Census Boycott and Federal Family Support
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed two motions: one to ensure uniform penalties for those boycotting the census and another to establish constitutional grounds for federal family support measures. Regarding the census boycott, the court acknowledged that the prosecution of boycotters in 1990 was inconsistent across cantons, violating equality principles, and the Federal Council was considering legislative changes. For family support, the court agreed that the federal government needed a clearer constitutional mandate to enact measures benefiting families, citing international conventions and the need to address existing disparities in family policy, ultimately transmitting this motion as a postulate for further consideration.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 4 Absatz, Art. 3c vor, Art. 64bis BV, Art. 4 Abs. 2 BV; Census Boycott and Federal Family Support: Regarding the census boycott, the court acknowledged that the prosecution of boycotters in 1990 was inconsistent across cantons, violating equality principles, and the Federal Council was considering legislative changes. For family support, the court agreed that the federal government needed a clearer constitutional mandate to enact measures benefiting families, citing international conventions and the need to address existing disparities in family policy, ultimately transmitting this motion as a postulate for further consideration.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertCited as an existing legal basis for the Confederation's legislative competence, comparable to the proposed competence for family matters.
Volltext
23. Juni 1995 1585 Motion SGK-NR (94.415)
#ST# 95.3042 #ST# 95.3082
Motion Jen ni Peter Motion SGK-NR (94.415)
Boykott Verfassungsgrundlage
der Volkszählung im Jahre 2000 für Massnahmen
zugunsten von Familien
Recensement en l'an 2000. Motion CSSS-CN (94.415)
Boycott Base constitutionnelle
pour des mesures
en faveur de la famille
Wortlaut der Motion vom 2. Februar 1995
Der Bundesrat wird beauftragt, eine Regelung zu treffen, wo-
nach Personen, welche die Volkszählung boykottieren, straf-
rechtlich in der ganzen Schweiz gleich behandelt werden. Wortlaut der Motion vom 16. Februar 1995
Der Bundesrat wird beauftragt, Verfassungsgrundlagen für
Massnahmen zugunsten von Familien zu schaffen, die si-
Texte de la motion du 2 février 1995
cherstellen, dass dem Bund eine generelle Rechtsetzungs-
Le Conseil fédéral est chargé d'adopter une réglementation
kompetenz für den Schutz der Familie, insbesondere zur
prévoyant un traitement pénal identique dans toute la Suisse
Wahrung der Rechte von Kindern und Jugendlichen, zusteht.
pour les personnes qui boycottent le recensement.
Texte de la motion du 16 février 1995
Mitunterzeichner - Cosignataires: Borer Roland, Dreher, Le Conseil fédéral est chargé de créer les bases constitution-
Giezendanner, Hari, Kern, Miesch, Moser, Ruf, Scherrer nelles pour des mesures en faveur de la famille; ces mesures
Jürg, Steffen, Wyss William (11 ) visent à garantir que la Confédération dispose d'une compé-
tence générale en matière de protection de la famille, en par-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit ticulier pour la défense des droits des enfants et des jeunes.
Die Volkszählung 1990 wurde von verschiedenen Personen
und organisierten Gruppen boykottiert. Die nur zum Teil ein- Schriftliche Begründung
geleiteten Strafverfahren wurden unterschiedlich, gemäss Was sich die reiche Schweiz für ihre Familien leistet, ist ein
kantonalem Recht, durchgeführt. Dies hatte eine krasse Ver- Armutszeugnis. Die Unterschiede bei der staatlichen Förde-
letzung von Artikel 4 der Bundesverfassung zur Folge. Ge- rung von Familien in der Schweiz im Vergleich zu anderen
stärkt durch die Tatsache, dass viele am Boykott beteiligte europäischen Ländern sind riesig. Die jüngste Vernehmlas-
Personen gar nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, ha- sung um die Einführung der längst fälligen Mutterschaftsver-
ben sich die Verweigerer bereits dahingehend geäussert, sicherung haben gezeigt, dass Familien wohl rhetorisch auf
dass sie im Jahr 2000 noch intensiver zum Boykott aufrufen Wohlwollen stossen; die Praxis spricht eine andere Sprache.
werden. Mit neuen Verfassungsgrundlagen ist darum eine Gesamt-
schau für die Familie und ihre Bedürfnisse zu entwickeln. Die
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Bundesverfassung soll einerseits Ziele setzen, anderseits
vom 29. März 1995 auch die Realität in unserem Land abbilden. Und der Trend
Rapport écrit du Conseil fédéral spricht eindeutig für eine «Refamilisierung»; junge Men-
du 29 mars 1995 schen wollen vermehrt in verbindlichen Gemeinschaften zu-
Das Bundesgesetz über die eidgenössische Volkszählung in sammenleben.
seiner revidierten Fassung vom 23. Juni 1988 sieht in Die erste Forderung kann mit Artikel 4 Absatz 2 der Bundes-
Artikel 3c vor, dass die Strafverfolgung bei Missachtung der verfassung (Gleichstellung von Mann und Frau) verglichen
Auskunftspflicht bzw. bei Verletzung des Amtsgeheimnisses werden, wo es sich um eine bereits bestehende Rechtset-
Sache der Kantone ist. zungskompetenz des Bundes handelt.
Dem Motionär ist beizupflichten, dass 1990 bei Verletzungen Eine solche Kompetenz ist angesichts der mangelhaften För-
der Auskunftspflicht die Strafverfahren sehr ungleich gestal- derung von Familienanliegen auch ausdrücklich für Familien
tet wurden. Einzelne Kantone haben sogar gänzlich auf vorzusehen. Wenn sich die Bundesverfassung mit den
Strafverfahren verzichtet. Grundlagen des Zusammenlebens in der Eidgenossenschaft
Diese Situation ist unbefriedigend. Der Bundesrat prüft daher befasst, so darf eine der wichtigsten Säulen des Zusammen-
gegenwärtig alternative Möglichkeiten zur Regelung der lebens - die der Familie - nicht fehlen.
Strafverfolgung und wird gegebenenfalls eine Änderung des Die Bundesbehörden brauchen insbesondere die Kompe-
Bundesgesetzes über die eidgenössische Volkszählung vor- tenz, Massnahmen zu ergreifen, welche sich aus:
schlagen. Vorbehalten bleiben die verfassungsrechtlichen -der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK);
Zuständigkeiten im Bereich des Strafrechts und der Strafver- - der Uno-Konvention über die Rechte des Kindes;
folgung (Art. 64bis BV). - dem Bericht «Kindesmisshandlung in der Schweiz»;
- den Berichten der Eidgenössischen Kommission für Ju-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates gendfragen;
Déclaration écrite du Conseil fédéral -der politischen Diskussion zum «Jahr der Familie» (z. B.
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- Forderungen der Nationalen Kommission für das Internatio-
wandeln. nale Jahr der Familie 1994) ergeben.
Milder Erteilung einer Rechtsetzungskompetenz an den Bund
können stossende Ungleichheiten bei der Familienpolitik in
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat den Kantonen beseitigt oder wenigstens gemildert werden.
Mit der zweiten Forderung setzt die Bundesverfassung ein
klares Signal für die berechtigten Anliegen der Familien; es
wird eine Familienverträglichkeitsprüfung - ähnlich der Um-
weltverträglichkeitsprüfung - im Grundsatz möglich.
Développement par écrit
La Suisse, pays riche s'il en est, traite ses familles en parents
pauvres. Les différences entre le soutien apporté par l'Etat à
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Jenni Peter Boykott der Volkszählung im Jahre 2000
Motion Jenni Peter Recensement en l'an 2000. Boycott
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3042
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.06.1995 - 08:00
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Data
Seite 1585-1585
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Ref. No 20 025 796
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