Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 94-433 KI-generiert

Abolition of Federal Approval for New Bishoprics

Geschäftsnummer VPB 94-433
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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This parliamentary initiative sought to abolish a constitutional provision requiring federal approval for the establishment of new bishoprics, arguing it was an outdated exception infringing upon the organizational freedom of religious communities and the autonomy of cantons. The court found that the historical context for this provision, stemming from 19th-century religious conflicts, no longer justified its existence, as state-church relations had significantly improved. Previous attempts to remove similar confessional exceptions and the evolving relationship between church and state supported the idea that this restriction was no longer necessary, leading to the decision to remove it.

Legislator-Regeste

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Art. 50 Absatz, Art. 21 quater, Art. 25bis BV, Art. 75 BV, Art. 25bis est, Art. 75 est; Abolition of Federal Approval for New Bishoprics: The court found that the historical context for this provision, stemming from 19th-century religious conflicts, no longer justified its existence, as state-church relations had significantly improved. Previous attempts to remove similar confessional exceptions and the evolving relationship between church and state supported the idea that this restriction was no longer necessary, leading to the decision to remove it.

Schlagwörter

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Beziehung Kirche/Staat Verfassungsinitiative Niederlassungsfreiheit religiöse Eheschliessung Rückübertragung von Kirchengut gesetzgebende Gewalt
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Artikel 50 Absatz 4 BV

This is the provision whose abrogation was requested by the parliamentary initiative and which the commission recommended following.

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Volltext

Initiative parlementaire. Nouveaux évêchés 558 12 juin 1995

#ST# 94.433 1994 zur Aufhebung beantragt ist (BBI 1995 l 1133), ist es

nichts als folgerichtig, dass mit Artikel 50 Absatz 4 der Bun-

Parlamentarische Initiative desverfassung nun auch die letzte konfessionelle Ausnah-

mebestimmung der Verfassung gestrichen wird.

(Huber) Weiteres Vorgehen

Aufhebung von Artikel 50 Absatz 4 BV. Gemäss Artikel 21 ter GVG hat die Kommission insbeson-

Genehmigungspflicht dere zu berichten über allfällige bisherige Arbeiten von Par-

für die Errichtung neuer Bistümer lament und Verwaltung zum aufgeworfenen Thema, über

Initiative parlementaire Zeitplan und Aufwand der parlamentarischen Arbeit und über

die Möglichkeit, das angestrebte Ziel mit einem an den Bun-

(Huber) desrat gerichteten Vorstoss zu erreichen.

Abrogation de l'article 50 alinéa 4 est. Die anstehende Totalrevision der Bundesverfassung bietet

Approbation nécessaire nach Ansicht der Kommission wie auch des Initianten die

pour ériger de nouveaux évêchés Chance, das Anliegen der Initiative zu erfüllen. Wenn der Rat

der vorliegenden Initiative Folge gibt, so könnte sie in diesem

grösseren Rahmen behandelt, erfüllt und abgeschrieben

werden. Der Zeitplan für die Totalrevision sieht vor, dass

Wortlaut der Initiative vom 13. Dezember 1994 Volk und Stände im Jahre 1998 über eine neue Bundesver-

Gestützt auf Artikel 21 bis des Geschäftsverkehrsgesetzes fassung abstimmen werden.

(GVG) verlange ich mit einer parlamentarischen Initiative die Sollte die Totalrevision der Bundesverfassung scheitern oder

ersatzlose Aufhebung von Artikel 50 Absatz 4 der Bundes- sich über Gebühr verzögern, so könnte die Kommission ge-

verfassung. gebenenfalls die vorliegende Initiative ohne grossen Auf-

wand auch in Form einer separaten Vorlage realisieren.

Texte de l'initiative du 13 décembre 1994 Durch Artikel 21 quater Absatz 5 GVG ist die Kommission ge-

halten, spätestens nach zwei Jahren die Situation neu zu be-

Me fondant sur l'article 21 bis de la loi sur les rapports entre

urteilen und dem Rat Antrag zu stellen, ob die Initiative abge-

les Conseils (LREC), je demande, par le biais de la présente

schrieben oder ob die Frist verlängert und die Initiative in die-

initiative parlementaire, l'abrogation pure et simple de

ser oder jener Weise weiter bearbeitet werden soll.

l'article 50 alinéa 4 de la constitution.

Grundsätzlich würde auch die Möglichkeit bestehen, mit ei-

ner Motion den Bundesrat mit einem Auftrag im Sinne der In-

Schmid Carlo (C, AI) unterbreitet im Namen der Staatspoli- itiative zu betrauen; das Instrument der parlamentarischen

tischen Kommission (SPK) den folgenden schriftlichen Be- Initiative gewährt demgegenüber den Vorteil, dass die Regie

richt: des eingeleiteten Rechtsetzungsprozesses beim Parlament

verbleibt.

Wir unterbreiten Ihnen gemäss Artikel 21ter des Geschäfts-

verkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kommission Schmid Carlo (C, AI) présente au nom de la Commission

über die von Ständerat Huber am 13. Dezember 1994 einge- des institutions politiques (CIP) le rapport écrit suivant:

reichte parlamentarische Initiative. Die Kommission hat den

Initianten am 4. April 1995 angehört. En tant que commission chargée de l'examen préalable de

l'initiative déposée le 13 décembre 1994 par M. Huber, con-

Erwägungen der Kommission seiller aux Etats, nous vous soumettons notre rapport, con-

Beurteilung des Regelungsbedarfes formément à l'article 21 ter de la loi sur les rapports entre les

Die Kommission geht mit dem Initianten im Grundsatz einig, Conseils. La commission a entendu l'auteur de l'initiative le

dass in der von ihm aufgeworfenen Frage ein Reformbedarf 4 avril 1995.

besteht. Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung statuiert

eine Ausnahmeregelung zu der in Artikel 50 Absatz 1 veran- Considérations de la commission

kerten Kultusfreiheit, wonach die Religionsgemeinschaften Appréciation du besoin de légiférer

innerhalb der Schranken der Sittlichkeit und der öffentlichen La commission se déclare d'accord avec l'auteur de l'initia-

Ordnung frei sind in der Gestaltung ihrer Lehre und ihrer tive pour estimer qu'une réforme s'impose en l'occurrence.

Organisation. Indem die Errichtung von Bistümern einer L'article 50 alinéa 4 de la constitution constitue une disposi-

Genehmigungspflicht unterstellt wird, greift der Bund ein in tion d'exception en opposition avec le libre exercice des cul-

die Organisationsfreiheit der Glaubensgemeinschaften, die tes tel que l'article 50 alinéa 1er de la constitution le garantit

eine episkopale Struktur kennen (d. h. insbesondere der dans les limites compatibles avec l'ordre public et les bonnes

Römisch-katholischen Kirche). Artikel 50 Absatz 4 der Bun- moeurs: dès lors, en effet, que la création d'un évêché sur le

desverfassung greift im übrigen auch in die Rechte der Kan- territoire suisse est soumise à l'approbation préalable de la

tone ein, da die bundesstaatliche Zuständigkeitsordnung die Confédération, il y a atteinte portée au droit des communau-

Kirchenhoheit den Kantonen überträgt. Das Verhältnis zwi- tés religieuses à structure episcopale (i. e. l'Eglise catholi-

schen Staat und Kirche hat sich in den letzten Jahrzehnten que-romaine) de s'organiser comme elles le souhaitent.

derart entspannt, dass heute keine Gründe mehr für eine D'autre part, cette disposition porte également atteinte aux

Aufrechterhaltung dieses Ausnahmerechtes aus dem droits des cantons, souverains en matière de culte. Si cette

19. Jahrhundert bestehen. réserve pouvait encore se justifier au siècle dernier, les rela-

Bereits im Jahre 1964 wurde eine Motion Ackermann für eine tions entre l'Eglise et l'Etat sont aujourd'hui suffisamment

Aufhebung von Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung pacifiques pour la rendre superflue.

vom Nationalrat unbestritten als Postulat überwiesen (AB Dès 1964, le Conseil national transmettait sous la forme d'un

1964 N 492-497). In der Volksabstimmung vom 20. Mai postulat une motion Ackermann visant à abroger l'article 50

1973 haben Volk und Stände der Streichung zweier konfes- alinéa 4 de la constitution, sans que celle-ci ait d'ailleurs

sioneller Ausnahmeartikel (Jesuiten- und Kloster-Artikel) zu- donné lieu à contestation (BO 1964 N 492-497). D'autre

gestimmt. In diesem Zusammenhang haben beide Räte Mo- part, le 20 mai 1973, le peuple et les cantons approuvaient

tionen für die Aufhebung der verbleibenden Ausnahmeartikel l'abrogation de deux articles d'exception relatifs à la liberté

überwiesen (AB 1972 S 899f.). Nachdem das Schächtverbot religieuse, l'un concernant les jésuites, l'autre, les couvents.

(Art. 25bis BV) in der Volksabstimmung vom 2. Dezember Au vu de ce résultat, les Conseils ont tous deux demandé par

1973 aus der Bundesverfassung entfernt worden ist und voie de motion l'abrogation des articles d'exception restants

nachdem auch der Ausschluss der Geistlichen aus dem Na- (BO 1972 E 899s.). L'un - la disposition constitutionnelle in-

tionalrat (Art. 75 BV) durch den Beschlussentwurf der Staats- terdisant l'abattage rituel (art. 25bis est.) - a été supprimé

politischen Kommission des Nationalrates vom 21. Oktober par votation populaire en date du 2 décembre 1973. L'autre,

12. Juni 1995 559 Parlamentarische Initiative. Neue Bistümer

qui interdit aux ecclésiastiques de faire partie du Conseil na- Sollten Sie so beschliessen, wäre damit der Auftrag an die

tional (art. 75 est.), fait actuellement l'objet d'une proposition Kommission verbunden, Ihnen innert einer bestimmten Frist

d'abrogation adoptée le 21 octobre 1994 par la Commission einen Antrag zu stellen oder aber nach spätestens zwei Jah-

des institutions politiques du Conseil national (FF 1995 I ren Bericht zu erstatten, ob die Situation neu zu beurteilen,

1113). Supprimer la dernière disposition constitutionnelle die Initiative abzuschreiben, die Frist zu verlängern oder ob

d'exception de nature confessionnelle, à savoir, l'article 50 die Initiative in dieser oder jener Weise weiterbearbeitet wer-

alinéa 4 de la constitution, ne pourrait que s'inscrire dans le den solle. Mit einer Zustimmung zu diesem Antrag wird also

droit fil de cette évolution. ein Verfahren eröffnet.

Marche à suivre Die Regeln von Artikel 21 bisff. GVG sind hinsichtlich der par-

Conformément à l'article 21 ter de la loi sur les rapports entre lamentarischen Beratung etwas lückenhaft. Ich würde Ihnen

les Conseils, la commission fait rapport en particulier sur daher gerne beliebt machen, nach dieser kurzen Einführung

l'état des travaux sur le même objet dans l'Assemblée fédé- meinerseits nach Ihrem Belieben den Initianten oder Herrn

rale et dans l'administration, sur l'ampleur et le calendrier du Coutau anzuhören, der den Antrag stellt, der Initiative sei

travail parlementaire qu'imposerait l'initiative, et sur la possi- keine Folge zu geben. Es besteht keine Regel, nach welcher

bilité de transformer l'initiative en motion ou en postulat pour der eine oder der andere vorher sprechen soll. Ich muss das

atteindre le but visé. dem Büro in seiner Weisheit überlassen.

La commission et l'auteur de l'initiative sont d'accord pour Ich wiederhole den Antrag der Kommission: Gestützt auf den

estimer que la prochaine révision totale de la constitution de- schriftlichen Bericht, der Ihnen vorliegt, empfiehlt sie Ihnen,

vrait permettre de répondre au souhait exprimé par ce der- dass der Initiative Folge zu geben sei.

nier. Pour autant que le Conseil décide de donner suite à la

présente initiative, celle-ci pourrait en effet être traitée dans Coutau Gilbert (L, GE): Le débat que nous entamons ce

le cadre plus large de cette révision, ce qui permettrait de soir se déroule, par le hasard du calendrier, en pleine ac-

prendre les dispositions propres à répondre aux objectifs tualité episcopale. En effet, dans notre pays, plusieurs

qu'elle vise et ainsi de la classer. Rappelons que selon le ca- hautes personnalités de l'Eglise catholique romaine vien-

lendrier prévu pour la révision totale, c'est en 1998 que le nent d'être consacrées, nommées, ou sont sur le point

peuple et les cantons devront se prononcer sur une nouvelle d'accéder à la dignité d'évêque. J'aimerais saisir cette occa-

Constitution fédérale. sion de les saluer ici et de leur adresser mes voeux sincères

Toutefois, si la question ne devait pas trouver de réponse de succès dans l'exercice de leur lourde responsabilité

dans le cadre de ladite révision totale ou que celle-ci soit par pastorale.

trop différée, la commission peut également, et sans diffi- A première vue, on peut admettre que la compétence de la

culté, matérialiser la présente initiative sous la forme d'un Confédération en matière de création de nouveaux diocèses

projet séparé. S'agissant des délais, rappelons que selon des Eglises épiscopales, et en particulier de l'Eglise catholi-

l'article 21quater alinéa 5 de la loi sur les rapports entre les que romaine, a quelque chose de suranné. D'abord, cet arti-

Conseils, la commission a deux ans au plus, soit pour pré- cle de notre constitution remonte, il est vrai, à la dernière pé-

senter son rapport, soit pour proposer au conseil de classer riode aiguî des conflits confessionnels qui ont émaillé l'his-

l'initiative ou de prolonger le délai. toire de notre pays. Comme le rappelle d'ailleurs le Conseil

A priori, rien non plus ne s'opposerait à ce que ce soit le Con- fédéral lui-même, cet article était destiné à assurer la paix

seil fédéral qui propose un texte concrétisant l'initiative: il suf- entre les deux principales communautés religieuses qui

firait de l'en charger par voie de motion. Mais l'instrument de venaient une fois encore de s'affronter.

l'initiative parlementaire présente l'avantage de permettre au Cet article 50 alinéa 4 peut être considéré comme une des

Parlement de rester maître du rythme et des orientations du dernières séquelles de cette période agitée. D'ailleurs,

processus législatif. d'autres articles constitutionnels, qui avaient la même ori-

gine, ont déjà été écartés de la constitution, par une décision

Antrag der Kommission populaire assez récente. C'est en effet en 1973 que deux ar-

Die Kommission beantragt mit 8 zu 0 Stimmen, der Initiative ticles ont été abrogés, ceux sur les jésuites, et ceux sur les

Folge zu geben. couvents, puis, six mois plus tard, celui sur l'abattage rituel

du bétail. Je rappellerai toutefois que le résultat a été assez

Antrag Coutau serré, 791 000 voix contre 650 000 en chiffres ronds, et que

Der Initiative keine Folge geben. plusieurs cantons importants, comme Berne et Zurich, n'ont

pas suivi la majorité. Les questions relatives aux Eglises ne

Proposition de la commission laissent décidément pas indifférent le peuple suisse. L'actua-

La commission propose, par 8 voix contre 0, de donner suite lité d'ailleurs en témoigne.

à l'initiative. L'article 50 alinéa 4 peut également paraître suranné, car le

découpage actuel des diocèses en Suisse est ancien. Avec

Proposition Coutau le temps, la répartition des populations et leur distribution

Ne pas donner suite à l'initiative confessionnelle se sont modifiées. On imagine bien que les

besoins pastoraux de l'Eglise catholique romaine ont évolué

Schmid Carlo (C, AI), Berichterstatter: Am 13. Dezember parallèlement. D'ailleurs, M9rMamie, pour ne citer que lui

1994 hat Herr Huber eine parlamentarische Initiative zur Auf- parmi d'autres évêques, a récemment encore évoqué la

hebung von Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung ein- charge proprement écrasante des tâches épiscopales. On

gereicht. Dieser lautet: «Die Errichtung von Bistümern auf l'imagine assez facilement en toute bonne foi.

schweizerischem Gebiete unterliegt der Genehmigung des C'est ainsi qu'au début des années quatre-vingt, la Confé-

Bundes.» rence des évêques suisses a pris connaissance des conclu-

Nachdem der Initiant der SPK nicht angehört, hat die Kom- sions d'une commission spéciale qu'elle avait chargée, en

mission in Nachachtung des Geschäftsverkehrsgesetzes 1977, d'étudier une nouvelle répartition des diocèses dans

Herrn Huber zu einer Anhörung eingeladen. Diese Anhörung notre pays. Le projet prévoit de porter de six à neuf le nom-

hat am 4. April dieses Jahres stattgefunden, wobei Herr bre de ces diocèses, et d'établir les nouveaux sièges épisco-

Huber seine Initiative einlässlich begründet hat. paux à Zurich, à Lucerne et à Genève. Or, à ma connais-

Die Kommission hat nach dieser Anhörung getagt und im we- sance, aucune démarche n'a été formellement entreprise

sentlichen die Auffassung vertreten, dass in dieser Frage ein auprès de la Confédération pour obtenir cette modification,

Reformbedarf bestehe, zumal Artikel 50 Absatz 4 der Bun- selon l'article 50 alinéa 4. En tout cas, aucune procédure n'a

desverfassung auf das letzte Jahrhundert zurückgehe und été entamée dans ce sens qui se soit heurtée à un refus

sich die Verhältnisse in der Zwischenzeit erheblich geändert officiel.

hätten. Sie hat daher beschlossen, und zwar mit 8 zu 0 Stim- Elle poserait certes quelques questions délicates, aussi bien

men, Ihnen zu beantragen, der Initiative sei Folge zu geben. de fond que de forme. Probablement, le Conseil fédéral de-

Initiaitve parlementaire. Nouveaux évêchés 560 12 juin 1995

vrait-il adopter un arrêté et le soumettre au Parlement avec Je reconnais volontiers, pour m'en féliciter, que depuis les

ou sans clause référendaire. débats assez vifs de 1982, les esprits, heureusement, se

De plus, le concordat passé entre la Confédération et le sont apaisés. D'une part, le projet d'ériger de nouveaux dio-

Saint-Siège devrait être amendé, après d'éventuelles négo- cèses a été suspendu, d'autre part la nomination d'un évê-

ciations. Celles-ci pourraient éventuellement porter, notam- que auxiliaire a répondu aux besoins pastoraux de l'Eglise

ment, sur le maintien ou l'extension des privilèges dont dis- catholique romaine à Genève. J'ajoute que la personnalité

posent plusieurs diocèses de notre pays, comme ceux de de Mgr Grab a certainement contribué largement à cet apai-

Baie ou de Lugano, en matière de participation plus ou moins sement.

élargie des congrégations à la présentation des candidats à Pour leur part, de nombreux chrétiens, des deux confes-

la direction des évêchés, parmi lesquels le souverain pontife, sions, recherchent avec courage et patience les voies possi-

en dernière et seule autorité, désigne le titulaire. Le concor- bles d'un oecuménisme qui surmonte les séparations. Ils

dat ainsi modifié devrait-il être soumis à la procédure de rati- n'ont pas toujours été encouragés par la hiérarchie, et ils se

fication des traités internationaux, avec ratification populaire heurtent à des obstacles théologiques et doctrinaires réels.

éventuelle? La dernière encyclique du souverain pontife consacrée à

Ces aspects sont complexes, j'en conviens. Mais plutôt que l'unité des chrétiens - qui vient d'être publiée - est encore

de les examiner et de suggérer les réponses adéquates, la trop récente pour que l'on puisse en envisager tous ses ef-

Conférence des évêques suisses semble avoir renoncé à fets. Est-ce qu'ils iront jusqu'au point qui conduirait l'Eglise

cette voie. A entendre M. Huber, ou en tout cas à le lire, le universelle, apostolique et romaine à devenir membre du

plus simple serait de supprimer purement et simplement la Conseil oecuménique des Eglises et à reconnaître la validité

compétence fédérale. Il conviendrait d'ailleurs d'examiner du ministère exercé par les Eglises issues de la Réforme?

les effets concrets de cette abrogation, notamment sur les C'est possible, mais le chemin pourrait être encore long dans

compétences ainsi restituées aux cantons. Mais il est possi- cette voie.

ble aussi que les réactions suscitées par le projet de création Il n'empêche que la paix confessionnelle règne aujourd'hui à

de nouveaux diocèses aient incité la Conférence des évê- Genève. Cette paix est fondée, certes, sur la tolérance, sur

ques suisses à différer ses démarches. Je ne m'exprimerai la qualité du dialogue entre des chrétiens soucieux d'unité,

pas ici sur les réactions à Zurich ou à Lucerne, mais à Ge- mais aussi, il faut le reconnaître, sur une certaine désaffec-

nève, une partie de l'opinion a réagi avec une certaine émo- tion à l'égard des Eglises en général. Pourtant, cette volonté

tion. C'est donc dans la seule perspective genevoise que j'in- de paix trouve sa véritable traduction, et surtout sa garantie,

terviens devant vous ce soir. dans les textes légaux, en particulier dans la loi cantonale de

Il n'est pas le lieu, et ce n'est pas mon propos, d'évoquer en 1907 sur la séparation de l'Eglise et de l'Etat, ainsi que dans

détail les péripéties de l'histoire, ancienne et plus récente. l'article 50 de la Constitution fédérale, comme le précise le

Mais Genève reste profondément marquée par le symbole Conseil fédéral.

qu'elle représente en relation avec la Réforme, le refuge hu- Toucher à ces textes, c'est risquer de réveiller des tensions

guenot et le rayonnement qui en sont résultés. Nombreux que certains pensent, à tort, définitivement éteintes. Ces der-

sont ceux qui, bien au-delà des frontières de notre ville, nières années ont été marquées par un soin particulier des

voient dans ces événements l'origine du rôle international partenaires politiques à éviter de toucher à l'équilibre confes-

que Genève joue aujourd'hui. sionnel dont la question episcopale a été et reste un point

En outre, la mémoire collective n'a pas complètement effacé particulièrement sensible. Il me semble donc peu judicieux

les conflits profonds qui ont agité la population dans la d'entreprendre une démarche propre à perturber cet équili-

deuxième moitié du siècle dernier, précisément à propos de bre, «quieta non movere».

la nomination, des compétences et de l'autorité conférées au Il est parfaitement possible que, dans d'autres cantons, les

représentant de l'Eglise catholique romaine à Genève. Ceci circonstances soient différentes et que la création d'un évê-

explique l'attitude d'une partie de la population, lors de la pu- ché ne se heurte à aucune objection. Cela ne demande pas

blication en 1982, du projet d'ériger un évêché à Genève. pour autant une modification de la constitution, ni l'abandon

Historiquement, ces conflits, qui sont des conflits récurrents, de la compétence fédérale, gage, une fois encore, du respect

ont assez largement trouvé leur origine dans des interféren- des équilibres et de la paix.

ces, pour ne pas dire des cumuls d'autorités, spirituelle et Ma proposition de ne pas donner suite à l'initiative parlemen-

temporelle. taire Huber est destinée à montrer au Conseil fédéral que

Le fait est que le souverain pontife, dans l'exercice de l'auto- ces questions restent plus complexes, plus sensibles et

rité pastorale et spirituelle, dont il est investi, désigne de sa moins périmées qu'on pourrait le penser au premier abord.

seule autorité les évêques à la tête des diocèses suisses. Du moins en est-il ainsi à Genève.

Mais d'autre part, comme chef de l'Etat du Vatican, il pos-

sède les prérogatives attachées à cette fonction temporelle. Huber Hans Jörg (C, AG): Sie kennen unterdessen den Text

La Confédération reconnaît formellement le représentant de der parlamentarischen Initiative, die ich Ihnen unterbreitet

l'Etat du Vatican en Suisse, et lui confie de plus un rang pri- habe, Sie kennen den Standpunkt der Staatspolitischen

vilégié dans le protocole diplomatique, en sa qualité de Kommission, die die vorliegende parlamentarische Initiative

nonce apostolique. De son côté, depuis peu d'années, la einstimmig unterstützt. Ich möchte der Kommission für diese

Confédération fait, réciproquement, représenter ses intérêts Unterstützung danken und bitte das Plenum, der Kommis-

par un ambassadeur chargé de missions spéciales auprès sion zu folgen.

du Vatican. Ich beabsichtige, Ihnen im Prinzip einige Überlegungen vor-

L'activité diplomatique déployée par le Saint-Siège au niveau zutragen, ohne Vollständigkeit erreichen zu wollen. Die erste

de la diplomatie internationale n'est pas sans influence. Frage, die ich beantworten möchte ist die: Warum dieser

Il suffit d'évoquer son rôle lors de la dernière Conférence du Vorstoss jetzt? Es sind im wesentlichen drei Gründe, die

Caire sur la population et le développement pour s'en con- mich bewogen haben, aktiv zu werden. Ich halte fest:

vaincre. De nombreux autres exemples pourraient être cités 1. Das Verhältnis von Kirche und Staat hat sich in den letzten

à cet égard. Jahrzehnten derart entspannt, dass die verbliebenen Aus-

Compte tenu de l'importance de Genève comme siège de nahmeartikel beseitigt werden können.

nombreuses organisations internationales, on peut se de- 2. Das Zweite Vatikanische Konzil - einberufen von Papst

mander dans quelle mesure de nouvelles confusions ne Johannes XXIII. - hat schon 1965 für die Römisch-katholi-

pourraient pas être créées entre les responsabilités tempo- sche Kirche gefordert, dass gesamtkirchlich die Grenzen der

relles et spirituelles d'un représentant du Vatican exerçant la Diözesen überprüft und notfalls verändert werden sollen. Im

charge d'évêque de Genève. Ce risque n'est pas anodin. Les Jahre 1975 hat die gesamtschweizerische Synodalenver-

controverses que suscitent jusqu'au sein de l'Eglise catholi- sammlung, ein Parlament der Schweizer Katholiken, die

que elle-même certaines de ces positions vaticanes sont Schweizerische Bischofskonferenz ersucht, diesen Prozess

connues de tous. für die Schweiz einzuleiten. Das führte dazu, dass im Okto-

12. Juni 1995 561 Parlamentarische Initiative. Neue Bistümer

ber 1976 unter der Leitung des solothurnischen alt Regie- gezeichnet bestanden. Alle die befürchteten Konsequenzen

rungsrates Dr. Franz Joseph Jaeger eine Projektkommis- sind nicht eingetreten.

sion, bestehend aus Laien und Klerikern, eingesetzt wurde Wenn nun Kollege Coutau aus der Sicht des Standes Genf

mit dem Auftrag, Modellvarianten für die Neugliederung der Bedenken anbringt, so überrascht mich das. Ich bin immer

Bistümer in der Schweiz auszuarbeiten; der entsprechende davon ausgegangen und bin nach wie vor davon überzeugt,

Bericht liegt seit Juni 1980 vor. dass es sich bei Genf um eine Stadt mit einer freiheitlichen

Tatsache ist, dass die religiöse Situation heute kleinere, kul- Gesinnung, um eine tolerante, weltoffene, auch gegenüber

turell und geographisch kohärente Bistümer erforderlich den Anliegen von Glaubensgemeinschaften doch sicher of-

macht, die es den Bischöfen ermöglichen, ihren Dienst am fene Stadt handelt. Weil Genf die vorliegende Aufhebung aus

Kirchenvolk und gegenüber den Mitarbeitern, den Pfarrern geschichtlichen Gründen ablehnt, scheint es mir kaum legi-

und kirchlichen Mitarbeitern, besser zu erfüllen. tim zu sein, dies auch allen anderen Kantonen und Teilstaa-

3. Es gibt meiner Meinung nach auch auf der Seite des Staa- ten unseres Landes vorzuenthalten. Bei allem Verständnis

tes Gründe, die Aufhebung dieser Ausnahmeartikel zu für historische Vorgänge: Stellen wir uns auf den Boden der

traktandieren. Ich bin der Auffassung, dass die parlamentari- Gegenwart, und eliminieren wir das Ausnahmerecht, das in

sche Initiative und ihr Anliegen im Rahmen der anstehenden der Bundesverfassung verblieben ist!

Totalrevision der Bundesverfassung behandelt werden Ich möchte Ihnen noch einen weiteren Punkt unterbreiten:

müssen. Die Bemühungen um die Aufhebung des «Bistumsartikels»

Ich darf mir schliesslich die Bemerkung erlauben, dass diese haben nicht erst am 13. Dezember 1994 begonnen. Bereits

parlamentarische Initiative meiner eigenen Aktivität und am 28. September 1964 begründete der freisinnige National-

Überlegung entspringt und von niemandem, auch nicht von rat Ackermann aus Entlebuch seine am 4. Oktober 1962 ein-

der Schweizerischen Bischofskonferenz, irgendwie beein- gereichte Motion (die von 20 Parlamentariern mitunterzeich-

flusst worden ist. net war) mit dem Inhalt, Artikel 50 Absatz 4 der Bundesver-

Die zweite Frage, die ich nun auf den Tisch legen möchte fassung sei aufzuheben. In der Begründung hielt Ackermann

und zu beantworten versuche: Was bedeutet Artikel 50 damals schon fest, dass die Norm dem inzwischen überwun-

Absatz 4 der Bundesverfassung? Sie wissen, dass die denen Geist des Kulturkampfes entstamme, dass sie bezüg-

Artikel 49 und 50 der Bundesverfassung die Glaubens- und lich Organisationskompetenz die katholische Kirche einer

Gewissensfreiheit und die Kultusfreiheit enthalten, normie- Sonderregelung unterwerfe und dass das damals stattfin-

ren und rechtlich statuieren. Zusammen bilden sie die Reli- dende Konzil auch einen Wandel der Kirche aufzeige.

gionsfreiheit, wobei jedes der Institute einen Kern und Der Bundesrat war bereit, die Motion als Postulat entgegen-

Schranken hat. Ich lasse Artikel 49 beiseite und rufe zunehmen. Der nächste Vorstoss zur Beseitigung des

Artikel 50 der Bundesverfassung auf: Er normiert die Frei- «Bistumsartikels» erfolgte im Zusammenhang mit der Auf-

heit der Religionsgemeinschaften und die Kultusfreiheit. hebung der Artikel 51 und 52 der Bundesverfassung, der

Kern und Schranken dieses Grundrechtes sind wie folgt zu Jesuiten- und Klosterartikel. Der Grundtenor der damaligen

sehen: Die Religionsgemeinschaften sind frei in der Gestal- Diskussion war folgender: Es handle sich um einen Artikel,

tung ihrer Lehre, ihrer Organisation und ihres Kultes. Die der als Ausnahmerecht aufzuheben sei, man wolle aber das

Religionsgemeinschaften dürfen andererseits den öffent- Fuder nicht überladen.

lichen Frieden unter den Angehörigen der verschiedenen Der Antrag einer Minderheit II, Artikel 50 Absatz 4 zu strei-

Religionsgemeinschaften und die Rechte der Bürger nicht chen, wurde mit 79 zu 48 Stimmen abgelehnt. Sowohl im

beeinträchtigen. Ständerat wie im Nationalrat wurden Motionen für die Aufhe-

Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung enthält nun eine bung von Artikel 50 Absatz 4 einhellig überwiesen.

weitere Schranke der Organisationsfreiheit der Römisch-ka- Schliesslich habe ich erst nach der Einreichung meiner par-

tholischen Kirche und jeder episkopal verfassten Kirche in lamentarischen Initiative von der Antwort des Bundesrates

unserem Land: Der Bund beansprucht ein Bewilligungsrecht vom 23. November 1994 auf die Interpellation Leuba vom

für die Errichtung der Bistümer in der Schweiz. Im laufend er- 6. Oktober 1994 (94.3421; Diskriminierung aufgrund religiö-

scheinenden und weitergeführten Kommentar zur Bundes- ser Kriterien) Kenntnis erhalten. Herr Nationalrat Leuba hat

verfassung wird dargelegt, dass sich die Verfassungsbestim- unter Punkt 3 seines Vorstosses den Bundesrat gefragt: «Ist

mung gegen den Apostolischen Stuhl richtet, dem sie verbie- der Bundesrat bereit, die Abschaffung von Artikel 50

tet, in der Schweiz ohne Genehmigung der Bundesbehörde Absatz 4 der Bundesverfassung zu beantragen, damit sich

ein Bistum zu errichten. die Schweiz nicht einer Verletzung des Internationalen Über-

In der Literatur wird überzeugend dargelegt, dass der einkommens zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskri-

«Bistumsartikel» sich ebenfalls gegen die Kantone richtet: minierung schuldig macht?» Der Bundesrat hat darauf geant-

«Die bundesstaatliche Zuständigkeitsordnung überlässt die wortet, er werde im Rahmen der Totalrevision der Bundes-

Kirchenhoheit den Kantonen. Dazu gehören auch die verfassung die Aufhebung von Artikel 50 Absatz 4 bean-

Bistumsfragen. Ihre verfassungsmässig gewährleistete tragen, auch wenn keine Unvereinbarkeit mit dem

Kirchenhoheit wird eingeschränkt, indem sie kein Bistum Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form

anerkennen dürfen, das nicht bundesrechtlich genehmigt von Rassendiskriminierung bestehe, und zwar in Überein-

ist. » stimmung mit einer Motion der Kommission des Nationalra-

Schliesslich richtet sich der «Bistumsartikel» gegen das tes vom 14. Dezember 1972, die von beiden Räten einstim-

Selbstverständnis der Katholiken. Das Bistum ist für sie Teil- mig angenommen worden ist.

kirche der Gesamtkirche. Ihre Kultusfreiheit verlangt, dass Ich ersuche Sie, der vorliegenden parlamentarischen Initia-

sie sich ohne obrigkeitliche, staatliche Genehmigung selber tive Folge zu geben, und ich begründe das noch einmal wie

organisieren bzw. dahin wirken kann, dass der Apostolische folgt: Bei Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung handelt

Stuhl ihren Vorstellungen und Wünschen entspricht. Der es sich fraglos um Ausnahmerecht aus dem 19. Jahrhundert,

Bund greift nicht nur in die kirchenrechtliche Organisations- das eindeutig an Aktualität und Notwendigkeit verloren hat.

kompetenz der Römisch-katholischen Kirche ein, sondern Die Aufhebung hat überhaupt nichts mit einer Störung des

auch in die Rechte der Kantone und in das Selbstverständnis konfessionellen und religiösen Friedens in unserem Land zu

der Katholiken. Der «Bistumsartikel» ist daher Teil des kon- tun. Da bin ich mit Herrn Coutau einig, dieser Friede stellt ein

fessionellen Ausnahmerechtes der Bundesverfassung. hohes Rechtsgut und ein hohes kulturelles Gut dar, das wir

Der Jesuitenartikel und das Klosterverbot sind aufgehoben gemeinsam weitertragen und an dessen Verbesserung wir

worden. Auch der «Bistumsartikel» verdient dieses Schick- weiterarbeiten wollen. Wer aber das Ausnahmerecht vertei-

sal. Das dürfen wir in der heutigen Zeit um so mehr tun, als digt, trägt mehr zur Gefährdung des religiösen Friedens bei

sich alle Befürchtungen im Zusammenhang mit der Aufhe- als die, die es beseitigen wollen - und dann noch im Rahmen

bung des Jesuitenartikels und des Klosterverbotes nicht be- einer Totalrevision der Verfassung.

wahrheitet haben. Das Schweizervolk hat eine schwierige Artikel 50 Absatz 4 widerspricht ohne Notwendigkeit der

Auseinandersetzung über einen delikaten Gegenstand aus- Freiheit der Römisch-katholischen Kirche, ihre Interna selber

Initiaitve parlementaire. Nouveaux évêchés 562 12 juin 1995

zu organisieren, und damit der Religionsfreiheit. Artikel 50 terme. La paix confessionnelle est faite dans notre pays.

Absatz 4 widerspricht der klaren Aufgabenteilung zwischen Faut-il la refaire au risque de la remettre en question?

Bund und Kantonen. Seit 1964 haben die eidgenössischen Outre ces motifs d'ordre général, j'aimerais souligner que

Räte und der Bundesrat zu erkennen gegeben, dass l'abrogation de l'alinéa 4 de l'article 50 ne modifierait pas, à

Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung gestrichen wer- dire d'experts, la situation juridique et politique sur le point

den soll. essentiel visé par M. Huber dans son initiative. La Confédé-

Es liegen Motionen vor, die zu vollziehen sind. Die anste- ration garderait un droit de regard, tandis que les cantons

hende Totalrevision der Bundesverfassung ist die Chance, verraient leurs prérogatives théoriquement élargies. Je vais

diesen Motionen und den Anliegen der parlamentarischen me permettre deux citations:

Initiative Rechnung zu tragen. Das setzt voraus, dass Sie ihr M. Häfelin, dans son commentaire de l'article 50, note 48,

Folge geben. Ich bitte Sie darum. dit: «La limite entre les compétences fédérale et cantonales,

au cas où un nouvel évêché est érigé ou en cas de modifica-

Bieri Peter (C, ZG): Das Umfeld der christlichen Kirchen hat tion dans la répartition entre les évêchés pose des difficultés

sich in der Vergangenheit zweifelsohne stark verändert. Die dans la pratique. Jusqu'à maintenant, les changements sont

traditionellen Bindungen der Menschen an ihre Konfession tous intervenus sur la base d'un traité international avec le

sind heute in der Mehrheit offener und weniger bestimmend Saint-Siège. La compétence de la Confédération résulte

geworden. Man mag darüber nachdenken, was die Gründe ainsi - et c'est capital - non seulement de l'article 50

für diese Vorgänge sind, weshalb die Menschen den Kir- alinéa 4, mais aussi de ses attributions résultant de l'article 8

chen zunehmend distanziert gegenüberstehen oder wes- de la constitution en matière de politique extérieure. Selon la

halb die Autorität unserer Landeskirchen im Schwinden be- doctrine dominante et la jurisprudence, l'article 8 donne à la

griffen ist. Confédération une compétence générale pour conclure des

Mit Blick in die Vergangenheit ist festzustellen, dass die traités internationaux, qui inclut aussi les domaines qui,

christliche Religion mit ihrer Werthaltung unser Land ganz comme en matière ecclésiastique, sont de la compétence

wesentlich mitgeprägt hat und es auch heute noch tut. Im cantonale à l'intérieur du pays. Selon cette conception, il ne

Verlaufe der Geschichte haben die innerkirchlichen Ausein- reste aux cantons que l'espace qui leur est laissé par

andersetzungen aber auch zu leidvollen und unheilvollen l'article 9 de la constitution pour agir de manière indépen-

Zeiten geführt. Wir schätzen uns glücklich, dass die Kirchen dante.»

heute viele Gelegenheiten benutzen, Brücken zueinander zu Je citerai maintenant M. Jean-François Aubert, N° 2065 de

schlagen. Im Kanton Zug, aus dem ich komme, steht auf ei- son «Traité de droit constitutionnel»: «Rapports avec les

nem Moränengipfel das wunderschöne Kloster Gubel. Die articles 9 et 10 de la Constitution fédérale. En ce qui con-

Schlachtkapelle erinnert an die Schlacht am Gubel, wo zur cerne l'Eglise romaine, la constitution d'un évêché et la mo-

Reformationszeit, anno 1531, die Alt- gegen die Neugläubi- dification de ses frontières se font souvent par le moyen de

gen gekämpft haben. 450 Jahre später schrieben wir an die concordats passés entre le Saint-Siège et un ou plusieurs

Eingangspforte der Schlachtkapelle: «1531 gegeneinander, cantons. Ces concordats ont la nature de traités internatio-

1981 zueinander.» naux. De même que, même si l'article 50 alinéa 4 n'existait

Ich meine, dass es heute an der Zeit ist, in Anlehnung an die- pas, les articles 9 et 10 assureraient au Conseil fédéral un

sen Spruch die letzten rechtlichen Hindernisse der freien pouvoir équivalent. L'article 50 alinéa 4 n'a donc d'efficacité

Glaubensverkündigung aus dem Weg zu räumen. Meine ei- particulière qu'à rencontre des arrangements que les can-

genen Erfahrungen in der Kirche unserer Zeit führen mir im- tons passent directement avec les évêques de l'Eglise ro-

mer wieder vor Augen, dass wir, Reformierte und Katholiken, maine, comme il leur arrive de le faire, ainsi que dans leurs

in der Glaubensverkündigung und im täglichen Leben viele rapports avec d'autres Eglises épiscopales. Si l'article 50

Gemeinsamkeiten haben. In vielen Ehen leben Partner ver- alinéa 4 devait être supprimé, il conviendrait, nous semble-t-

schiedener Konfessionen zusammen. Sie verstehen es, ihr il, de le remplacer par une règle qui empêcherait que certai-

Ehe- und Familienleben im ökumenischen Sinne zu gestal- nes parties de la Suisse ne soient incluses dans un évêché

ten. Auch die Gestaltung des Religionsunterrichtes und das ou un archevêché étranger. On ne ferait ainsi que reprendre

Feiern gemeinsamer Gottesdienste sind in unseren Regio- l'idée d'un ancien arrêté fédéral du 22 juillet 1859.»

nen eine echte, gelebte Ökumene. Ces deux citations faites, j'aimerais dire ceci: je n'ai aucune

Ich frage Sie, ob nicht vielleicht die aktiven Christinnen und compétence particulière pour contredire ces autorités que je

Christen unserer beiden Konfessionen in der gegenseitigen viens de citer. Par conséquent, je les suis pour déduire que

Toleranz und Ökumene viel weiter sind, als wir es hier glau- l'abrogation proposée manquerait son but sans introduire la

ben und wahrhaben wollen. Ich denke, dass es deshalb fehl moindre clarté nouvelle dans la réglementation constitution-

am Platz ist, wenn der Staat heute, aus alten und überlebten nelle. Est-ce bien la peine de se lancer dans cette révision,

Ressentiments heraus, weiterhin die Verhinderung der freien dans ces conditions générales et juridiques? Je pense que

Ausbreitung der Glaubensverkündigung toleriert. Wenn der non.

Staat, nach meinem Verständnis völlig richtig, die Ausübung S'ajoute à cela que des considérations de procédure jouent

von Glaubensbekenntnissen, welche aus einer uns fremden un rôle. Provoquer une votation constitutionnelle isolée sur la

Kultur stammen, nicht einschränkt, dann sollen auch die Lan- question serait inopportun, je crois que tout le monde est

deskirchen in der Ausübung ihrer Glaubensverkündigungen d'accord sur ce point, M. Huber aussi. Renvoyer le traitement

frei sein. de la question à la révision totale est judicieux, parce que le

Ich möchte Sie bitten, im Sinne der Offenheit, der Toleranz problème serait alors traité dans son ensemble, compte tenu

und des ökumenischen Glaubensverständnisses der parla- du jeu complexe des prérogatives cantonales et fédérale et

mentarischen Initiative Huber Folge zu geben. des questions connexes comme celle des évêchés dont le

territoire s'étendrait au-delà des frontières ou celle, encore

Petitpierre Gilles (R, GE): Je suis protestant et je n'éprouve plus difficile, des limites respectives du droit ecclésiastique et

pas la moindre hostilité confessionnelle envers l'Eglise ca- du droit étatique. Mais alors la forme de l'initiative est dispro-

tholique. Je suis favorable au développement de la pratique portionnée, puisque le Conseil fédéral a déjà indiqué sa vo-

oecuménique dont les progrès, parfois un peu cahotants, lonté de traiter ainsi la question dans son contexte d'ensem-

sont une preuve - s'il en fallait une - que les séquelles du ble. Un postulat, qui d'ailleurs aurait été accepté par avance,

Kulturkampf sont pour l'essentiel dominées, sinon totalement aurait amplement suffi.

dissipées. Je voudrais faire une remarque à propos de la tentation de

A Berne, la nonciature s'intègre dans un équilibre que l'abro- renvoyer assez systématiquement à la révision totale les

gation, en 1973, des articles dits confessionnels a renforcé. questions qu'on ne souhaite pas aborder de front tout de

Comme le dit le Conseil fédéral dans sa réponse à l'interpel- suite.

lation Leuba, l'Eglise catholique et ses fidèles ne sont pas C'est une façon plus ou moins courtoise de ne pas dire oui,

discriminés en Suisse, au sens juridique et usuel de ce de dire probablement non, mais c'est surtout déprécier cette

12. Juni 1995 563 Parlamentarische Initiative. Neue Bistümer

révision totale implicitement en en faisant une espèce d'en- Verhandlungen die Hilfe des Bundes in Anspruch genommen

tonnoir à problèmes désagréables, plutôt que l'occasion werden müsste. Es ist aber auch klar, dass ein wesentlicher

d'une réelle réflexion d'ensemble sur nos institutions. C'est Unterschied besteht, ob die Willensbildung auf der Stufe der

peut-être la menace d'un cumul d'oppositions partielles plus Kantone oder auf der Stufe des Bundes erfolgt.

ou moins contradictoires entre elles. Franchement, la révi- Was hier zur Diskussion steht, ist nach Auffassung der Lehre

sion totale me paraît mériter mieux. Je conclus: - das wiederhole ich - ein Eingriff in die kantonale Kirchen-

1. La situation de l'Eglise catholique en Suisse n'est pas celle hoheit durch den Bund, indem er etwas, was gemäss

d'une église discriminée. Les séquelles du Kulturkampf sont Artikel 3 der Bundesverfassung den Kantonen zusteht, auf-

dominées concrètement. L'oecuménisme poursuit son déve- grund von Ereignissen im Rahmen des Kulturkampfes des

loppement, mais.c'est vrai, les souvenirs ne sont cependant 19. Jahrhunderts für sich in Anspruch nimmt.

pas assez lointains pour qu'on puisse rouvrir le débat en Die Kantone werden meines Erachtens bei der Bildung eines

toute sérénité, de façon isolée. neuen Bistums unter Beizug der Landeskirchen oder unter

2. Juridiquement, l'abrogation manquerait pour l'essentiel les Berücksichtigung ihrer eigenen Struktur, zusammen mit den

objectifs visés par M. Huber - j'ai cité mes sources. Angehörigen der Römisch-katholischen Landeskirche, die

3. Politiquement, il importe de célébrer les succès de la paix Situation beurteilen, ihre Meinungsbildung vornehmen und

confessionnelle acquise plutôt que d'éprouver la solidité et la ihren Vorschlag nachher in die Gespräche mit dem Vatikan

résistance à la tension de cicatrices fermées, mais encore un einbringen. Es ist aber meines Erachtens nicht so, dass dann

peu fragiles, et de faire cela sans nécessité impérieuse. anstelle des Bundes die Kantone einen Eingriff vornehmen,

4. Le point de vue du Conseil fédéral est connu, ses inten- ohne dass die im Kanton wohnenden Glaubensangehörigen

tions aussi. konsultiert werden und ihre Meinung berücksichtigt wird.

Je vous invite à approuver la proposition de ne pas donner Ich darf auf meinen eigenen Kanton hinweisen, der ja im

suite à l'initiative parlementaire Huber. 19. Jahrhundert auch nicht gerade zu den bravsten gehörte.

Dieser Kanton hat heute eine vorbildliche Lösung gefunden,

Schiesser Fritz (R, GL): Ich möchte nur ganz kurz einen indem er, eingegliedert in die Diözesanstände des Bistums

Punkt aufgreifen, weil ich eine Formulierung von Kollege Basel, die Vertretung des Kantons Aargau einem Vertreter

Huber im Ohr habe, die ich vielleicht falsch verstanden habe. der Landeskirche auf der einen Seite und einem Vertreter der

Er könnte dieses allfällige Missverständnis in einer Replik römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft auf der ande-

womöglich noch beseitigen. ren Seite übertragen hat. Damit ist meines Erachtens ein Mo-

Ich bin Kollege Petitpierre für die Darlegung der Rechtslage dell gefunden worden, das eine gemeinsame Willensbildung

- das Verhältnis zwischen Artikel 50 Absatz 4 und Artikel 8 möglich macht.

der Bundesverfassung - dankbar. Es gibt aber meines Er- Schliesslich hat Kollege Petitpierre darauf hingewiesen, dass

achtens noch einen weiteren Punkt, den man hier heraus- ein Postulat genüge - wenn ich ihn richtig verstanden habe.

streichen müsste, nämlich die kantonale Kirchenhoheit. Ich Verehrter Kollege Petitpierre, wenn seit 1972 Motionen be-

gehe nicht davon aus, dass mit der parlamentarischen Initia- stehen, die nicht in die Tat umgesetzt werden und wenn wir

tive Huber diese kantonale Kirchenhoheit in irgendeiner vor einer Totalrevision der Bundesverfassung stehen, die

Weise berührt würde. Diese kantonale Kirchenhoheit setzt uns über die Neuschrift des Textes hinaus auch mit teilweise

voraus, dass die beteiligten Kantone in jedem Fall einer Bis- neuen Inhalten vorgelegt werden soll, dann ist der Moment

tumsveränderung zustimmen müssen. Dieser Grundtatbe- für uns als Parlament gekommen, mit diesem Mittel die Ant-

stand muss in jedem Fall unangetastet bleiben. wort auf die Frage zu erhalten: «Wollt Ihr, oder wollt Ihr

Kollege Huber hat sich eigentlich nicht in diesem Sinne ge- nicht?» Unsere Vorväter haben 1972 dem Anliegen einhellig

äussert. Wahrscheinlich aber hat er seine Ausführungen in der Form der Motion zugestimmt. Ich bitte Sie, das ebenso

ausschliesslich auf die bundesrechtliche Genehmigung be- zu tun - jetzt dadurch, dass Sie einer parlamentarischen

zogen, wonach eben diese bundesstaatliche Genehmigung Initiative Folge geben.

eine Einschränkung der Autonomie der katholischen Kirche

darstelle. Das wird auch von Herrn Professor Häfelin in sei- Schmid Carlo (C, AI), Berichterstatter: Diese Diskussion -

nem Kommentar an sich nicht bestritten. Häfelin weist aber es ist mit Händen zu greifen - ist eine vorsichtige Diskussion,

daneben auch auf die Bedeutung dieser kantonalen Kirchen- und ich meine, das sei gut so. Denn es sind hier offenbar

hoheit hin, und diese kantonale Kirchenhoheit - das möchte doch mehr Sensibilitäten vorhanden, als vielleicht gemeinhin

ich hier betonen, deshalb habe ich das Wort ergriffen - muss angenommen wird. Nur meine ich - das sage ich nicht als

in jedem Fall, völlig losgelöst vom Entscheid über die parla- Kommissionspräsident, sondern das ist meine persönliche

mentarische Initiative und losgelöst von einer allfälligen Auf- Meinung -: Es sind auf beiden Seiten Sensibilitäten vorhan-

hebung von Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung, un- den.

angetastet bleiben. Herr Kollege Petitpierre: Ob eine Diskriminierung vorliegt

oder nicht, ist vielleicht nicht so sehr anhand von objektiven

Huber Hans Jörg (C, AG): Ich bin zu einem Punkt konkret et- Kriterien zu betrachten, sondern aus der Sicht desjenigen,

was gefragt worden, und ich habe verschiedene Meinungen der sich diskriminiert vorkommt.

gehört. Ich darf kurz den Begriff der Diskriminierung aufnehmen.

Ich möchte zu Kollege Petitpierre sagen, dass mir bekannt Herr Petitpierre hat auf die Antwort des Bundesrates auf die

ist, dass noch ein früherer Rechtserlass besteht, der sich mit Interpellation Leuba (94.3421) vom 6. Oktober 1994 hinge-

der Frage der Angliederung von schweizerischen Staatstei- wiesen.

len an ein fremdes Bistum auseinandersetzt. Es liegt klar zu- Es ist zutreffend, dass der Bundesrat sagt, Artikel 50

tage, dass auch diese gesetzliche Bestimmung überholt ist. Absatz 4 stelle keine Diskriminierung dar. Wenn man die

Es liegt aber auch klar zutage, dass niemand in der Römisch- Antwort aber vollumfänglich liest, kann man das nicht in die-

katholischen Landeskirche der Schweiz etwa die Angliede- ser allgemeinen Form stehenlassen. Herr Leuba hat gefragt,

rung eines Teils unseres Landes an ein ausländisches Bis- ob Artikel 50 Absatz 4 mit dem neuen Verbot jeglicher Diskri-

tum betreiben würde. Solche Dinge können ruhig auf die minierung aufgrund der Religionszugehörigkeit, gestützt auf

Seite gelegt werden und brauchen in der Auseinanderset- das Internationale Übereinkommen vom 21. Dezember 1965

zung mit dieser Frage niemanden zu beunruhigen. zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung, in

Die zweite Bemerkung, die Sie, Herr Petitpierre, gemacht ha- Zusammenhang stehe. Darauf antwortet der Bundesrat, er

ben, betrifft die Frage des Verhältnisses von Artikel 50 sei der Auffassung, dass Artikel 50 Absatz 4 der Bundesver-

Absatz 4 der Bundesverfassung zu den aussenpolitischen fassung keinen Fall der Rassendiskriminierung im Sinne des

Kompetenzen des Bundes (Art. 8 BV). Ich bin Kollege Übereinkommens von 1965 darstelle. Die Verfassungsbe-

Schiesser dankbar, dass er auf die meines Erachtens nicht stimmung stehe auch nicht in Widerspruch zu Artikel 261 bis

ganz schlüssige Argumentation auch von Herrn Häfelin, des- StGB. Dieser betrifft die Diskriminierung einer Person oder

sen Text mir vorliegt, hingewiesen hat. Es ist klar, dass in den einer Gruppe von Personen, die einer bestimmten Rasse

Initiaitve parlementaire. Nouveaux évêchés 564 E 12 juin 1995

angehören, nicht aber Einschränkungen hinsichtlich der

Organisation der Kirche.

Einen Absatz weiter oben schreibt der Bundesrat, wenn da-

von ausgegangen würde, dass Artikel 50 Absatz 4 der Bun-

desverfassung im Zusammenhang mit diesem internationa-

len Vertrag diskriminierend sei, so wäre in erster Linie die Or-

ganisation der Kirche betroffen und nicht eine Rasse. Das

verstehe sich von selbst. Ich möchte das einfach gesagt ha-

ben, damit nicht der Eindruck bestehenbleibt, der Bundesrat

habe generell zum Ausdruck gebracht, Artikel 50 Absatz 4

sei nicht diskriminierend. Ich will das nicht weiterverfolgen.

Bedeutsamer ist der Einwand der Herren Coutau und Petit-

pierre hinsichtlich der Rechtsnatur des Verhältnisses zwi-

schen Artikel 50 Absatz 4 und Artikel 8, Stichwort Kommen-

tar Häfelin.

Der Initiant hat bereits das Notwendige dazu gesagt. Es

könnte in diesem Zusammenhang auch noch darauf verwie-

sen werden, dass nicht ausgemacht ist, was zuerst war: das

Ei oder das Huhn. Die Genehmigung der Errichtung von Bis-

tümern durch den Bund «erfolgte bisher stets aufgrund von

Staatsverträgen mit dem Apostolischen Stuhl» (Häfelin). Nun

kann unter Umständen gesagt werden, der Staatsvertrag sei

gerade die Genehmigungsform, die der Bund anwende, um

hier die Hand im Spiel zu haben, denn im Kommentar Häfelin

wird selbst auch darauf hingewiesen: «Kirchenrechtlich er-

folgt die Errichtung oder gebietsmässige Veränderung eines

Bistums durch Verfügung des Apostolischen Stuhles.» Mit

anderen Worten: Der Staat könnte sich gegenüber einer sol-

chen vatikanischen Verfügung desinteressiert verhalten, es

ist seine Sache, ob er sie überhaupt zur Kenntnis nehmen

will oder nicht. Das wäre die eine Variante. Die andere Vari-

ante ist: Der Staat ist nicht desinteressiert und sagt, was er

von dieser Bistumserrichtung hält. Eine nützliche Form dafür

ist das Konkordat; die Vereinbarung mit dem Apostolischen

Stuhl ist die instrumentale Form der Genehmigung. Folgt

man dieser Theorie, so kommt Artikel 8 der Bundesverfas-

sung nach einer Aufhebung von Artikel 50 Absatz 4 über-

haupt nicht ins Spiel, denn dann interessiert sich der Bund

nicht mehr dafür, was hier passiert.

Ich komme zum dritten Element juristischer Art, zum Votum

von Herrn Schiesser. Es bestehen nach meiner Lesart keine

offenen Fragen. Der Initiant hat darauf hingewiesen. Das

Kultusrecht ist in dieser Hinsicht, wenn Artikel 50 Absatz 4

aufgehoben wird, Sache der Kantone. Seitens des Kommis-

sionspräsidenten muss man das noch klar sagen, damit man

nicht später sagen kann, wir hätten uns leichtfertig über die

Sache hinweggesetzt.

Ich möchte zum Abschluss für die Zurückhaltung und die ge-

genseitige Rücksichtnahme in der Debatte zu dieser Frage

danken.

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Kommission

(Folge geben) 18 Stimmen

Für den Antrag Coutau

(keine Folge geben) 16 Stimmen

Schluss der Sitzung um 20.00 Uhr

La séance est levée à 20 h 00

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative (Huber) Aufhebung von Artikel 50 Absatz 4 BV.

Genehmigungspflicht für die Errichtung neuer Bistümer

Initiative parlementaire (Huber) Abrogation de l'article 50 alinéa 4 est. Approbation

nécessaire pour ériger de nouveaux évêchés

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1995

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 05

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 94.433

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 12.06.1995 - 17:15

Date

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Seite 558-564

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Ref. No 20 025 969

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