Appeal of Debt Enforcement Dismissal Barred by Untimely Filing
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA complainant appealed a lower cantonal supervisory authority's decision that dismissed their initial complaint against a debt enforcement office regarding requests to collect payment orders, but the higher supervisory court found the appeal inadmissible because it was filed after the ten-day statutory deadline had expired. The court reasoned that under cantonal procedural law referencing the Code of Civil Procedure, the original decision, sent via registered mail, was deemed delivered seven days after the first failed delivery attempt (May 20th), as the appellant should have anticipated the decision after filing their initial appeal, making the appeal filed on June 11th untimely, and since the statutory deadline is not extendable, the appeal could not be heard.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 20a Abs. 3 SchKG, Art. 322 Abs. 1 ZPO, Art. 20a Abs. 2 SchKG, Art. 18 Abs. 1 SchKG, Art. 321 Abs. 1 ZPO, Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO; Appeal of Debt Enforcement Dismissal Barred by Untimely Filing: The court reasoned that under cantonal procedural law referencing the Code of Civil Procedure, the original decision, sent via registered mail, was deemed delivered seven days after the first failed delivery attempt (May 20th), as the appellant should have anticipated the decision after filing their initial appeal, making the appeal filed on June 11th untimely, and since the statutory deadline is not extendable, the appeal could not be heard.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision is cited in the reasoning section (R. 3) as the basis that SchK-appeals are free of charge.
This provision is cited in the reasoning section (R. 3) as the basis that SchK-appeals are free of charge.
This provision is cited in the reasoning section (R. 3) as the basis that no party compensation is awarded.
This article is cited in the reasoning (R. 2.5) in connection with Art. 144 Abs. 1 ZPO regarding the non-extendability of the appeal deadline, which directly supports the decision not to enter the appeal (R. 1).
This article is cited in the reasoning (R. 2.5) in connection with Art. 18 Abs. 1 SchKG to confirm that the statutory appeal deadline is not extendable, supporting the dismissal of the appeal (R. 1).
This article is cited in the reasoning (R. 2.4) to establish the deemed date of service, which directly leads to the conclusion that the appeal is late and therefore not entertained (R. 1).
This article is cited in the reasoning (R. 2.5) to exclude the reinstatement of the deadline.
This provision is mentioned in the reasoning (R. 2.2) concerning the requirement for a reasoned appeal, which is context for the overall procedure.
This provision is cited in the reasoning (R. 2.1) to define the applicable procedural law for the supervision appeal.
This provision is cited in the reasoning (R. 1.5 and R. 2.1) as the legal basis allowing cantons to regulate the procedure for appeal to the higher cantonal supervisory authority.
This provision is cited in the reasoning (R. 2.2) as the source for the ten-day appeal deadline.
This provision is cited in the reasoning (R. 2.1) to define the type of appeal being reviewed (supervision appeal in debt enforcement and bankruptcy matters).
This article is not explicitly cited in the dispositive orders 1-5.
This article is not explicitly cited in the dispositive orders 1-5.
Volltext
Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs
Geschäfts-Nr.: PS190096-O/U
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Götschi
Beschluss vom 21. Juni 2019
in Sachen
A._____, Beschwerdeführerin,
betreffend polizeilicher Vorführungsauftrag (Beschwerde über das Betreibungsamt Zürich …)
Beschwerde gegen einen Beschluss der 1. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 7. Mai 2019 (CB190033)
Erwägungen:
1.1 Die Beschwerdeführerin wurde zunächst mit Schreiben vom 21. Februar 2019 seitens des Betreibungsamtes Zürich … aufgefordert, den Zahlungsbefehl in der Betreibung Nr. 1 abzuholen. Mit Schreiben vom 5. März 2019 wurde sie sodann seitens der Stadtpolizei Zürich, Amtsaufträge, aufgefordert, sich auf der Direktwahlnummer zu melden, sie müsse Zahlungsbefehle auf dem Betreibungsamt abholen (act. 2/2).
1.2 Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. März 2019 Beschwerde bei der 1. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich als untere kantonale Aufsichtsbehörde über Betreibungsämter (nachfolgend: Vorinstanz) (act. 1).
1.3 Mit Zirkulationsbeschluss vom 7. Mai 2019 (act. 14 = act. 22 [Aktenexemplar] = act. 24) wies die Vorinstanz nach durchgeführtem Verfahren (vgl. act. 22 E. 2.2 m.w.H.) die Beschwerde ab, soweit sie darauf eintrat.
1.4 Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 11. Juni 2019 (Poststempel) Beschwerde bei der Kammer (act. 23).
1.5 Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1 - 20). Von der Einholung einer Vernehmlassung und Stellungnahmen zur Sache ist abzusehen (vgl. Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. § 18 EG SchKG/ZH i.V.m. § 84 GOG/ZH i.V.m. Art. 322 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren ist spruchreif.
2.1 Das Verfahren der Aufsichtsbeschwerde in Schuldbetreibungsund Konkurssachen (Art. 17 f. SchKG) richtet sich nach den Bestimmungen von Art. 20a Abs. 2 SchKG. Soweit Art. 20a Abs. 2 SchKG keine Bestimmungen enthält, regeln die Kantone das Verfahren (Art. 20a Abs. 3 SchKG). Im Kanton Zürich wird in § 84 i.V.m. § 85 GOG/ZH für das Verfahren des Weiterzugs an die obere kantonale Aufsichtsbehörde auf das Beschwerdeverfahren nach Art. 319 ff. ZPO verwiesen, welches dementsprechend als kantonales Recht anzuwenden ist (vgl. dazu JENT-SØRENSEN, Das kantonale Verfahren nach Art. 20a Abs. 3 SchKG: ein Relikt und die Möglichkeit einer Vereinheitlichung, BlSchK 2013 S. 89 ff., S. 103).
2.2 Die Beschwerde ist innert der Beschwerdefrist von zehn Tagen (vgl. Art. 18 Abs. 1 SchKG) schriftlich und begründet (vgl. Art. 321 Abs. 1 ZPO) bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen. Darauf hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin im angefochtenen Beschluss bereits korrekt hingewiesen (vgl. act. 20).
2.3 Die Vorinstanz versandte den angefochtenen Beschluss am 9. Mai 2019 per Gerichtsurkunde an die Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin holte die Sendung jedoch nicht ab, weshalb diese retourniert wurde (vgl. act. 15/2 i.V.m. act. 26). Mit Einschreiben vom 21. Mai 2019 ersuchte die Beschwerdeführerin die Vorinstanz um erneute Zustellung des Beschlusses (vgl. act. 19). Die Vorinstanz stellte ihr diesen am 23. Mai 2019 erneut zu (vgl. act. 15/3) – unter Hinweis darauf, dass ihr der Beschluss zufolge unbenützten Ablaufs der siebentägigen Abholfrist per 20. Mai 2019 als zugestellt gelte und die zweite Zustellung keine neue Frist auslöse, weshalb die Beschwerdefrist am 31. Mai 2019 ablaufe (vgl. act. 20). Diese Sendung hätte die Beschwerdeführerin ab dem 24. Mai 2019 abholen können; die Beschwerdeführerin holte sie jedoch erst am 1. Juni 2019 ab (vgl. act. 15/3).
2.4 Eine eingeschriebene Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, gilt gemäss Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als zugestellt, sofern der Adressat mit einer Zustellung rechnen musste. Da die Beschwerdeführerin vor Vorinstanz die Beschwerde eingereicht hatte, musste sie mit der Zustellung des angefochtenen Beschlusses rechnen. Somit gilt die Sendung am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch am 13. Mai 2019, mithin am 20. Mai 2019 (vgl. act. 26) als zugestellt. Darauf wurde die Beschwerdeführerin von der Vorinstanz bereits hingewiesen (vgl. act. 20). Die Beschwerde vom 11. Juni 2019 ist daher verspätet. Rechtsverzögerung oder Rechtsverweigerung (vgl. Art. 18 Abs. 2 SchKG) macht die Beschwerdeführerin nicht geltend (vgl. act. 23). Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten.
2.5 Daran ändert das von der Beschwerdeführerin gestellte Fristerstreckungsgesuch (vgl. act. 23) nichts. Denn die Beschwerdefrist ist als gesetzliche Frist von vornherein nicht erstreckbar (vgl. Art. 18 Abs. 1 SchKG i.V.m Art. 144 Abs. 1 ZPO). Auch eine Wiederherstellung der Frist fällt ausser Betracht, weil weder dar-
getan noch ersichtlich ist, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sein könnten (Art. 148 ZPO).
3. SchK-Beschwerdeverfahren sind unentgeltlich (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG, Art. 61 Abs. 2 lit. a GebV SchKG). Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).
Es wird beschlossen:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin und – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – an die Vorinstanz sowie an das Betreibungsamt Zürich …, je gegen Empfangsschein.
5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).
Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.
Es handelt sich um einen Entscheid der kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungsund Konkurssachen im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. c BGG.
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.
Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer
Die Gerichtsschreiberin:
lic. iur. A. Götschi versandt am: