Arbitration Award Registration vs. Service Jurisdiction
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA party requested that the court register and serve an arbitration award, which had been submitted by the arbitration tribunal's secretary. The court ruled that it has the jurisdiction to register the award pursuant to the relevant cantonal and federal procedural laws, and therefore ordered the registration to be noted. However, the court determined that it lacks jurisdiction to serve the award upon the parties because the federal procedural code does not explicitly assign this function to the court, and service is not covered by the specialized roles outlined for the court under the statute governing the arbitration process; thus, that part of the request was dismissed as inadmissible.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 356 Abs. 1 lit. b ZPO, Art. 386 Abs. 2 ZPO, Art. 356 Abs. 1 ZPO, Art. 356 ZPO, Art. 373 Abs. 1 ZPO, Art. 356 Abs. 2 lit. c ZPO; Arbitration Award Registration vs. Service Jurisdiction: The court ruled that it has the jurisdiction to register the award pursuant to the relevant cantonal and federal procedural laws, and therefore ordered the registration to be noted. However, the court determined that it lacks jurisdiction to serve the award upon the parties because the federal procedural code does not explicitly assign this function to the court, and service is not covered by the specialized roles outlined for the court under the statute governing the arbitration process; thus, that part of the request was dismissed as inadmissible.
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KI-generiertCited in the reasoning concerning the jurisdiction for receiving the arbitration award for deposit, which is the action noted in Order 1.
Cited in the reasoning regarding the deposit of the arbitration award, although the request for service based on this provision was not granted.
Cited in the reasoning to justify why jurisdiction for service was rejected (as service is not explicitly provided for and falls under support for procedural acts, for which a different court is competent).
This reference appears to be a typo in the provided text, as the text uses 'ZPO' and 'GOG/ZH'. Assuming the intention was to refer to the procedural basis for jurisdiction which led to the partial non-admission.
Cited in the reasoning as the cantonal basis specifying the court's jurisdiction for receiving the arbitration award for deposit.
Cited in the reasoning to determine the competent court (the single judge) for procedural support acts, which relates to the denied service request.
Volltext
Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission
Geschäfts-Nr.: PG150004-O/U
Mitwirkend: Obergerichtsvizepräsident lic. iur. M. Burger, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. M. Langmeier sowie die Gerichtsschreiberin MLaw C. Funck
Beschluss vom 12. Januar 2016
in Sachen
A._____, Klägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ gegen
B._____, Beklagte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____
betreffend Hinterlegung und Zustellung eines Schiedsspruches
Erwägungen:
1. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2015 (act. 1) ersuchte C._____ das Obergericht des Kantons Zürich als Sekretär des Schiedsgerichts im Schiedsverfahren der Parteien um Hinterlegung und Zustellung an die Parteien des Schiedsspruchs vom 17. September 2015 (act. 2).
2. Gemäss Art. 356 Abs. 1 lit. b ZPO i.V.m. § 46 GOG/ZH obliegt die Zuständigkeit für die Entgegennahme des Schiedsspruchs zur Hinterlegung dem Obergericht. Die Verordnung über die Organisation des Obergerichts vom
3. November 2010 (LS 212.51) und die "Geschäftsverteilung unter den Kammern des Obergerichts" weist die Zuständigkeit zur Behandlung von Schiedsgerichtssachen gemäss Art. 356 Abs. 1 lit. b ZPO der Verwaltungskommission zu, die in Dreierbesetzung zu entscheiden hat (§ 16 Abs. 3 Organisationsverordnung).
3. Gemäss Art. 386 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 356 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 46 GOG/ZH kann jede Partei auf ihre Kosten beim Obergericht des Kantons Zürich ein Exemplar des Schiedsspruchs hinterlegen. Die Hinterlegung des Schiedsspruches vom 17. September 2015 ist entsprechend vorzumerken.
4. Was die Zustellung eines Schiedsspruchs an die Parteien durch die Hinterlegungsbehörde betrifft, so war dies früher in Art. 35 des Konkordats über die Schiedsgerichtsbarkeit vom 27. März 1969 (KSG, SR 279) vorgesehen.
Das KSG ist jedoch mit Inkrafttreten der eidgenössischen ZPO obsolet geworden und ausser Kraft gesetzt worden (BSK-Girsberger/Habegger/Mráz/ Weber-Stecher, Vor Art. 353–399 N 3). Die Zuständigkeit staatlicher Gerichte im Zusammenhang mit Schiedsgerichtsangelegenheiten richtet sich nun nach Art. 356 ZPO, der die Zuständigkeit der kantonalen Gerichte zwingend und abschliessend regelt (BK-Pfisterer, Art. 356 N 6 f.; Stacher, DIKE- Komm-ZPO, Art. 356 N 2 f.). Wenn Parteien im Sinne von Art. 373 Abs. 1 ZPO das KSG für anwendbar erklären, wie dies vorliegend geschehen ist (act. 1), so bezieht sich dies lediglich auf die Ausgestaltung des Schiedsver-
fahrens (BSK-Habegger, Art. 373 N 28) und vermag die Zuständigkeit und Kompetenz der staatlichen Gerichte nicht abzuändern (vgl. Planinic/Erk, OFK-ZPO, Art. 373 N 2).
Die Kantone haben gemäss Art. 356 Abs. 1 ZPO ein Gericht zu bestimmen, welches für Rechtsmittel, die Entgegennahme des Schiedsspruchs zur Hinterlegung sowie die Bescheinigung der Vollstreckbarkeit zuständig ist. Ein anderes oder anders zusammengesetztes Gericht ist zuständig für die Ernennung, Ablehnung, Abberufung und Ersetzung der Schiedsrichter, die Verlängerung der Amtsdauer des Schiedsgerichts sowie die Unterstützung des Schiedsgerichts bei den Verfahrenshandlungen (Art. 356 Abs. 2 lit. c ZPO). Begehrt eine Partei eine von der ZPO nicht explizit vorgesehene Handlung, sind zu deren Beurteilung die in Art. 356 Abs. 2 ZPO vorgesehenen Instanzen zuständig (Stacher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 356 N 2). Vorliegend geht es um die Zustellung eines Schiedsspruches. Die ZPO sieht die Zustellung durch ein staatliches Gericht nicht explizit vor. Die Zustellung kann jedoch als Unterstützung bei einer Verfahrenshandlung qualifiziert werden, für welche ein staatliches Gericht im Sinne von Art. 356 Abs. 2 lit. c ZPO in Anspruch genommen werden kann (BK-Lazopoulos, Art. 386 N 10;
Gasser/Rickli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar,
2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 386 N 1; KuKo ZPO-Dasser, Art. 386 N 2; Planinic/Erk, OFK-ZPO, Art. 386 N 2). Die hierfür zuständige Instanz ist im Kanton Zürich gemäss § 32 GOG/ZH das Einzelgericht. Das Obergericht des Kantons Zürich ist somit nicht zuständig für die Zustellung des Schiedsspruchs vom 17. September 2015, weshalb auf diesen Teil des Rechtsbegehrens nicht einzutreten ist.
Es wird beschlossen:
1. Es wird vorgemerkt, dass der Sekretär des Schiedsverfahrens zwischen dem A._____ und der B._____ den Schiedsspruch vom 17. September 2015
mit Eingabe vom 23. Dezember 2015 beim Obergericht des Kantons Zürich hinterlegt hat.
2. Auf den Antrag, den Parteien je ein Exemplar des Schiedsspruchs vom
17. September 2015 zuzustellen, wird nicht eingetreten.
3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.– wird vom Obmann des Schiedsgerichts, D._____, alt Obergerichtspräsident, Bündackerstrasse 192, 3047 Bremgarten, bezogen.
4. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:
− den Vertreter der Klägerin, − den Vertreter der Beklagten, − den Obmann des Schiedsgerichts, − den Sekretär des Schiedsgerichts.
Zürich, 12. Januar 2016
__________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:
MLaw C. Funck
versandt am: