Agricultural Policy and Wartime Economic Measures
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis document summarizes two motions concerning Swiss agricultural policy and economic wartime measures. Motion Stalder, regarding agricultural policy, was converted into a postulate, acknowledging the council's commitment to family farms and direct payments while noting the need for annual tariff adjustments and measures to curb farm closures. Motion Meyer, calling for the abolition of cartels rooted in wartime economic measures, was also converted into a postulate, with the council explaining that while wartime measures necessitated some organizations, current cartel activity is judged under existing competition law, and mandatory reserve-holding organizations for essential goods do not engage in anti-competitive practices.
Legislator-Regeste
KI-generiertAgricultural Policy and Wartime Economic Measures: - das Grundeinkommen der Bauern ist durch die Produkte- Bewirtschafter selbst, wie sich sein Betrieb entwickeln soll.
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Motion Stalder 2190 N 6 octobre 1995
secondo mercato. Questo nuovo mercato organizzato su Schriftliche Begründung - Développement par écrit
basi completamente private, seguendo l'esempio del mer- Der Bundesrat bekannte sich bisher immer zur landwirt-
cato secondario americano, dovrebbe comprendere, entro il schaftlichen Betriebsform des bäuerlichen Familienbetrie-
2000, circa 200 PMI europee. E'ancora troppo presto per for- bes. Diese bietet noch heute die beste Gewähr, den Land-
mulare previsioni riguardo alla misura in cui le cerehie sviz- schaftsschutz und die Landschaftspflege am effektivsten zu
zere interessate potranno partecipare a questo mercato che garantieren. An dieser Betriebsform sollte unbedingt festge-
potrebbe offrire sbocchi parimenti vantaggiosi per l'industria halten werden.
del capitale di rischio del nostro Paese. Der Bauer muss sich weiterhin als Produzent gesunder Nah-
rungsmittel betätigen und daraus sein Grundeinkommen er-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates zielen können.
Dichiarazione scritta del Consiglio federale Die Direktzahlungen sollten nur als Einkommensergänzung
Déclaration écrite du Conseil fédéral dienen, sollten aber nicht auf die Bioproduktion beschränkt,
II Consiglio federale propone di trasformare la mozione in sondern zumindest auch für die integrierte Betriebsform ent-
postulato. richtet werden. Der Bundesrat wird dringend gebeten, der
Entwicklung des Einkommens der Bauern seine volle Auf-
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat merksamkeit zu schenken. Einkommenseinbussen von
30 Prozent seit 1989 führen notgedrungen in Existenznot-
stand, also zu Betriebssterben. Die Betriebszahl der Schweiz
ging innert zwanzig Jahren von 200 000 auf 90 000 zurück.
Dieser Tendenz muss Einhalt geboten werden.
#ST# 95.3341 Da der Selbstversorgungsgrad unter 50 Prozent abgesunken
ist, kann nicht begriffen werden, dass Überschussverwertun-
Motion Stalder gen durchgeführt werden müssen. In den meisten Fällen
werden diese durch zu umfangreiche Importe verursacht.
Landwirtschaftspolitik Darum ist es nötig, den Zollschutzmassnahmen vermehrte
des Bundesrates Aufmerksamkeit zu schenken.
Politique agricole Landschaftsschutz und Landschaftspflege sichern dem Tou-
du gouvernement rismus als wichtigem Wirtschaftszweig die Existenz, sichern
die Verkehrswege und erhalten den Erholungsraum. Auch
diese Faktoren gehören als Dienstleistung der Landwirt-
schaft gewürdigt.
Wortlaut der Motion vom 23. Juni 1995 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Viele Bauern sind mit der Landwirtschaftspolitik des Bundes vom 13. September 1995
unzufrieden. Der Bundesrat wird aufgefordert, folgenden Rapport écrit du Conseil fédéral
Punkten vermehrt Beachtung zu schenken: du 13 septembre 1995
- der Bundesrat hat sich zum bäuerlichen Familienbetrieb zu 1. Der Bundesrat bekennt sich durchaus zum bäuerlichen
bekennen und dessen Betriebsexistenz zu sichern; Familienbetrieb. Gerade in diesen Betrieben entscheidet der
- das Grundeinkommen der Bauern ist durch die Produkte- Bewirtschafter selbst, wie sich sein Betrieb entwickeln soll.
preise zu sichern; Die Struktur unserer Landwirtschaft ist deshalb sehr vielfältig.
- die Direktzahlungen sind, auch als Ergänzungseinkommen Auch eine weitere Strukturentwicklung wird die bäuerliche
für die integrierte Betriebsform, zu gewähren; Prägung unserer Landwirtschaft nicht gefährden.
- die durch das Gatt (WTO) möglichen Zollschutzmassnah- 2. Auch der Bundesrat erkennt in der Nahrungsmittelproduk-
men zugunsten der einheimischen Produktion sind voll aus- tion eine wichtige Aufgabe der Landwirtschaft. Einen Teil ih-
zuschöpfen und diese Tarife jährlich den Markt- und Einkom- res Einkommens sollen die Landwirte über den Verkauf ihrer
mensverhältnissen anzupassen; Erzeugnisse erzielen. Daneben sind die Direktzahlungen ein
-die nötigen Massnahmen sind zu treffen, um dem sich be- wichtiger Einkommensbestandteil. Sie sind das Entgelt für
schleunigenden Betriebssterben Einhalt zu gebieten, denn die von der Landwirtschaft zugunsten der Allgemeinheit er-
nur eine der Topographie der Schweiz angepasste Betriebs- brachten Leistungen. Sie ermöglichen es den Produzenten,
struktur kann den Landschaftsschutz und die Landschafts- ihre Erzeugnisse zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten.
pflege in genügendem Ausmass garantieren. 3. Die integriert produzierenden Betriebe erhielten sowohl
die ergänzenden Direktzahlungen (Art. 31 a) als auch Bei-
Texte de la motion du 23 juin 1995 träge für besondere ökologische Leistungen (Art. 31 b LwG)
Nombre de paysans sont mécontents de la politique agricole seit ihrer Einführung im Jahr 1993.
de la Confédération. Le Conseil fédéral est chargé de pren- Der Bundesrat ist sich der schwierigen finanziellen Lage vie-
dre les mesures suivantes: ler Landwirte bewusst. Er sieht deshalb im Finanzplan einen
- apporter son soutien aux exploitations paysannes fami- Ausbau der Direktzahlungen vor.
liales et faire en sorte que leur existence soit assurée; 4. Die Möglichkeiten zum Schutz der inländischen Landwirt-
- garantir le revenu de base des paysans au moyen du prix schaft werden auch im Rahmen des Gatt/WTO-Abkommens
des produits; weitgehend ausgeschöpft. Allerdings ist dabei auch auf die
- accorder les paiements directs en tant que revenu complé- anderen Wirtschaftszweige und auf die ökonomische Lage
mentaire, y compris aux exploitations engagées dans la pro- der übrigen Bevölkerung Rücksicht zu nehmen. Um der inter-
duction intégrée; nationalen Verpflichtung nachzukommen, hat die Schweiz
- utiliser pleinement les mesures de protection douanières ihre Schutzzölle schrittweise abzubauen. Soweit die Zölle auf
autorisées par le Gatt (OMC) en faveur de la production indi- dem Gatt-zulässigen Maximum festgesetzt sind, ist eine An-
gène et adapter annuellement les tarifs à la situation du mar- passung an interne Markt- oder Preisverhältnisse nur nach
ché et des revenus; unten möglich.
- prendre les mesures nécessaires pour freiner le processus Von eigentlichen Überschüssen kann nur in wenigen Produk-
des cessations d'exploitation, qui ne cesse de s'accélérer, tebereichen gesprochen werden. Soweit solche auftreten,
car seule une répartition géographique adaptée à la topogra- sind sie in der Regel erntebedingt und können nicht auf einen
phie suisse peut assurer adéquatement la protection et l'en- ungenügenden Grenzschutz zurückgeführt werden. Der
tretien du paysage. Selbstversorgungsgrad mit Nahrungsmitteln liegt in der
Schweiz über 60 Prozent (Nahrungsenergie einschliesslich
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Keller Rudolf, tropischer Agrarprodukte wie Bananen). Für die verschiede-
Ruf, Scherrer Werner, Steffen (5) nen Nahrungsmittel ist er unterschiedlich hoch. Aufgrund der
6. Oktober 1995 N 2191 Motion Meyer Theo
natürlichen Gegebenheiten liegt der Schwerpunkt unserer stätigt. Trotzdem haben viele Massnahmen, die in der wirt-
Landwirtschaft bei der tierischen Produktion. Entsprechend schaftlichen Kriegsvorsorge wurzeln, als Kartelle oder kartell-
beträgt der Selbstversorgungsgrad bei Milchprodukten teil- ähnliche Organisationen überlebt.
weise über 100 Prozent, bei verschiedenen Fleischsorten Die meisten dieser Kartelle sind eine Folge des dringlichen
annähernd 100 Prozent, für andere Nahrungsmittel liegt er Bundesbeschlusses vom 30. August 1939, in dem das Parla-
bedeutend tiefer. ment dem Bundesrat «Auftrag und Vollmacht» erteilte, «die
5. Als Oberziel soll die Agrarpolitik einen Rahmen schaffen, zur Behauptung der Sicherheit, Unabhängigkeit und Neutra-
innerhalb dessen die Landwirtschaft ihre vielfältigen Aufga- lität der Schweiz, zur Wahrung des Kredites und der wirt-
ben erfüllen kann. Ein Einfrieren der bestehenden Strukturen schaftlichen Interessen des Landes und zur Sicherung des
ist dafür weder notwendig noch zweckmässig. Vor allem die Lebensunterhaltes erforderlichen Massnahmen zu treffen».
jüngeren Landwirte möchten in der Regel moderne Techni- Während einige Massnahmen inzwischen längst aufgehoben
ken einsetzen, deren Kosten aber nur bei genügender Ausla- worden sind, haben andere auch den kalten Krieg überdau-
stung tragbar sind. Soll ein angemessener Anteil von Haupt- ert.
erwerbsbetrieben erhalten bleiben, müssen sich diese ent- Genannt seien z. B.: Futtermittel/Getreide; Backmehl; Back-
wickeln können. Die Erhaltung bäuerlicher Dimensionen wird hefe; Fleischmarkt; Zucker; Speiseöl; Brenn- und Heizstoffe;
durch zahlreiche Auflagen in den einzelnen agrarpolitischen Energie/Wärmeenergie; Schrott (Armierungsstahl usw.).
Massnahmen gewährleistet. Die Liste ist leider nicht abschliessend. Es wäre an der Zeit,
Der Bundesrat kennt die schwierige Situation der Landwirt- das Ende des Zweiten Weltkrieges auch auf dieser Ebene
schaft und ist bestrebt, alles in seiner Macht Stehende zu de- nachzuvollziehen und diese Kartelle, die meistens Privilegien
ren Unterstützung zu tun. Er beabsichtigt, im Winter 1995/96 für einige wenige bedeuten, aufzuheben.
die Vorschläge für die 2. Etappe der Reform der Agrarpolitik
in die Vernehmlassung zu schicken. Ein neues Landwirt- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
schaftsgesetz soll die Voraussetzungen schaffen, die der vom 13. September 1995
Landwirtschaft eine dynamische, zukunftsgerichtete Ent- Rapport écrit du Conseil fédéral
wicklung ermöglichen. du 13 septembre 1995
1. Die Kartellkommission hat im Rahmen von Marktuntersu-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates chungen festgestellt, dass sich einige Kartelle oder kartell-
Déclaration écrite du Conseil fédéral ähnliche Organisationen direkt oder indirekt aus der Kriegs-
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wirtschaft und aus der wirtschaftlichen Kriegsvorsorge ent-
wandeln. wickelt haben, was angesichts der Tatsache, dass die
Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg im Interesse einer ge-
Le président: M. Loeb François combat cette intervention. rechten und ausreichenden Versorgung in viele lebenswich-
La discussion est renvoyée. tige Bereiche eingreifen musste, nicht erstaunt. Als illustrati-
ves Beispiel können die Berichte der Kartellkommission über
Verschoben - Renvoyé den Markt für Backmehl aus den Jahren 1984 und 1994 die-
nen.
2. Was hingegen die heutige Situation betrifft, ist festzustel-
len, dass das Landesversorgungsgesetz keine Kartelle oder
#ST# 95.3268 kartellähnlichen Organisationen begründet. Weder darf auf-
grund der wirtschaftlichen Landesversorgung ein sich ab-
Motion Meyer Theo zeichnender Strukturwandel behindert werden, noch dürfen
zur Erreichung der Versorgungsziele eigene Wirtschafts-
Wirtschaftliche Kriegsvorsorge. strukturen aufgebaut werden.
Aufhebung der Kartelle Erst im Falle einer ernsthaften Versorgungskrise, etwa im
Economie de guerre. Erdölsektor, wäre der Bundesrat gegebenenfalls aufgrund
Suppression des cartels des Landesversorgungsgesetzes befugt, Vorschriften zu er-
lassen, um die Preise, welche in einer Mangellage ansteigen,
im Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten in den
Griff zu bekommen. Indessen hätten aber auch solche gene-
rellen staatlichen Preismassnahmen nichts mit einem Kartell
Wortlaut der Motion vom 15. Juni 1995 oder einer kartellähnlichen Massnahme zu tun. Im übrigen
Der Bundesrat wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundla- sind Preismassnahmen in Krisenzeiten selbst nach dem Ent-
gen zu überprüfen, anzupassen und dem Parlament Geset- wurf zu einem neuen Kartellgesetz zulässig, bleiben doch
zesänderungen vorzulegen, damit alle Kartelle oder kartell- darin abweichende öffentlich-rechtliche Vorschriften, soweit
ähnlichen Organisationen, die direkt oder indirekt in der wirt- sie eine staatliche Markt- oder Preisordnung begründen, vor-
schaftlichen Kriegsvorsorge wurzeln, aufgehoben werden behalten. Eine Preispolitik auf dem Boden des Landesversor-
können. gungsgesetzes bleibt jedoch, jedenfalls in Zeiten einer unge-
störten Versorgung, ausgeschlossen.
Texte de la motion du 15 juin 1995 3. Um die Versorgung des Landes mit lebenswichtigen
J'invite le Conseil fédéral à examiner et à adapter les bases Gütern und Energieträgern für Krisenzeiten sicherzustellen,
légales et à soumettre au Parlement les modifications de loi sind alle Importeure in den entsprechenden Bereichen ge-
nécessaires afin de supprimer tous les cartels et autres orga- setzlich verpflichtet, bestimmte Reserven zu halten. Für die
nisations similaires issus, directement ou indirectement, de Verwaltung dieser Pflichtlager haben sich die Importeure in
l'économie de guerre. Pflichtlagerorganisationen zusammengeschlossen (z. B. die
Schweizerische Zentralstelle für die Einfuhr flüssiger Treib-
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann Stephanie, und Brennstoffe, Carbura, und die Treuhandstelle der schwei-
Bäumlin, Bundi, Caspar-Hutter, Danuser, von Feiten, Gon- zerischen Lebensmittelimporteure, TSL, welche der Aufsicht
seth, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Herczog, des Bundes unterliegen und allen Importeuren offenstehen).
Jeanprêtre, Jöri, Leemann, Misteli, Rechsteiner, Ruffy, Die Pflichtlagerorganisationen verfolgen keine wettbewerbs-
Schmid Peter, Tschäppät Alexander, Tschopp, Vollmer, politischen Ziele und behindern weder mit Preis-, Mengen-
Züger (22) noch mit Gebietsabsprachen den wirksamen Wettbewerb.
4. Soweit Kartelle, auch solche mit historischen Wurzeln in
Schriftliche Begründung - Développement par écrit der damaligen Kriegswirtschaft, heute noch bestehen, ist ihre
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Soeben wurde dies mit der Tätigkeit nach der geltenden Kartellgesetzgebung zu beurtei-
Feier zum 50. Jahrestag des Friedensschlusses offiziell be- len.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Stalder Landwirtschaftspolitik des Bundesrates
Motion Stalder Politique agricole du gouvernement
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3341
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 06.10.1995 - 08:00
Date
Data
Seite 2190-2191
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Ref. No 20 026 174
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