Commemoration of the 50th Anniversary of the End of the War in Europe
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Council decided to commemorate the 50th anniversary of the end of the war in Europe with a solemn, interdenominational church service, recognizing the public's desire to mark this significant day. This decision followed a period of reflection on the appropriate manner for Switzerland, as a neutral nation, to observe the occasion, considering the potential for more politically charged or nostalgic commemorations. The service was planned in collaboration with various religious and Jewish communities, aiming to provide a dignified and fitting tribute.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 37 lien, Art. 8 Absatz, Art. 7 Absatz, Art. 1 al. 2 de la loi sur les rapports entre les Conseils; Commemoration of the 50th Anniversary of the End of the War in Europe: This decision followed a period of reflection on the appropriate manner for Switzerland, as a neutral nation, to observe the occasion, considering the potential for more politically charged or nostalgic commemorations. The service was planned in collaboration with various religious and Jewish communities, aiming to provide a dignified and fitting tribute.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for convening an extraordinary session of the Federal Assembly.
Volltext
20. März 1995 N 723 Fragestunde
#ST# Elfte Sitzung - Onzième séance J'invite donc le Conseil fédéral à y répondre de manière
concrète et précise.
Montag, 20. März 1995, Nachmittag
Villiger Kaspar, Bundespräsident: Für die Schweiz ist der
Lundi 20 mars 1995, après-midi
50. Jahrestag des Kriegsendes in Europa ein Tag der Dank-
14.30h barkeit, der Besinnung und der Bescheidenheit Für den Bun-
desrat stand schon seit längerem fest, sich zum Kriegsende
Vorsitz - Présidence: Frey Claude (R, NE) über Radio und Fernsehen an die Bevölkerung zu wenden. Er
war auch stets der Meinung, dass am Tag des Friedensschlus-
ses in unserem Land Zurückhaltung und stilles Nachdenken
angebracht seien, denn die Schweiz war weder Kriegspartei
noch Siegermacht Aus diesem Grund sah der Bundesrat da-
von ab, selber Feierlichkeiten zu organisieren.
Le président: Avant de passer à l'ordre du jour, je voudrais
vous donner une information. In letzter Zeit hat der Bundesrat aber gespürt, dass in der Be-
völkerung ein verständliches Bedürfnis herangewachsen ist,
Se fondant sur l'article 1er alinéa 2 de la loi sur les rapports
diesem wichtigen Tag in einer würdigen Form Bedeutung zu
entre les Conseils, MmeStamm Judith et M. Gross Andréas ont
verleihen. Angesichts kontroverser Forderungen ist aber auch
demandé la tenue d'une session extraordinaire de l'Assem-
zu bedenken, dass das Kriegsende statt zur Stunde stiller
blée fédérale pour commémorer le 8 mai 1945. Cette de-
Dankbarkeit zur Manifestation von nostalgischer Schwärme-
mande est appuyée par quelque 120 signatures.
rei, destruktiver Kritik oder politischer Selbstdarstellung ver-
Le Bureau vient d'en délibérer. Nous sommes bien sûr entrés
en matière, parce que dès qu'il y a 50 signatures il y a obliga- kommen könnte.
In Anbetracht all dieser Aspekte kam der Bundesrat zur Über-
toirement session extraordinaire, et nous avons retenu le prin-
zeugung, dass eine über politischen Einzelsichten stehende
cipe d'une commémoration de la fin de la guerre en Europe.
A cet effet, nous venons de créer un petit groupe de travail et und überkonfessionelle kirchliche Feierstunde eine würdige
und gleichzeitig angemessene Form des Gedenkens sei.
nous pourrons vous donner toutes précisions encore cette se-
maine, à la fin de la session. Nous ne pouvons pas le faire Als ungefähr gleichzeitig die Christlich-Jüdische Arbeitsge-
maintenant, parce qu'il y a aussi la nécessité de coordonner meinschaft in der Schweiz dem Bundesrat mitteilte, sie plane
cette session extraordinaire avec le Conseil des Etats, et ce am 7. Mai im Berner Münster eine Gedenkstunde, beauftragte
sera fait durant cette semaine. der Bundesrat die Bundeskanzlei, ein Mitmachen zu prüfen.
So reifte das Vorhaben für eine schlichte, überkonfessionelle
Feier. Zu dieser Feier laden die Landeskirchen - das sind der
Schweizerische Evangelische Kirchenbund, die Schweizer
Bischofskonferenz und die Christkatholische Kirche der
Schweiz - sowie der Schweizerische Israelitische Gemeinde-
Fragestunde
#ST#
bund und die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft alle ge-
meinsam ein, auch Parlament und Bundesrat Über Einzelhei-
Heure des questions ten des Ablaufs werden derzeit noch Gespräche geführt; fest
steht jedoch, dass der Bundesrat in corpore teilnehmen wird.
Der Bundesrat würde es begrüssen, wenn möglichst viele Par-
lamentarierinnen und Parlamentarier die Einladung ebenfalls
annähmen und damit eine gemeinsame Gedenkstunde von
Parlament und Regierung möglich würde.
Dieser zentrale Anlass findet am Sonntag abend, am 7. Mai,
95.5046 statt Er ordnet sich in die zahlreichen kirchlichen Anlässe ein,
die am 8. Mai überall in der Schweiz stattfinden und ihren Ab-
Frage Bonny schluss mit Glockengeläute im ganzen Lande finden.
Gedenkfeier für den 8. Mai 1945 Ich möchte der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft
Question Bonny ganz ausdrücklich für die selbstlose Bereitschaft danken, die-
Commémoration du 8 mai 1945 sen Anlass breit zu öffnen, und ich danke den Landeskirchen,
die ihre Mitwirkung zugesagt haben. Der Bundesrat ist über-
zeugt, dass damit ein würdiger gesamtschweizerischer Auf-
takt zum darauffolgenden Tag des Gedenkens und der Mah-
nung möglich wird.
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Sollte das Parlament einen besonderen Anlass gestalten wol-
Leider hat der Bundesrat darauf verzichtet, dieses wichtigen len, ist der Bundesrat selbstverständlich bereit, daran teilzu-
Tages im Sinne des Dankes an die Aktivdienstgeneration und nehmen.
der (auch kritischen) Würdigung der Rolle der Schweiz wäh-
rend des Zweiten Weltkrieges durch einen Anlass zu geden- Bonny Jean-Pierre (R, BE) : Ein ganz kurzes Wort des Dankes,
ken. Laut Antwort auf die Frage Stamm Judith «prüft er» - dass der Bundesrat seine Haltung in diesem Punkt in einem
ganze 50 (!) Tage vor diesem Datum - «die Möglichkeit», an positiven Sinn überprüft Ich möchte auch dem Büro danken,
gewissen Anlässen mitzumachen. Diese Auskunft ist ebenso weil ich annehme, dass diese Arbeitsgruppe dann auch mit
vage wie unbefriedigend. Bezug auf eine Sondersession zu einem konstruktiven und
Ich lade den Bundesrat ein, diese Frage konkret und präzise positiven Vorschlag kommen wird.
zu beantworten.
Texte de la question du 20 mars 1995
Le Conseil fédéral à malheureusement renoncé à marquer ce
jour historique par une cérémonie destinée à témoigner sa re-
connaissance à la génération du service actif et à montrer, non
sans esprit critique, son appréciation du rôle que la Suisse a
joué au cours de la Seconde Guerre mondiale. Selon la ré-
ponse donnée à la question Judith Stamm, il examine - une
cinquantaine de jours seulement avant cette date - la possibi-
lité de participer à certaines cérémonies. Cette réponse est
peu satisfaisante et non moins ambiguë!
Heure des questions 724 N 20 mars 1995
95.5072 95.5042
Frage Aubry Frage Baumberger
Rüstungsprogramm 1995 Strafanstalt Regensdorf. Kapazität
Question Aubry Question Baumberger
Programme d'armement 1995 Pénitencier de Regensdorf. Capacité
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Der Rüstungskredit für das Rüstungsprogramm 1995 beträgt Kürzlich wurde die neu erstellte Zürcher Strafanstalt
1,324 Milliarden Franken. Bei der Auftragsverteilung werden Pöschwies in Regensdorf eingeweiht Der Bund hat etwa ein
das Tessin und die Romandie benachteiligt 20 Prozent der Drittel an die Baukosten von rund 200 Millionen Franken bei-
Schweizer Bevölkerung sind Welsche. Gemäss Auskunft getragen. Es ist beabsichtigt, die unmittelbar benachbarte alte
des EMD werden der Romandie aber wahrscheinlich nur ge- Strafanstalt in allernächster Zukunft abzubrechen.
rade 3 Prozent und dem Tessin 1 Prozent der Aufträge zu- 1. Lässt sich die erwähnte Absicht mit dem weiter andauern-
fallen. den Gefängnisnotstand vereinbaren?
1. Kann man die Minderheitsregionen unseres Landes in die- 2. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, sich im Sinne ei-
sem Mass (und einmal mehr) vernachlässigen? ner Übergangslösung für die vorläufige Beibehaltung auch
2. Kann und will der Bundesrat eine solche Auftragsverteilung der «alten» Gefängnisplatzkapazitäten einzusetzen?
akzeptieren, wo doch der Jurabogen die höchste Arbeitslo-
senquote der Schweiz aufweist? Texte de la question du 20 mars 1995
Le nouveau pénitencier zurichois de Pöschwies, construit à
Texte de la question du 20 mars 1995 Regensdorf, a été inauguré récemment La Confédération a
Le prochain crédit d'armement de 1,324 milliard de francs couvert un tiers environ des coûts de construction qui s'élè-
pour le programme d'armement 1995 ne tient aucunement vent à quelque 200 millions de francs. Il est prévu de démolir
compte, dans la répartition des commandes, du Tessin et de la très prochainement l'ancien pénitencier situé juste à côté.
Suisse romande. Cette dernière représente 20 pour cent de la 1. Une telle intention est-elle conciliable avec le manque conti-
population suisse et n'aura, selon le DMF, vraisemblablement nuel de place dans les prisons?
droit qu'à 3 pour cent des commandes et le Tessin à 1 pour 2. Quelles possibilités le Conseil fédéral voit-il d'assurer égale-
cent ment le maintien temporaire des «anciens» pénitenciers
1. Peut-on à ce point (et une fois de plus) ignorer les régions comme solution transitoire?
minoritaires de notre pays?
2. Le Conseil fédéral peut-il et veut-il accepter une telle réparti- Koller Arnold, Bundesrat: Der damaligen Zusicherung des
tion, alors que l'Arc jurassien a le taux de chômage le plus Bundesbeitrages an den Bau der neuen Strafanstalt
élevé de Suisse? Pöschwies in Regensdorf lag ein Baukonzept und in Ansätzen
auch bereits ein Betriebskonzept zugrunde. Dabei war klar,
Villiger Kaspar, Bundespräsident: Der Bundesrat ist sich der dass der Altbau durch einen Neubau ersetzt werden muss, da-
Problematik der regionalen Verteilung von Aufträgen für Be-
mit der Grosskollektiv- durch den Gruppenvollzug ersetzt wer-
schaffungen der Armee bewusst Als wichtiger öffentlicher Auf- den kann. Die Zellen im Altbau entsprachen auch nicht mehr in
traggeber ist der Bund auch gewillt, seine Verantwortung ge- allen Teilen dem heute als nötig erachteten Standard. Ich erin-
genüber den Regionen des Landes wahrzunehmen, aber er nere daran, dass im Altbau von Regensdorf noch «gekübelt»
kann natürlich von den gegebenen Rahmenbedingungen sel- wurde. Auch die Baubewilligung der Gemeinde Regensdorf
ber nicht Abstand nehmen. wurde unter der Auflage des Abbruchs der alten Anstalt erteilt
Die Verordnung über das Einkaufswesen des Bundes und das Der Abbruch ist demnach mit den Bewilligungsbehörden von
Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Gemeinde, Kanton und Bund abgestimmt
Beschaffungswesen verpflichten die Beschaffungsstellen des Der Vollzug der Strafen und Massnahmen ist bekanntlich Sa-
EMD zum Wettbewerb. Regionale Anliegen dürfen deshalb che der Kantone. Diese Kompetenzordnung setzt einem Ein-
bei der Auftragsvergabe nur so weit berücksichtigt werden, als greifen des Bundes von vornherein enge Grenzen. In diesem
sie sich mit den Grundsätzen des freien Wettbewerbs vertra- Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Regierung des
gen. Das EMD stellt den Einbezug von Offertstellern aus allen Kantons Zürich sämtliche parlamentarischen Vorstösse, die
Regionen sicher. Damit bleiben die Chancen zur Teilnahme den Erhalt der alten Strafanstalt forderten, abgelehnt hat Der
am Wettbewerb auch für Lieferanten aus wirtschaftlich schwä- Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der Kan-
cheren oder besonders belasteten Regionen erhalten. Diese ton Zürich bereits 300 zusätzliche Plätze realisiert hat oder ge-
Verpflichtung wird auch den vom EMD beauftragten General- rade baut; 150 weitere sind in Planung.
unternehmern Überbunden. Eine Garantie für den Zuschlag
eines Auftrags an einen Anbieter aus einer solchen Region
kann damit aber nicht verbunden werden, denn dem Bund Baumberger Peter (C, ZH): Herr Bundesrat, ich habe ein ge-
dürfen durch die Vergabe in eine bestimmte Region keines- wisses Verständnis für Ihre vor allem legalistisch begründete
falls Mehrkosten entstehen. Antwort. Anderseits wissen wir alle, auch aus der Presse, was
Mit der Einkaufspolitik lassen sich regionalpolitisch motivierte der Stadtrat von Zürich gerade neulich gesagt hat: Es fehlten
Ziele nur teilweise verfolgen. Unterschiedliche wirtschaftliche nach wie vor rund 100 Gefängnisplätze, um das Wiederentste-
Strukturen können durch die öffentliche Auftragsvergabe hen von Drogenszenen nach der Schliessung des Lettens zu
auch kaum beeinflusst werden. Die regionale Ausgewogen- vermeiden. Die Bevölkerung versteht schlecht - um nicht
heit darf im übrigen nicht aufgrund eines einzigen Rüstungs- zu sagen: nicht-, dass bei diesem nach wie vor bestehenden
programms beurteilt werden. In den Rüstungsprogrammen Mangel gleichzeitig der Altbau des Gefängnisses Regens-
1992 und 1993 war der Anteil der Westschweiz und des Tes- dorf - auch wenn er nicht mehr optimal ist, das bestreite ich
sins signifikant höher. nicht - abgebrochen wird. Das heisst einfach, dass wir ge-
mäss dem fast schon surrealistisch anmutenden Zustand wei-
terhin so vorgehen, dass Dealer und ähnliche Kriminelle ver-
haftet und unmittelbar danach wieder entlassen werden.
Aber ich möchte doch noch eine konkrete Zusatzfrage stellen.
Es steht ja auch zur Diskussion, ob man das Notgefängnis
Waid mit rund 80 Plätzen wiedereröffnen könnte. Ich weiss,
20. März 1995 N 725 Fragestunde
das ist vor allem ein Personalproblem beim Kanton: Könnte Akten zu erhalten. So wurde auch ein Begehren um Einsicht-
vielleicht der Bund wenigstens im Sinne einer Überbrückungs- nahme an den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des
hilfe mithelfen, diesen Notstand, der weiterbesteht und den Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Herrn Joa-
die Bevölkerung meines Erachtens nicht länger zu tolerieren chim Gauck, gerichtet Die Gauck-Behörde hat aufgrund des
bereit ist, zu beheben? sogenannten Stasi-Unterlagengesetzes einer Einsichtnahme
zum Zwecke der wissenschaftlichen Forschung zugestimmt
Koller Arnold, Bundesrat: Herr Baumberger, ich bin etwas Dieses Einsichtsrecht steht auch allen Betroffenen zu.
überrascht, von einem Juristen und Anwalt die Bemerkung Die Abklärungen in meinem Departement haben ergeben,
«legalistisch» zu hören. Ich glaube, wir Juristen müssen hier dass rechtliche und politische Gründe gegen eine Einsicht-
zusammen für eine gesetzesgemässe Anwendung sorgen. nahme durch die Polizei- und Justizbehörden sprechen. Aus
Nun aber zur Sache selber: Es ist mir auch nicht entgangen, diesem Grunde erfolgten letztes Jahr die Einsichtnahme und
dass hier offensichtlich gewisse Meinungsverschiedenheiten eine erste Auswertung der uns zur Verfügung gestellten Akten
zwischen den Behörden der Stadt und des Kantons Zürich be- durch den Leiter der schweizerischen Vertretung in Berlin so-
stehen. Ich habe deshalb mit dem zuständigen Regierungsrat wie durch den Direktor des Schweizerischen Bundesarchivs.
Kontakt aufgenommen. Der zuständige Regierungsrat hat mir Deren Bericht zufolge ist der Erkenntniswert der bisher gesich-
erklärt, man sei in der Lage, die anfallenden Probleme zu lö- teten Stasi-Akten gering. Ihr Stellenwert wird als marginal und
sen. Es bestehe keinerlei Notstand, wie er früher in Zürich be- punktuell eingestuft Aufgrund der zur Verfügung stehenden
standen habe. Ich muss mich diesbezüglich an meine direk- Akten könne kein verlässlicher Bericht über das Verhältnis der
ten Partner, und das ist der Zürcher Regierungsrat, halten. Schweiz oder einzelner Schweizer zum ehemaligen Staatssi-
Was nun das Notgefängnis Waid anbelangt, wissen Sie auch, cherheitsdienst der DDR erstellt werden. Die Akten der für den
dass die Regierung erklärt hat, es werde - ausserordentliche Auslandnachrichtendienst zuständigen Abteilung des Mini-
Situationen vorbehalten - nicht wieder in Betrieb genommen. steriums für Staatssicherheit seien von den DDR-Behörden
Was die Möglichkeiten der Unterstützung durch den Bund an- weitgehend vernichtet worden.
belangt, haben wir in der Sicherheitsdelegation des Bundes- Bevor somit definitive Schlussfolgerungen gezogen werden
rates, auch nach diesen Meldungen, die wir vom Regierungs- können, müssen aufgrund des gestellten Einsichtsbegehrens
rat des Kantons Zürich hatten, klar entschieden, dass die ein- und der nach wie vor laufenden Recherchen der Gauck-
zige Personalreserve, die wir haben, nämlich das Festungs- Behörde noch weitere Abklärungen abgewartet werden. Von
wachtkorps, jetzt prioritär zum Schutz der Botschaften einge- deren Ergebnis hängt dann auch die weitere Berichterstattung
setztwerden muss. Sie haben in den letzten Tagen von diesen ab.
neuen Anschlägen auf türkische Reisebüros und Einrichtun-
gen auch gehört Wir werden daher diese Personalreserve,
weil es sich um eine primäre Bundesaufgabe handelt, in erster
Linie dort einsetzen müssen. Leider haben wir diesbezüglich
auch keine Kapazitäten.
95.5050
Frage Steinemann
Grosszügige Zahlungen an Asylbewerber
95.5044 Question Steinemann
Paiements généreux à des requérants d'asile
Frage Reimann Maximilian
Stasi-Akten und die Schweiz
Question Reimann Maximilian
Stasi. Documents concernant la Suisse
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Einer vorliegenden Heks-Abrechnung ist zu entnehmen, dass
für eine Asylbewerberfamilie mit zwei Kindern monatlich
4405 Franken ausbezahlt werden.
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Eine Schweizer Familie müsste - mit Steuern usw. - mit einem
Ich habe schon wiederholt den Bundesrat aufgefordert, alles Jahresbruttolohn des Familienvaters von mindestens 66 000
in seiner Kompetenz Liegende vorzukehren, damit das beim Franken rechnen können, um sich den analogen Lebensstan-
ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR ange- dard leisten zu können.
legte Dossier über die Schweiz von interessierten Kreisen un- 1. Sind so hohe Auszahlungen für Asylbewerber nicht zu
seres Landes wie der Politwissenschaft, der Zeitgeschichte attraktiv?
usw. eingesehen werden kann. 2. Wie gedenkt der Bundesrat solche Missstände zu be-
1. Was hat der Bundesrat in dieser Hinsicht bis heute alles un- heben?
ternommen?
2. Ist überhaupt sichergestellt, dass diese die Schweiz betref- Texte de la question du 20 mars 1995
fenden Stasi-Akten nicht auf irgendwelchen Druck hin besei- D'après un décompte de l'Eper, il apparaît qu'une famille de
tigt oder gar vernichtet werden können? requérants d'asile comptant deux enfants touche 4405 francs
par mois.
Texte de la question du 20 mars 1995 Pour assurer aux siens un niveau de vie comparable, un père
J'ai exhorté à maintes reprises le Conseil fédéral de faire tout de famille suisse devrait recevoir un salaire annuel brut d'au
ce qui était en son pouvoir pour permettre aux milieux intéres- moins 66 000 francs, si l'on tient compte des impôts, etc.
sés de notre pays, notamment aux historiens et aux politolo- Je pose donc au Conseil fédéral les questions suivantes:
gues, de consulter les dossiers que le Ministère de la sécurité 1. Les conditions faites aux requérants d'asile ne sont-elles
de l'ex-RDA avait constitués sur la Suisse. pas trop alléchantes?
1. Qu'a-t-il entrepris jusqu'à présent? 2. Comment pense-t-il remédier à pareille anomalie?
2. A-t-il au moins veillé à ce que ces documents ne puissent,
sous l'effet d'une quelconque pression, disparaître voire être Koller Arnold, Bundesrat: Diese Auszahlungen beruhen auf
détruits? den Ansätzen des kantonalen Fürsorgerechts. Nach der gel-
tenden kantonalen Praxis werden für den Lebensunterhalt
Koller Arnold, Bundesrat: Die Schweiz hat seit 1992 zahlrei- einer vierköpfigen Familie rund 2200 Franken zuzüglich die
che politische, diplomatische und polizeiliche Vorstösse un- Kosten für Krankenversicherung und Wohnungsmiete ein-
ternommen, um Einsicht in die unser Land betreffenden Stasi- gesetzt
Heure des questions 726 N 20 mars 1995
Gestützt auf diesen vom kantonalen Recht vorgegebenen An- Beiträge zurück. Obwohl der Flüchtling ein Bruttoeinkommen
satz vergütet der Bund seit dem 1. Januar dieses Jahres pau- von 57 610 Franken (netto 52 912 Franken) verdient, erhielt er
schal 18 Franken pro Tag. Gemäss Asylgesetz sind die Kan- von der Caritas eine monatliche Unterstützung von Fr. 367.55
tone gehalten, die Fürsorge nach Möglichkeit in Form von plus den Mietzins in der Höhe von monatlich 2600 Franken
Sachleistungen zu erbringen, wie beispielsweise die Unter- bezahlt Das entspricht einem Jahreseinkommen von
bringung in Kollektivunterkünften. Fr. 93 220.60. Steuern hat er keine zu bezahlen. Zusätzlich er-
Zur Ergänzung Ihrer Berechnung, Herr Steinemann: Einer hält er Nebenleistungen wie Zahnarztkosten und Brennholz
Schweizer Familie mit einem Jahresbruttolohn von 66000 ersetzt
Franken stünde nach unseren Berechnungen nach Abzug der Ich frage den Bundesrat an,
Steuern ein erheblich höheres Monatseinkommen zur Verfü- 1. ob er die Meinung teilt, dass diese Unterstützung übertrie-
gung als die zur Diskussion stehenden 4400 Franken. ben hoch ist (auch wenn zu berücksichtigen ist, dass es sich
um eine Familie mit sieben Kindern handelt);
Steinemann Walter (A, SG): Danke, Herr Bundesrat, für die 2. wie es kommt, dass dieser Flüchtling keine Steuern bezah-
Belehrung. Diese Zahlen sind nicht auf meinem Mist gewach- len muss. Hält der Bundesrat diese Praxis für richtig?
sen, sie sind berechnet worden. Es kann sein, dass es Diffe-
renzen hat, aber ich nehme an, dass Ihre Zahlen auf dem gel- Texte de la question du 20 mars 1995
tenden Recht beruhen. Das macht viele Leute so zornig, denn Nous avons eu connaissance d'un cas de soutien financier
Schweizer Bürger haben wirklich mit diesen Zahlen kaum ver- extraordinairement élevé accordé par Caritas à un réfugié. Or,
gleichbare Zustände, wenn sie im schlechten Teil unserer Ge- la Confédération rembourse à Caritas les aides versées par
sellschaft leben. celle-ci. Bien que le réfugié en question ait un revenu brut de
Einerseits wird in einem Brief aus Ihrem Departement betont, 57 610 francs, équivalent à 52 912 francs nets, Caritas lui ac-
dass die 2000 Franken Miete für die Wohnung nötig seien, corde une aide financière de 367,55 francs par mois et paie
weil sie quasi zentral liege. Im gleichen Brief schreibt man son loyer mensuel de 2600 francs: il dispose donc d'un revenu
dann wieder, die Verkehrsauslagen müssten für abgelegen annuel de 93 220,60 francs, sur lequel il ne paie pas d'impôts.
wohnende Personen in Kauf genommen werden. Das sind Il bénéficie en outre de prestations complémentaires qui cou-
zwei verschiedene Grundlagen. Das ärgert die Leute, und vrent les frais dentaires et le bois de chauffage.
das wird an den Stammtischen herumgereicht und überall Je pose donc au Conseil fédéral les questions suivantes:
besprochen. 1. Ne pense-t-il pas comme moi que ce soutien financier est
Finden Sie nicht auch, Herr Bundesrat, dass eine normale, exagérément élevé (même si, il faut en tenir compte, cette fa-
steuerzahlende Schweizer Familie solche Zahlungen auf die mille compte sept enfants)?
Dauer nicht mehr akzeptieren kann? 2. Comment se fait-il que ce réfugié ne doive pas payer d'im-
Noch eine kurze Bemerkung: In Holland werden, wie wir alle pôts. Le Conseil fédéral trouve-t-il cela juste?
wissen, innert 24 Stunden Vorentscheide für Asylaufnahme-
verfahren getätigt; bei uns können solche Asylbewerberfami- Koller Arnold, Bundesrat: Zur ersten Frage: Nach Artikel 37
lien jahrelang leben. Das geht einfach nicht auf. Ich bitte Sie, des Asylgesetzes werden die Fürsorgeleistungen für Flücht-
endlich eine Regelung zu treffen, damit diese Situation ver- linge nach den für Schweizer Bürger geltenden Grundsätzen
ändert wird. ausgerichtet Hier liegt der Unterschied: Bei anerkannten
Flüchtlingen sind wir durch die Flüchtlingskonvention und das
Koller Arnold, Bundesrat: Herr Steinemann, ich bin froh, dass Gleichbehandlungsprinzip gehalten, die gleichen Ansätze wie
ich Ihnen diese Zahlen auch zuhanden der Stammtische be- für Schweizer Bürgerinnen und Bürger anzuwenden. Diese
kanntgeben kann. (Teilweise Heiterkeit) Leistungen erfolgen auch für Flüchtlinge nur dann, wenn kein
Zwar ist es, wie gesagt, so, dass wir zur Reduktion des admini- oder ein ungenügendes Erwerbseinkommen für den Lebens-
strativen Aufwandes die Pauschalisierung der Rückerstattun- unterhalt vorhanden ist Die Fürsorgeleistungen für Flücht-
gen an die Kantone seit dem 1. Januar 1995 eingeführt haben. linge ohne Niederlassungsbewilligung werden im Auftrag des
Dabei hoffe ich, es handle sich in dem Fall, den Sie im Visier Bundes durch die anerkannten Hilfswerke nach den anwend-
haben, um Asylbewerber und nicht um anerkannte Flücht- baren kantonalen Richtsätzen ausgerichtet Der Bund über-
linge, weil deren Behandlung unterschiedlich ist prüft aber alle diese Unterstützungsleistungen einerseits
Nun die Zahlen: Die Rückerstattung der Unterstützungsko- durch das Bundesamt für Flüchtlinge (EJPD), anderseits
sten an die Kantone beträgt heute pro Asylbewerber 18 Fran- durch die Finanzkontrolle des Bundes.
ken pro Tag, nämlich: 10 Franken Verpflegung, 3 Franken Ta- Zur zweiten Frage: Flüchtlinge und Asylbewerber sind steuer-
schengeld, 2,3 Franken Nebenkosten und 2,2 Franken Be- pflichtig. Was die Frage der Steuerpflicht in diesem von Ihnen
kleidung. Ich möchte hier einfach festgehalten haben, dass anvisierten Einzelfall anbetrifft, Herr Stamm Luzi, hat der Bun-
diese Pauschalbeiträge an Asylbewerber 28 Prozent tiefer lie- desrat die entsprechenden Abklärungen veranlasst
gen als für schweizerische Unterstützungsfälle. Ich glaube,
das sollte auch einmal klar festgehalten werden. Stamm Luzi (R, AG): Sie wissen, was wir als Nationalräte ver-
dienen. Ich persönlich leiste mir eine Sekretärin, um meine Ar-
beit ein bisschen besser zu machen. Als Rechtsanwalt arbeite
ich so viel, dass ich genug zum Leben habe. Sie können sa-
gen, ich sei ein Dummkopf, ich könne ja mehr in meine Arbeit
95.5056 stecken. Aber ich möchte soviel wie möglich für die politische
Arbeit aufwenden. Das hat zur Folge, dass ich mich persönlich
Frage Stamm Luzi einschränken muss.
Übertriebene Unterstützung Ich mute meiner fünfköpfigen Familie zu, in drei Zimmern zu
einer Flüchtlingsfamilie wohnen; ich habe meine jüngste Tochter im Elternschlafzim-
Question Stamm Luzi mer. Ich möchte mich überhaupt nicht beklagen, aber ich be-
Soutien financier accordé klage mich, wenn ich sehe, nach welchen Grundlagen hier
à une famille de réfugiés. Aide excessive Unterstützungen bezahlt werden.
Das ist nicht der einzige Fall, den ich kenne. Ich kann Unterla-
gen von ähnlichen Fällen bringen, von Leuten - ebenfalls aus
der Türkei -, die in der Schweiz 25 000 Franken haben sparen
können. Wenn Sie sehen, was die Durchschnittseinkommen
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 in der Türkei sind - vielleicht 150 Franken für hohe Beamte -,
Es wurde ein Fall bekannt, bei welchem einem Flüchtling von dann sind das unheimliche Summen. Ich sage das nicht ein-
der Caritas ausserordentlich hohe Unterstützungsleistungen fach zum Spass. Ich sage das deshalb, weil es eine falsch ver-
bezahlt wurden. Der Bund erstattet der Caritas die bezahlten standene «Menschlichkeit» ist, wenn wir einzelnen Privilégier-
20. März 1995 N 727 Fragestunde
ten soviel Geld zuhalten, wo wir doch auf der anderen Seite mit Die zweite Frage: Der aus dem Personal- und Organisations-
demselben Geld hundert anderen Menschen in der Dritten beratungsmandat von Herrn Dr. Hug resultierende Bericht
Welt helfen könnten. wird der Direktion des Bundesamtes für Flüchtlinge als Sach-
Sie haben recht, Herr Präsident, das war eine persönliche Er- verhaltsmassnahme und Entscheidungsgrundlage dienen,
klärung, keine Zusatzfrage. Und an Sie gerichtet, Herr Bun- um die verbleibenden Probleme zu lösen oder gegebenenfalls
desrat: Das ist keine Kritik an Ihnen persönlich, weil ich weiss, Anträge an mein Departement zu stellen. Der Bericht von
dass nicht Sie für diese Auszahlungspraxis verantwortlich Herrn Dr. Hug ist auf Ende März 1995 terminiert. Eine Orientie-
sind. Ich nehme an, Sie haben Ihre Antwort nicht selbst ge- rung des Parlamentes könnte allenfalls im Rahmen des Ge-
schrieben. schäftsberichtes 1995 erfolgen.
Koller Arnold, Bundesrat: Zunächst ist daran zu erinnern -
Herr Stamm Luzi hat selber darauf hingewiesen -, dass es sich
hier um eine Familie mit sieben Kindern handelt So kann man
sicher nicht von einer Privilegierung sprechen, denn wie ich Ih- 95.5080
nen vorhin ausgeführt habe, werden alle anerkannten Flücht-
linge im Unterschied zu den Asylbewerbern nach den glei- Frage Bugnon
chen Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für öffentli- Rückschaffung
che Fürsorge (SKöF) behandelt, wie das für Schweizer Unter- von Asylbewerbern aus Kosovo
stützungsbedürftige gilt Aber ich weiss - ich werde diese Sa- Question Bugnon
che auch in meinem Departement weiterverfolgen -, dass Renvoi de demandeurs d'asile
diese Ansätze der SKöF in gewissen Kantonen unter Be- originaires du Kosovo
schuss geraten sind, und es wird, wie Sie richtig sagen, Sache
der SKöF sein, im Rahmen dieser Harmonisierung zu prüfen,
ob diese Sätze, vor allem wenn es sich um grosse Familien
handelt, heute wirklich noch adäquat sind.
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Der Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) über
die Situation in Kosovo ist besonders beunruhigend. Danach
erlaubt es die Situation im Moment nicht, Einwohner von Ko-
95.5070 sovo, die sich in unserem Land aufhalten, deren Asylgesuch
aber abgewiesen worden ist, nach Kosovo zurückzuschaffen.
Frage Borer Roland Im übrigen konnte auch eine Genfer Delegation vor Ort die
Führungsprobleme Schwierigkeit der Situation feststellen.
in einer Abteilung des BFF Kann der Bundesrat garantieren, dass keine Rückschaffung
Question Borer Roland erfolgt, solange sich die Situation in Kosovo nicht zum Positi-
Division Assistance de I'ODR. ven verändert hat, insbesondere, solange die serbischen Be-
Dysfonctionnements hörden nicht ausreichende Sicherheitsgarantien abgeben
und die Anwesenheit internationaler Beobachter akzeptieren?
Ist der Bundesrat angesichts der gegenwärtigen Unmöglich-
keit, abgewiesene Asylbewerber zurückzuschaffen, bereit, die
vorläufige Aufnahme der betroffenen Personen in unserem
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Land zu bewilligen, wie dies Professor Kälin in seinem Rechts-
Wie mir ein früherer Mitarbeiter des BFF mitgeteilt hat, sind seit gutachten vorschlägt?
längerer Zeit Führungsprobleme in der Abteilung Fürsorge
des BFF festgestellt worden. Mittlerweile soll sogar ein exter- Texte de la question du 20 mars 1995
ner Berater in der Person des ehemaligen Direktors des Biga, Le rapport de l'Organisation suisse d'aide aux réfugiés (Osar)
Herrn Hugs, mit der Klärung dieser Probleme beauftragt wor- sur la situation au Kosovo est particulièrement inquiétant II fait
den sein. état d'une situation qui ne permettrait pas, actuellement, de
Ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen: renvoyer les ressortissants du Kosovo vivant dans notre pays
1. Trifft es zu, dass die geschilderten Führungsprobleme vor- et dont les demandes d'asile ont été rejetées.
handen sind und demzufolge Herr Hug mit einem Mandat zur En outre, une délégation genevoise s'est rendue sur place et a
Klärung der Situation betraut worden ist? pu, elle aussi, constater la difficulté de la situation.
2. Wenn ja, welchen Stellenwert hat der Bericht von Herrn Le Conseil fédéral peut-il donner les garanties qu'aucun ren-
Hug, bis zu welchem Zeitpunkt liegt dieser vor, und auf wel- voi ne sera entrepris tant que la situation au Kosovo n'aura pas
chem Weg wird das Parlament über den Sachverhalt orien- changé positivement et que les autorités serbes n'auront pas
tiert? donné des garanties suffisantes sur la sécurité et n'auront pas
accepté la présence d'observateurs internationaux?
Texte de la question du 20 mars 1995 Etant donné l'impossibilité de renvoyer les requérants d'asile
Un ex-collaborateur de I'ODR m'a confirmé que les dysfonc- déboutés actuellement, est-ce que le Conseil fédéral est d'ac-
tionnements affectant la conduite de la Division Assistance ne cord, comme le suggère le professeur Kälin dans son avis de
sont pas nouveaux. Il semblerait même que dans l'intervalle droit, d'accorder l'admission provisoire pour les personnes
un conseiller extérieur ait été nommé en la personne de concernées?
M. Hug, ancien directeur de l'Ofiamt, afin de tirer cette affaire
au clair. Koller Arnold, Bundesrat: Im Rahmen des sorgfältigen Einzel-
Je demande donc au Conseil fédéral de répondre aux ques- prüfungsverfahrens wird der angespannten Lage in Kosovo
tions suivantes: Rechnung getragen. Ergibt die Gesuchsprüfung Hinweise auf
1. Les dysfonctionnements évoqués sont-ils réels et est-il vrai eine individuelle Gefährdung, wird Asyl gewährt 1994 betrug
que M. Hug ait été chargé d'éclaircir la situation? die Anerkennungsquote 8,9 Prozent Zudem wurden seit 1992
2. Dans l'affirmative, quel poids sera accordé au rapport de zirka 5000 Personen aus der Kosovo-Provinz vorläufig auf-
M. Hug, quand sera-t-il prêt et par quelle voie le Parlement genommen.
sera-t-il informé de la question? Die Schweiz erachtet in Übereinstimmung mit der Praxis ande-
rer westeuropäischer Staaten den Vollzug der Wegweisung
Koller Arnold, Bundesrat: Die erste Frage, Herr Borer, kann abgewiesener Asylbewerber trotz der angespannten Lage
ich mit Ja beantworten. Der ehemalige Direktor des Biga hat nach wie vor grundsätzlich als zulässig und zumutbar. Im heu-
tatsächlich ein entsprechendes Mandat tigen Zeitpunkt besteht demnach kein Anlass, den Forderun-
Heure des questions 728 N 20 mars 1995
gen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe in bezug auf die Zu- Stich Otto, Bundesrat: Von der Steuer ausgenommen sind
lässigkeit und die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nur ganz bestimmte Heilbehandlungen, nämlich solche, die
zu entsprechen. im Bereich der Humanmedizin von Ärzten, Zahnärzten, Zahn-
Was die Rückführung abgewiesener Asylbewerber in die Ko- technikern, Krankengymnasten, Hebammen oder Angehöri-
sovo-Provinz betrifft, hat sich die Lage seit dem 28. November gen ähnlicher Heilberufe ausgeübt werden. In bezug auf das
letzten Jahres, als das Belgrader Verkehrsministerium faktisch vom Fragesteller aufgeworfene Problem ist festzuhalten, dass
ein Einreiseverbot verfügte, nicht geändert. Damit ist der Voll- Tätigkeiten wie Blutdruckmessen für sich allein nicht als Heil-
zug der Wegweisungen aus der Schweiz und den anderen eu- behandlungen gelten, nicht anders als etwa das Messen der
ropäischen Ländern zurzeit blockiert. Die Ausreisefristen für Sehschärfe, das Feststellen des Gewichtes, das Anpassen or-
weggewiesene Asylbewerber wurden deshalb im Januar die- thopädischer Schuhe usw. Das wäre im übrigen auch so,
ses Jahres bis Ende Mai dieses Jahres verlängert. wenn Angehörige von Heilberufen solche Leistungen für sich
Die Schweiz wird zusammen mit anderen westeuropäischen allein erbringen würden. Im weiteren wird in Apotheken für sol-
Staaten weiterhin alles daran setzen, damit die von Jugosla- che Dienstleistungen oft gar kein besonderes Entgelt verlangt
wien angeordneten völkerrechtswidrigen Restriktionen für die In diesen Fällen stellt sich das vom Fragesteller angeschnit-
Einreise eigener Staatsangehöriger aufgehoben werden. tene Problem ohnehin nicht
Der Verkauf von Medikamenten ist stets steuerbar, wenn auch in
Bugnon Fabienne (G, GE): Aujourd'hui encore, un quotidien der Regel zum reduzierten Satz von 2 Prozent Das gilt im übri-
genevois fait un gros plan sur le Kosovo. On y apprend que la gen auch für den Verkauf durch Angehörige der Heilberufe, so-
Commission européenne des droits de l'homme fait état de weit sie die verfassungsmässig festgelegten Umsatzgrenzen
19000 violations des droits de l'homme pour 1994 (cela überschreiten und den Patienten Medikamente in verschlosse-
concerne uniquement celles qui sont documentées) et ner Packung oder ungebraucht zur eigenen Anwendung über-
8500 cas nouveaux de mauvais traitements. Vous savez qu'ac- lassen. Die Apothekerwerden alsoim Vergleich zuÄrzten,Zahn-
tuellement les Kosovars qui sont dans notre pays vivent dans ärzten usw. von der Steuerverwaltung sehr wohl rechtsgleich
une situation de précarité extrême. behandelt, wenn sie dieselbe Art von Tätigkeit ausüben.
Est-ce que vous pouvez quand même nous donner un signe
d'encouragement qu'il n'y aura pas de refoulements d'ici la fin Baumberger Peter (C, ZH): Herr Bundesrat, wenn ich Sie rich-
mai, comme prévu? tig verstanden habe, heisst das, was Sie jetzt gesagt haben - in
Übereinstimmung mit Artikel 8 Absatz 2 Litera b Ziffer 2 der
Koller Arnold, Bundesrat: Wir sind uns der schwierigen Men- Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung, wo die Lei-
schenrechtslage in Kosovo durchaus bewusst Aber wir sind stungen im Bereiche der Heilbehandlung von der Steuerpflicht
nach wie vor davon überzeugt, dass wir keinen Grund haben, ausgeschlossen sind -, dass Apotheker jedenfalls dann nicht
uns vom bewährten Prinzip der Einzelfallprüfung abzukehren. mehrwertsteuerpflichtig sind, wenn sie Heilbehandlungen vor-
Bis Ende Mai 1995 bleibt es bei dieser Verlängerung der Aus- nehmen; es geht um «ähnliche Berufe», Sie haben das aus der
reisefristen. Bis dann hoffen wir, dass es uns in enger Zusam- Verordnung selbst zitiert Wenn Apotheker also Heilbehandlun-
menarbeit mit den anderen betroffenen Zielstaaten in Westeu- gen vornehmen, und dasgibt es, sind sienicht mehrwertsteuer-
ropa gelingt, diese Lage zu verbessern. Wir werden rechtzeitig pflichtig. Gehe ich in der Interpretation Ihrer Aussage richtig?
über die weiteren Schritte zu entscheiden haben.
Stich Otto, Bundesrat: Sie haben ganz exakt gefragt: «Sind
bei dieser Aufzählung die Apotheker, soweit sie entspre-
chende Leistungen erbringen (z. B. Blutdruckmessungen,
Methadonabgabe usw.), vergessen gegangen?» Da kann ich
95.5045 sagen: Nein, sie sind nicht vergessen gegangen.
Frage Baumberger Baumberger Peter (C, ZH): Meine Zusatzfrage lautet: Sind die
Hellbehandlungen durch Apotheker. Apotheker nicht mehrwertsteuerpflichtig, wenn sie tatsächlich
Mehrwertsteuerpflicht Heilbehandlungen machen - und das gibt es, auch wenn es
nach Ihrer Interpretation nicht die in meiner Frage erwähnten
Question Baumberger Fälle sind? Ist das richtig?
Taxe sur la valeur ajoutée
et soins dispensés par les pharmaciens
Stich Otto, Bundesrat: Entschuldigung, Herr Baumberger,
aber Sie haben hier nicht die Frage gestellt: Nehmen Apothe-
ker grundsätzlich Heilbehandlungen vor, ja oder nein? Wenn
sie Heilbehandlungen vornehmen, dann ist das selbstver-
ständlich so; das gilt aber nicht für den übrigen Bereich.
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
In der Wegleitung sind unter Position 592 die Angehörigen der
für Heilbehandlungen anerkannten Berufskategorien «ab-
schliessend» aufgezählt
1. Sind bei dieser Aufzählung die Apotheker, soweit sie ent-
sprechende Leistungen erbringen (z. B. Blutdruckmessun- Begrüssung - Bienvenue
gen, Methadonabgabe usw.), vergessen gegangen?
2. Ist der Bundesrat bereit, die Wegleitung entsprechend er- Le président: Mmes Mary Burton, NomaHlubeetThisbeClegg
gänzen zu lassen, oder wie begründet er eine steuerliche Be- d'Afrique du Sud, membres de l'organisation non gouverne-
nachteiligung der Apotheker? mentale Black Sash, créée voici quarante ans pour lutter
contre la discrimination raciale, et qui se consacre à la défense
Texte de la question du 20 mars 1995 des groupes les moins favorisés d'Afrique du Sud, seront
La liste «exhaustive» des catégories professionnelles habili- reçues tout à l'heure par une dizaine de nos collègues fem-
tées à dispenser des soins à la personne figure au chiffre 592 mes. Cette organisation est appuyée par la Direction de la coo-
des instructions à l'usage des assujettis à la TVA pération au développement et de l'aide humanitaire.
1. Les pharmaciens qui fournissent de telles prestations (par Nous portons, Mesdames, beaucoupd'intérêtàvotreactionqui
exemple mesure de la tension artérielle, distribution de métha- vient de vous valoir le prix de la Fondation danoise pour la paix.
done, etc.) ont-ils été oubliés? Soyez très cordialement les bienvenues. (Applaudissements)
2. Le Conseil fédéral est-il prêt à compléter les instructions ou,
si tel n'est pas le cas, comment entend-il justifier le préjudice
fiscal des pharmaciens?
20. März 1995 N 729 Fragestunde
95.5049 Stich Otto, Bundesrat: Wir haben die hochwohllöbliche Auf-
gabe, die Zahlungen durchzuführen. Die Finanzverwaltung
Frage Verterli hat sich mit dem Militärdepartement auf einen Kurs von
F/A-18. Beschaffungskosten Fr. 1.50 geeinigt
im Zusammenhang Ich erinnere mich sehr gut an die Zeit, als die Botschaft er-
mit Wechselkursveränderungen schien, als dann der Nationalrat entschied und darauf die
Question Vetter l i Volksabstimmung durchgeführt wurde. Damals hat man einen
F/A-18. Coût de l'acquisition unerhörten Druck auf uns ausgeübt Man hat gesagt: Es gibt in
et modification du cours des changes der Schweiz keine Bank, die nicht eine Kursabsicherung vor-
nehmen wird. Ich selber war überzeugt, dass der Kurs tiefer ist
Aber Sie wissen ja, man darf nicht zu stur sein. (Heiterkeit)
Als das Militärdepartement gesagt hat, es zahle Fr. 1.50, aber
nicht einen Cent mehr, habe ich am Schluss nachgegeben.
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Ich habe gesagt, dass ich für die Trésorerie ohnehin nicht zu-
1. Stimmt die ap-Agenturmeldung vom 8. März 1995, dass die ständig sei. Wenn man die Empfehlung von allen Banken und
Trésorerie des Bundes bereits 1993 den vollen Betrag vom Militärdepartement hat, dann ist man als Finanzminister
von 2,2 Milliarden US-Dollar zu einem Wechselkurs von auf der schwächeren Seite. Das müssen Sie einfach so sehen.
Fr. 1.46 gekauft hat? Umgekehrt, Herr Vetterli, stellen Sie sich einmal vor: Wenn wir
2. Stimmt es, dass dem EMD aber ein Wechselkurs von wegen der Sturheit des Finanzministers 10 Millionen Franken
Fr. 1.50 belastet wird? mehr hätten ausgeben müssen, müsste man ihn jetzt mit
3. Angenommen, der Bund hätte die nötigen Dollars in ver- Glanz und Gloria auf hängen! (Heiterkeit)
schiedenen Tranchen zu einem durchschnittlichen Wechsel-
kurs von Fr. 1.30 gekauft, dann wäre gemäss Botschaft, Sei-
te 93, der Kauf von 34 F/A-18-Kampfflugzeugen um 400 Millio-
nen Franken billiger geworden. Wären diese 400 Millionen 95.5054
Franken dem EMD zugute gekommen oder in die allgemeine
Bundeskasse geflossen? Frage Seiler Hanspeter
Vereinfachung Beitragsauszahlungen
Texte de la question du 20 mars 1995 Question Seiler Hanspeter
1. Est-il vrai, comme l'affirme une dépêche de l'agence ap Versement de contributions financières
du 8 mars 1995, que la Trésorerie de la Confédération a acheté par la Confédération. Simplification
en 1993 2,2 milliards de dollars américains au cours de 1,46
franc le dollar?
2. Est-il vrai qu'on facture par contre au DMF un taux de
change de 1,50 franc?
3. En admettant que la Confédération ait acheté par tranches Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
les dollars nécessaires, au taux moyen de 1,30 franc, les 34 Im Postulat des Fragestellers (92.3241) wurde der Bundesrat
avions de combat F/A-18, si je me réfère au chiffre 683 du ersucht, mit geeigneten Massnahmen das Auszahlen von
message, auraient coûté 400 millions de francs de moins. Bundesbeiträgen an Subventionsempfänger zu vereinfachen.
Que serait-il alors advenu de ces 400 millions de francs? Se- In seiner Beantwortung anerkannte der Bundesrat die Not-
raient-ils revenus au DMF ou à la caisse générale de la wendigkeit, das Verfahren der Zahlungsabwicklung und die
Confédération? damit zusammenhängenden administrativen Aufgaben einer
kritischen Überprüfung zu unterziehen. Gleichzeitig wies er
Stich Otto, Bundesrat: Nach der Volksabstimmung über die darauf hin, dass zwei Kommissionen beauftragt worden wa-
Initiative «für eine Schweiz ohne Kampfflugzeuge» sicherte die ren, in dieser Sache nach Vereinfachungen zu suchen und
Eidgenössische Finanzverwaltung dem Eidgenössischen Mi- Massnahmen vorzuschlagen. Die Realität zeigt, dass sich bis
litärdepartementfür die bis ins Jahr 1999 zu leistenden Zahlun- heute kaum etwas geändert hat
gen bei der Beschaffung des Kampfflugzeuges den Devisen- Ich frage deshalb den Bundesrat:
bedarf im Gesamtbetrag von 2120 Millionen Dollar zu einem 1. Haben die in der Beantwortung des Postulates erwähnten
festen Kurs von Fr. 1.50 zu. Sie übernahm damit das Wechsel- Kommissionen konkrete Vorschläge zur Vereinfachung erar-
kursrisiko. Gleichzeitig wurde die Bundestresorerie ange- beitet?
sichts der auf einen steigenden Dollarkurs hin tendierenden 2. Wurden bereits vorgeschlagene Massnahmen bzw. Verein-
Erwartungen der Devisenmarktspezialisten mit der vollständi- fachungen oder Straffungen realisiert?
gen Absicherung des Wechselkursrisikos beauftragt
Die Trésorerie konnte ihren Auftrag zu einem durchschnittli- Texte de la question du 20 mars 1995
chen Beschaffungskurs von knapp Fr. 1.46erfüllen. DieOrien- Par mon postulat 92.3241, je priais le Conseil fédéral de simpli-
tierung der eidgenössischen Räte über diese Kurssicherungs- fier le paiement des subsides fédéraux Dans sa réponse, le
operation erfolgte mit der Botschaft zur Staatsrechnung 1993. gouvernement admettait la nécessité de soumettre le mode de
Es trifft zu, dass dem Eidgenössischen Militärdepartement ver- paiement et les tâches administratives qu'il entraîne à un
einbarungsgemäss ein Wechselkurs von Fr. 1.50 belastet wird. réexamen critique. Il signalait que deux commissions avaient
Mit der Übernahme des Wechselkursrisikos durch die Eidge- été chargées de proposer des mesures de simplification. Or, à
nössische Finanzverwaltung werden Kursgewinne und -verlu- ce jour, on ne constate guère de changement
ste durch sie in der Staatsrechnung ausgewiesen. In dem vom C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral:
Fragesteller geschilderten hypothetischen Fall wären die Kurs- 1. Les commissions ont-elles formulé des mesures de simplifi-
gewinne in die allgemeine Bundeskasse geflossen. Das EMD cation concrètes?
belastet seinen Verpflichtungskredit mit F/A-18-Zahlungen auf 2. De telles mesures ont-elles déjà été mises en pratique?
der Basis des vereinbarten Dollarkurses von Fr. 1.50.
Stich Otto, Bundesrat: Es trifft zu, dass der Bundesrat in seiner
Verterli Werner (V, ZH): Ich bedanke mich für die Antwort. Die Antwort auf das Postulat Seiler Hanspeter vom 17. Juni 1992
Behauptung von Herrn Nationalrat Hubacherinder «Arena»und die Berechtigung des vorgebrachten Anliegens grundsätzlich
auch in einem Inserat der «SonntagsZeitung» würde also nicht anerkannt hat Bei den beiden Kommissionen handelt es sich
zutreffen. Herr Hubacher sagte, dass das EMD 726 Millionen um die auf Verlangen der Kantone 1992 geschaffene Arbeits-
Franken «verloche». Wenn allenfalls jemand etwas «verlocht» gruppe aus Vertretern der Konferenz der kantonalen Finanzdi-
hätte, wäre es also nicht das EMD, sondern das EFD gewesenl rektoren und des Eidgenössischen Finanzdepartementes,
Heure des questions 730 N 20 mars 1995
welche sich mit der Unterstützung des Finanzdepartementes Borer Roland (A, SO): Besten Dank für Ihre knappe und sehr
mit der Neuordnung des Finanzausgleichs befasst hat präzise Antwort. Was mich jetzt interessieren würde, wäre fol-
Die erstgenannte Arbeitsgruppe hat einen umfangreichen Ka- gendes: Wo holt der Bundesrat eine zusätzliche Expertise ein?
talog konkreter Vereinfachungsvorschläge erarbeitet, welche Ist doch die Stelle, die in der Schweiz bis heute massgeblich
auch im administrativen Bereich Entlastungen ermöglichen. an der Erarbeitung von derartigen Expertisen beteiligt ist, näm-
Solche Vorschläge fanden Eingang in die Sanierungsmass- lich der Technische Dienst des Touring Clubs der Schweiz
nahmen 1993 und 1994 und konnten teilweise realisiert wer- (TCS), eindeutig der Meinung, dass diese Tempolimite nichts
den. Leider hat die fehlende Zustimmung zum jüngsten Sanie- bringt Also: Wer erarbeitet zusätzliche Expertisen?
rungspaket zur Folge, dass viele der vom Bundesrat ange-
strebten Entlastungen, beispielsweise im Bereich der Beiträge Stich Otto, Bundesrat: Ich denke, dass wir die Expertise im
an Berufsschulbauten, nicht realisiert werden können. Einvernehmen mit den Betroffenen gewählt haben und dass
Die Arbeiten der zweiten Gruppe haben zur Einsetzung einer Sie zuerst einmal abwarten sollten, was die Expertise zeigt
vom Eidgenössischen Finanzdepartement und von der Konfe-
renz der kantonalen Finanzdirektoren getragenen Projektor-
ganisation geführt, welche Vorschläge zu einer grundlegen-
den Neuordnung der finanziellen Beziehungen zwischen
Bund und Kantonen ausarbeiten wird. Ein Bericht über die 95.5077
Grundzüge dieser Neuordnung wird dem Bundesrat Ende
1995 vorliegen. Diese Arbeiten werden zweifellos zu Vorschlä- Frage Hegetschweller
gen führen, welche auch namhafte Vereinfachungen im Be- Baselbieter Eigenmietwert-Initiative
reich der Beitragszahlungen zur Folge hätten. Ob sie realisiert Question Hegetschweiler
werden können, wird vom konkreten Reformwillen des Parla- Initiative du canton de Bàie-Campagne.
mentes abhängen. Valeur locative
95.5068
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Frage Borer Roland Die Stimmberechtigten des Kantons Baselland haben der
Tempo 80 um Luzern. «Gesetzesinitiative für eine verfassungskonforme Eigenmiet-
Bundesratsentscheid wertbesteuerung und einen sozialen Wohnkostenabzug» in
Question Borer Roland der Volksabstimmung vom 12. März 1995 mit überwältigender
Limitation de vitesse à 80 km/h Mehrheit zugestimmt
autour de Lucerne. Es stellen sich folgende Fragen:
Décision du Conseil fédéral 1. Wirft der Entscheid des Baselbieter Stimmvolkes grundsätz-
liche Fragen zu den betroffenen Artikeln des Bundesgesetzes
über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden auf?
2. Wenn ja, wäre allenfalls diese Harmonisierungsvorschrift
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 aufzuheben?
Wie der Fachpresse zu entnehmen ist, hat der Bundesrat be- 3. Attestiert das Eidgenössische Finanzdepartement dem
züglich Tempo 80 auf den Autobahnen rund um Luzern bis neuen Baselbieter Modell eine eigentumsfördernde Wirkung?
heute noch keinen Entscheid gefällt, obwohl gegen diese Be- 4. Erwägt das Eidgenössische Finanzdepartement Massnah-
schränkung vor rund zweieinhalb Jahren mehrere Beschwer- men, um ein weiteres Auseinanderdriften der kantonalen und
den eingereicht wurden. eidgenössischen Eigenmietwerte zu verhindern?
Ich bitte in diesem Zusammenhang um die Beantwortung fol-
gender Fragen: Texte de la question du 20 mars 1995
1. Warum hat die Landesregierung bezüglich der Tempolimi- Lors de la votation du 12 mars 1995, les citoyens du canton de
ten auf Autobahnen um die Stadt Luzern bis heute keinen Ent- Baie-Campagne ont approuvé à une majorité écrasante l'ini-
scheid gefällt, und wann ist ein solcher zu erwarten? tiative législative demandant une imposition de la valeur loca-
2. Sind Sie nicht auch der Meinung, dass sämtliche in letzter tive qui soit conforme à la constitution et la déduction d'une
Zeit zu diesem Thema verfassten Studien gegen einen Ent- partie du loyer à des fins sociales.
scheid zugunsten Tempo 80 sprechen? Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui-
vantes:
Texte de la question du 20 mars 1995 1. La décision du peuple de Baie-Campagne remet-elle fonda-
II ressort de nouvelles parues dans la presse spécialisée que mentalement en cause les articles pertinents de la loi fédérale
le Conseil fédéral n'a pas encore pris de décision concernant sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et des
la limitation à 80 km/h de la vitesse sur les autoroutes situées communes?
autour de Lucerne, bien que plusieurs recours aient été dépo- 2. Dans l'affirmative, faudrait-il supprimer les dispositions
sés contre cette limitation il y a déjà deux ans et demi. considérées?
En l'occurrence, je demande au Conseil fédéral de répondre 3. Le Département fédéral des finances admet-il que le nou-
aux questions suivantes: veau système élaboré par Baie-Campagne favorise l'accès à
1. Pourquoi le gouvernement n'a-t-il pas encore tranché sur la la propriété?
limitation de vitesse sur les autoroutes situées autour de Lu- 4. Le Département fédéral des finances envisage-t-il de pren-
cerne? Quand une décision sera-t-elle prise? dre des mesures afin d'éviter que les valeurs locatives fixées
2. N'êtes-vous pas également d'avis que toutes les études ré- par les cantons ne s'écartent davantage encore de celles qui
centes sur le sujet sont défavorables à une limitation de la vi- sont admises par la Confédération?
tesse à 80 km/h?
Stich Otto, Bundesrat: Zur ersten Frage: Das Bundesgesetz
Stich Otto, Bundesrat: Der Bundesrat liess zur Frage der Aus- über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
wirkungen von tieferen Geschwindigkeitslimiten auf die Um- und Gemeinden verlangt in Artikel 7 Absatz 1, dass auch Ein-
welt eine zusätzliche Expertise einholen, welche im Oktober künfte aus selbstgenutztem Wohneigentum steuerbar sind,
des letzten Jahres vorgelegt wurde. Nachdem sich die Be- hingegen schreibt es, anders als das Bundesgesetz über die
schwerdeführer dazu äussern konnten, wird der Bundesrat direkte Bundessteuer, nicht vor, dass die Besteuerung des
demnächst darüber entscheiden. Einkommens zum Marktwert zu erfolgen hat
20. März 1995 N 731 Fragestunde
Zur zweiten Frage: Eine Aufhebung der genannten Vorschrift Da die Beschäftigungslage der einschlägigen schweizeri-
im Steuerharmonisierungsgesetz drängt sich nicht auf. Allen- schen Fabrikationsbetriebe als unbefriedigend bezeichnet
falls müsste sich der Bundesgesetzgeber fragen, ob er das werden muss, möchte ich den Bundesrat bitten, folgende Fra-
Marktwertprinzip nicht auch im Steuerharmonisierungsgesetz gen zu beantworten:
verankern sollte. 1. Wie stellt sich der Bundesrat zu diesem Sachverhalt?
Zur dritten Frage: Das Modell des Kantons Baselland hat keine 2. Wie lässt sich ein Stellenabbau von 120 Personen bei der
eigentumsfördernde Wirkung. Der Kanton Baselland muss Schweizerischen Maschinenfabrik in Winterthur, im Zusam-
aus Gründen der Rechtsgleichheit nicht nur den Wohnungsei- menhang mit diesem Geschäft betrachtet, rechtfertigen?
gentümern, sondern auch den Mietern substantielle Steuerer-
leichterungen zugestehen. Texte de la question du 20 mars 1995
Zur vierten Frage: Nein, die Konsequenz ist lediglich, dass La presse a rapporté le 15 mars 1995 que les CFF avaient l'in-
zwei verschiedene Eigenmietwerte angewendet werden tention d'acheter 30 locomotives de manoeuvre en Espagne
müssen. pour un montant de 67,9 millions de francs.
La situation de l'emploi des usines suisses spécialisées dans
Hegetschweiler Rolf (R, ZH): In Anbetracht der Situation, ce domaine devant être qualifiée de peu satisfaisante, je prie le
dass viele kantonale Eigenmietwerte bundesgerichtlich über- Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
prüft und als zulässig erachtet wurden, obschon sie 40 und 1. Que pense-t-il de cette situation?
mehr Prozent unter der Vergleichsmiete liegen - letzte Woche 2. Comment justifier le licenciement de 120 employés de la
ist in der «Neuen Zürcher Zeitung» ein solcher Fall aus dem Schweizerische Maschinenfabrik de Winterthour eu égard à
Kanton Solothurn begründet worden -, wirkt es zunehmend cette acquisition?
stossend - das müssen Sie doch akzeptieren, Herr Bundes-
rat -, wenn der Bund für die Bundessteuer Eigenmietwertzu- Ogi Adolf, Bundesrat: Die SBB, Sie wissen es, stehen unter
schläge erhebt, die in vielen Kantonen massgeblich über den grossem Druck, namentlich auch seitens des Parlamentes, ih-
kantonalen Werten liegen. Ich bin der Meinung, dass hier ein ren Bahnbetrieb möglichst kostengünstig zu organisieren.
Harmonisierungsbedarf besteht, und ich möchte Sie fragen, Dies erfordert eine entsprechend kostenbewusste Investi-
ob Sie nicht auch der Meinung sind, dass dieses Auseinander- tionspolitik.
driften nicht gut ist und irgendwie behoben werden sollte und Nun haben Sie zwei Fragen gestellt, Herr Stalder, die ich wie
dass die Steuerverwaltung die Sache einmal gründlich unter folgt beantworten möchte:
die Lupe nehmen müsste. 1. Die angesprochene Vergabe der 30 Rangierlokomotiven an
Darf ich Sie um eine Antwort bitten? die GEC Alsthom ist ein unternehmerischer Entscheid. Erliegt
in der alleinigen Kompetenz der SBB und steht in voller Über-
Stich Otto, Bundesrat: Ich kann Herrn Hegetschweiler bestäti- einstimmung mit der Einkaufsverordnung des Bundes.
gen, dass die Steuerverwaltung diese Fragen schon mehr- 2. Rund 20 bis 25 Prozent der Arbeiten (Endmontage) werden
mals eingehend unter die Lupe genommen hat Das Bundes- im Rahmen dieser Lokomotivbeschaffung in der Schweiz aus-
gesetz über die direkte Bundessteuer sieht vor, dass der Ver- geführt Zum gleichen Zeitpunkt haben die SBB bei unserer In-
kehrswert massgebend ist Die Eidgenössische Steuerverwal- dustrie 60 Steuerwagen im Wert von 155 Millionen Franken für
tung hat sich an das Bundesgesetz zu halten, da gibt es keine den zukünftigen lntercity-Verkehr in Auftrag gegeben.
Diskussion.
Die Kantone machen, was sie wollen. Sie sind frei in der Ge-
staltung ihrer Abzüge, da haben wir ihnen nichts vorzuschrei-
ben. Wir haben selbstverständlich dafür zu sorgen, dass die
Schweizer Hauseigentümer in Zukunft - unabhängig davon, 95.5075
in welchem Kanton sie wohnen - rechtsgleich behandelt und
gleich besteuert werden. Da kann der Kanton Baselland mit Frage Binder
seinem Entscheid keine Änderung herbeiführen. Kauf von Lokomotiven in Spanien
Es ist richtig, dass es besser und angenehmer wäre, wenn Question Binder
keine Differenz bestehen würde, wenn sich die Kantone von Acquisition de locomotives en Espagne
sich aus an die Vorschrift der Verkehrswertbesteuerung halten
würden. Eine andere Möglichkeit wäre, auf die Eigenmietwert-
besteuerung zu verzichten, aber dafür keine Abzüge für Unter-
haltskosten, Zinskosten usw. zu akzeptieren. Das wäre eine
andere Möglichkeit, sie wäre etwas einfacher. Wir haben auch Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
schon darüber diskutiert, aber das Parlament hat das nicht ge- Nachdem die Schweizer Lokomotivindustrie Fahrzeuge ex-
wollt, und jetzt finden wir uns mit dem ab, was wir haben. portieren kann, erstaunt mich die Tatsache, dass sie bei den
SBB nicht zum Zuge kommt
Konnten die Schweizer Anbieter ihre Offerte auf dem gleichen
technischen Stand präsentieren wie die spanische Kon-
kurrenz?
95.5051 Texte de la question du 20 mars 1995
Je m'étonne que l'industrie suisse des locomotives, qui est en
Frage Stalder mesure d'exporter des véhicules, n'ait pas les faveurs des
Beschaffung von 30 Rangierlokomotiven CFF.
fürdieSBB Les industriels suisses ont-ils pu présenter une offre du même
Question Stalder niveau technique que celle de leurs concurrents espagnols?
Acquisition de 30 locomotives de manoeuvre
pour les CFF Ogi Adolf, Bundesrat: Es trifft zu, Herr Binder, dass die Schwei-
zer Industrie Fahrzeuge exportieren kann. Die neue Universal-
lokomotive 460 bzw. 465 wurde aufgrund einer umfangrei-
chen Bestellung der SBB entwickelt Allein die SBB verfügen
heute über 100 Stück davon.
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Beim kritisierten Auftrag handelt es sich um Rangierlokomoti-
Am 15. März 1995 war aus der Presse zu erfahren, dass ven. Die SBB haben eine Rangierlokomotive gesucht, die auf
30 Rangierloks für die SBB für den Betrag von 67,9 Millionen dem aktuellen technischen Stand ist und sich im Betriebsein-
Franken in Spanien beschafft werden. satz bewährt hat Die Schweizer Anbieter waren nach Auskunft
Heure des questions 732 N 20 mars 1995
der SBB entweder wesentlich teurer oder verfügten über kein Der Optimierungsprozess orientiert sich an den Bedürfnissen
aktuelles Serienprodukt Die Bedingungen der SBB waren für der Verfrachter. Die Verhandlungen zwischen der Zuckerindu-
alle Hersteller aber gleich. Ergänzend sei darauf verwiesen, strie, den Rübenpflanzern und den SBB sind im Gange. Dar-
dass rund 20 bis 25 Prozent des Auftragsvolumens dennoch über haben die SBB dem Fragesteller im Januar ausführlich
auf die Schweiz entfällt, vor allem für die Endmontage durch Bericht erstattet
die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Win- Zu Ihrer ersten Frage, Herr Seiler Hanspeter: Die Schweizeri-
terthur. schen Bundesbahnen erwarten in Kürze eine Liste der aus der
Sicht der Zuckerfabriken optimalen Verladezentren. Solange
Binder Max (V, ZH): Der Presse konnte man entnehmen, dass diese unbekannt sind, lässt sich Ihre Frage nicht abschlies-
die Schweizer Lokomotivindustrie den SBB dieselhydrauli- send beantworten.
sche Maschinen angeboten habe. Das habe den SBB nicht Zu Ihrer zweiten Frage: Folglich und als Konsequenz daraus
gepasst Sie wollten dieselelektrische Fahrzeuge. Hat man der kann auch die zweite Frage nicht beantwortet werden. Unbe-
Schweizer Lokomotivindustrie die Chance gegeben, auch stritten bleibt, Herr Seiler, dass im Interesse aller Partner Ko-
diese zu offerieren? Wenn ja, konnte sie diese Maschinen stenersparnisse zu realisieren sind.
nicht offerieren? Zu Ihrer dritten Frage: Für die Schweizerischen Bundesbah-
nen ist es selbstverständlich, auch die Produzenten optimal in
Ogl Adolf, Bundesrat: Aufgrund der Informationen, die mir von das neue Konzept einzubinden. Nicht zur Diskussion steht,
den SBB zugänglich gemacht wurden, waren, wie bereits aus- dass allenfalls Gatt-bedingte Nachteile für die Produzenten
geführt, die Bedingungen für alle gleich. Hier hat die schweize- von den Bahnen abzugelten wären.
rische Industrie nicht gleichwertig offerieren können. Ich
werde aber Ihrer Zusatzfrage noch genau nachgehen und Ih-
nen schriftlich Antwort geben.
95.5062
Frage Bär
95.5055 Flughafen Bern-Belpmoos.
Einhaltung der Lärmgrenzwerte
Frage Seiler Hanspeter und der Öffnungszeiten
Schliessung von Verladestationen Question Bär
für Zuckerrübentransport Aéroport de Belpmoos.
Question Seiler Hanspeter Respect des normes antibruit
Transport des betteraves sucrières. et de l'interdiction des vols de nuit
Suppression des points de chargement
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Das EVED hat Anfang der Woche zwei neue Flugverbindun-
Im Zuge der Rationalisierungsmassnahmen der SBB (Güter- gen - nach Frankfurt und Elba - bewilligt Bereits heute wer-
verkehr) soll auch der Transport von Zuckerrüben auf der den aber die Lärmgrenzwerte, wie sie in der Lärmschutzver-
Schiene durch eine massive Reduktion der Verladestationen ordnung festgelegt sind, überschritten. Zudem werden die Be-
eingeschränkt bzw. vermehrt auf die Strasse umverlagert triebs- bzw. die Ruhezeiten gemäss Betriebsreglement zuneh-
werden. mend missachtet
1. Wie viele und welche der bisherigen Stationen werden für Mit welchen Massnahmen gedenkt der Bundesrat die für die
Zuckerrübenverlad nicht mehr zur Verfügung stehen? lärmgeplagte Bevölkerung unhaltbare Situation zu verbessern
2. Welche Kostenersparnisse können damit zugunsten der und den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen?
SBB erzielt werden?
3. Gedenken die SBB Massnahmen zu unterstützen, die die Texte de la question du 20 mars 1995
Nachteile der von den Rationalisierungsmassnahmen direkt Au début de la semaine, le DFTCE a autorisé l'ouverture de
betroffenen Zuckerrübenproduzenten mildern könnten? deux nouvelles lignes à destination de Francfort et de l'île
d'Elbe. Or, aujourd'hui déjà, les valeurs limites fixées par l'or-
Texte de la question du 20 mars 1995 donnance sur la protection contre le bruit sont dépassées. De
Dans la foulée des mesures de rationalisation prises par les plus, les période d'interdiction des vols, telles qu'elles sont
CFF (transport des marchandises), il est à présent question de prévues dans le règlement d'exploitation, sont de moins en
restreindre les transports ferroviaires de betteraves sucrières moins observées.
et de privilégier la route pour ce genre de transports; en effet, Quelles mesures le Conseil fédéral compte-t-il prendre en vue
le nombre de points de chargement sera réduit massivement de faire respecter les normes en vigueur et d'améliorer cette si-
1. Combien de postes ne seront plus disponibles pour le tuation intenable pour la population exposée à ces nuisances?
chargement des betteraves sucrières et lesquels seront sup-
primés? Ogi Adolf, Bundesrat: Mit der Bewilligung des Linienfluges
2. Combien les CFF pourront-ils économiser grâce à cette nach Frankfurt erreicht die tägliche Anzahl der Linienflüge in
mesure? Bern wieder die gleiche Zahl wie letztes Jahr, nämlich
3. Les CFF ont-ils l'intention de soutenir des actions suscepti- 22 Starts und Landungen. Der Linienflug nach Elba ist eine
bles d'atténuer les inconvénients que subiront les producteurs Saisonverbindung, die nur samstags geflogen wird. Am Wo-
de betteraves sucrières, qui seront directement touchés par chenende finden ohnehin deutlich weniger Linienflüge als an
ces mesures de rationalisation? Werktagen statt Beide Flüge finden tagsüber statt Sie tangie-
ren also die Betriebszeiten bzw. die Ruhezeiten nicht
Ogi Adolf, Bundesrat: Als Folge des Preisdruckes auf die Der Bund tut seit Jahren sein Bestes, um Lärmauswirkungen
Zuckerrübenproduzenten werden auch die Schweizerischen des Luftverkehrs auf ein Minimum zu reduzieren. Leider lässt
Bundesbahnen aufgefordert, günstiger zu produzieren. Dies es sich nicht vermeiden, dass es hier und dort Probleme gibt
bedeutet: Konzentration der Verkehrsströme. Es bedeutet: und geben wird. Im vorliegenden Fall suchen nicht nur die
vermehrt Rüben- und Schnitzeltransporte in Ganzzügen. Kon- Bundesbehörden, sondern ebenso der Flugplatzhalter und
zentration bedeutet gleichzeitig: Beschränkung der Verlade- die Crossair nach gangbaren Lösungen, die aber die guten
zentren. Verbindungen nicht in Frage stellen.
20. März 1995 N 733 Fragestunde
Gute Verbindungen sind eine Voraussetzung für die Zukunft 95.5041
des Wirtschaftsstandortes Bern.
Frage Pidoux
Bär Rosmarie (G, BE): Herr Bundesrat, ich glaube Ihnen, dass Zusätzliche Heroinimporte
Sie Ihr Bestes tun. Sie haben aber meine Fragen damit nicht durch den Bund
beantwortet Auch letztes Jahr wurden schon, wie dieses Jahr, Question Pidoux
die Lärmgrenzwerte überschritten. Das wird auch von Ihrem Importation complémentaire d'héroïne
Departement nicht widerlegt Die Öffnungszeiten werden ver- par la Confédération
mehrt nicht eingehalten, namentlich abends. Ich möchte Ihre
Antwort darüber hören, wie Sie den rechtmässigen Zustand
wiederherzustellen gedenken.
Ogi Adolf, Bundesrat: Die Lärmgrenzwerte sind Zielvorgaben. Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Man weiss, dass diese nicht überall erreicht werden können. Frankreich war bereit, dem Bundesamt für Gesundheitswesen
Deshalb gibt es in der Lärmschutzverordnung auch Alarm- für seine Versuche mit der Drogenabgabe Heroin zu liefern.
werte. Wenn ein Alarmwert überschritten ist, muss der Verur- 1. Kann der Bundesrat uns erklären, warum unser Nachbar-
sacher Schallschutz bezahlen. Der Flugplatz Bern-Belpmoos land diese legalen Lieferungen abgebrochen hat?
überschreitet die Alarmwerte nicht 2. Woher wird die Schweiz nun das staatliche Heroin beziehen
Die Grenzwerte sind dort überschritten, Frau Bär, wo vor allem und zu welchem Preis?
die Linienflugzeuge massgebend sind. Die in Bernfürden Lini-
enverkehr eingesetzten Flugzeuge gehören zwar zu den leise- Texte de /a question du 20 mars 1995
sten ihrer Kategorie, aber sie sind immer noch lauter als die La France avait accepté de fournir de l'héroïne à l'Office fé-
meisten Kleinflugzeuge. déral de la santé publique pour ses expérimentations sur les
In bezug auf die Einhaltung der Zeiten ist es so, dass es einen drogués.
Linienflug gibt, der noch kurz vor 22 Uhr in Bern eintrifft Es ist 1. Le Conseil fédéral peut-il nous indiquer pour quelles rai-
dies ein sogenannter Sammelkurs der Crossair, der auf dem sons notre voisine a interrompu ses fournitures légales?
Flughafen Basel-Mülhausen mehrere Anschlüsse abwartet 2. Quel sera le prochain fournisseur à la Suisse de l'héroïne
étatique? et à quel prix?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: 1. La France avait auto-
95.5067 risé une entreprise française à exporter de l'héroïne vers la
Suisse. Le 30 novembre de l'année dernière, un entretien a eu
Frage Bortoluzzi lieu à ce sujet entre M™ Simone Veil, ministre des affaires so-
Droleg-lnitiative ciales, de la santé et de la Ville, et la cheffe du Département fé-
Question Bortoluzzi déral de l'intérieur. A cette occasion, il est apparu que l'autori-
Initiative Droleg sation n'avait pas été renouvelée pour des motifs liés au débat
interne à la France sur la politique en matière de drogue.
2. Pour des motifs de sécurité, le Conseil fédéral ne veut pas
fournir d'indications sur les fournisseurs, ni sur les voies de li-
vraison, ni sur les endroits où l'héroïne est traitée et stockée. Il
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 peut cependant affirmer que l'approvisionnement en héroïne
Dem Vernehmen nach soll die Droleg-lnitiative mit etwa destinée aux essais est assuré. Les prix de l'héroïne pratiqués
107 000 Unterschriften eingereicht worden sein. par les fournisseurs agréés sont approximativement les mê-
1. Liegt die Zahl der gültigen Unterschriften vor? mes dans le monde entier. Un gramme d'héroïne brute coûte
2. Ist die Initiative gültig erklärt worden? aujourd'hui environ 6 francs.
fexfe de la question du 20 mars 1995 Pidoux Philippe (R, VD): Quand on n'est pas très fier de quel-
L'initiative dite Droleg aurait été déposée munie de 107 000 si- que chose, on n'aime pas en parler, n'est-ce pas, Madame la
gnatures. représentante du Conseil fédéral. Est-ce parce qu'on n'est pas
1. Connaît-on le nombre de signatures valables? très fier de cette politique qu'on n'ose pas dire publiquement
2. L'initiative a-t-elle été déclarée recevable? qui nous livre l'héroïne pour faire de tels essais?
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Certainement pas, il y a
1. L'initiative populaire «pour une politique raisonnable en ma- beaucoup d'activités de l'Etat dont nous sommes très fiers,
tière de drogue» a été déposée à la Chancellerie fédérale le mais que nous cachons.
9 novembre 1994. Elle a recueilli 107 714 signatures valables,
selon les informations qui viennent de m'arriver. Le résultat of-
ficiel sera publié durant le mois de mars encore.
2. Vous me permettrez de préciser que la décision de la Chan-
cellerie fédérale ne porte que sur l'aboutissement de l'initiative
populaire, et non pas sur sa validité, cette dernière ne pouvant
être constatée que par les Chambres fédérales elles-mêmes.
Heure des questions 734 N 20 mars 1995
95.5058 95.5047
Frage Maurer Frage Gobet
Ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln. Kosten der Drogensucht
Abgabe von Kokain Question Gobet
Question Maurer Coût de la toxicomanie en Suisse
Prescription médicale de stupéfiants.
Applicabilité à la cocaïne
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Laut einem Uno-Bericht über die Drogensucht betragen die
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 jährlichen Kosten dieser Plage in der Schweiz zwischen 1 und
Gemäss Grundidee des Versuchsprojektes sollen den 2,7 Milliarden Franken.
Schwerstabhängigen die Betäubungsmittel abgegeben wer- 1. Verfügt der Bund über präzisere Schätzungen? Falls ja, auf
den, die die Süchtigen brauchen. wieviel belaufen sich diese Kosten?
Andererseits heisstes im kürzlich erschienenen INCB-Bericht, 2. Aufweichen Faktoren beruhen diese Schätzungen?
dass dieses Uno-Kontrollorgan grosse Besorgnis über die ge-
plante Verwendung von Kokain in den Schweizer Versuchs- Texte de la question du 20 mars 1995
projekten hat Selon un rapport de l'ONU sur la toxicomanie, le coût de ce
1. Ist innerhalb der dreijährigen, im Januar 1994 angelaufenen fléau, en Suisse, se situerait annuellement dans une four-
Versuche mit ärztlicher Betäubungsmittelabgabe bereits Ko- chette de 1 à 2,7 milliards de francs.
kain in irgendeiner Form verschrieben worden, oder ab wel- 1. La Confédération dispose-t-elle d'estimations plus préci-
chem Zeitpunkt ist eine Kokainabgabe vorgesehen? ses? Si oui, à combien s'élèvent-elles?
2. Stimmt die Befürchtung des INCB, dass eine Verwendung 2. Quels éléments sont-ils pris en compte dans ces estima-
von Kokain die Auswertung der Studie behindert und dass tions?
dies auch das Unbehagen der internationalen Staatenge-
meinschaft vergrössern könnte? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: 1. L'estimation citée de 1
à 2,7 milliards se rapporte au chiffre d'affaires du marché de la
Texte de la question du 20 mars 1995 drogue en Suisse, mais je signale que ces chiffres ne figurent
L'idée de base du projet pilote consiste à distribuer des stupé- pas dans le rapport de l'Organe international de contrôle des
fiants aux personnes sérieusement dépendantes. stupéfiants. Une publication récente de l'Office fédéral de la
Or, un récent rapport de l'Organe international de contrôle de statistique estime ce chiffre d'affaires à 1,1 milliard de francs
stupéfiants (OICS) de l'ONU a émis de sérieuses réserves suisses. Je fais référence ici au document publié par l'Office
quant à l'inclusion de la cocaïne dans ce projet fédéral de la statistique «Consommation et trafic de drogue.
1. L'essai de prescription médicale de stupéfiants quia débuté Les coûts de la répression», 1995, page 12.
en janvier 1994 et doit durer trois ans a-t-il déjà comporté la re- 2. Le calcul des coûts sociaux et économiques de la toxicoma-
mise de cocaïne? Sinon à partir de quand une telle mesure nie a fait l'objet de deux études récentes sur mandat de la
est-elle prévue? Confédération ainsi que d'une analyse partielle par l'Office fé-
2. La crainte émise par l'OICS, à savoir que la remise de co- déral de la statistique. Les estimations varient très fortement
caïne risque de gêner l'évaluation de l'essai et de renforcer entre les trois études, allant de 486 millions de francs à
l'inquiétude manifestée par la communauté internationale, 4,66 milliards de francs. Cette divergence tient à la difficulté de
est-elle justifiée? mesurer précisément les coûts directs et les coûts indirects
des problèmes liés à la drogue. Les différences tiennent aux
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: 1. Une expérience de dis- différentes méthodes retenues et aux nombreux aspects du
tribution de cigarettes de cocaïne a été effectuée pendant trois problème qui doivent être pris en considération (coûts directs
semaines à Zurich, avec seize personnes. Cette étude est ter- et indirects). Dans la plupart des cas, les coûts directs de la ré-
minée et il n'est pas prévu d'en entreprendre d'autres de ce pression sont plus élevés que ceux de la prise en charge médi-
genre. cosociale et des coûts de prévention.
2. La deuxième question suscite la réponse suivante: non, le
dispositif de la recherche permettrait en principe l'utilisation
de la cocaïne, sans que cela ne porte préjudice au résultat de
l'étude. Mais comme déjà mentionné, il n'est pas prévu 95.5059
d'entreprendre d'autres études avec de la cocaïne. Les crain-
tes de l'Organe international de contrôle des stupéfiants sont Frage Verterli
ainsi prises en considération. Ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln.
Erhöhung der Patientenzahl
Question Verterli
Prescription médicale de stupéfiants.
Augmentation du nombre des bénéficiaires
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
In der neuesten Pressemitteilung «Bundesrat bewilligt Anpas-
sung des Versuchsplans» heisst es, dass in einem «ersten
Schritt die Anzahl der Heroinplätze von 250 auf 500 erhöht wer-
den kann». Weiter heisst es darin, dass für das Frühjahr 1995
eine zweite Änderung des Gesamtversuchsplans mit Einbe-
zug neuer Städte und Kantone und eine «damit verbundene
Erhöhung der Patientenzahl» vorgesehen werden.
1. Um wie viele Patienten soll dadurch im Frühjahr der Versuch
nochmals erhöht werden?
20. März 1995 N 735 Fragestunde
2. Sind diese etappenweisen Erhöhungen mit der Wissen- 2. Werden die Süchtigen, denen ärztlich kontrolliert Heroin ab-
schaftlichkeit der Versuche vereinbar? gegeben wird, wissenschaftlich kontrolliert, ob, was für und
3. Können innerhalb der dreijährigen Versuchsphase belie- wie viele andere Drogen sie allenfalls nebenbei noch konsu-
bige Mutationen vorgenommen werden? mieren?
4. Der wissenschaftliche Versuch soll von Januar 1994 bis 3. Kann bei solchen Kontrollen überhaupt zwischen dem ärzt-
Ende 1996 dauern. Bleiben Probanden, die im Frühjahr 1995 lich abgegebenen Versuchsheroin und dem allenfalls neben-
neu einbezogen werden, lediglich anderthalb Jahre im Pro- bei konsumierten «Gassenheroin» unterschieden werden? Ist
gramm - oder ist vorgesehen, diesen gespritztes Heroin auch die gesamthafte Konsummenge eruierbar?
nach 1996 zu verschreiben?
Texte de /a question du 20 mars 1995
Texte de la question du 20 mars 1995 Dans son récent communiqué concernant l'adaptation du
Dans un récent communiqué du Conseil fédéral concernant plan de recherche, le Conseil fédéral annonce certaines modi-
l'adaptation du plan de recherche, il est question de porter le fications. On peut aussi y lire qu'aucune difficulté majeure n'a
nombre de places de prescription d'héroïne de 250 à 500. Une surgi en ce qui concerne la distribution d'héroïne au cours de
autre modification envisagée pour le printemps 1995 consiste- la première année et que les «personnes clochardisées et sé-
rait à étendre le programme à d'autres villes et cantons afin rieusement dépendantes» ont pu être motivées pour être inté-
d'augmenter le nombre de patients traités. grées dans un programme de prescription.
1. Quelle serait la nouvelle augmentation du nombre de pa- 1. Combien de participants ont-ils commencé une véritable
tients liée à cette extension? thérapie? Combien d'entre eux ont-ils cessé le traitement du-
2. Ces augmentations par étapes sont-elles compatibles avec rant la première année ou abandonné définitivement le pro-
le caractère scientifique de l'essai? gramme?
3. Est-il légitime d'effectuer autant de changements pendant 2. Les toxicomanes auxquels on administre de l'héroïne sous
les trois ans qu'il doit durer? contrôle médical sont-ils suivis scientifiquement pour savoir
4. La durée prévue de l'essai va de janvier 1994 à fin 1996. Les s'ils consomment d'autres drogues, et le cas échéant les-
nouveaux patients inclus dans le programme à partir du prin- quelles et en quelle quantité?
temps 1995 n'en bénéficieront-ils dès lors que pendant un an 3. Ce suivi permet-il de distinguer entre l'héroïne administrée
et demi, ou prévoit-on de poursuivre les injections d'héroïne sous contrôle médical et celle qui serait achetée dans la rue?
après 1996? Est-il possible de déterminer la consommation totale?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Je vous réponds en trois Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: 1. Tous les participants
points. ont commencé une thérapie. Le suivi médical et psychosocial
1. La décision quant aune éventuelle extension des essais ap- fait partie intégrante des essais scientifiques de prescription
partient au Conseil fédéral. Celui-ci se prononcera sur la base de stupéfiant sous contrôle médical. A la fin de février 1995,
des sujets de recherche qui lui seront soumis. Un projet est en 20 pour cent des participants étaient sortis des essais, c'est-à-
préparation dans lequel il est envisagé d'augmenter de 300 le dire 82 sur 406.
nombre de places de traitement à l'héroïne, de 100 celles de 2. Les participants sont soumis à des contrôles réguliers
traitement à la morphine, et de 100 également celles de traite- d'urine. Lors des entretiens qu'ils ont avec les travailleurs so-
ment à la méthadone. L'état actuel, comme vous le savez, est ciaux et les thérapeutes, ils sont également interrogés sur leur
de 500 places pour l'héroïne, 100 pour la morphine et 100 consommation de drogue.
pou r la méthadone. 3. Les contrôles d'urine ne permettent pas de déterminer si
2. Les modifications apportées à un plan d'essais en cours ne l'héroïne consommée est celle dispensée dans les essais ou
sont pas chose rare. Ces modifications sont liées au caractère de l'héroïne provenant d'ailleurs. Le contrôle de leur consom-
scientifique des essais. Il n'est pas prévu d'autres modifica- mation d'autres drogues se fait donc plutôt dans le cadre de la
tions à la conception générale de ceux-ci. prise en charge médicosociale.
3. Les essais dureront jusqu'à la fin de 1996. Les personnes
qui commenceront les traitements au printemps 1995 ne Vetterli Werner (V, ZH): Ich bin nicht zufrieden mit dieser Ant-
resteront effectivement qu'une année et demie dans le wort Heisst das, dass «wissenschaftlich» für Sie bedeutet,
programme. dass es keine Rolle spielt, wieviel Heroin oder wie viele andere
Drogen zusätzlich konsumiert werden? Ist es richtig, dass Sie
da auf die Befragung der Süchtigen abstellen, genau gleich,
wie Sie offenbar - gemäss der Beantwortung einer früheren
Frage von mir - nur auf die Befragung der Süchtigen, der
95.5060 Leute im Versuchsprogramm, in bezug auf ihr kriminelles Ver-
halten abstellen?
Frage Verterli Wenn Sie Wissenschaftlichkeit ins Zentrum stellen, müssen
Ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln. Sie doch genau wissen, wieviel Heroin und wie viele andere
Änderung des Versuchsplanes Drogen sich diese Süchtigen zusätzlich selbst beschaffen,
Question Vetterli sonst ist die Wissenschaftlichkeit meiner Meinung nach in
Prescription médicale de stupéfiants. Frage gestellt, und ich stelle fest, vielleicht ist das auch Ihre
Modification du plan général des essais Meinung.
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: La question que vous
avez posée est: quelles sont les méthodes qui nous permet-
tent de savoir s'il y a consommation d'héroïne en dehors de
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 l'héroïne prescrite dans le cadre des essais? La réponse que
In der Pressemitteilung des Bundesrates betreffend Anpas- je suis obligée de vous donner est que les méthodes physiolo-
sung des Versuchsplanes wird über die beschlossenen Ände- giques de contrôle, c'est-à-dire le contrôle de l'urine, ne per-
rungen des Versuchsprojektes informiert. Darin ist u. a zu le- met pas de distinguer entre l'héroïne reçue dans le cadre de
sen, dass bei der Verschreibung von Heroin während des er- l'essai et celle qui pourrait être consommée après avoir été
sten Jahres keine nennenswerten Schwierigkeiten auftraten, achetée ailleurs. Il est clair que c'est dans le cadre non pas
dass «Verelendete und Schwerstabhängige für den Einstieg in d'interrogatoires, mais de ce processus régulier de suivi des
eine Therapie motiviert werden konnten». patients soumis à expérience que l'on essaie d'approcher
1. Wie viele Probanden haben eine echte Therapie angefan- cette réalité, qui est de savoir s'il y a une autre consommation à
gen? Wie viele sind im ersten Versuchsjahr aus der Therapie, côté de celle des essais.
wie viele ganz aus dem Projekt ausgestiegen?
Heure des questions 736 N 20 mars 1995
95.5066 95.5073
Frage Bortoluzzi Frage Sandoz
Ärztlich kontrollierte Heroinabgabe. Drogenpolitik. Heroinabgabe
Versuchsdauer Question Sandoz
Question Bortoluzzi Politique de la drogue. Distribution d'héroïne
Distribution d'héroïne sous contrôle médical.
Durée de l'essai
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Anlässlich der Drogendebatte im Nationalrat vom 6. Oktober
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 1994 hat Bundesrätin Dreifuss an das Ziel der Heroinabgabe-
Das Versuchsprojekt mit ärztlicher Verschreibung und Ab- versuche erinnert: Es ist dies der «Erfolg der Therapie als
gabe von Heroin soll bekanntlich von Januar 1994 bis Ende Schritt auf dem Weg zur Drogenabstinenz» (Art 9 Abs. 1 der
1996 dauern. In der kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung Verordnung über die Förderung der wissenschaftlichen Be-
des EDI wird über die Anpassung respektive die Erhöhung der gleitforschung zur Drogenprävention und Verbesserung der
Patientenzahl berichtet Über Änderungen der Versuchsdauer Lebensbedingungen Drogenabhängiger).
wurde nichts vermerkt Weil in der Fragestunde vom 13. März 1995 viele Antworten
1. Wird - trotz verschiedentlicher Erhöhung der Probanden- missverständlich ausfielen, stelle ich folgende Frage:
zahl - der Versuch per Ende 1996 abgeschlossen, oder ist ge- Ist die Abstinenz noch immer das Ziel der Heroinabgabever-
plant, die Versuchsphase zu verlängern? suche?
2. Wenn die wissenschaftlichen Versuchsergebnisse negativ
ausfallen sollten, was geschieht dann? Gibt man den Süchti- Texte de la question du 20 mars 1995
gen weiterhin Heroin ab, oder überlässt man die Patienten, Le 6 octobre 1994, lors du débat sur la drogue au Conseil na-
deren Krankheit man drei Jahre lang erhalten hat, ihrem tional, Mme Dreifuss, conseillère fédérale, a rappelé que, selon
Schicksal? l'article 9 alinéa 1er de l'ordonnance sur l'évaluation de pro-
jets visant à prévenir la toxicomanie et à améliorer les condi-
Texte de la question du 20 mars 1995 tions de vie des toxicomanes, «ces essais auront pour but de
L'essai de prescription médicale d'héroïne doit s'étendre de mesurer le succès d'un traitement en tant qu'étape vers l'absti-
janvier 1994 à fin 1996. Le récent communiqué du DFI fait état nence».
de la modification ou de l'augmentation du nombre de pa- Vu l'ambiguïté des réponses à certaines questions du lundi
tients. Rien n'y figure quant à une éventuelle prolongation de 13 mars 1995, je pose la question suivante:
la durée de l'essai. L'abstinence est-elle bien toujours le but poursuivi par les es-
1. Prévoit-on de mettre fin à l'essai à la fin de 1996 malgré sais de distribution d'héroïne?
l'augmentation du nombre de patients ou envisage-t-on d'en
étendre la durée? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Oui, l'abstinence est l'ob-
2. Que fera-t-on si l'essai donne des résultats négatifs? Conti- jectif à long terme des essais scientifiques de prescription des
nuera-t-on à administrer de l'héroïne aux toxicomanes ou stupéfiants sous contrôle médical. Il s'agit d'une tentative
abandonnera-t-on à leur sort les patients dont on a entretenu d'amener des personnes très dépendantes et très marginali-
la maladie? sées dans un processus de traitement médico-psycho-social
dont le but final est l'abstinence. Cela est prescrit par l'ordon-
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: 1. Les essais s'achève- nance du Conseil fédéral qui régit ces essais.
ront à la fin de 1996. Le Conseil fédéral fera alors procéder à
une évaluation scientifique des résultats de ces essais et se li- Sandoz Suzette (L, VD): Merci, Madame la Conseillère fédé-
vrera à une évaluation de la politique fédérale en matière de rale, d'avoir si clairement rappelé que le but poursuivi c'est
drogue. l'abstinence. Je vous demanderai si vous êtes prête à rappeler
2. A la fin des essais - c'est une condition imposée par le plan ce but ou à le faire rappeler avec précision chaque fois qu'il est
d'essais-, d'autres possibilités thérapeutiques doivent être of- question de cette expérience officielle.
fertes aux participants, que ce soit par des programmes à la
méthadone par voie orale, des programmes axés directement Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: II est difficile de prendre
sur l'abstinence, d'autres formes de prise en charge thérapeu- un tel engagement avec cette insistance sur les mots «chaque
tique. L'évaluation des essais sera déterminante à cet égard. fois», mais il est clair que c'est la volonté du Conseil fédéral,
La participation aux essais est volontaire. Les patients savent cela correspond au contenu de l'ordonnance et c'est l'objectif
qu'il s'agit d'une expérimentation limitée dans le temps. Le de ces essais; lorsque nous en parlons, nous mettons en évi-
suivi thérapeutique ultérieur est donc assuré dans chaque dence cet objectif.
cas. Il s'agit d'ailleurs d'une condition posée par la Commis-
sion d'éthique supraregionale de l'Académie suisse des
sciences médicales, lors de son approbation des essais.
20. März 1995 737 Fragestunde
95.5074 95.5079
Frage Aubry Frage Schweingruber
Uno-Studie über die Drogensucht. Schweizerische Drogenpolitik
Zunahme der Sterbefälle undAussenpolitik
Question Aubry Question Schweingruber
ONU. Etude sur la toxicomanie. Politique suisse de la drogue
Accroissement des décès et concepts de politique extérieure
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
In einer Studie über die Drogensucht hat die Betäubungsmit- Ich erinnere daran, dass
telkommission der Uno nicht nur die Kosten, sondern ebenso - die Aussenpolitik der Schweiz in den neunziger Jahren we-
die Zunahme der Sterbefälle angeprangert Gemäss einer Un- sentlich auf den Leitmotiven der Mitwirkung und Mitentschei-
tersuchung haben sich in der Schweiz die Sterbefälle zwi- dung mit den ausländischen Staaten aufbaut;
schen 1980 und den frühen neunziger Jahren verdreifacht - sich der Bund in Sachen Drogenpolitik dennoch - ohne ir-
Dies gilt auch für Belgien und Frankreich. gendeine politische Legitimation und trotz der einschlägigen
Ein einziges Land verzeichnet zwischen 1989 und 1992 einen katastrophalen Erfahrungen - weiterhin für den Alleingang
Rückgang. Es sind dies die USA, die eine Repressions- und entscheidet, indem er sich auf Lösungen und Methoden fest-
Abschreckungspolitik betreiben. legt, die im Ausland klar und deutlich missbilligt werden;
Man weiss, dass die Sterbefälle bei Drogenabhängigen in den - die Schweiz damit Gefahr läuft, sich noch ein wenig mehr zu
letzten Monaten weiter zugenommen haben. Wird das BAG isolieren, obwohl sich dies gerade jetzt als für ihre Zukunft be-
die entsprechenden Angaben für die Jahre 1991-1994 vervoll- sonders ungünstig erweist
ständigen? Angesichts dessen frage ich den Bundesrat, ob er jetzt nicht
bereit ist, seine Drogenpolitik von Grund auf zu revidieren und
Texte de la question du 20 mars 1995 sie namentlich der Politik der Mehrheit der zivilisierten Natio-
Lors d'une étude sur la toxicomanie, la Commission des stu- nen anzupassen.
péfiants de l'ONU a dénoncé non seulement les coûts, mais
aussi l'accroissement des décès. Il est écrit que, comme pour Texte de la question du 20 mars 1995
la Belgique et la France, les décès ont triplé en Suisse selon Considérant que
une étude depuis 1980 au début des années nonante. - la politique extérieure de la Suisse dans les années nonante
Un seul pays a enregistré un recul entre 1989 et 1992, ce est essentiellement fondée sur les concepts de coopération et
sont les USA qui emploient des méthodes répressives et dis- de codécision avec les pays étrangers,
suasives. - nonobstant cela, la Confédération, sans aucune légitimité
Lorsqu'on sait que la mortalité a encore augmenté chez les politique et malgré des expériences catastrophiques en la ma-
toxicomanes les derniers mois, l'OFSP veut-il compléter les tière, continue à vouloir se singulariser en matière de politique
données sur la mortalité des toxicomanes en 1991,1992,1993 de la drogue en persistant à opter pour des solutions et métho-
et 1994? des fortement et clairement désapprouvées à l'extérieur de
nos frontières,
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Les données concernant - ce faisant la Suisse risque de se marginaliser un peu plus à
la mortalité en relation avec la toxicomanie sont réunies cha- un moment où cela s'avère être particulièrement inopportun
que année par l'Office fédéral de la police. L'évolution au pour son avenir,
cours des dernières années est la suivante: en 1987,196 cas; le Conseil fédéral n'est-il pas maintenant prêt à revoir fonda-
en 1988, 205; en 1989, 248; en 1990, 280; en 1991, 405; en mentalement sa politique de la drogue afin de l'adapter en par-
1992, 419; en 1993, 354. Pour 1994, le nombre n'est pas en- ticulier à la politique menée dans la plupart des pays formant le
core officiellement à disposition. Il devrait être d'environ concert des nations civilisées?
400 cas. On assiste donc en Suisse à une stabilisation des dé-
cès survenus au cours des quatre dernières années, mais -je
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le Groupe Pompidou du
l'ajoute également - à une augmentation catastrophique pour Conseil de l'Europe a adopté en février 1994 une résolution
les années 1987 à 1991.
qui préconise une stratégie de lutte contre la drogue, consti-
tuée des quatre volets: prévention, thérapie, réduction des ris-
Aubry Geneviève (R, BE): Je vous remercie de la précision de
ques et répression. Cette stratégie correspond à celle du
votre réponse.
Conseil fédéral. On ne saurait dès lors affirmer que la politique
Ne pensez-vous pas qu'en insistant sur la prévention on
suisse en matière de drogue s'écarte fondamentalement de
puisse diminuer le nombre des décès? Parce que le fait de
celle des pays voisins.
seulement parler des programmes de distribution de drogue
n'est plus suffisant Ce sont déjà des toxicomanes qui sont at-
teints. Mais la prévention me semble un chapitre capital dans Schweingruber Alain (R, JU): Je vous remercie de cette ré-
ce que nous devons faire contre la drogue. ponse qui, à mon avis, n'est que partielle.
J'ai posé la question, dans mon intervention, de savoir si la
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le Conseil fédéral par- Suisse n'allait pas simplement s'adapter à la politique des au-
tage certainement avec moi totalement l'opinion exprimée par tres pays qui nous entourent Et je pense que le Groupe Pom-
M™ Aubry. C'est par la prévention et la thérapie que nous de- pidou n'est pas représentatif de la politique de la drogue me-
vons agir. Je la remercie de relativiser dans ce sens-là aussi la née par la plupart des pays étrangers. Cela ne correspond en
discussion sur les essais actuellement pratiqués dans ce do- particulier pas à la politique américaine.
maine, qui ne sont vraiment qu'un élément, je dirai même Quand je disais que notre politique extérieure était contraire à
presque marginal, de notre politique, et quant à ses effets et celle que nous menons sur le plan interne, j'entendais par
quant au nombre de personnes touchées.. là évidemment que le Groupe Pompidou n'était pas une ré-
férence.
Si notre politique n'est que cette référence-là, je pense qu'il n'a
pas été répondu totalement à ma question : la Suisse n'entend-
elle pas simplement s'adapter à la politique de la quasi-totalité
des nations civilisées, s'agissant de la politique de la drogue?
49-N
Heure des questions 738 N 20 mars 1995
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: J'aimerais rappeler que le 95.5061
Groupe Pompidou est l'organe technique du Conseil de l'Eu-
rope dans ce domaine, donc ce n'est pas du tout un groupe Frage Steinemann
partisan, mais un groupe d'experts qui reflète les préoccupa- Was kann sich das Bundesamt für Kultur
tions des pays membres du Conseil de l'Europe. alles leisten?
J'insiste sur le fait que ces quatre piliers d'une politique se Question Steinemann
retrouvent partout, même s'il est clair que le contenu de cha- Office fédéral de la culture. Gabegie
cun de ces piliers n'est pas exactement le même pour tous les
pays. Mais l'importance en particulier de la réduction des ris-
ques est un élément qui a été également souligné par le
Groupe Pompidou.
J'ajoute à cette réponse aussi le fait que nous ne nous margi- Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
nalisons pas du tout par rapport à la communauté internatio- In der «Rundschau» vom 15. März 1995 wurde über das Mu-
nale. Nos relations avec l'Organe international de contrôle des seum für Schweizer Geschichte in Schwyz berichtet-welches
stupéfiants de l'Organisation des Nations Unies sont une réa- im Rahmen der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft be-
lité. Vous aurez l'occasion après-demain de discuter dans schlossen wurde - und dieses als totaler Reinfall beurteilt
cette salle de la ratification de deux conventions dans ce ca- Während der Planung wurden mehrmals zuständige Perso-
dre, et le Conseil fédéral vous propose cette ratification. nen ausgewechselt, was nebst unmöglichen Zuständen aller
Nous participons par ailleurs aux efforts de l'Organisation Art auch zu einem finanziellen Desaster führen wird.
mondiale de la santé de définition d'une politique de santé pu- 1. Wer ist konkret für die unhaltbaren Zustände verantwort-
blique dans ce domaine. Nous n'avons donc pas le sentiment lich?
d'un isolement de la Suisse. En pratiquant les essais de pres- 2. Hat sparsames Haushalten mit Steuergeldern für das Bun-
cription d'héroïne, nous mettons à la disposition de la commu- desamtfür Kultur keine Gültigkeit?
nauté internationale les résultats d'une expérimentation qui
n'est pas sans susciter du scepticisme chez certains, mais qui Texte de la question du 20 mars 1995
suscite également de l'intérêt Dans rémission «Rundschau» du 15 mars 1995, le Forum de
l'histoire suisse de Schwytz - érigé pour le 700e anniversaire
de la Confédération - a été qualifié de fiasco total. Lors de la
planification, les responsables ont été remplacés plusieurs
fois, ce qui a mené à des situations impossibles et entraînera
un désastre financier.
95.5052 1. Qui est concrètement responsable de cette situation inad-
missible?
Frage Keller Rudolf 2. Le principe selon lequel les fonds prélevés dans la poche
Eidgenössisches Skandalmuseum in Schwyz? des contribuables doivent être employés avec économie
n'est-il pas valable pour l'Office fédéral de la culture?
Question Keller Rudolf
Musée controversé à Schwytz?
95.5069
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Frage Borer Roland
Das Museum «Forum für Schweizer Geschichte» soll am Neues Museum für Schweizer Geschichte
9. Juni 1995 in Schwyz eröffnet werden. Der Bau dieses Question Borer Roland
schweizerischen 15-Millionen-Franken-Museums soll durch Forum de l'histoire suisse. Dysfonctionnements
verschwenderischen Umgang mit dem Kredit, Nachlässigkeit
und Dilettantismus, Mangel an Sorgfalt bei der Auswahl von
Mitarbeitern usw. gekennzeichnet sein.
Ich frage deshalb den Bundesrat:
1. Stimmen diese Aussagen? Wenn ja, was für grobfahrlässige Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Nachlässigkeiten wurden begangen, und welche Personen Nach Medienberichten sind im Zusammenhang mit der Schaf-
sind für diesen schludrigen Umgang mit Steuergeldern verant- fung des neuen Museums für Schweizer Geschichte in der In-
wortlich? nerschweiz verschiedenste Probleme entstanden.
2. Warum ist der vorhandene interne Untersuchungsbericht So wurden unter anderem gravierende Konstruktionsmängel
bisher verschwiegen worden? Ist er nun öffentlich zugänglich, beim Bau, Fehlleistungen im gestalterischen Bereich sowie
und was für Konsequenzen wurden daraus gezogen? eine massive und unnütze Verschleuderung von Steuergel-
dern erwähnt Gegenüber dem Schweizer Fernsehen DRS be-
Texte de la question du 20 mars 1995 zeichnete der Sprecher des Bundesamtes für Kultur, Herr
Le Forum de l'histoire suisse ouvrira ses portes à Schwytz le Hans Rudolf Dörig, den gesamten Fall als «zuwenig sorgfältig
9 juin 1995. Certains critiquent le dilettantisme et le laisser- überdacht». Erwähnt wurden in diesem Bericht im weiteren
aller qui ont entouré la création de ce musée. On parle aussi de Führungsschwächen bei der Projektleitung.
gaspillage de crédits et de manque de rigueur dans la sélec- Ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen: Sind Ihnen
tion du personnel. Or, ce musée de dimension nationale a die geschilderten Probleme bekannt? Um welchen Betrag
coûté 15 millions de francs. geht es bei der Schaffung des erwähnten Museums? Welche
Je prie donc le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- organisatorischen und personellen Konsequenzen werden
vantes: aufgrund der nachweislich vorhandenen Mängel gezogen?
1. Ces critiques sont-elles fondées? Dans l'affirmative, quelles
négligences graves ont été commises et quelles personnes Texte de la question du 20 mars 1995
sont responsables de ce que je considère comme une dilapi- D'après les médias, la création du Forum de l'histoire suisse
dation de l'argent des contribuables? de Schwytz s'accompagne de divers problèmes.
2. Pourquoi a-t-on dissimulé, jusqu'à présent, l'existence du On parle, par exemple, de défauts graves de construction, de
rapport d'études interne établi au sujet de ce musée? Ce rap- lacunes dans l'aménagement et d'une dilapidation des fonds
port est-il désormais rendu public et quelles conséquences en publics. M. Hans Rudolf Dörig, qui représentait l'Office fédéral
ont été tirées? de la culture, a déclaré à la chaîne de télévision DRS que l'af-
20. März 1995 N 739 Fragestunde
faire avait été bâclée. En outre, des lacunes dans la direction der Rechnung erscheinen können. Ich erinnere da an
du projet ont été évoquées lors de cette même émission. die - schwarz in schwarz in schwarz - Wände, Böden und
Les problèmes cités vous sont-ils connus? Quel est le montant Decken in einem Museum. Das kann überhaupt nicht funktio-
en jeu dans la création du Forum de l'histoire suisse? Quelles nieren. Auch das wird verändert werden müssen und weitere
conséquences en a-t-on tirées sur les plans de l'organisation Kosten verursachen. Darum kann ich mir nicht vorstellen, dass
et des personnes impliquées? diese Zusatzkosten den Nachtragskredit von etwa 400 000
Franken nicht nochmals überschreiten werden. Es wird noch
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le Conseil fédéral m'a weitere Kosten geben, und ich frage mich, wer die Verantwor-
chargé de répondre en une fois aux questions de MM. Keller tung dafür trägt und ob die, die das verbrochen haben, auch
Rudolf, Steinemann et Borer Roland. Il s'agit donc d'une ré- das volle Honorar beziehen können.
ponse collective à ces trois questions.
Les problèmes qui se sont posés dans la première phase de Keller Rudolf (D, BL): Frau Bundesrätin, ich habe in Punkt 1
réalisation du projet sont connus du Département fédéral de gefragt, welche Personen für diesen schludrigen Umgang mit
l'intérieur, c'est pourquoi des mesures ont dû être prises pour Steuergeldern verantwortlich seien, und diese Frage haben
que le projet puisse être mené à bien, conformément aux ob- Sie nicht beantwortet
jectifs fixés. Les données architecturales du projet, à savoir
créer un musée dans un bâtiment historique, ont occasionné Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Je reconnais, Monsieur
de très importantes difficultés de réalisation. Keller Rudolf, que je n'ai pas répondu à votre question en ci-
Les problèmes constatés jusqu'au moment où la direction de tant un nom de personne. Mais il n'y a pas eu de «schludrigen
l'Office fédéral de la culture a nommé une nouvelle direction Umgang». (Hilarité)
de projet en automne 1993, s'expliquent d'abord par le fait que En ce qui concerne la citation de M. Dörig, elle n'est pas tirée
les compétences n'ont pas été suffisamment définies et que du rapport en question; elle est faite par un haut fonctionnaire
certains points touchant à la conception globale du projet sont et ne correspond pas, encore une fois, à un texte que le
restés ouverts. Il n'y a donc eu, en l'occurrence, ni négligence Conseil fédéral aurait adopté.
grossière ni dilapidation de fonds publics. En ce qui concerne d'éventuels futurs dépassements de cré-
Le document mentionné dans l'émission «Rundschau», diffu- dits, au stade actuel de la préparation, nous pensons pouvoir
sée le 15 mars sur la chaîne alémanique DRS, n'est pas un de bonne foi donner l'assurance qu'il n'y en aura pas.
rapport d'enquête, mais un document de travail à usage in-
terne, datant de 1993 et dont le but était de dresser un état des
lieux et de mettre en lumière les problèmes. Le document
étant interne, il n'est pas destiné à être rendu public. L'enquête
administrative, ordonnée par le Département fédéral de l'inté- Begrüssung - Bienvenue
rieur, portait, elle, sur la période antérieure à 1993. Le docu-
ment dont il est question ici a été élaboré par les nouveaux res- Le président: J'ai le plaisir de saluer à la tribune diplomatique
ponsables du projet pour permettre de prendre les mesures une importante délégation de la Côte d'Ivoire, emmenée par
qui s'imposaient Son Excellence M. Kablan Daniel Duncan, Premier ministre.
La direction du projet a agi sur mandat de la Commission de Le chef du gouvernement ivoirien sera reçu tout à l'heure par le
projets qui est le maître de l'ouvrage. Cette dernière s'est en- président de la Confédération.
suite appuyée sur ce document de travail pour introduire, le Nous nous plaisons à relever, Monsieur le Premier Ministre,
1 er janvier 1994, une série de mesures définissant en particu- qu'en 35 ans d'indépendance, la Côte d'Ivoire a connu une
lier clairement les responsabilités et les compétences de cha- stabilité politique enviable. Ne dit-on pas parfois que la Côte
cun, garantissant ainsi que le projet soit mené à bien, confor- d'Ivoire est un peu la Suisse de l'Afrique? Aujourd'hui, de déli-
mément aux objectifs fixés. cats problèmes vous amènent en Suisse. Vous allez, tout à
Concernant les coûts, le crédit d'ouvrage de 14,948 millions l'heure, rencontrer notre ministre de l'économie publique,
de francs a été respecté. Un montant supplémentaire de M. Delamuraz.
407 300 francs a été soumis au Parlement et voté dans le bud- Nous vous disons très simplement: bienvenue en Suisse, heu-
get 1995. Ce supplément ne résulte toutefois pas des diffi- reux et fructueux séjour chez nous. (Applaudissements)
cultés susmentionnées, mais de retards dans la réalisation du
projet, occasionnés par des oppositions contre la transforma-
tion du bâtiment Ces oppositions ont entraîné des collisions
de délais avec d'autres grands projets du Musée national
suisse - Frangins d'un côté, le parcours à travers l'histoire
culturelle de l'autre - qui ont obligé le Musée national suisse à
faire appel à davantage de spécialistes externes.
Consciente de son devoir de diligence, la Commission de pro-
jets a tout entrepris pour engager les ressources disponibles,
de manière à éviter d'autres dépassements de crédit Le projet 95.5053
sera achevé comme prévu.
Pour plus d'information, le Conseil fédéral renvoie à la ré- Frage Gross Andreas
ponse qu'il donnera à l'interpellation Iten Joseph du 13 dé- Welche Taten nach dem UN-Sozialgipfel?
cembre 1994. Question Gross Andreas
Sommet de Copenhague. Quels effets?
Borer Roland (A, SO): Ich danke Ihnen für die Beantwortung
der Frage. Mich interessiert jetzt aber konkret die Aussage von
Herrn Dörig, dass das Projekt «zuwenig sorgfältig überdacht»
sei. Stammt dieses Zitat von 1993, oder ist es ein aktuelles
Zitat? Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Eine weitere Bemerkung: Wenn es um eine Summe von Welche Taten gedenkt der Bundesrat den ermutigenden bun-
14,5 Millionen Franken geht, dann erwarte ich zumindest, weil desrätlichen Worten am UN-Sozialgipfel von Kopenhagen fol-
es um Steuergelder geht, dass seriös und durchdacht geplant gen zu lassen? Wird er dem Parlament neue Vorschläge unter-
wird. So geht es meines Erachtens nicht! breiten, um die Schweiz dem UN-Standard von 0,7 Prozent
BSP-Anteil für Entwicklungszusammenarbeit anzunähern,
Steinemann Walter (A, SG): Sie haben von Fehlern in einer er- oder dem Vorbild Dänemarks folgen und ebenfalls 250 Millio-
sten Phase gesprochen. Ich glaube jedoch, dass auch in der nen Franken als weiteren Beitrag zum Schuldenerlass zugun-
Schlussphase solche aufgetaucht sind, die noch gar nicht in sten der ärmsten Entwicklungsländer zur Verfügung stellen?
Heure des questions 740 N 20 mars 1995
Texte de la question du 20 mars 1995 surance et loi sur la surveillance des assurances), ce qui
De quels effets le Conseil fédéral pense-t-il faire suivre les pa- donne encore plus de liberté aux assureurs.
roles encourageantes qu'il a prononcées au Sommet de Co-
penhague? Présentera-t-il au Parlement de nouvelles proposi-
tions pour que la part du PNB que la Suisse consacre à l'aide
au développement se rapproche du 0,7 pour cent convenu au 95.5063
Sommet de Rio, ou suivra-t-il l'exemple du Danemark et four-
nira-t-il également 250 millions de francs au titre de l'annula- Frage Gadient
tion de la dette des pays les plus pauvres? Besteuerung der AHV-Renten
Question Gadient
Réponse écrite du Conseil fédéral Rentes AVS. Imposition
Consécutivement au Sommet de Copenhague, le Conseil fé-
déral prévoit d'examiner avec encore plus de soin les effets et
l'efficacité de son aide au développement en matière de lutte
contre la pauvreté. L'administration fédérale développera le
suivi des travaux effectués au sein de ses différents départe- Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
ments et en collaboration avec les organisations non gouver- Gemäss dem neuen Bundesgesetz über die direkte Bundes-
nementales intéressées. Une première séance relative au suivi steuer- verabschiedet 1990, in Kraft seit dem 1. Januar 1995 -
de ces travaux est prévue avec celles-ci pour juin prochain. werden die AHV-Renten neu zu 100 Prozent statt wie bis anhin
A Copenhague, la Suisse ne s'est pas engagée à augmenter nur zu 80 Prozent besteuert
son aide publique au développement, qui est d'ores et déjà In den letzten Jahren ist aber die reale Kaufkraft der Renten im-
dans la moyenne des prestations des autres pays industriali- mer mehr gesunken, und diese neue Besteuerungsregelung
sés (actuellement 0,34 pour cent du PNB). Quant aux remises belastet angesichts der veränderten Verhältnisse viele Rentne-
de dettes, il est bon de rappeler que la Suisse est depuis long- rinnen und Rentner zusätzlich.
temps un des très rares pays à n'accorder son aide publique Ich frage den Bundesrat:
que sous forme de dons, ce qui libère nos partenaires de toute 1. Wie beurteilt er angesichts der für viele Rentnerinnen und
dette, et qu'elle a pris des initiatives remarquées pour l'allége- Rentner heute schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse diese
ment des dettes privées, en application des décisions du Par- Situation?
lement à l'occasion du 700e anniversaire de la Confédération 2. Welche Massnahmen könnten die Belastung der Rentnerin-
(400 millions de francs au total). nen und Rentner mildern, und was gedenkt der Bundesrat
diesbezüglich zu unternehmen?
Texte de la question du 20 mars 1995
95.5057 Adoptée en 1990 et entrée en vigueur le 1er janvier de cette
année, la nouvelle loi fédérale sur l'impôt fédéral direct impose
Frage Allenspach désormais les rentes AVS à 100 pour cent contre 80 pour cent
Krankenversicherung. naguère.
Prämienermässigung für Nichtraucher Or, le pouvoir d'achat effectif de nombreux retraités ne cesse
de diminuer depuis quelques années, la nouvelle disposition
Question Allenspach ayant encore renforcé la tendance.
Primes d'assurance-maladie. D'où mes deux questions au Conseil fédéral:
Abattement pour non-fumeurs 1. Que pense-t-il de la situation et des difficultés économiques
auxquelles nombre de retraités sont confrontés de ce fait?
2. Quelles sont les mesures qui pourraient alléger la charge
fiscale pesant sur ces personnes et que compte entreprendre
le Conseil fédéral dans ce sens?
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Gemäss Presseinformationen soll eine Krankenkasse ein Ver- Réponse écrite du Conseil fédéral
sicherungsprodukt für Nichtraucher mit Prämienermässigung Les motifs invoqués pour imposer dorénavant l'intégralité de
von 20 Prozent und mehr anbieten. la rente AVS (garantir en particulier un traitement identique
Steht dieses Versicherungsprodukt im Einklang mit dem pour tous les genres de revenus) restent les mêmes, quelle
neuen Krankenversicherungsgesetz, das in der Grundversi- que soit la situation économique. Les prestations complémen-
cherung eine Aufteilung der Versicherten nach Risikogruppen taires à l'AVS ont été introduites en faveur des rentiers et rentiè-
untersagt? res dont la rente AVS et les autres revenus sont insuffisants.
Les prestations complémentaires sont allouées dans tous les
Texte de la question du 20 mars 1995 cantons. Il n'est dès lors pas nécessaire de prendre d'autres
Si j'en crois des informations publiées dans la presse, une mesures. De plus, il faut souligner que les prestations complé-
caisse-maladie offre aux assurés non-fumeurs un abattement mentaires ne sont pas imposables.
de leur prime de 20 pour cent ou plus.
Est-ce compatible avec la nouvelle loi sur l'assurance-mala-
die, laquelle, dans l'assurance de base, interdit la répartition
des assurés en groupes de risques?
Réponse écrite du Conseil fédéral
L'assureur en question a présenté à l'Ofas un règlement pour
une assurance complémentaire qui prévoit une limitation des
prestations pour les assurés fumeurs.
Ce règlement a été approuvé par l'Ofas en application de la ju-
risprudence du Tribunal fédéral des assurances qui autorise la
suppression de prestations dans les assurances complémen-
taires.
La nouvelle loi sur l'assurance-maladie fait une séparation très
nette entre l'assurance sociale obligatoire, dont les presta-
tions sont étendues, et les assurances complémentaires. Elles
seront soumises au droit privé (loi fédérale sur le contrat d'as-
20. März 1995 741 Fragestunde
95.5065 95.5071
Frage Singeisen Frage Gonseth
Rückeroberung Aufweichung der Basler Konvention
verlorengegangener Lebensräume für Kinder über das Exportverbot von Sonderabfällen?
Question Singeisen Question Gonseth
Détérioration du cadre de vie des enfants Convention de Baie sur le contrôle
due à l'urbanisation. des mouvements transfrontières
Reconquête des espaces perdus de déchets dangereux. Vers un assouplissement?
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Eine neue Studie des Nationalfonds zeigt, wie im Laufe der Im März 1994 beschlossen die Vertragsstaaten der Konven-
letzten 30 Jahre die Kinder von unseren Strassen verschwun- tion, dass ab 1998 kein Sondermüll durch die Mitgliedstaaten
den sind und dem Motorfahrzeugverkehr Platz machen muss- mehr zur Wiederverwertung in Schwellen- und Entwicklungs-
ten. Die Angst der Eltern vor Verkehrsunfällen hat sowohl in länder exportiert werden dürfe. Denn für die Wiederaufberei-
der Stadt wie auf dem Land ein ausserordentliches Mass an- tung giftiger Abfälle ist hochwertige Technologie notwendig,
genommen. welche sich die Entwicklungsländer nicht leisten können. So-
Die Folgen sind gravierend: Beeinträchtigung der motori- mit bestünde die Gefahr, dass Sondermüll weiter in Deponien
schen und sozialen Entwicklung der Kinder und Isolation von abgelagert würde.
jungen Familien. Laut Zeitungsberichten unterstützt die Schweiz nun eine ange-
Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat zu ergreifen, um strebte Lockerung dieser Konvention.
die verlorengegangenen Lebensräume für Kinder wieder zu- Der Bundesrat ist gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
rückzuerobern? 1. Stimmt es, dass der Bundesrat die Aufweichung der Kon-
vention unterstützt?
Texte de la question du 20 mars 1995 2. Wenn ja, mit welchen Massnahmen soll die Gefahr von öko-
Dans une étude récente, le Fonds national explique que l'aug- logisch bedenklichen Deponien verhindert werden?
mentation de la circulation au cours des 30 dernières années a
eu pour effet de chasser les enfants des rues. Dans les villes Texte de la question du 20 mars 1995
autant qu'à la campagne, les parents redoutent plus que ja- En mars 1994, les Etats signataires de la convention susmen-
mais l'accident tionnée avaient décidé d'interdire à partir de 1998 l'exportation
Ce phénomène a des conséquences graves, puisqu'il com- de déchets dangereux vers des pays en voie de développe-
promet le développement moteur et social de l'enfant et favo- ment ou nouvellement industrialisés. En effet, le recyclage de
rise l'isolement des jeunes ménages. déchets toxiques requiert une technologie avancée que les
Ma question est la suivante: quelles mesures le Conseil fédé- pays en voie de développement ne peuvent se permettre, de
ral envisage-t-il de prendre pour que les enfants puissent re- sorte que les déchets dangereux risqueraient d'y être de nou-
prendre possession d'espaces vitaux pour leur évolution? veau relégués dans des décharges.
Il ressort d'informations parues dans les journaux que la
Réponse écrite du Conseil fédéral Suisse soutient à présent des efforts visant à assouplir la
Le Conseil fédéral est tout à fait conscient des changements convention.
survenus ces dernières décennies en ce qui concerne l'utilisa- Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui-
tion des routes par les différents usagers. En particulier, la di- vantes:
minution et la détérioration des espaces à disposition des en- 1. Est-il exact qu'il est favorable à l'assouplissement de la
fants est regrettable. La Confédération, dans la mesure de ses convention?
compétences, s'efforce de promouvoir un habitat de qualité 2. Dans l'affirmative, comment entend-il prévenir le risque de
pour les familles notamment Dans le cadre des mesures vi- voir se constituer des décharges de déchets nuisibles à l'envi-
sant à l'encouragement de la construction, elle examine si des ronnement?
facteurs tel un environnement adapté et favorable aux enfants
sont respectés. Dans le secteur privé de la construction de lo-
gements, les possibilités de la Confédération d'influencer po- Réponse écrite du Conseil fédéral
sitivement la qualité de vie sont limitées. Elle s'efforce toutefois La Suisse a ratifié la Convention de Baie en 1990 et il n'est pas
d'y contribuer de manière indirecte en mettant à disposition envisagé d'assouplir celle-ci. Depuis que les dispositions sur
des intéressés divers résultats d'enquêtes, des recommanda- les déchets spéciaux existent, la Suisse n'a plus autorisé au-
tions et autres manuels sur le sujet En matière d'aménage- cune exportation vers les pays en voie de développement et
ment du territoire, la loi fédérale ne contient que des disposi- elle a, par ailleurs, soutenu la décision adoptée en mars 1994
tions-cadres. La mise en oeuvre de ces dispositions et leur par la conférence des parties contractantes. Cette décision
exécution reviennent aux cantons et aux communes respecti- prévoit que les pays membres de l'OCDE ne devront plus ex-
vement, qui doivent ainsi édicter les prescriptions de détail. porter de déchets spéciaux à destination de pays non mem-
L'aspect de la sécurité des enfants dans la circulation routière bres à partir de 1998. Ce qui ne représente aucun changement
était un des motifs pour lesquels le Conseil fédéral a proposé pour la Suisse, étant donné sa pratique actuelle.
une modification de la loi fédérale sur les amendes d'ordre in- Le Danemark et quelques autres pays ont maintenant proposé
fligées aux usagers de la route, notamment à l'intérieur des lo- à la mi-mars - dans le cadre de l'atelier des parties contractan-
calités. Des mesures telles que la limitation de la circulation tes à Dakar - d'intégrer ladite décision dans le texte de la
dans les quartiers, par exemple, sont par contre du ressort des Convention de Baie. Mais il en résulte pour plusieurs pays in-
cantons et des communes. dustrialisés, qui n'ont pas encore ratifié cette convention, da-
vantage de problèmes pour la ratification. Afin de permettre ra-
pidement à autant de pays que possible de la ratifier et de la
mettre en oeuvre, la Suisse observe une position plus nuan-
cée en ce qui concerne l'exportation vers les pays non mem-
bres de l'OCDE, des déchets provenant de l'OCDE, dont l'éli-
mination ne pose pas problème et qui sont destinés à être va-
lorisés. Ainsi, par exemple, certains types de déchets de mé-
taux non ferreux pourraient être exclus de l'interdiction d'ex-
Heure des questions 742 N 20 mars 1995
porter, s'ils peuvent être valorisés en ménageant l'environne- loyers chaque année. Mais sachant que les structures des
ment Cela ne signifie pas un assouplissement de la Conven- loyers ne risquent guère de se transformer à court terme, nous
tion de Baie, mais permet une mise en oeuvre plus aisée de la sommes persuadés qu'une périodicité bisannuelle permettra
décision mentionnée ci-dessus. de répondre aux besoins d'information. Par ailleurs, une telle
enquête est volumineuse et elle requiert des ressources maté-
rielles et humaines importantes. C'est donc à partir de mai
1996 que l'Office fédéral de la statistique poursuivra les relevés
portant sur la structure des loyers sous une forme améliorée et
95.5076 à un rythme bisannuel.
Frage Hegetschweiler
Mietpreiserhebung
des Bundesamtes für Statistik
Question Hegetschweiler 95.5078
Office fédéral de la statistique.
Enquête sur les loyers Frage Jori
Gutachtertätigkeit des Präsidenten
der Eidgenössischen Kommission
für Denkmalpflege
Question Jori
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Commission fédérale des monuments historiques.
Die vorher halbjährliche Mietpreiserhebung des Bundesam- Mandat d'expert confié au président
tes für Statistik (BfS) wurde letztmals im Frühjahr 1993 durch-
geführt Seit diesem Zeitpunkt liegen keine amtlichen Daten
zur Mietpreisentwicklung der einzelnen Wohnungskategorien
mehr vor.
Es stellen sich folgende Fragen: Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
1. Teilt das Eidgenössische Departement des Innern, speziell Seit 1991 ist auf dem Pilatusgipfel eine Beleuchtungsanlage
das BfS, die Meinung, dass seit Anfang 1993 - oder schon vor- in Betrieb, die vorerst ohne Baubewilligungsgesuch erstellt
her- im Wohnungsmarkt eine spürbare Entspannung einge- wurde. Die nachträglich erteilte Bewilligung wurde vom
treten ist und die Wirkung von Marktkräften heute aufgrund Schweizer Heimatschutz beim Bundesgericht angefochten.
von aktuellem Datenmaterial mit grosser Wahrscheinlichkeit Als Privatgutachter der Pilatusbeleuchter (Pilatusbahn-Gesell-
zu anderen Schlüssen führen müsste, als es Anfang der neun- schaft) tritt der Präsident der Eidgenössischen Kommission
ziger Jahre anhand der damals zur Verfügung stehenden An- für Denkmalpflege auf. Ohne in das hängige Verfahren eingrei-
gaben der Fall war? fen zu wollen, stellt sich schon heute die politische Frage des
2. Wie gedenkt das Eidgenössische Departement des Innern Ausstandes.
sicherzustellen, dass in einem derart sensiblen Bereich wie Erachtet es der Bundesrat politisch als tragbar, dass sich ein
dem Wohnen weiterhin aktuelle Daten zur Verfügung stehen? hoher Funktionär, der sich mit baulichen Denkmalobjekten
3. Müsste nicht die vorher halbjährlich erhobene, umfassende beschäftigt, mit der Annahme eines Gutachterauftrages in ein
Strukturerhebung mindestens weiterhin jährlich durchgeführt Verfahren einmischt, das ein Objekt von nationaler Bedeutung
werden, statt wie vorgesehen nur noch im Zwei- oder Dreijah- (Pilatus im Bundesinventar schützenswerter Landschaften
resrhythmus? von nationaler Bedeutung) zum Inhalt hat?
Texte de la question du 20 mars 1995 Texte de la question du 20 mars 1995
La dernière enquête sur les loyers de l'Office fédéral de la sta- Une installation d'éclairage a été placée sans autorisation au
tistique (OFS), autrefois semestrielle, remonte au printemps sommet du mont Piiate en 1991. L'autorisation accordée par la
1993. Depuis cette date, nous ne disposons plus de chiffres of- suite a fait l'objet d'un recours déposé au Tribunal fédéral par
ficiels concernant l'évolution des loyers des différentes caté- la Ligue suisse du patrimoine national. Le président de la
gories de logements. Commission fédérale des monuments historiques a accepté,
Je pose donc au Conseil fédéral les questions suivantes: à titre privé, de servir d'expert de la société qui exploite le che-
1. Le Département fédéral de l'intérieur, et tout particulière- min de fer du mont Piiate et qui a fait construire l'installation.
ment l'OFS, pense-t-il qu'une détente sensible du marché du Sans avoir à intervenir dans la procédure en suspens, on doit
logement soit perceptible depuis le début de 1993 et peut-être se demander si, du point de vue politique, un désistement de
même avant Pense-t-il également que, sur la base des infor- l'intéressé ne devrait pas être envisagé.
mations dont nous disposons aujourd'hui nous devions pro- Le Conseil fédéral considère-t-il qu'il est politiquement toléra-
bablement tirer d'autres conclusions sur l'effet de l'offre et de ble qu'un haut fonctionnaire qui s'occupe de monuments his-
la demande que celles qui s'imposaient au début des années toriques intervienne, en acceptant un mandat d'expert, dans
nonante, sur la base des données alors en notre possession? une procédure qui a trait à un objet tel que le mont Piiate, qui fi-
2. Comment le Département fédéral de l'intérieur entend-il as- gure dans l'inventaire fédéral des paysages, sites et monu-
surer que nous disposions toujours d'informations à jour dans ments naturels d'importance nationale?
un domaine aussi sensible que celui du logement?
3. Ne vaudrait-il pas mieux mener cette enquête structurelle, Réponse écrite du Conseil fédéral
autrefois semestrielle, au moins une fois par année, au lieu Le président de la Commission fédérale des monuments his-
d'une fois tous les deux ou trois ans comme prévu? toriques (CFMH) a établi une expertise sur des questions juri-
diques liées à l'installation d'illuminations au sommet du mont
Réponse écrite du Conseil fédéral Piiate. Il a fait cette expertise en tant que directeur d'un bureau
Parallèlement à la baisse des taux hypothécaires, l'évolution privé d'expertises dans le secteur des monuments histori-
des loyers s'est stabilisée peu à peu. L'enquête trimestrielle ques; il n'est en effet engagé qu'à temps partiel comme prési-
sur les loyers qui est réalisée pour l'indice suisse des prix à la dent de la CFMH.
consommation le montre clairement Le sujet de l'illumination du mont Piiate ne concerne pas le do-
Dans le cadre de cette enquête, on collecte aussi des données maine des monuments historiques, mais relève du domaine
structurelles sur les grandes villes. Il n'est toutefois pas possi- de la protection des sites et du paysage. Le président de la
ble de procéder à une ventilation régionale plus poussée. CFMH a donc engagé sa propre responsabilité, et il lui appar-
Le Conseil fédéral est également d'avis qu'il serait utile et sou- tient de veiller à ce que de telles expertises n'entachent pas sa
haitable de relever les données structurelles essentielles des crédibilité de président d'une commission fédérale.
20. März 1995 N 743 Fragestunde
95.5081 95.5048
Frage Bugnon Frage Engler
Krankenversicherung. Volksentscheid
Zulassung von Psychomotorik-Therapeuten und Weissweinliberalisierung
Question Bugnon Question Engler
Assurance-maladie. Décision populaire
Admission des thérapeutes de la psychomotricité et ouverture du marché des vins blancs
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Die Ausführungsbestimmungen zur Krankenversicherung Seit dem Volksentscheid vom 1. April 1990 gegen die Wein-
sind sehr vielen direkt und weniger direkt betroffenen Organi- kontingentierung (Rebbaubeschluss) ist die Liberalisierung
sationen vorgelegt worden. beim Weisswein noch immer hängig.
Die Schweizerische Vereinigung der Psychomotorik-Thera- Am 20. Dezember 1994 hat das EVD einen zaghaften Vor-
peuten und -Therapeutinnen ist jedoch nicht berücksichtigt schlag in die Vernehmlassung geschickt
worden, obwohl sie seit 1990 mit dem BSV laufend über die 1. Welchen Wert misst der Bundesrat der jüngsten Vernehm-
endliche Zulassung als anerkannter Beruf im Sinne der «Ver- lassung des Volkes anlässlich der Abstimmung vom 12. März
ordnung VI über die Krankenversicherung (des Eidgenössi- 1995 zu?
schen Departementes des Innern) betreffend die Zulassung 2. Hatte die zögerliche Haltung des Bundesrates bei der Libe-
von medizinischen Hilfspersonen zur Betätigung für die Kran- ralisierung des Weissweines einen Einfluss auf das Abstim-
kenversicherung» verhandelt mungsergebnis?
Dieser Beruf sieht sich heute vor folgendes Problem gestellt:
Einerseits nimmt die Nachfrage nach Behandlung gewaltig zu, Texfe de la question du 20 mars 1995
andererseits sind die Modalitäten der Kostenübernahme nicht Depuis la décision populaire du 1er avril 1990 contre le contin-
gesichert gentement des vins (arrêté sur la viticulture), la question de la
Gedenkt der Bundesrat, anlässlich der gegenwärtigen Revi- libéralisation du marché des vins blancs n'a pas encore été
sion, die Zulassung der Psychomotorik-Therapeuten im Rah- réglée.
men des KVG gutzuheissen? Le 20 décembre 1994, le DFEP a soumis une proposition timo-
rée à une procédure de consultation.
Texte de la question du 20 mars 1995 1. Quelle valeur le Conseil fédéral accorde-t-il à l'avis émis tout
Le projet de révision de la loi sur l'assurance-maladie a été dif- récemment par le peuple lors de lavotation du 12 mars 1995?
fusé auprès de très nombreuses organisations concernées de 2. Les hésitations du Conseil fédéral en ce qui concerne l'ou-
près ou de loin. verture du marché des vins blancs ont-elles eu une influence
Alors que l'Association suisse de psychomotricité est en cours sur le résultat du scrutin?
de tractations suivies auprès de l'Ofas depuis 1990 pour enfin
être admise comme profession reconnue au sens de Réponse écrite du Conseil fédéral
l'ordonnance VI du Département fédéral de l'intérieur concer- Dans sa réponse à la motion Engler du 5 octobre 1990
nant l'autorisation donnée au personnel paramédical de prati- (Contingentement du vin), le Conseil fédéral a proposé de tari-
quer à la charge de l'assurance-maladie, force est de consta- fier au plus tard jusqu'en 1995 l'ensemble des importations de
ter qu'elle n'a pas été consultée. vin. Entre temps, le régime d'importation du vin rouge en fûts a
Or, cette profession se trouve aujourd'hui confrontée au pro- été tarif ié le 1 er janvier 1992 et pour le vin rouge en bouteilles le
blème suivant: d'un côté les demandes de traitements af- 1 er janvier 1994 (contingent tarifaire global de 1 620 000 hec-
fluent et de l'autre les modalités de prise en charge ne sont tolitres pour le vin rouge en fûts et en bouteilles). Le nouveau
pas assurées. régime d'importation du vin blanc en fûts et en bouteilles doit
Le Conseil fédéral pense-t-il saisir l'opportunité de la révision être appliqué en même temps que l'entrée en vigueur des Ac-
actuelle pour accepter l'admission des thérapeutes de la psy- cords du Gatt, c'est-à-dire vraisemblablement le 1er juillet ou
chomotricité au sein de la LAMal? le 1er août 1995.
Pour le Conseil fédéral, les résultats de la votation du 12 mars
Réponse écrite du Conseil fédéral 1995 ne mettent pas en cause les réformes entamées avec la
Comme vous l'avez justement constaté, la profession de thé- publication du 7e rapport sur l'agriculture. Le peuple a cepen-
rapeute de la psychomotricité n'est pas mentionnée dans le dant manifesté sa volonté de les voir se réaliser plus vite et plus
projet d'ordonnance sur l'assurance-maladie (OAMal). En ef- complètement La libéralisation des importations de vins
fet, celui-ci ne mentionne que les fournisseurs de prestations blancs n'a toutefois pas été le thème central lors de la campa-
qui travaillent déjà maintenant pour l'assurance-maladie, ainsi gne qui a précédé ces votations et n'a donc pas eu une in-
que ceux dont la reconnaissance a déjà fait l'objet d'un exa- fluence notable sur ces dernières.
men complet Tel n'est pas le cas des thérapeutes de la psy-
chomotricité. La procédure est en cours et sera poursuivie. Si
cette profession ne figure pas dans l'ordonnance qui entrera
en vigueur au 1er janvier 1996, il ne faut pas en déduire que la
porte est définitivement fermée. Une décision, basée sur un
examen approfondi, pourra être prise ultérieurement et alors fi-
gurer dans l'ordonnance.
Heure des questions 744 N 20 mars 1995
95.5064 95.5043
Frage Weder Hansjürg Frage Wlck
Rinderwahnsinn auch beim Menschen? Radioaktives Material. Kontrollen
Question Weder Hansjürg Question Wick
Vaches folles. Substances radioactives. Contrôle
Contamination possible de l'homme?
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995
Wortlaut der Frage vom 20. März 1995 Immer wieder taucht spaltbares Material, darunter sogar waf-
Nach England weist die Schweiz die meisten Fälle von Rinder- fenfähiges Plutonium, aus dem Gebiet der ehemaligen So-
wahnsinn auf. Die Tendenz ist weiter ansteigend. Die Infektion wjetunion auf. Dort entspricht offensichtlich die Kontrolle über
wird durch die Fütterung von Fleisch- und Knochenmehl an dieses gefährliche Material nicht dem, was zum Schütze der
Wiederkäuer hervorgerufen. Menschheit vor nuklearem Terrorismus erforderlich wäre.
Obwohl nicht bewiesen ist, dass kontaminiertes Rindfleisch Ich bitte deshalb den Bundesrat um die Beantwortung folgen-
die tödliche Erkrankung beim Menschen auslösen kann, wei- der Fragen:
sen alle Indizien darauf hin, dass es sie gibt 1. Welches sind die internationalen Verpflichtungen in diesem
Ich frage den Bundesrat: Bereich, insbesondere denke ich dabei an den Atomsperrver-
1. Wie kann das Risiko für die Konsumenten gemindert trag?
werden? 2. Wie wird die Einhaltung solcher Verpflichtungen kontrol-
2. Wie wird der von der «Fleisch-Mafia» gesteuerte Futtermit- liert?
telschwarzmarkt überwacht, und wie kann er unterbunden 3. Erachtet es der Bundesrat als nötig, dass diese Kontrollen
werden? verbessert respektive verschärft werden?
3. Ist der Bundesrat bereit, drastische Strafen denjenigen auf-
zuerlegen, die die Gesundheit von Menschen und Tieren in Texte de la question du 20 mars 1995
frevelhafterweise aufs Spiel setzen? Régulièrement, on apprend que des matières fissiles prove-
nant de l'ex-Union soviétique, parfois même du plutonium, un
Texte de la question du 20 mars 1995 métal qui peut être utilisé pour la fabrication d'armes, ont été
La Suisse enregistre le plus grand nombre de cas de vaches saisies. De toute évidence, le contrôle de ces matières dange-
folles après l'Angleterre. La tendance est de nouveau à la reuses n'est pas fait selon les règles qu'imposerait la néces-
hausse. Les ruminants sont contaminés par l'ingestion de fari- sité de protéger l'humanité contre le «terrorisme nucléaire».
nes de viande et d'os. Je prie donc le Conseil fédéral de répondre aux questions sui-
Bien qu'il ne soit pas scientifiquement prouvé que de la viande vantes:
de boeuf infectée peut donner à l'homme cette maladie mor- 1. Quels engagements internationaux ont été pris dans ce do-
telle, tous les indices montrent que le risque existe. maine - et je pense en particulier au Traité sur la non-proliféra-
1. Comment ce risque peut-il être réduit? tion des armes nucléaires?
2. Que fait-on pour surveiller le marché noir des denrées four- 2. Quels contrôles opère-t-on afin de s'assurer que ces enga-
ragères, dirigé par une «mafia de la viande», et que faut-il faire gements sont respectés?
pour l'éliminer? 3. Le Conseil fédéral juge-t-il nécessaire d'améliorer ou de ren-
3. Le Conseil fédéral est-il prêt à punir sévèrement ceux qui forcer ces contrôles?
mettent en jeu d'une manière criminelle la santé des hommes
et des animaux? Schriftliche Antwort des Bundesrates
1. Der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen
(Atomsperrvertrag) verpflichtet alle Vertragsparteien u. a
Réponse écrite du Conseil fédéral dazu, «besonderes spaltbares Material» einem Nichtkernwaf-
Le nom habituel de la «maladie des vaches folles» est l'«encé- fenstaat nur weiterzugeben, wenn es dort «Sicherungsmass-
phalopathie spongiforme bovine (ESB)». On dénombre jus- nahmen» unterliegt Die Internationale Atomenergie-Organi-
qu'à présent 1000 fois moins de cas d'ESB en Suisse qu'en sation (IAEO) hat zudem schon 1977 Richtlinien für den physi-
Angleterre (134 cas contre 140 000). En 1994, le nombre de schen Schutz von Kernmaterial publiziert
cas d'ESB a diminué en Angleterre de près de 30 pour cent 2. Die IAEO überprüft im Rahmen des Atomsperrvertrages die
On s'attend à une diminution sensible des cas en Suisse à par- friedliche Verwendung des Spaltmaterials. Die Richtlinien von
tir de l'année prochaine. 1977 sind rechtlich unverbindlich, und die IAEO hat kein Man-
Quant aux trois questions posées: dat, ihre Einhaltung zu überprüfen.
1. Il n'existe pour l'heure aucune preuve d'un risque de trans- 3. Aufgrund der Ereignisse der letzten Jahre haben die zustän-
mission de la maladie à l'homme. Les mesures prises en digen Schweizer Behörden gewisse zusätzliche Massnahmen
Suisse en novembre 1990 permettent d'exclure tout risque en- bei den Grenzkontrollen und an den Flughäfen veranlasst In
visageable pour l'homme. Suivant ces mesures, il est notam- Verdachtsfällen wird mit Priorität ermittelt, auch wenn solche
ment interdit de mettre dans le commerce, comme denrées ali- Untersuchungen des öftern sehr aufwendig und personalin-
mentaires, certains organes de bovins âgés de plus de six tensiv sind. Die Schweiz setzt sich ausserdem dafür ein, dass
mois. auch in Kernwaffenstaaten Spaltmaterial den Kontrollen der
2. Le Conseil fédéral n'a pas connaissance d'une «mafia de la friedlichen Verwendung durch die IAEO unterstellt wird. Wei-
viande». L'affouragement de farines de viande à des rumi- tere Massnahmen auf nationaler Ebene drängen sich vorläufig
nants est interdite depuis novembre 1990. Comme l'ont mon- n ichtauf.
tré les contrôles de la Station fédérale de recherches de Gran-
geneuve, cette interdiction est respectée.
3. Les infractions qui pourraient survenir en rapport avec l'ESB
relèvent, pour la plupart, de la compétence pénale des can-
tons et non de celle de la Confédération.
Le Conseil fédéral est convaincu que les mesures immédiates
et la coordination avec les instances cantonales et fédérales
concernées ont constitué une réaction à la fois judicieuse et
adaptée face à la menace de l'ESB. D'autres mesures ne s'im-
posent pas.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Fragestunde
Heure des questions
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 11
Séance
Seduta
Geschäftsnummer ---
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.03.1995 - 14:30
Date
Data
Seite 723-744
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Pagina
Ref. No 20 025 449
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