Swiss-Italian Treaty Labor Rights: Most-Favored-Nation Clauses Do Not Grant Equal Market Access
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns whether national treatment and most-favored-nation clauses in a 19th-century treaty between Switzerland and Italy grant Swiss citizens the right to equal treatment with EU citizens regarding access to the labor market and establishment in Italy. The court ruled that such clauses do not confer this right. The reasoning is based on two principles of international law: first, most-favored-nation clauses do not apply to benefits granted within a customs union among its members, and second, these clauses in establishment treaties have been implicitly superseded by subsequent state practice and international law, which allows states to subject immigration and labor market access to statutory control.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 1er Trait; Swiss-Italian Treaty Labor Rights: Most-Favored-Nation Clauses Do Not Grant Equal Market Access: Art. 1 Trattato di domicilio con l’Italia. Clausole della parità di trattamento e della nazione più favorita. Tali clausole non conferiscono agli Svizzeri nessun diritto alla parità di trattamento con i cittadini dei Paesi della Comunità Europea per quanto concerne l’accesso al mercato del lavoro e il domicilio in Italia.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
JAAC 57.78
Direktion für Völkerrecht, 24. Juni 1992; traduction française dans «Pratique suisse 1992», N°4.1, Revue suisse de droit international et de droit européen 5/1993
Art. 1er Traité d’établissement avec l’Italie. Clauses du traitement national et de la nation la plus favorisée. De telles clauses ne permettent pas aux Suisses de revendiquer l’égalité de traitement avec les ressortissants des pays de la Communauté européenne en ce qui concerne l’accès au marché du travail et l’établissement en Italie.
Art. 1 Niederlassungsvertrag mit Italien. Gleichbehandlungsund Meistbegünstigungsklauseln. Solche Klauseln verleihen den Schweizern keinen Anspruch auf Gleichbehandlung mit den Bürgern der Länder der Europäischen Gemeinschaft hinsichtlich des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Niederlassung in Italien.
Art. 1 Trattato di domicilio con l’Italia. Clausole della parità di trattamento e della nazione più favorita. Tali clausole non conferiscono agli Svizzeri nessun diritto alla parità di trattamento con i cittadini dei Paesi della Comunità Europea per quanto concerne l’accesso al mercato del lavoro e il domicilio in Italia.
Die Direktion für Völkerrecht nahm folgendermassen Stellung zu dem vom Dachverband der Schweizer Vereinigungen in Italien vertretenen Standpunkt, die Schweiz könne gestützt auf die Meistbegünstigungsklausel im Niederlassungsund Konsularabkommen vom 22. Juli 1868 zwischen der Schweiz und Italien (SR 0.142.114.541) fordern, dass die Schweizer Bürger hinsichtlich des Zugangs zum Arbeitsmarkt und der Niederlassung in Italien mit den Bürgern der EG gleichgestellt würden. Der Wortlaut der Meistbegünstigungsklausel im genannten Abkommen (ähnliche Verträge bestehen im übrigen auch mit den meisten anderen EG-Staaten) legt den gezogenen Schluss tatsächlich nahe. Jedoch hat die Anwendbarkeit dieser sehr weitgefassten Klauseln mit der Fortentwicklung des Völkerrechts in verschiedenen Bereichen bilateraler Beziehungen Einschränkungen erfahren. So entspricht es einem Grundsatz des Völkergewohnheitsrechts, dass Meistbegünstigungsklauseln auf die im Rahmen einer Zollunion gewährten Vorteile im Verhältnis zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern keine Anwendung finden. Eine gegenteilige Auffassung würde denn auch dem Sinn einer Zollunion klar zuwiderlaufen (vgl. auch Art. XXIV des GATT und die Botschaft des Bundesrates betreffend die Sozialversicherungsansprüche der Schweizer der ehemaligen belgischen Kolonien Kongo und Ruanda-Urundi vom 23. Mai 1990, BBl 1990 II 1513-1531). Ebenfalls einer international anerkannten Rechtsüberzeugung entspricht sodann die sowohl vom Bundesrat als auch vom Bundesgericht wiederholt vertretene Ansicht, wonach die Gleichbehandlungsund Meistbegünstigungsklauseln in Niederlassungsverträgen fremdenpolizeilichen Beschränkungen der Zuwanderung nicht im Wege stünden. Tatsächlich sind bereits nach dem Ersten Weltkrieg praktisch sämtliche Staaten von der liberalen Ausländerpolitik des 19. Jahrhunderts abgekehrt und haben seither den Zugang zu ihrem Territorium und zum Arbeitsmarkt der gesetzlichen Kontrolle unterworfen. Wenigstens in diesem Umfang wurden damit die Gleichbehandlungsund Meistbegünstigungsklauseln in den Niederlassungsverträgen konkludent aufgehoben. Keine solche international anerkannte Rechtsauffassung hat sich demgegenüber in Bezug auf die Behandlung des Eigentums von Ausländern herausgebildet …
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
JAAC 57.78 - Direktion für Völkerrecht, 24. Juni 1992; traduction française dans «Pratique suisse 1992», N°4.1, Revue suisse de droit international et de droit européen 5/1993
In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione
Jahr 1993 Année Anno
Band 57 Volume Volume
Seite --- Page Pagina
Ref. No 150 001 925
Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.