Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 95-3042 KI-generiert

Census Boycott and Federal Family Support

Geschäftsnummer VPB 95-3042
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court addressed two motions: one to ensure uniform penalties for those boycotting the census and another to establish constitutional grounds for federal family support measures. Regarding the census boycott, the court acknowledged that the prosecution of boycotters in 1990 was inconsistent across cantons, violating equality principles, and the Federal Council was considering legislative changes. For family support, the court agreed that the federal government needed a clearer constitutional mandate to enact measures benefiting families, citing international conventions and the need to address existing disparities in family policy, ultimately transmitting this motion as a postulate for further consideration.

Legislator-Regeste

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Art. 4 Absatz, Art. 3c vor, Art. 64bis BV, Art. 4 Abs. 2 BV; Census Boycott and Federal Family Support: Regarding the census boycott, the court acknowledged that the prosecution of boycotters in 1990 was inconsistent across cantons, violating equality principles, and the Federal Council was considering legislative changes. For family support, the court agreed that the federal government needed a clearer constitutional mandate to enact measures benefiting families, citing international conventions and the need to address existing disparities in family policy, ultimately transmitting this motion as a postulate for further consideration.

Schlagwörter

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verfassungsmässige Rechtsgleichheit Boykott Familienpolitik internationale Abkommen Strafen und Massnahmen Familienregister

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 4 Abs. 2 BV

Cited as an existing legal basis for the Confederation's legislative competence, comparable to the proposed competence for family matters.

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Volltext

23. Juni 1995 1585 Motion SGK-NR (94.415)

#ST# 95.3042 #ST# 95.3082

Motion Jen ni Peter Motion SGK-NR (94.415)

Boykott Verfassungsgrundlage

der Volkszählung im Jahre 2000 für Massnahmen

zugunsten von Familien

Recensement en l'an 2000. Motion CSSS-CN (94.415)

Boycott Base constitutionnelle

pour des mesures

en faveur de la famille

Wortlaut der Motion vom 2. Februar 1995

Der Bundesrat wird beauftragt, eine Regelung zu treffen, wo-

nach Personen, welche die Volkszählung boykottieren, straf-

rechtlich in der ganzen Schweiz gleich behandelt werden. Wortlaut der Motion vom 16. Februar 1995

Der Bundesrat wird beauftragt, Verfassungsgrundlagen für

Massnahmen zugunsten von Familien zu schaffen, die si-

Texte de la motion du 2 février 1995

cherstellen, dass dem Bund eine generelle Rechtsetzungs-

Le Conseil fédéral est chargé d'adopter une réglementation

kompetenz für den Schutz der Familie, insbesondere zur

prévoyant un traitement pénal identique dans toute la Suisse

Wahrung der Rechte von Kindern und Jugendlichen, zusteht.

pour les personnes qui boycottent le recensement.

Texte de la motion du 16 février 1995

Mitunterzeichner - Cosignataires: Borer Roland, Dreher, Le Conseil fédéral est chargé de créer les bases constitution-

Giezendanner, Hari, Kern, Miesch, Moser, Ruf, Scherrer nelles pour des mesures en faveur de la famille; ces mesures

Jürg, Steffen, Wyss William (11 ) visent à garantir que la Confédération dispose d'une compé-

tence générale en matière de protection de la famille, en par-

Schriftliche Begründung - Développement par écrit ticulier pour la défense des droits des enfants et des jeunes.

Die Volkszählung 1990 wurde von verschiedenen Personen

und organisierten Gruppen boykottiert. Die nur zum Teil ein- Schriftliche Begründung

geleiteten Strafverfahren wurden unterschiedlich, gemäss Was sich die reiche Schweiz für ihre Familien leistet, ist ein

kantonalem Recht, durchgeführt. Dies hatte eine krasse Ver- Armutszeugnis. Die Unterschiede bei der staatlichen Förde-

letzung von Artikel 4 der Bundesverfassung zur Folge. Ge- rung von Familien in der Schweiz im Vergleich zu anderen

stärkt durch die Tatsache, dass viele am Boykott beteiligte europäischen Ländern sind riesig. Die jüngste Vernehmlas-

Personen gar nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, ha- sung um die Einführung der längst fälligen Mutterschaftsver-

ben sich die Verweigerer bereits dahingehend geäussert, sicherung haben gezeigt, dass Familien wohl rhetorisch auf

dass sie im Jahr 2000 noch intensiver zum Boykott aufrufen Wohlwollen stossen; die Praxis spricht eine andere Sprache.

werden. Mit neuen Verfassungsgrundlagen ist darum eine Gesamt-

schau für die Familie und ihre Bedürfnisse zu entwickeln. Die

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Bundesverfassung soll einerseits Ziele setzen, anderseits

vom 29. März 1995 auch die Realität in unserem Land abbilden. Und der Trend

Rapport écrit du Conseil fédéral spricht eindeutig für eine «Refamilisierung»; junge Men-

du 29 mars 1995 schen wollen vermehrt in verbindlichen Gemeinschaften zu-

Das Bundesgesetz über die eidgenössische Volkszählung in sammenleben.

seiner revidierten Fassung vom 23. Juni 1988 sieht in Die erste Forderung kann mit Artikel 4 Absatz 2 der Bundes-

Artikel 3c vor, dass die Strafverfolgung bei Missachtung der verfassung (Gleichstellung von Mann und Frau) verglichen

Auskunftspflicht bzw. bei Verletzung des Amtsgeheimnisses werden, wo es sich um eine bereits bestehende Rechtset-

Sache der Kantone ist. zungskompetenz des Bundes handelt.

Dem Motionär ist beizupflichten, dass 1990 bei Verletzungen Eine solche Kompetenz ist angesichts der mangelhaften För-

der Auskunftspflicht die Strafverfahren sehr ungleich gestal- derung von Familienanliegen auch ausdrücklich für Familien

tet wurden. Einzelne Kantone haben sogar gänzlich auf vorzusehen. Wenn sich die Bundesverfassung mit den

Strafverfahren verzichtet. Grundlagen des Zusammenlebens in der Eidgenossenschaft

Diese Situation ist unbefriedigend. Der Bundesrat prüft daher befasst, so darf eine der wichtigsten Säulen des Zusammen-

gegenwärtig alternative Möglichkeiten zur Regelung der lebens - die der Familie - nicht fehlen.

Strafverfolgung und wird gegebenenfalls eine Änderung des Die Bundesbehörden brauchen insbesondere die Kompe-

Bundesgesetzes über die eidgenössische Volkszählung vor- tenz, Massnahmen zu ergreifen, welche sich aus:

schlagen. Vorbehalten bleiben die verfassungsrechtlichen -der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK);

Zuständigkeiten im Bereich des Strafrechts und der Strafver- - der Uno-Konvention über die Rechte des Kindes;

folgung (Art. 64bis BV). - dem Bericht «Kindesmisshandlung in der Schweiz»;

- den Berichten der Eidgenössischen Kommission für Ju-

Schriftliche Erklärung des Bundesrates gendfragen;

Déclaration écrite du Conseil fédéral -der politischen Diskussion zum «Jahr der Familie» (z. B.

Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- Forderungen der Nationalen Kommission für das Internatio-

wandeln. nale Jahr der Familie 1994) ergeben.

Milder Erteilung einer Rechtsetzungskompetenz an den Bund

können stossende Ungleichheiten bei der Familienpolitik in

Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat den Kantonen beseitigt oder wenigstens gemildert werden.

Mit der zweiten Forderung setzt die Bundesverfassung ein

klares Signal für die berechtigten Anliegen der Familien; es

wird eine Familienverträglichkeitsprüfung - ähnlich der Um-

weltverträglichkeitsprüfung - im Grundsatz möglich.

Développement par écrit

La Suisse, pays riche s'il en est, traite ses familles en parents

pauvres. Les différences entre le soutien apporté par l'Etat à

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Jenni Peter Boykott der Volkszählung im Jahre 2000

Motion Jenni Peter Recensement en l'an 2000. Boycott

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1995

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 95.3042

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 23.06.1995 - 08:00

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Data

Seite 1585-1585

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Ref. No 20 025 796

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