · Übriges Verwaltungsrecht · Betreff: · Namensführung · [Namensführung bei Flüchtlingen] Flüchtlingen im Sinn von Art. 3 bzw. 51 AsylG ist es gemäss Art. 24 Abs. 3 IPRG verwehrt, ihren Namen gestützt auf Art. 37 Abs. 2 IPRG dem Heimatrecht zu unterstellen; die Namensführung richtet sich nach schweizerischem Recht (E. 2).

Um Rechte aus Art. 12 Abs. 2 der Flüchtlingskonvention ableiten zu können, muss ein Flüchtling jene zum Zeitpunkt der Wohnsitznahme in einem Vertragsstaat bereits erworben haben; vorliegend müsste die Beschwerdeführerin 3 das Recht auf Führung des gewünschten Familiennamens bereits als noch nicht gezeugtes Kind erworben haben (E. 3.2). Die Rechtsfähigkeit wird gemäss Art. 34 Abs.2 IPRG stets als Vorfrage behandelt und richtet sich nach dem auf das Grundverhältnis anwendbaren Recht (E. 3.3). Nach schweizerischen Recht ist das noch nicht gezeugte Kind nicht rechtsfähig (E. 3.4).

In der Wahl des Familiennamens nach Heimatrecht kann keine Wahl des Familiennamens im Sinn von Art. 37 Abs. 2 ZStV erblickt werden (E. 4.4). Die Beschränkung auf die Namensführung nach schweizerischem Recht verletzt vorliegend das Recht der Beschwerdeführenden auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV nicht (E. 5.2 f.). Gutheissung UP/URB. Abweisung. Abweichende Meinung einer Minderheit der Kammer. · --- · Stichworte: · FAMILIENLEBEN FLÜCHTLING INTERNATIONALER SACHVERHALT INTERNATIONALES VERHÄLTNIS NAMENSRECHT PRIVATLEBEN RECHTSWAHL · Rechtsnormen:

· Art. 13 Abs. I BV Art. 8 Abs. I EMRK Art. 12 Abs. II FK Art. 24 Abs. III IPRG Art. 34 Abs. II IPRG Art. 37 Abs. II IPRG Art. 31 Abs. I ZGB Art. 31 Abs. II ZGB Art. 270 Abs. I ZGB Art. 37 Abs. II ZStV · Publikationen: · - keine - · Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung) · Gewichtung: 3