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P1 07 88 • BZG VS P1 07 88 Généré par l'IA

Appeal Dismissed for Failure to Challenge Independent Ground for Acquittal

Numéro de cause P1 07 88
Autorité / Tribunal
Juridiction Suisse · Canton du Valais (CH-VS)
Date de la décision
Issue du litige Irrecevable (Inadmissible)

Synthèse Legislator

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The court held that an appeal against a decision supported by multiple independent grounds, where each ground is sufficient to uphold the verdict, must challenge every such ground to be properly motivated under procedural rules; if an appellant only contests one of two such independent grounds, the appellate court will not entertain the appeal because the unchallenged ground maintains the lower court's ruling. In this specific case, the acquittal rested on two alternative findings—that the conduct was only negligent (and thus not criminal) or that, even if intentionally committed, the actions were justified by official duty—and the appellant only challenged the finding regarding the degree of fault, failing to contest the justification defense, leading the court to dismiss the appeal for inadequate reasoning.

Regeste Legislator

Officiel

KGE (Strafgericht I) vom 12. Juni 2008 i.S. X. c. Y. (Berufung). Anforderungen an die Berufung in Strafsachen bei Mehrfachbegründung des angefochtenen Entscheids (Art. 185 Ziff. 2 StPO). Beruht der vorinstanzliche Entscheid auf zwei selbstständigen Begründungen und wird bloss eine davon beanstandet, so ist die Berufung nicht gehörig begründet und das Kantonsgericht tritt folglich darauf nicht ein. Exigences de contenu de l’appel pénal en cas de motivation multiple de la déci- sion attaquée (art. 185 ch. 2 CPP). Dans la mesure où la décision de l’instance précédente repose sur deux motifs indé- pendants et que seul l’un d’eux est contesté, l’appel n’est pas motivé en bonne et due forme et, par conséquent, le Tribunal cantonal n’entre pas en matière. Aus den Erwägungen (...) c) Die prozessuale Verpflichtung nach Art. 185 Ziff. 2 StPO, das Rechtsmittel zu begründen, verlangt, dass der Berufungskläger bei einer Mehrfachbegründung des angefochtenen Urteils jede einzelne Begrün- dung anficht. Beruht der vorinstanzliche Entscheid also auf zwei selbst- ständigen Begründungen, die je für sich den Ausgang des Rechtsstreits besiegeln, und wird bloss eine davon beanstandet, so ist die Berufung

Mots-clés

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motifs valables recours contre décision de renvoi devoir de procédure infraction pénale décision motivée motif d'expulsion

Dispositions légales citées

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Jurisprudence citée

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Texte complet

324 RVJ / ZWR 2008

KGVS P1 07 88

KGE (Strafgericht I) vom 12. Juni 2008 i.S. X. c. Y. (Berufung).

Anforderungen an die Berufung in Strafsachen bei Mehrfachbegründung des

angefochtenen Entscheids (Art. 185 Ziff. 2 StPO).

Beruht der vorinstanzliche Entscheid auf zwei selbstständigen Begründungen und

wird bloss eine davon beanstandet, so ist die Berufung nicht gehörig begründet und

das Kantonsgericht tritt folglich darauf nicht ein.

Exigences de contenu de l’appel pénal en cas de motivation multiple de la déci-

sion attaquée (art. 185 ch. 2 CPP).

Dans la mesure où la décision de l’instance précédente repose sur deux motifs indé-

pendants et que seul l’un d’eux est contesté, l’appel n’est pas motivé en bonne et

due forme et, par conséquent, le Tribunal cantonal n’entre pas en matière.

Aus den Erwägungen

(...)

c) Die prozessuale Verpflichtung nach Art. 185 Ziff. 2 StPO, das

Rechtsmittel zu begründen, verlangt, dass der Berufungskläger bei einer

Mehrfachbegründung des angefochtenen Urteils jede einzelne Begrün-

dung anficht. Beruht der vorinstanzliche Entscheid also auf zwei selbst-

ständigen Begründungen, die je für sich den Ausgang des Rechtsstreits

besiegeln, und wird bloss eine davon beanstandet, so ist die Berufung

nicht gehörig begründet. Diesfalls tritt das Kantonsgericht auf die Beru-

fung nicht ein; das erstinstanzliche Urteil bleibt der Überprüfung durch

die Rechtsmittelinstanz entzogen, weil es aufgrund der nicht kritisierten

Begründung Bestand hat (BGE 133 IV 119; 121 IV 94, 121 III 46, 131 III 595

E. 2.2, Bundesgerichtsurteil 1C_77/2007 vom 27. August 2007 E. 4.1; ZWR

2003 S. 315 f., 2002 S. 193 f., 2001 S. 169 f.; Piquerez, Traité de procédure

pénale suisse, 2. A., Genf/Zürich/Basel 2006, § 167 N. 1353/4; Merz, Bas-

ler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, N. 73 zu Art. 42 BGG).

Der Bezirksrichter erwog, der Beschuldigte habe bloss fahrlässig

gehandelt, womit die Sachbeschädigung straflos bleibe. Aber selbst bei

Annahme einer eventualvorsätzlichen Sachbeschädigung bleibe sein

Verhalten gemäss Art. 14 StGB i.V.m. Art. 240 SchKG rechtmässig. Mithin

beruht der Freispruch auf einer doppelten, alternativen Begründung. In

seiner Berufung beanstandet der Strafkläger ausschliesslich die dem

Beschuldigten zugestandene Fahrlässigkeit, wobei er zumindest Eventu-

alvorsatz als gegeben erachtet. Die Alternativbegründung, wonach die

Handlung des Betreibungs- und Konkursbeamten gemäss Art. 14 StGB

aufgrund seiner Pflichten laut SchKG gesetzlich erlaubt gewesen sei,

ficht er demgegenüber mit keinem Wort an. Im Sinne der obigen Erwä-

gungen ist demzufolge auf die Berufung nicht einzutreten.