Parliamentary Office Recommends Further Study on Debate Reforms
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliamentary office requested that a motion to introduce interjections during debates be converted into a postulate, and that another motion to replace question time with urgent debates on important issues be also converted into a postulate. The office agreed that livelier debates were desirable but expressed concern about the time and resources required to fulfill parliamentary duties. While acknowledging that the current debate format led to a decline in public engagement and that interjections and urgent debates could help, the office ultimately recommended further examination of these proposals, suggesting the concept of an urgent debate was novel and merited more study.
Legislator-Regeste
KI-generiertÜberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat; Parliamentary Office Recommends Further Study on Debate Reforms: The office agreed that livelier debates were desirable but expressed concern about the time and resources required to fulfill parliamentary duties. While acknowledging that the current debate format led to a decline in public engagement and that interjections and urgent debates could help, the office ultimately recommended further examination of these proposals, suggesting the concept of an urgent debate was novel and merited more study.
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KI-generiertThis indicates the motion was converted into a postulate, which is a procedural step taken by the Parliament and reflected in the official record.
Volltext
Motion Herczog 946 N 24 mars 1995
#ST# 95.3033 Schriftliche Erklärung des Büros
Déclaration écrite du Bureau
Motion Herczog Das Büro beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
Ratsdebatten. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Einführung der Zwischenfrage
Débats du Conseil.
Possibilité d'interrompre les orateurs #ST# 95.3034
pour leur poser une question
Motion Herczog
Nationalrat.
Dringliche Debatten
Wortlaut der Motion vom 31. Januar 1995 zu wichtigen Problemen
Das Büro wird aufgefordert, das Geschäftsreglement des Na- Conseil national.
tionalrates dahin gehend zu ergänzen, dass während einer Débat urgent consacré
Debatte von Ratsmitgliedern an die Rednerin oder den Redner
kurze und präzise Zwischenfragen gestellt oder Zwischenbe-
à un problème important
merkungen gerichtet werden können, nachdem auf eine ent-
sprechende Frage des Ratspräsidenten oder der Ratspräsi-
dentin die Rednerin oder der Redner damit einverstanden ist
Diese Wortmeldung erfolgt- durch geeignete Möglichkeiten - Wortlaut der Motion vom 31. Januar 1995
aus dem Saal. Das Büro wird aufgefordert, das Geschäftsreglement des Na-
tionalrates dahin gehend zu ergänzen bzw. abzuändern, dass
Texte de la motion du 31 janvier 1995 in der zweiten oder dritten Sessionswoche anstelle der Frage-
Le Bureau est invité à modifier sans délai le règlement du stunde eine dringliche Debatte zu einem wichtigen Problem
Conseil national de façon à y introduire une disposition autori- im In- oder Ausland stattfinden kann. Die Debatte erfolgt in der
sant les députés à interrompre un orateur afin de lui poser une Regel in Kategorie II («Organisierte Debatte»). Das Büro ent-
question ou de lui adresser une remarque. Cette interruption scheidet in der Regel über Thema und Durchführung; eine De-
ne serait toutefois possible qu'à la condition que l'orateur, batte wird auch durchgeführt, falls wenigstens vierzig Ratsmit-
interrogé par le président du Conseil, y consente. Les députés glieder dies verlangen.
souhaitant s'exprimer en feraient la demande depuis leur pupi-
tre, par des moyens appropriés. Texte de la motion du 31 janvier 1995
Le Bureau est invité à modifier sans délai le règlement du
Conseil national de façon à remplacer, soit l'heure des ques-
Mitunterzeichner-Cosignataires: Aguet, Baumann Stephanie, tions qui a lieu au début de la deuxième semaine de session,
Béguelin, Eggenberger, Fankhauser, Gross Andréas, Jori, soit celle qui a lieu au début de la troisième semaine de ses-
Leemann, Rechsteiner, Ruffy, Strahm Rudolf (11) sion, par un débat urgent consacré à une question importante.
Ce débat obéira en règle générale aux modalités régissant les
Schriftliche Begründung - Développement par écrit affaires classées en catégorie II («Débat organisé»). Le sujet et
Die Fülle der Ratsgeschäfte hat zu wichtigen und richtigen les modalités de son déroulement seront arrêtés en règle gé-
Massnahmen geführt, die eine Straffung des Ratsbetriebes nérale par le Bureau; par ailleurs, un débat a lieu si quarante
bewirkten. Solche Massnahmen haben aber nicht nur ihre députés au moins le demandent
positiven Seiten: Eigentliche Debatten - im Sinne von Rede
und Widerrede - finden nicht mehr statt; die üblichste Bera- Mitunterzeichner-Cosignataires: Aguet, Baumann Stephanie,
tungskategorie (Kategorie III) bewirkt die Aneinanderreihung Béguelin, Brunner Christiane, Carobbio, Fankhauser, Huba-
von niedergeschriebenen Statements, demgegenüber ufert cher, Jeanprêtre, Rechsteiner, Ruffy, Strahm Rudolf (11 )
eine einmalig durchgeführte Beratung in Kategorie l in stun-
denlange Monologe aus. Das parlamentarische Streiten um Schriftliche Begründung-Développement par écrit
die Suche nach politischen Lösungen und nach entspre- Siehe Begründung zu Vorstoss 95.3033 hiervor
chenden Bündnissen wird - was allfällige Exponenten und
die Öffentlichkeit betrifft - praktisch in die Massenmedien ver- Schriftliche Stellungnahme des Büros
lagert Der Ratsbetrieb verliert dadurch vermehrt die öffentli- vom 17. Februar 1995
che Bedeutung. Rapport écrit du Bureau
Die Durchführung dringlicher Debatten zu wichtigen Themen du 17 février 1995
im In- oder Ausland sowie die Einführung von Zwischenfragen Nachdem die Fragestunde von 1946 bis 1962 schon bestan-
während der Ratsdebatten sollen die aktuelle, etwas starre Re- den hatte, wurde sie 1979 wieder eingeführt und, entgegen
gulierung des Ratsbetriebes auflockern, die Aufmerksamkeit der früheren Regelung, mit der Möglichkeit für den Fragestel-
(von Ratsmitgliedern, Journalisten und Öffentlichkeit) etwas ler versehen, eine Zusatzfrage zu stellen. Anlässlich der Regle-
verbessern und dadurch zu einer wieder politischeren Debatte mentsrevision im Jahre 1984 wurde die Fragestunde erneut
beitragen. zur Diskussion gestellt Es wurde erwogen, die Fragestunde
zugunsten der Behandlung von persönlichen Vorstössen ab-
zuschaffen oder durch eine Aktuelle Stunde zu ersetzen, wie
Schriftliche Stellungnahme des Büros sie im Deutschen Bundestag durchgeführt wird. Man hat
vom 17. Februar 1995 schliesslich auf eine Abschaffung der Fragestunde verzichtet,
Rapport écrit du Bureau weil sie den Parlamentariern doch die Gelegenheit gibt, vom
du 17 février 1995 Bundesrat innert kurzer Zeit eine Antwort zu erhalten, und weil
Das Büro teilt die Ansicht des Motionärs, dass lebendigere zudem dadurch die Zahl der Einfachen Anfragen wesentlich
Ratsdebatten wünschbar wären. Es muss allerdings auch da- zurückgegangen ist
für besorgt sein, dass das Parlament die ihm auferlegte Arbeit Das damals gegen die Fragestunde angeführte Argument,
zeit- und sachgerecht erfüllen kann. Das Büro ist aber bereit zu nämlich dass sie nur selten zur spontanen Diskussion über ak-
prüfen, wie die Nachteile, die dem einzelnen Ratsmitglied we- tuelle Fragen führe, gilt noch heute. Das hat auch dazu ge-
gen der notwendigen Organisation der Debatten entstehen, führt, dass das Interesse fürdie Fragestunde auch unter einem
kompensiert werden könnten. grossen Teil der Ratsmitglieder nicht gross ist
24. März 1995 N 947 Motion Misteli
Herr Herczog schlägt nun vor, das Instrument der Frage- Die Ergebnisse der internationalen Konferenzen wurden bis
stunde und die Diskussion über dringliche Interpellationen in heute auf globaler Ebene nur sehr beschränkt umgesetzt, da
einer regelmässig durchzuführenden «dringlichen Debatte» ihnen dazu vor allem die finanziellen Mittel fehlen. Der Sozial-
zusammenzufassen. Diese Idee ist neu und bis anhin noch nie gipfel im März 1995 versucht, einen Schritt weiter zu gehen
diskutiert worden. Das Büro ist der Meinung, dass der Vor- und durch konkrete Verträge die unmittelbarsten Bedrohun-
schlag näher geprüft werden sollte. gen von Frieden und menschlicher Sicherheit anzugehen. Als
wichtigste Finanzierungsquelle für einen Globalfonds zur
Schriftliche Erklärung des Büros menschlichen Sicherheit wird im Jahresbericht des Entwick-
Déclaration écrite du Bureau lungsprogrammes der Vereinten Nationen (UNDP) eine
Das Büro beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Steuer auf internationale Devisentransaktionen aufgeführt.
Diese Forderung wird inzwischen auch von anderen Organi-
Überwiesen als Postulat- Transmis comme postulat sationen, wie z B. der unabhängigen internationalen Kommis-
sion zu Bevölkerung und Lebensqualität der Nichtregierungs-
organisationen, erhoben.
Bei der erstmals 1978 von James Tobin (Wirtschafts-Nobel-
preisträger) vorgeschlagenen Devisentransaktionssteuer
#ST# 94.3578 handelt es sich darum, auf Kassageschäften in ausländischen
Währungen (einschliesslich Termingeschäfte) eine einheitli-
Motion Misteli che internationale Steuer zu erheben. Über die Höhe der
Schaffung eines Globalfonds Steuer werden in der heutigen Diskussion Ansätze von zwi-
schen 0,05 und 1 Prozent genannt. Bereits bei einer Steuer
für menschliche Sicherheit von einer äusserst geringen Höhe von 0,05 Prozent, wie sie
Création d'un fonds global der Bericht zur menschlichen Entwicklung der UNDP 1994
pour la sécurité humaine vorschlägt, resultieren daraus jährlich Einnahmen von rund
150 Milliarden US-Dollar. Der Umfang der weltweiten Transak-
tionen auf den Devisenmärkten ist in den letzten Jahren enorm
angestiegen, der weltweite Tagesumsatz wird heute auf rund
1000 Milliarden US-Dollar geschätzt Nach James Tobin be-
Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1994 steht heute der grossie Teil der globalen Devisenbewegungen
Der Bundesrat wird beauftragt, sich in den zuständigen inter- in Milliardenhöhe aus Spekulation und Arbitrage, d. h. dem
nationalen Gremien für die Schaffung eines Globalfonds für Versuch, durch Ausnutzung von Wechselkursschwankungen
menschliche Sicherheit einzusetzen und als wesentliches Ele- und Unterschieden internationaler Zinssätze schnelles Geld
ment für dessen Finanzierung eine Steuer auf internationalen zu machen. Diese Transaktionen tragen wenig zu einer ratio-
Devisentransaktionen vorzusehen. nalen, langfristigen Plazierung in Investitionen bei. In diesem
Dieser Globalfonds soll durch die Schweizer Delegation am Sinne ist immer deutlicher eine Entkoppelung des internatio-
Weltsozialgipfel im März 1995 in Kopenhagen als eine Mass- nalen Finanzsektors von der Realwirtschaft und den damit ver-
nahmezurglobalen menschlichen Sicherheit vertreten werden. bundenen Interessen feststell bar.
Die Devisenkurse sind zunehmend den Erwartungen privater
Texte de la motion du 16 décembre 1994 Spekulanten «ausgeliefert», die über riesige Summen verfü-
Le Conseil fédéral est chargé d'oeuvrer, au sein des instances gen. Ihre Aktivitäten verzerren die Signale, die von den Devi-
internationales compétentes, en faveur de la création d'un senmärkten ausgehen und an denen sich die langfristigen In-
fonds global pour la sécurité humaine, et de prévoir un impôt vestoren und der Handel orientieren wollen. Die Krise im Me-
sur les transactions internationales de devises qui contribue- chanismus der europäischen Wechselkurse hat deutlich ge-
rait de façon importante au financement de ce fonds. macht, dass die Zentralbanken weder einzeln noch gemein-
L'idée d'un tel fonds sera présentée par la délégation suisse sam über genügend Reserven verfügen, um dem konzertier-
au sommet social mondial de mars 1995 à Copenhague en ten Druck der Spekulanten standzuhalten, die auf die Abwer-
tant que mesure en faveur de la sécurité humaine globale. tung schwächerer Währungen setzen. Diese Entwicklungen
haben zur Folge, dass sich nicht nur die Risiken für die einzel-
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Baumann Ruedi, nen Akteure enorm erhöht haben, sondern auch für das Fi-
Baumann Stephanie, Bäumlin, Béguelin, BrüggerCyrill, Brun- nanzsystem als Ganzes.
ner Christiane, Bugnon, Bühlmann, Carobbio, Danuser, Die- Nicht unterschätzt werden darf ausserdem, welche Auswir-
ner, Duvoisin, Fankhauser, von Feiten, Goll, Gonseth, Gross kungen die hohen Zinsen, die mit den Entwicklungen auf den
Andreas, Haering Binder, Herczog, Hollenstein, Jeanprêtre, internationalen Kapitalmärkten zusammenhängen, für die ein-
Jori, Ledergerber, Leuenberger Moritz, Maeder, Meier Hans, zelnen verschuldeten Entwicklungsländer haben. Dadurch
Meyer Theo, Rechsteiner, Ruffy, Seiler Rolf, Sieber, Singeisen, werden nicht nur die Kosten der Schuldendienste erhöht, son-
Spielmann, Steiger Hans, Thür, Vollmer, Weder Hansjürg, dern diese haben überdies weitreichende Folgen in bezug auf
Zbinden, Zisyadis, Züger (41 ) deren makroökonomische Stabilität, auf das Zinsniveau der
einheimischen Märkte, die Einkommensverteilung, auf die In-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit vestitionen und auf Wachstum und Entwicklung.
Die weltweite Verarmung und die Gefährdung unserer Le- Kapital bewegt sich heute immer ungehinderter über nationale
bensgrundlagen nehmen in erschreckendem Ausmasse zu. Grenzen hinweg, sei es durch Direktinvestitionen in Firmen,
Grundlage dieser Entwicklung ist, dass rund vier Fünftel der sei es durch den Kauf und Verkauf finanzieller Anlagewerte.
Menschheit nur über einen Fünftel des Welteinkommens ver- Der zunehmenden Globalisierung der Finanzmärkte mit ihren
fügen und umgekehrt das wohlhabende Fünftel der Mensch- schnell erzielten Gewinnen-Verlusten-, welche in ihrem Aus-
heit vier Fünftel unserer weltweiten Ressourcen verbraucht mass von der Staatengemeinschaft nicht mehr unter Kontrolle
Dieser Tatbestand führt unweigerlich zu vermehrten sozialen gehalten werden, stehen die ebenfalls weltweite Verarmung
Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen. Des- zunehmender Bevölkerungskreise und die Umweltzerstörung
halb kann unsere soziale Sicherheit hier in der Schweiz nicht gegenüber. Die Regierungen der Länder des Südens haben
mehr ausschliesslich aus eigenen Kräften garantiert werden; nur wenige Möglichkeiten, über lokale direkte Steuern Mass-
die Sicherheit jeder einzelnen Nation ist mehr und mehr mit nahmen gegen diese Entwicklung zu ergreifen. Da ebenfalls
der sozialen Sicherheit aller Menschen verknüpft. Auch die der grosse Teil der OECD-Länder mit einer hohen Verschul-
einzelnen Faktoren menschlicher Sicherheit sind nicht vonein- dung des Staatshaushaltes zu kämpfen hat, reduzieren diese
ander zu trennen. Hunger, Naturkatastrophen, Umweltzerstö- heute ihre Beiträge an die Entwicklungszusammenarbeit
rung, kriegerische Auseinandersetzungen und deren Folgen (siehe das Beispiel der Schweiz), trotz unbestritten ansteigen-
können sich rasch auf weite Teile der Welt ausbreiten. dem Bedarf.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Herczog Nationalrat. Dringliche Debatten zu wichtigen Problemen
Motion Herczog Conseil national. Débat urgent consacré à un problème important
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3034
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 24.03.1995 - 08:00
Date
Data
Seite 946-947
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Ref. No 20 025 499
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