Parliamentary Initiative for a Tax Amnesty (1995-1999)
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis parliamentary initiative proposed a one-time tax amnesty for federal, cantonal, and communal taxes between 1995 and 1999. The initiative argued that an amnesty was justified due to significant public deficits, ongoing tax reforms, and the potential to stimulate the economy by returning capital to circulation. The court supported the initiative, finding that tax amnesties could positively impact the economy and public finances, citing the successes of past amnesties. They also noted that an amnesty could help individuals irregularize their tax situations, especially in cases of inheritance, and that it was necessary to repatriate foreign capital. The court also pointed out that the initiative affected all levels of government and that delaying it further was not beneficial.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 93 Absatz, Art. 21ter GVG, Art. 21 quater, Art. 93 al. 1 de la Constitution fédérale, Art. 21 bis de la loi sur les rapports entre les Conseils; Parliamentary Initiative for a Tax Amnesty (1995-1999): The initiative argued that an amnesty was justified due to significant public deficits, ongoing tax reforms, and the potential to stimulate the economy by returning capital to circulation. The court supported the initiative, finding that tax amnesties could positively impact the economy and public finances, citing the successes of past amnesties. They also noted that an amnesty could help individuals irregularize their tax situations, especially in cases of inheritance, and that it was necessary to repatriate foreign capital. The court also pointed out that the initiative affected all levels of government and that delaying it further was not beneficial.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for submitting the parliamentary initiative in the form of a drafted bill.
Cited as the legal basis for submitting the parliamentary initiative.
Volltext
Initiative parlementaire. Amnestie fiscale générale 610 14 juin 1995
gnatures, dans notre Chambre, sont considérées comme sche Initiative. Die Kommission hat am 2. März 1995 den In-
proposant quelque chose qui doit être rejeté, on prend une itianten angehört.
partie du peuple et on lui dit non. Je ne crois donc pas qu'il
soit catastrophique, avec tout le respect qu'on a pour un can- Schriftliche Begründung des Initianten
ton, de ne pas donner suite à une initiative «populaire» can- Die Steueramnestie ist eine Rechtshandlung, die auf der
tonale. C'est un moyen choisi librement par le canton: il choi- Souveränität des Staates beruht. Eine Steueramnestie ge-
sit les moyens, il choisit aussi leurs conséquences. hört in den Bereich der Ausnahmegesetzgebung, die erlas-
Je ne me sens pas du tout irrespectueux envers le peuple sen werden muss, wenn Umstände vorliegen, welche sie
d'un canton quand je propose de ne pas donner suite à une rechtfertigen. Die Gründe für eine Steueramnestie sind heute
initiative cantonale. offensichtlich:
1. Das jährliche Defizit der öffentlichen Haushalte in der
Abstimmung - Vote Schweiz von insgesamt rund 17 Milliarden Franken ist der-
Für den Antrag der Kommission massen beunruhigend, dass alle legalen Mittel eingesetzt
(Folge geben) 24 Stimmen werden müssen, mit denen die Einkünfte erhöht werden kön-
Für den Antrag Plattner nen.
(keine Folge geben) 11 Stimmen 2. Mit der Änderung der direkten Bundessteuer, der Harmo-
nisierung der kantonalen Gesetzgebungen, mit der Anpas-
sung der Stempelsteuer und der Einführung der Mehrwert-
An den Nationalrat - Au Conseil national steuerist eine grundlegende Steuerreform eingeleitet worden.
3. Dem Wirtschaftskreislauf werden durch eine Steueramne-
stie grosse Kapitalbeträge zugeführt, was die Investitionen,
den Wirtschaftsaufschwung und die Schaffung neuer Ar-
beitsplätze begünstigt.
#ST# 94.426 4. Wird das Geld, das im Ausland angelegt ist und damit der
Verrechnungssteuer entgeht, in die Schweiz zurückgeholt
Parlamentarische Initiative und hier investiert, dann fördert dies die Entspannung bei
(Delalay) den Zinssätzen.
Allgemeine Steueramnestie 5. Die jüngsten Debatten im Parlament über die Motion für
eine generelle Steueramnestie sowie über die Standesinitia-
Initiative parlementaire tiven zum gleichen Thema haben zur Annahme des Prinzips
(Delalay) einer allgemeinen Steueramnestie geführt.
Amnistie fiscale générale 6. Wenn Steuerpflichtige, beispielsweise infolge Erbschaft,
ohne eigenes Verschulden in eine illegale Steuersituation
geraten, ist es im Interesse der Öffentlichkeit, dass sie diese
Illegalität bereinigen können.
Wortlaut der Initiative vom 7. Oktober 1994 7. Die 1969 vom Volk beschlossene Amnestie war in der
Gestützt auf Artikel 93 Absatz 1 der Bundesverfassung und Durchführung und im Ergebnis ein voller Erfolg.
Artikel 21 bis des Geschäftsverkehrsgesetzes reiche ich die Aus diesen Gründen sollte die allgemeine Steueramnestie
folgende Initiative in der Form des ausgearbeiteten Entwur- unbedingt so bald wie möglich erlassen und damit den Be-
fes ein: schlüssen des National- und Ständerates Folge geleistet
Artikel 9 der Übergangsbestimmungen der Bundesverfas- werden. Das Argument, man solle das Ergebnis der Initiative
sung zur Abschaffung der direkten Bundessteuer abwarten, ist
1. Der Bund kann in den Jahren 1995-1999 eine einmalige nicht stichhaltig. Die allgemeine Steueramnestie betrifft in
Steueramnestie durchführen, die sich auf die Steuern von der Tat nicht nur den Bund, sondern auch die Kantone und
Bund, Kantonen und Gemeinden erstreckt. die Gemeinden. Zudem ist der Vorschlag zur Abschaffung
2. Die Bundesgesetzgebung legt den Zeitpunkt der Amnestie der direkten Bundessteuer von den eidgenössischen Räten
fest und bestimmt deren Voraussetzungen und Wirkungen. noch nicht behandelt worden, und seine Erfolgschancen sind
ungewiss.
Texte de l'initiative du 7 octobre 1994
En vertu des articles 93 alinéa 1 er de la Constitution fédérale Erwägungen der Kommission
et 21 bis de la loi sur les rapports entre les Conseils, je dé- Beurteilung des Regelungsbedarfs
pose l'initiative suivante conçue sous forme d'un projet ré- Die Motion Delalay (92.3249), die eine allgemeine Steueram-
digé de toutes pièces: nestie verlangt, wurde vom Ständerat am 1. März 1993 und
Article 9 des dispositions transitoires de la constitution vom Nationalrat am 18. März 1994 überwiesen. Die Standes-
1. Pendant les années 1995-1999, la Confédération peut initiativen Jura und Wallis zum gleichen Thema wurden des-
instituer une amnistie fiscale unique, ayant effet pour les im- halb abgeschrieben.
pôts fédéraux, cantonaux et communaux. Anlass zur Einreichung einer parlamentarischen Initiative
2. La législation fédérale fixera le moment de cette amnistie gab die zögerliche Haltung des Bundesrates bei der Um-
et elle en définira les conditions ainsi que les effets. setzung der Parlamentsbeschlüsse und schliesslich die Ant-
wort des Vorstehers des EFD in der Fragestunde vom
Mitunterzeichner-Cosignataires: Bisig, Bloetzer, Bühler Ro- 26. September 1994 im Nationalrat: Nach seinem Dafürhal-
bert, Büttiker, Cavadini Jean, Cavelty, Cottier, Coutau, Da- ten muss zuerst über die Initiative zur Abschaffung der direk-
nioth, Delalay, Frick, Gadient, Huber, Küchler, Kündig, Mor- ten Bundessteuer entschieden werden, da im Falle einer Ab-
niroli, Reymond, Rnyner, Roth, Ruesch, Salvioni, Schmid schaffung der direkten Bundessteuer eine Steueramnestie
Carlo, Schule, Seiler Bernhard, Uhlmann, Ziegler Oswald, auf Bundesebene hinfällig würde.
Zimmerli (27) Die parlamentarische Initiative Delalay übernimmt - unter
Anpassung der Jahreszahlen (damals ging es um die
Salvioni Sergio (R, TI) unterbreitet im Namen der Kommis- Jahre 1969 bis 1973) - den Wortlaut der letzten Steueram-
sion für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftlichen Be- nestie vom Jahre 1969.
richt: Die Mehrheit der Kommission ist der Auffassung, dass eine
Steueramnestie sich positiv auf die Konjunktur und die Fi-
Wir unterbreiten Ihnen gemäss Artikel 21ter des Geschäfts- nanzlage von Bund, Kantonen und Gemeinden auswirken
verkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kommission würde. Die Amnestien von 1945 (Verrechnungssteuer) und
über die von Herrn Delalay am 7. Oktober 1994 in der Form 1969 zeigten positive Ergebnisse und haben beträchtliche
eines ausgearbeiteten Entwurfes eingereichte parlamentari- Vermögensmassen zutage gefördert.
14. Juni 1995 611 Parlamentarische Initiative. Allgemeine Steueramnestie
Eine Amnestie scheint insbesondere dann gerechtfertigt, lementaire, conçue sous la forme d'un projet rédigé de toutes
wenn ein besonderer Anlass dafür besteht, d. h. eine grund- pièces, déposée le 7 octobre 1994 par M. Delalay. La com-
legende Änderung in der Steuergesetzgebung, wie etwa die mission a entendu l'auteur de l'initiative le 2 mars 1995.
Einführung der Mehrwertsteuer, die auf den 1. Januar 1995 Développement de l'auteur de l'initiative
in Kraft gesetzt worden ist. L'amnistie fiscale est un acte qui relève de la souveraineté de
Im weiteren würde eine Amnestie dazu führen, bisher unver- l'Etat. C'est une loi d'exception qui doit être décrétée lorsque
steuerte «alte Substanz» und im Ausland angelegtes Vermö- existent des circonstances qui la justifient. Actuellement les
gen, bzw. dessen Ertrag, die der Verrechnungssteuer nicht raisons de l'accorder sont évidentes:
unterliegen, aufzudecken. 1. L'état des finances publiques dans l'ensemble du pays
Schliesslich ist die Mehrheit der Kommission der Meinung, avec un déficit annuel de l'ordre de 17 milliards de francs est
dass eine allgemeine Steueramnestie mehr und nicht weni- inquiétant de sorte que tous les moyens légaux doivent être
ger Steuergerechtigkeit bringt. Sie befürwortet eine allge- mis en oeuvre pour augmenter les ressources.
meine Steueramnestie nicht zuletzt auch aufgrund von Ver- 2. Une réforme fiscale fondamentale se met en place par la
schiebungen zugunsten der Kantone, für die die Rückerstat- modification de l'impôt fédéral direct, l'harmonisation des lé-
tung der Verrechnungssteuer, die durch die Durchführung gislations cantonales, l'adaptation des droits de timbre et la
der Amnestie ermöglicht würde, eine wesentliches Element mise en vigueur de la TVA.
darstellt. 3. La remise dans le circuit économique d'importants capi-
Auch wären nach einer Amnestie viel striktere Steuerkontrol- taux favorise l'investissement, la reprise économique et la
len möglich, weil den Steuerhinterziehern die Gelegenheit création de places de travail.
gegeben würde, ihre Situation offenzulegen. 4. Le rapatriement et l'investissement en Suisse de capitaux
Weiteres Vorgehen placés à l'étranger et échappant à l'impôt anticipé contribue
Gemäss Artikel 21ter GVG hat die Kommission insbeson- aussi à favoriser la détente sur les taux d'intérêts.
dere zu berichten über allfällige bisherige Arbeiten von Par- 5. Les récents débats parlementaires sur la motion relative à
lament und Verwaltung zum aufgeworfenen Thema, über l'amnistie fiscale générale et sur des initiatives cantonales
Zeitplan und Aufwand der parlamentarischen Arbeit und über sur le même objet ont abouti à l'adoption du principe d'une
die Möglichkeit, das angestrebte Ziel mit einem an den Bun- amnistie fiscale générale.
desrat gerichteten Vorstoss zu erreichen. 6. Des contribuables sont mis sans que ce soit de leur faute
Was die Arbeiten in der Verwaltung betrifft, hat der Bundes- dans une situation fiscale illégale à la suite, par exemple,
rat am 29. März 1995 einen Entwurf zu einem Verfassungs- d'une succession, de sorte qu'il est dans l'intérêt public de
artikel in die Vernehmlassung gegeben, in dem der Bund er- leur permettre, à long terme, de se mettre en ordre.
mächtigt wird, für das Jahr 1997, 1999 oder 2001 eine ein- 7. L'amnistie fiscale de 1969 acceptée en votation populaire
malige allgemeine Steueramnestie anzuordnen. Demnach fut un succès dans son exécution et dans son résultat.
sollen jene Steuerhinterzieher und -betrüger straffrei ausge- Il est dès lors important que l'amnistie fiscale générale soit
hen, welche die verheimlichten Einkommen und Vermögen mise en application dans un délai relativement court et qu'il
dem Fiskus offenlegen. Die Modalitäten dieser Amnestie sol- soit donné suite aux décisions parlementaires prises au Con-
len auf Verfassungs- und nicht wie 1969 auf Gesetzesstufe seil des Etats et au Conseil national. L'argument selon lequel
umschrieben werden. Amnestiert werden Strafen wegen il y a lieu d'attendre le résultat de l'initiative populaire tendant
Steuerdelikten (insbesondere Steuerhinterziehung und Steu- à la suppression de l'impôt fédéral direct (IFD) n'est pas per-
erbetrug). Ausgenommen sind jedoch Strafen, für welche tinent. L'amnistie fiscale générale touche en effet non seule-
das entsprechende Verfahren bei Inkrafttreten der Amnestie ment la Confédération, mais aussi les cantons et les commu-
abgeschlossen oder mit Wissen des Steuerpflichtigen schon nes et, d'autre part, le projet d'abolition de l'IFD n'a pas en-
eingeleitet worden war. Ebensowenig soll auf Nacherhebung core été traité par les Chambres fédérales et ses chances
der hinterzogenen Steuer (Nachsteuer) mit Einschluss der d'aboutir sont incertaines.
Verzugszinsen verzichtet werden. Das Vernehmlassungs-
verfahren läuft am 30. Juni 1995 ab. Es ist vorgesehen, dass Considérations de la commission
der Bundesrat nach der Auswertung der Vernehmlassungs- Evaluation de la nécessité de légiférer
ergebnisse seine Vorlage Ende 1995 oder Anfang 1996 dem La motion Delalay (92.3249) demandant une amnistie fiscale
Parlament vorlegen wird. générale a été transmise par le Conseil des Etats le 1 er mars
Wird dieser Zeitplan eingehalten, so könnte das Ziel des Ini- 1993 et par le Conseil national le 18 mars 1994. Deux initia-
tianten erreicht werden, insbesondere wenn die Steueram- tives cantonales concernant le même sujet - l'une du canton
nestie für 1997 beschlossen würde. Unter dieser Annahme du Jura, l'autre du canton du Valais - ont de ce fait été clas-
würde der Beschluss, der Initiative Folge zu geben, keinen sées.
Mehraufwand mit sich bringen, weil die Initiative abgeschrie- Les motifs qui ont poussé l'auteur à déposer cette initiative
ben werden könnte, sobald das Parlament die Vorlage des sont les hésitations et la lenteur du Conseil fédéral à mettre
Bundesrates angenommen hätte. Auch im Falle, dass der en oeuvre les décisions du Parlement, ainsi que la réponse
Bundesrat innerhalb der gesetzten Frist keine entsprechende du chef du DFF lors de l'heure des questions au Conseil
Vorlage unterbreiten sollte, würde sich kein übermässiger national du 26 septembre 1994: celui-ci affirma en effet que
Arbeitsaufwand ergeben, da die mit der Erarbeitung eines l'initiative pour l'abolition de l'impôt fédéral direct (IFD)
Gesetzeserlasses beauftragte Kommission sich weitgehend aurait des incidences sur l'amnistie fiscale du fait qu'en cas
auf den Text der Steueramnestie 1969 stützen könnte. d'abolition de l'IFD, une amnistie sur le plan fédéral serait
Wenn der Rat der Initiative Folge gibt und wenn der Bundes- caduque.
rat die Vorlage des Entwurfes über Gebühr verzögern sollte, L'initiative parlementaire Delalay propose le même texte que
so kann die Kommission die vorliegende Initiative in Form ei- celui de la dernière amnistie fiscale en 1969, seules chan-
ner eigenen Vorlage realisieren. Durch Artikel 21 quater gent les dates, puisqu'il s'agissait alors des années 1969 à
Absatz 5 GVG ist die Kommission gehalten, spätestens nach 1973.
zwei Jahren eine Vorlage zu unterbreiten oder dem Rat An- La majorité de la commission est d'avis qu'une amnistie fis-
trag zu stellen, die Initiative abzuschreiben oder die Frist zu cale aboutira à des conséquences positives pour la conjonc-
verlängern. ture et pour le redressement des finances fédérales, canto-
nales et communales. Les amnisties de 1945 (impôt anticipé)
Salvioni Sergio (R, TI) présente au nom de la Commission et de 1969 ont donné des résultats positifs et ont permis de
des affaires juridiques (CAJ) le rapport écrit suivant: mettre à jour des fortunes considérables.
Une telle mesure parait justifiée lorsqu'une circonstance spé-
Conformément à l'article 21 ter de la loi sur les rapports entre ciale existe, c'est-à-dire lorsque des réformes fiscales fonda-
les Conseils, nous vous soumettons le rapport établi par la mentales se mettent en place, comme par exemple la TVA
commission chargée de l'examen préalable de l'initiative par- qui est entrée en vigueur le 1er janvier 1995.
Initiative parlementaire. Amnistie fiscale générale 612 14 juin 1995
En outre, une amnistie fiscale amènerait à déclarer des for- ripéties de cette proposition, depuis de longues années, de-
tunes non déclarées depuis quelque temps et des fortunes, vant le Parlement.
ou leurs revenus, déposées à l'étranger et non soumis à l'im- Tout d'abord, M. Delalay a présenté une motion, qu'il a dé-
pôt anticipé. posée en juin 1992. Cette motion n'a pu être traitée qu'en
Finalement, la commission estime qu'une amnistie fiscale mars 1993. Il a fallu une année pour qu'elle soit traitée éga-
générale amènerait à plus d'égalité devant les impôts. Elle se lement par le Conseil national qui l'a fait en mars 1994. En
prononce également pour une telle amnistie en raison de la 1992, quasi simultanément avec la motion Delalay, deux
redistribution en faveur des cantons, qui profiteraient du rem- cantons ont déposé une initiative cantonale allant dans le
boursement de l'impôt anticipé rendu possible par cette am- même sens et demandant que soit décrétée une amnistie
nistie. Cet élément est un fait non négligeable aux yeux de la fiscale. En juin 1994, lors d'un débat au Conseil national,
commission. M. Stich, chef du Département fédéral des finances, a mani-
Les contrôles fiscaux peuvent être beaucoup plus stricts festement exprimé une fois encore l'opposition de principe
après une amnistie fiscale parce que l'occasion a été donnée du Conseil fédéral à toute amnistie fiscale. Finalement, c'est
aux fraudeurs de se mettre en règle avec l'administration fis- seulement devant l'inertie du Conseil fédéral à traiter la de-
cale. mande pressante présentée sous forme de motion dans les
Marche à suivre deux Conseils que M. Delalay a choisi de relancer la procé-
Selon l'article 21 ter LREC, la commission doit notamment dure avec le dépôt d'une initiative parlementaire, ce qu'il a
faire rapport sur l'état des travaux sur le même objet dans fait en octobre 1994.
l'Assemblée fédérale et dans l'administration, sur l'ampleur La commission a traité de cette affaire le 29 mai dernier. Elle
et le calendrier du travail parlementaire qu'imposerait l'initia- a entendu l'auteur, et la commission vous propose de donner
tive, et sur la possibilité de transformer l'initiative en motion suite à l'initiative parlementaire Delalay.
ou postulat pour atteindre le but visé. Je ne reviens pas longuement sur les motifs de fond qui nous
En ce qui concerne les travaux dans l'administration, le ont poussés, à l'époque, à transmettre la motion Delalay. Je
29 mars 1995, le Conseil fédéral a mis en consultation un voudrais simplement rappeler qu'il ne s'agit pas ici de décré-
projet d'article constitutionnel qui permettra à la Confédéra- ter périodiquement une amnistie fiscale. Il s'agit bien davan-
tion d'arrêter, pour 1997,1999 ou 2001, une amnistie fiscale tage de tenir compte d'un certain nombre de modifications lé-
unique et générale. Cet article vise à exempter de toute gislatives touchant la fiscalité, qui légitiment que, lors de ces
peine les personnes déclarant les éléments de leurs revenus modifications ou après, on puisse envisager une amnistie fis-
ou de leur patrimoine précédemment fraudés ou soustraits cale. Je rappelle en particulier que des réformes importantes
au fisc. Les modalités de cette amnistie seront définies dans ont touché la fiscalité fédérale: d'abord, naturellement, l'intro-
la constitution et non pas dans la législation fédérale, contrai- duction de la taxe à la valeur ajoutée, également la loi fédé-
rement à l'amnistie de 1969. L'amnistie supprimerait les pei- rale sur l'impôt fédéral direct et, simultanément, la loi fédé-
nes encourues pour des délits fiscaux (en particulier la sous- rale sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et
traction et la fraude fiscales). Elle ne s'appliquerait pas aux des communes; ensuite, une augmentation sensible de l'im-
peines résultant d'une procédure achevée ou inachevée, pôt sur les carburants. Bref, il y a eu toute une série de mo-
mais dont le contribuable aurait déjà eu connaissance lors de difications des lois fiscales qui légitiment l'introduction d'une
l'entrée en vigueur de l'amnistie. En outre, l'autorité ne re- amnistie fiscale.
noncera pas à la perception des impôts soustraits (le rappel D'autre part, il y a aussi une certaine injustice à augmenter la
d'impôts), ni aux intérêts moratoires qui resteront dus. La pression sur les seuls contribuables honnêtes. En effet, à
procédure de consultation s'achèvera le 30 juin 1995. La partir du moment où une certaine masse fiscale doit être pré-
Conseil fédéral devra ensuite analyser les prises de position levée sur les contribuables, plus nombreux seront ces contri-
et le projet du Conseil fédéral pourra être soumis au Parle- buables et plus grande sera la masse fiscale sur laquelle les
ment à la fin de 1995 ou au début de 1996. impôts sont prélevés, moins la charge sera considérable
Si ce calendrier est respecté, l'objectif visé par l'auteur de pour chacun.
l'initiative pourrait être atteint, d'autant plus si l'amnistie fis- A partir du moment où on facilite les déclarations d'impôt
cale est arrêtée pour 1997. Dans cette hypothèse, donner honnêtes grâce à une amnistie fiscale décrétée, on aug-
suite à l'initiative ne donnerait pas de travail supplémentaire, mente le nombre des contribuables, la masse fiscale, et, par
puisqu'il sera possible de classer l'initiative dès que le Parle- conséquent, on peut réduire, dans une certaine mesure, la
ment aura adopté le projet que lui soumettra le Conseil fédé- pression fiscale exercée sur chaque contribuable. Il y a là
ral. Si, toutefois, le Conseil fédéral ne devait pas soumettre une question de justice aussi.
un projet correspondant dans les délais requis, le volume de Il y a également l'intérêt de certains cantons, sinon de tous
travail ne sera pas excessif, car la commission chargée les cantons, qui attendent de cette amnistie fiscale un rende-
d'élaborer un projet d'acte législatif pourra largement s'ap- ment important, à la mesure de ce que l'amnistie fiscale de
puyer sur les textes élaborés lors de l'amnistie fiscale de 1969 avait rapporté. Enfin, une amnistie fiscale peut entraî-
1969. ner, par la suite, un renforcement des contrôles fiscaux, ce
En donnant suite à l'initiative, le Conseil permettrait à la com- qui me paraît personnellement tout à fait légitime.
mission de présenter son propre projet, pour le cas où le Une fois encore, la question de fond n'est pas posée
Conseil fédéral tarderait trop à soumettre le sien au Parle- aujourd'hui par l'initiative parlementaire Delalay. Nous
ment. Selon l'article 21quater alinéa 5 LREC, la commission l'avons déjà résolue en transmettant la motion Delalay, mais
a deux ans pour présenter son projet après quoi elle doit pro- nous devons aujourd'hui - c'est l'avis de la commission -
poser au Conseil, soit de classer l'initiative, soit de prolonger confirmer cette volonté de préparer une amnistie fiscale, et
le délai. nous devons pousser le Conseil fédéral à le faire de façon
correcte par rapport à l'intention que nous avons manifestée.
Antrag der Kommission Le 25 mars dernier, le Département fédéral des finances a
Die Kommission beantragt mit 7 zu 4 Stimmen bei déposé un avant-projet; il l'a soumis à la procédure de con-
1 Enthaltung, der Initiative Folge zu geben. sultation. Cette dernière arrive à échéance à la fin de ce
mois-ci, un certain mouvement est ainsi créé. Est-ce que le
Proposition de la commission dépôt de cet avant-projet rend caduque l'initiative parlemen-
La commission propose, par 7 voix contre 4 et avec taire Delalay? La commission a estimé que ça n'était pas le
1 abstention, de donner suite à l'initiative. cas, mais qu'au contraire il s'agissait d'exercer et de mainte-
nir une pression sur le Conseil fédéral qui reste extrêmement
Coutau Gilbert (L, GE), rapporteur: Nous avons déjà eu l'oc- réticent. Il suffit de lire l'avant-projet qu'il a mis en consulta-
casion de nous prononcer à plusieurs reprises sur la ques- tion pour se rendre compte à quel point le Conseil fédéral a
tion et surtout le principe de l'amnistie fiscale. J'aimerais très présenté ce projet de mauvaise grâce, avec des réticences
brièvement vous rappeler le calendrier qui a été celui des pé- importantes.
14. Juni 1995 613 Parlamentarische Initiative. Allgemeine Steueramnestie
Je ne pense pas que c'est de cette façon-là que l'on créera mer von der Voraussetzung abhängig gemacht, dass a. ein
la confiance nécessaire entre le fisc d'une part, et les contri- öffentliches Interesse am Verzicht auf die Ahndung der Wi-
buables d'autre part, pour assurer la réussite d'une amnistie derhandlung besteht und dass b. diesem öffentlichen Inter-
fiscale, car une amnistie fiscale demande un élément essen- esse ein ganz besonderer Stellenwert zukommt, ein Stellen-
tiel, c'est la confiance. Cette confiance avait été créé en wert, der höher sein muss als das Interesse des Staates an
1969, elle avait produit le résultat positif que vous savez. der Verhängung und der Vollstreckung der gesetzlich vorge-
Cette confiance risque d'être ébranlée si le projet du Conseil sehenen Sanktionen. Das sind die zwei Voraussetzungen,
fédéral n'est pas profondément modifié par rapport à l'avant- die erfüllt sein müssen, damit einer Amnestie zugestimmt,
projet qu'il vient de présenter. damit eine Amnestie gewährt werden kann. Wenn diese bei-
C'est précisément dans l'esprit d'exercer une pression dans den Fragen nicht ausdrücklich und vorbehaltlos bejaht wer-
ce sens sur le gouvernement, et surtout d'affirmer une cer- den können, dann darf nach der geltenden Praxis mit Rück-
taine logique dans notre démarche et une certaine continuité sicht auf die Grundsätze der Rechtssicherheit und der
dans notre volonté affirmée en 1993 déjà, que je vous pro- Rechtsgleichheit nicht amnestiert werden.
pose, au nom de la commission, de donner suite à l'initiative Es gilt nun also zu prüfen, ob mit Bezug auf das, was Herr
parlementaire Delalay. Delalay mit seiner parlamentarischen Initiative beantragt, die
Si le projet du Conseil fédéral amendé est déposé dans les beiden Voraussetzungen bejaht werden können, oder ob das
délais annoncés, c'est-à-dire d'ici la fin de l'année, devant nicht möglich ist. Mit anderen Worten: Es ist zu prüfen, ob ein
notre Parlement, il sera possible, à ce moment-là, de consi- öffentliches Interesse gegeben ist und ob diesem öffentli-
dérer l'initiative parlementaire Delalay comme sans objet, et chen Interesse ein Stellenwert zukommt, der höher ist als
elle sera simplement classée. En revanche, si de nouveaux das Interesse des Staates an der Verhängung und Vollstrek-
délais devaient intervenir, cette initiative parlementaire aurait kung der gesetzlich vorgesehenen Sanktionen.
précisément l'effet de pression que nous lui donnons Das einzige öffentliche Interesse, von dem Herr Delalay
aujourd'hui. spricht, ist ein fiskalisches Interesse. Wenn wir es etwas we-
Ce sont les raisons pour lesquelles la commission vous invite niger akademisch ausdrücken wollen: der schnöde Mam-
à y donner suite. mon. Dieses fiskalische Interesse kann - das ist meiner Mei-
nung nach eine ganz klare Sache - niemals höher sein als
Schoch Otto (R, AR): Ich beantrage Ihnen, es sei der parla- das Interesse des Staates an der Durchsetzung der gesetz-
mentarischen Initiative Delalay keine Folge zu geben, ma- lichen Ordnung, also an der Verhängung und Vollstreckung
che mir aber über die Chancen dieses Antrages - ich will der gesetzlich vorgesehenen Sanktionen. Das ist eine wei-
Ihnen das ganz offen sagen - keinerlei Illusionen. Ich tue tere wesentliche Überlegung, die mich zur eindeutigen Ab-
dies um so weniger, als bereits die Motion Delalay (92.3249) lehnung der parlamentarischen Initiative Delalay führt.
im März 1993 in diesem Rat mit dem respektablen - oder 3. Die Amnestie begünstigt die Falschen. Sie begünstigt
bedauerlichen, wie Sie wollen - Verhältnis von 22 zu nämlich die Grossen, jene, die überhaupt Möglichkeiten zur
10 Stimmen überwiesen worden ist und um so weniger, als Steuerhinterziehung haben. Es ist heute in diesem Rat schon
sich dann in der Folge auch der Nationalrat dazu entschlos- einmal von «Tricheurs» die Rede gewesen; Herr Petitpierre
sen hat, allerdings mit einem wesentlich dürftigeren Ergeb- hat das Wort gebraucht. Ich möchte darauf hinweisen, dass
nis, die gleiche Motion an den Bundesrat zu überweisen. Die Leute, die mit Steuerausweisen Steuern bezahlen müssen,
Positionen, insbesondere in diesem Rat, sind also offenkun- keine Chancen haben, hinterzogenes Vermögen zu bilden.
dig bezogen. Trotzdem bin ich der Meinung, bin ich über- Die Amnestie trifft also jene, die meines Erachtens und si-
zeugt davon, dass auch die Stimme jener, die mit der Idee cher auch nach der Auffassung einer überwiegenden Mehr-
einer Steueramnestie die grösste Mühe haben, hier zum heit unserer Bevölkerung gar nicht Anspruch darauf erheben
Ausdruck kommen muss. Das ist der Grund dafür, dass ich können, von einer Amnestie bevorzugt zu werden.
Ihnen Ausführungen machen möchte, dass ich Ihnen in fünf 4. Die Amnestie bringt gar nichts - vor allem oder allerminde-
Punkten darlegen will, aus welchen Überlegungen ich Ihnen stens dem Bund nicht. Wenn sie jemandem etwas bringen
empfehlen möchte, der parlamentarischen Initiative Delalay würde, dann höchstens den Kantonen oder Gemeinden.
keine Folge zu geben. Nachdem aber auch die kantonalen Finanzdirektoren dezi-
1. Wer Steuern hinterzieht, begeht Unrecht. Wer einen Steu- diert gegen die Amnestie Stellung bezogen haben, besteht
erhinterzieher amnestiert, legitimiert Unrecht. Dieser Legiti- kein Grund zur Annahme, dass die Amnestie den Kantonen
mation von Unrecht kann und will ich nicht zustimmen. oder Gemeinden zusätzliche Einnahmen bringen würde.
2. Es ist nun allerdings richtig, dass unser Rechtssystem das 5. Wenn wir uns daran gewöhnen, dass laufend - vielleicht
Institut der Amnestie und damit bis zu einem gewissen Grad im Abstand von 20 bis 25 Jahren - immer wieder eine Amne-
auch die Legitimierung von Unrecht kennt. Es gibt die Amne- stie kommt, führt das auch zur Gewöhnung daran, dass Un-
stie in unserer Rechtsordnung. Unser Parlament hatte schon recht nicht mehr die gesetzlich vorgesehenen Folgen nach
bei verschiedenen Gelegenheiten Amnestiegesuche zu be- sich zieht, dass Unrecht nicht mehr geahndet wird. Wir dür-
handeln. Ich erinnere beispielsweise an die Amnestiegesu- fen dieser Gewöhnung keinen Platz einräumen, sondern
che im Zusammenhang mit den Jugendunruhen von 1982, müssen darauf achten, dass gesetzliche Strafdrohungen im
die Amnestiegesuche für Spanienkämpfer, an Amnestiege- Interesse der Rechtssicherheit und der Rechtsgleichheit in
suche, die im Zusammenhang mit dem Jurakonflikt hier ein- unserem Staat noch in die Tat umgesetzt werden können.
gebracht worden sind. Ich erinnere an das Amnestiebegeh- Ich meine, dass es aus all diesen Gründen richtig wäre, der
ren, mit dem Nationalrat Fischer-Sursee aus Anlass des parlamentarischen Initiative betreffend Amnestie keine Folge
700jährigen Bestehens der Schweizerischen Eidgenossen- zu geben.
schaft leichte Straffälle amnestieren wollte. Wir hatten uns
also mit anderen Worten schon verschiedentlich mit Amne- Plattner Gian-Reto (S, BS): Entschuldigen Sie, dass ich
stiefragen zu beschäftigen; es gibt zur Amnestie auch eine noch einmal zu einem Thema das Wort ergreife, welches
reiche Literatur und eine breite Praxis. Mit Bezug auf die Li- auch - wenn Sie so wollen - einen populistischen Unterton
teratur möchte ich Sie beispielsweise nur auf das verweisen, haben könnte. Ich möchte das Votum, das Kollege Schoch
was die Sekretärin unserer Geschäftsprüfungskommission, nun in sehr trockener juristischer Manier gehalten hat, mit ei-
Frau Mariangela Wallimann, in der Schweizerischen Juri- ner politischen Stellungnahme ergänzen:
stenzeitung im Jahre 1985 geschrieben hat und was immer Wenn Sie sich vorstellen, dass diese Initiative gerade etwa
noch gültig ist. im Jahre 1998 zum Tragen kommt, könnte man in der Tat et-
Es gibt also, ich habe es gesagt, im Zusammenhang mit frü- was populistisch formulieren: ein schönes Jubiläumsge-
heren Gesuchen eine Praxis zum Institut der Amnestie. Und schenk für die Unehrlichen, die sich nicht nur der Strafe ent-
diese Praxis ist nun ganz eindeutig. Die eidgenössischen ziehen können, wenn sie die Amnestie benützen, sondern
Räte haben die Gewährung einer Amnestie bisher - abgese- gleich auch noch die hinterzogenen Steuern behalten
hen von Steueramnestien, aber in allen anderen Fällen - im- dürfen - wahrlich eine schöne Sache für 200 Jahre Helvetik
Initiative parlementaire. Amnistie fiscale générale 614 14 juin 1995
und 150 Jahre Bundesstaat! Die Ehrlichen aber, die ihre ist für mich das oberste Prinzip beim Erheben von Steuern:
Steuern immer bezahlt haben, wären die Dummen. die Suche nach Steuergerechtigkeit. Wenn nämlich diese
Nun ist auch mir klar, dass gegen eine Amnestie, sagen wir amnestierten Mittel in den normalen Fluss hereinkommen,
alle 50 Jahre, nichts einzuwenden wäre. Hin und wieder - bedeutet das weniger Steuern für die, die heute in den unte-
das sehe ich ein - muss man reinen Tisch machen können, ren Stufen so stark belastet sind. Die Besserbemittelten kom-
müssen Erben aus den Sünden der Vorfahren entlassen men schon zurecht, aber die einfachen Leute, die werden
werden, für die sie nichts können. Seltene Amnestien - ich eben entlastet, wenn mehr Mittel zur Verfügung stehen. Das
sage noch einmal: seltene Amnestien - können hinterzogene heisst mehr Steuergerechtigkeit.
Vermögen ans Licht bringen, können mithelfen, die Staats- Zum zweiten heisst Amnestie: Verfassungskonformere Ver-
kasse zu füllen, können mithelfen, die Steuern der Steuer- teilung der Mittel zwischen Bund und Kantonen. Den Kanto-
ehrlichen niedriger zu halten. Das ist, wie es Kollege Schoch nen sollen nämlich endlich wieder die ihnen zukommenden
schon ausgeführt hat, das einzige Argument für eine Amne- Mittel aus der Verrechnungssteuer zufliessen. Denn sämtli-
stie. Es ist allerdings ein Argument, das man nicht überbe- che Verrechnungssteuern von hinterzogenen Kapitalien ge-
werten darf, wenn man an die Verrechnungssteuer denkt, die hen an den Bund; die Kantone bekommen nichts von diesem
je nachdem ja schliesslich auch bei hinterzogenen Vermö- Substrat und haben auch nichts von diesen Verrechnungs-
gen fliessen kann. steuern. Deshalb verstehe ich, dass sich der Bund gegen
Was wir jetzt vorschlagen, ist aber keine seltene, sondern eine Amnestie wendet, denn er gewinnt kaum viel, bei ihm
schon wieder eine Amnestie. Die Schweiz hat in den letzten geht die Rechnung jeweils etwa auf. Aber in den Kantonen
50 Jahren bereits drei Steueramnestien durchgeführt: 1940, und Gemeinden - das wurde von den Gegnern richtig er-
1945 und 1969. Dazu kamen 16 kantonale Amnestien, an kannt - kommen Mittel dazu, und diese Mittel möchte ich
denen sich der Bund jeweils auch beteiligt hat. 16 Kantone auch bei den Kantonen und Gemeinden sehen.
haben also noch ihre eigenen Amnestien durchgeführt. Ein Weiteres: Wenn ich die Praxis anschaue, so sind es nicht
Wenn sich die Steuerzahler darauf verlassen können, dass nur die Grossen, die sündigen. Das Gesetz der grossen Zahl
ihnen ihr Betrug alle zehn bis zwanzig Jahre vergeben wird, spielt daneben eine riesige Rolle. Wenn viele Kleine etwas
dann müssen sie schon ziemlich blöd sein, um dort, wo sie auf der Seite lassen, macht das unter Umständen sehr
es vermeiden können, überhaupt noch zu bezahlen. Häufige schnell auch sehr viel aus.
Amnestien - das ist meine Überzeugung - fördern deshalb Ich erlebe in der täglichen Steuerpraxis genau das, was Sie
geradezu die Steuerhinterziehung. Sie muntern einen dazu offenbar in Ihrer «Heiligkeit» nicht wissen, dass nämlich die
auf, Steuern zu hinterziehen. Als solche sind sie kontrapro- kleinen Leute sehr wohl finden, die Steuerbelastung sei un-
duktiv. Auch das Argument der Erhöhung der Staatseinnah- gerecht, und sie müssten etwas unversteuert auf die Seite le-
men fällt dann ins Wasser. Die Amnestie 1998 kommt nach gen. Dabei gewinnen sie oft gar nichts, weil sie dann ihre
dieser Liste von fast 20 Amnestien in der Schweiz in den letz- Verrechnungssteuern verpassen. Ich habe Fälle von ganz
ten 50 Jahren einfach zu früh, viel zu früh. einfachen Handwerkern oder Büezern erlebt: Einmal war es
Ich bin auch dafür- um wiederum keine Zweifel aufkommen zum Beispiel ein Maurer - das war schon vor zwanzig Jah-
zu lassen -, dass wie bei ändern Gesetzesübertretungen ren, um Ihnen die Grössenordnung zu zeigen -, der 64 Spar-
auch beim Steuerbetrug eine Verjährungsfrist gelten darf, büchlein à 1000 Franken hatte, denn auf die 1000fränkigen
nach deren Ablauf keine Strafe mehr fällig wird. Das heisst Büchlein müsste er keine Verrechnungssteuern bezahlen.
aber nicht, dass gleichzeitig auch auf die hinterzogenen Als er beim Tod seiner Frau merkte, dass das vielleicht bei
Steuern verzichtet werden soll. Sowenig ein Dieb nach Ab- der nächsten Runde doch einmal schiefgehen könnte, wollte
lauf der Verjährungsfrist für sein Delikt das gestohlene Ei- er ins Reine kommen, war aber nicht bereit, irgendeine
gentum behalten darf oder gar zum rechtmässigen Eigentü- Nachsteuer zu zahlen. «Nein, mache ich nicht! Kommt nicht
mer des Diebesgutes wird, sowenig hat ein Steuerbetrüger in Frage!»
Anspruch, dass ihm durch eine grosszügige Amnestie nicht Ich habe dann versucht, ihm den Weg aufzuzeigen, wie er
nur die Strafe erlassen, sondern gleich noch das gestohlene, bei seiner Einstellung so schnell wie möglich in die Legalität
hinterzogene Geld belassen wird. kommt. Diese Aufgabe bleibt uns dann immer noch.
Eine vernünftige Steueramnestielösung besteht also nicht in Ich weiss auch, wie es bei den Grossen geht. Diese werden
dem, was Kollege Delalay vorschlägt und was wir vor knapp sich überhaupt nicht durch Mahnungen bewegen lassen. Sie
25 Jahren schon einmal gemacht haben, sondern sie müsste werden weiterhin «legal» Kapitalien im Ausland versteuern,
darin bestehen, laufend jene Steuersünder von der Strafe zu dort, wo sie ein fiktives Domizil haben. Wenn sie für Liegen-
befreien, welche sich selbst anzeigen, welche aber auch be- schaften in der Schweiz steuerpflichtig bleiben, lassen sie
reit sind, die geschuldeten Steuern nachzuzahlen. Das wäre dem Kanton gestützt auf niedrige Gesamtangaben wenig
so etwas wie eine permanente Amnestie, die sich aber nur zukommen.
auf die Strafe bezieht und nicht auf die geschuldeten Steu- Dann kommt plötzlich der Moment, wo sie vielleicht etwas
ern. Dann dürfte man auch jene um so härter anpacken, die investieren möchten. Sie können die Mittel nicht ohne
sich nicht anzeigen, die es darauf ankommen lassen, ob man Schwierigkeiten hervorholen. Es liegt im allgemeinen Inter-
sie erwischt oder nicht, die den Betrug einfach begehen wol- esse, in einem jetzt etwas ausgetrockneten Markt diese
len, und das mit dem Gefühl, ja nur einen Betrug an der Ge- Kapitalien für Investitionen in unser Land zurückzuholen.
meinschaft zu begehen, die das schon vertrage. Dann hätte Eine solche Amnestie ist eben ein Anreiz dazu, und es liegt
man eine saubere Lösung. Diese laufende Amnestie, diese im höheren Interesse unseres Staates, dass er das Geld
permanente Amnestie, wie sie in ändern Ländern im übrigen bekommt.
gang und gäbe ist, das ist die Lösung, die man allenfalls vor- Steuern werden leicht hinterzogen, das zeigt die Praxis. Als
schlagen müsste, aber nicht diese missbräuchliche Amne- Anwälte sehen wir viel, und was ich da sehe und nicht her-
stie, die Kollege Delalay vorschlägt. vorholen kann, das tut mir manchmal sehr weh. Ich kann nur
Ich bitte Sie, seiner parlamentarische Initiative keine Folge versuchen, die Leute zu überzeugen. Ich habe unseren kan-
zu geben. tonalen Finanzdirektor einmal gefragt: «Weshalb stellen Sie
nicht mehr Leute an, Sie wissen doch ganz genau, dass je-
Meier Josi (C, LU): Im Gegensatz zu den Sprechern, die der zusätzliche Beamte ein paar von diesen Sündern er-
eben das Wort hatten, bin ich für diese Amnestie zu haben. wischt? Die Mittel fliessen dann dem Kanton zu.» Darauf ant-
Ich möchte, dass mindestens die Argumente, die dafür ins wortete er mir: «Das stimmt zwar genau, aber der gleiche
Feld geführt werden können, in Erinnerung gerufen werden. Steuerbeamte wird vier Jahre später privater Steuerberater,
Es gibt eine ganze Reihe von höheren Interessen - das dann ist das Geld wieder weg.»
wurde hier eben zu Unrecht bezweifelt -, die uns sehr wohl In der Praxis sind die Kinder des Lichtes schlau, das steht
dazu bringen, für eine Amnestie zu sein. schon in der Bibel. Sie wollen Geld der Steuer entziehen, und
Das erste ist, dass ich der Überzeugung bin, dass eine Am- wir müssen dann im öffentlichen Interesse wieder den richti-
nestie in der Folge mehr Steuergerechtigkeit bringt, und das gen Moment finden - das hat Herr Plattner genau erkannt -,
14. Juni 1995 615 Parlamentarische Initiative. Allgemeine Steueramnestie
in dem eine solche Amnestie die im höheren Interesse ral, um die Steuermoral. Es liegt durchaus im Interesse des
liegenden Ziele erreichen kann. ehrlichen Steuerzahlers, dass dem - absichtlich oder zufällig
Ich finde es bedauerlich, dass wir solche Vorschläge machen - unehrlichen Steuerzahler nach 25 Jahren zur Ehrlichkeit
wollen. Aber das Geld bewegt die Leute zu Verhaltenswei- zurückverholfen wird. Eine Redimensionierung des Pro-
sen, die ich nur auf pragmatische Art wieder korrigieren blems auf das rein fiskalische Interesse, wie es unser Vize-
kann. Es nützt mir nichts, wenn ich selbst die schönsten Mo- präsident gemacht hat, ist für mich etwas zu einfach. Es geht
ralvorstellungen habe. Wenn ich kein schwarzes Geld ans durchaus auch um das Vertrauen in unseren Staat. Staat und
Licht bringe, wird sich auch die Steuergerechtigkeit nicht ver- Bürger sind zweifelsohne an einer möglichst vollständigen
bessern. Ausschöpfung des Steuersubstrats interessiert. Diesem Ziel
Mich dünkt, dass jetzt wieder Zeit für eine Amnestie sei. dienen in erster Linie die Steuergesetze und namentlich die
Denn wir haben in den letzten rund 25 Jahren enorme Ver- Steuerstrafbestimmungen. Daneben hat der Souverän in un-
schiebungen von Geldmengen und von Geldwerten erlebt. serem Land in grösseren Zeitabständen auch immer wieder
Bis die Steueramnestie dann kommt, geht es auch wieder ein das Instrument der Steueramnestie bewilligt. Aus der Er-
paar Jahre. Ich glaube, dass man deswegen in guten Treuen kenntnis heraus, dass in der Praxis keine noch so rigorosen
und ohne amoralisch zu sein im Interesse einer höheren Steuerstrafvorschriften eine lückenlose Besteuerung garan-
Steuergerechtigkeit für eine Amnestie einstehen kann. Ich tieren, hat er dabei den umgekehrten Weg eingeschlagen
sage das aus meiner ganz praktischen Erfahrung, die mich und die Pflichtigen durch den Verzicht auf jede Sanktion zur
Tag für Tag immer wieder schmerzt. Selbstdeklaration motiviert. Die Erfahrung lehrt, dass der
Steuerertrag durch eine solche einmalige Aktion nachhaltig
Morniroli Giorgio (D, TI): Capisco le riserve formulate a pro- verbessert werden kann, indem die amnestierten Vermögen
posito dei principi del nostro ordinamento giuridico e la loro und Erträge für gewöhnlich als Steuersubstrat verbleiben
messa in discussione da un'amnistia fiscale generale. Capi- und über Jahre hinweg fiskalisch erfasst werden. Davon pro-
sco pure le preoccupazioni di chi ritiene che un simile passo fitieren nicht nur die öffentlichen Haushalte auf allen Stufen,
favorisca unilateralmente gli evasori fiscali. Ma l'occulta- vor allem die Kantons- und Gemeindehaushalte; auch der
mento di parte del reddito o di capitali da parte di persone fi- ehrliche Steuerzahler ist Nutzniesser, indem die vermehrten
siche e giuridiche è pur sempre una realtà risaputa e da nes- Steuereinnahmen tendenziell zur Verringerung seiner Bela-
suno contestata. stung führen. Die letzte Amnestie 1969 hat gemäss amtli-
Wenn es keine Steuerhinterzieher gäbe, dann würde man ja chem Bericht zu keinerlei Verschlechterung der Steuermoral
gar nicht von einer Steueramnestie sprechen. geführt, im Gegenteil. Durch die bedeutende Zunahme der
Ich glaube behaupten zu dürfen, dass dieser «Sport» welt- Steuerehrlichen wurde eine Verstärkung der gegenseitigen
weit praktiziert wird. Der italienische Ministerpräsident hat Selbstkontrolle prophezeit - im Dienste der Hebung der
kürzlich in einer Rede ausgesagt, dass es dem Staat viel durchaus beachtlichen Steuermoral. Nach den damaligen
besser gehen würde, wenn die Italiener etwas weniger Steu- Analysen haben denn auch gerade ausserordentlich viele
ern hinterziehen würden, also nicht keine, sondern - er be- Pflichtige mit relativ kleinem Vermögen - prozentual etwa
gnügt sich damit - etwas weniger Steuern hinterziehen. Ich gleichmässig auf Selbständig- und Unselbständigerwer-
will mich keinen Spekulationen hinsichtlich mehr Steuerge- bende sowie Rentner verteilt - die Amnestie benützt und
rechtigkeit und mehr Einnahmenbeschaffung hingeben. sauberen Tisch gemacht.
Ich möchte einen anderen Aspekt aufzeigen: Die versteckten Kollegin Josi Meier hat uns realistische Beispiele vor Augen
Schwarzgelder liegen in den Banken mehr oder weniger geführt. Letztlich werden ja Volk und Stände selbst über den
brach herum, werden schwarz in sehr riskante Projekte inve- Erlass einer Amnestie befinden können und damit das Vor-
stiert und oft stillschweigend abgeschrieben oder eben - es haben legitimieren oder ablehnen. Am 18. Februar 1968 ha-
wurde schon gesagt - im Ausland angelegt. Wir können uns ben rund 62 Prozent der Stimmbürger und sämtliche Stände
das bei der gegenwärtigen Lage unserer Wirtschaft nicht den Bundesbeschluss über die Amnestie gutgeheissen. Es
leisten. darf davon ausgegangen werden, dass eine baldige und
Wir dürfen hier nicht zimperlich sein. Ich verstehe, dass man echte Amnestievorlage auch diesmal gute Chancen hat, die
unglücklich sein kann, wenn Steuerhinterzieher auch noch Volksabstimmung zu bestehen, denn was damals recht war
belohnt werden. Eine Steueramnestie würde es aber gestat- und gar mit einer staatlichen Informationskampagne im Be-
ten, erhebliche finanzielle Mittel zu mobilisieren, also für In- trag von über 700 000 Franken forciert wurde, kann heute
vestitionen in unserem Lande freizumachen. Die Bedeutung nicht so falsch sein. Ein Abwägen aller Vor- und Nachteile
der Auswirkungen für unsere Wirtschaft brauche ich nicht zu spricht auch heute zugunsten einer Steueramnestie als Akt
unterstreichen. Ich denke hierbei nicht nur an grosse Investi- der Realpolitik.
tionsprojekte, sondern auch an die vielen mittleren und klei- Ich stimme darum mit der Kommission dafür, der parlamen-
nen, also an Kleinbetriebe oder auch an die Bereiche des tarischen Initiative Delalay Folge zu geben, und verbinde
Wohnungsbaus. Eine Steueramnestie stellt somit auch ein dies mit der Erwartung, dass uns eine echte Steueramnestie-
Mittel zur Erreichung von Ziel 33 der Legislaturplanung vorlage und keine Alibiübung vorgelegt wird.
1991-1995 des Bundesrates dar, welches die Förderung von
Wohneigentum anstrebt. Auch viele einfache Leute haben - Ruesch Ernst (R, SG): Man kann in guten Treuen für oder
seien wir ehrlich - etwas Schwarzgeld auf der Seite, wobei gegen eine Steueramnestie sein. Es lassen sich Gründe da-
es sich sicherlich um relativ kleine Beträge handelt. Ich für und dagegen aufzählen. Es ist nachher eine Frage der
denke auch an Leute, die Schwarzgeld geerbt haben und die Wertung.
Situation mit der Steuerbehörde gerne bereinigen möchten. Herr Kollege Schoch wertet den fiskalischen Grund, das fis-
Ich unterstütze deshalb die parlamentarische Initiative kalische Interesse des Staates geringer als das Interesse der
Delalay, die ich übrigens auch mitunterzeichnet habe. Rechtsdurchsetzung. Das ist seine Auffassung.
Ich möchte einfach daran erinnern, dass wir schon mehrmals
Bisig Hans (R, SZ): National- und Ständerat haben der in diesem Saale die Rechtsauffassung niedriger und andere
Überweisung einer Motion auf Erlass einer generellen Steu- Güter höher eingestuft haben. Ich erinnere an unsere Kapi-
eramnestie klar zugestimmt, nachdem zuvor die Kantone tulation vor Kaiseraugst. Damals hielt man den Aufwand, der
Wallis und Jura ähnlich lautende Standesinitiativen einge- notwendig gewesen wäre, um das Recht polizeilich durchzu-
reicht hatten. Die fehlende Bereitschaft zur sinngemässen setzen, für viel zu hoch. Man hat lieber kapituliert, als die
Umsetzung dieses Beschlusses seitens des Bundesrates Rechtsordnung durchzusetzen. Man hat zwei Rechtsgüter
und vor allem des zuständigen Departementschefs ist allge- gegeneinander abgewogen. Hier ist es auch wieder so, und
mein bekannt. Zwischenzeitlich haben sich noch verschie- im Ermessen, im Abwägen, bin ich zur Überzeugung gekom-
dene kantonale Finanzdirektoren in das Abwehrgefecht mit- men, dass die Steueramnestie ein tunliches Mittel sei. Bei
einbeziehen lassen. zwei Argumenten möchte ich Kollege Schoch widerspre-
Es geht dabei um Geld, um viel Geld, aber auch um die Mo- chen:
Initiative parlementaire. Amnistie fiscale générale 616 14 juin 1995
1. Er sagt, es bringe den Kantonen offenbar doch nichts, weil Schweiz haben, die keine Steuern bezahlen. Neueste Unter-
die Mehrheit der Finanzdirektoren dagegen sei. Die Mehrheit suchungen zeigen das. Ich möchte hier deutlich sagen:
der Finanzdirektoren hat ebenfalls moralische Skrupel, und Wenn ich als Sozialdemokrat gegen diese parlamentarische
Skrupel des Ermessens haben auch hie und da Finanzmini- Initiative bin - ich war schon gegen die Motion, Herr
ster. Aber dass es den Kantonen nichts brächte, das ist doch Delalay-, dann mit Überzeugung. Ich bin nämlich der Mei-
nicht richtig. Die Steueramnestie wird vor allem die Finanzen nung, dass jemand, der eine Steuerhinterziehung begeht -
der Kantone entlasten, und zwar ganz massiv. Die Kantone da bin ich mit Herrn Schoch einverstanden -, im Prinzip den
haben ja längstens nach Mitteln gesucht, ihre Finanzen zu Staat betrogen hat. Es geht daher nicht an, dass man mit ei-
verbessern. Wir sind ja auch für die Kantone verantwortlich. ner Amnestie einen Federstrich unter die Sache macht, die
Denken wir nur, welch grossen Anteil das Bundesbudget an «Steuergerechtigkeit» anruft und sagt, die anderen Steuer-
die Kantone abliefert. Je besser die Kantone dastehen, desto zahler würden dadurch entlastet.
mehr wird auch der Bund entlastet. Frau Josi Meier, ich schätze Sie sehr. Das wissen Sie.
2. Frau Meier Josi hat bereits der These widersprochen, es Wenn aber jemand während zwanzig Jahren Steuern hin-
treffe nur die Grossen. Ich bin auch der Überzeugung, es terzogen hat, dann schuldet er diese Steuern im Grunde ge-
treffe auch die Kleinen. Wer im Bankwesen zu tun hat, weiss, nommen noch. Ich sehe nicht ein, dass man dann mehr
wie viele Steuerhinterzieher es bei den kleinen Leuten gibt. Steuergerechtigkeit herstellt, indem man einfach alles am-
Leute, die ein Vermögen zwischen 20 000 und 50 000 Fran- nestiert.
ken haben, hinterziehen dieses Vermögen noch und noch, Vom Staat her betrachtet, der etwas mehr Geld erhält, und
weil sie sich sagen, sie versteuern das gleiche nicht viermal: auch vom Wirtschaftskreislauf her gesehen, der - wie es in
das erste Mal beim kargen Einkommen, Herr Plattner; das der Begründung heisst - neu einen notwendigen Impuls be-
zweite Mal als Vermögenssteuer von dem, was man erspart kommt, mag zwar eine Steueramnestie als wünschenswert
hat, wenn man Selbstvorsorge betreibt; das dritte Mal, indem erscheinen. Für mich aber ist die Gerechtigkeit höher einzu-
man die Zinsen auf diesen Vermögen wieder als Einkommen stufen. Ich habe hier, als es um die Drogenpolitik ging, ein-
versteuert; das vierte Mal versteuert man das gleiche, wenn mal die Aussage «der Staat als Dealer» gehört. Nun geht es
man stirbt, d. h., die Erben versteuern es dann mit der Erb- um «den Staat als Hehler». Auch diesbezüglich stellen sich
schaftssteuer. Das unterhöhlt dann vor allem bei den kleinen Fragen. MUSS und darf man dem zustimmen? Ich bin mit
Leuten die Steuermoral. Diese Leute sind sehr zahlreich. Ich Herrn Ruesch einverstanden, dass es hier um eine Rechts-
könnte solche Fälle aus der Praxis anführen. güterabwägung geht. Ich bin aber in diesem Punkt eindeutig
Nun ist immer wieder die Steuermoral angesprochen wor- der Meinung von Herrn Schoch.
den, und Herr Plattner hat das Gefühl, dass die Steuermoral Noch eine Bemerkung zu Herrn Ruesch: Sie wissen ganz ge-
kaputtgeht, wenn wir nachgeben. Dann sage sich jeder, jetzt nau - Sie sind ja ein alter Fuchs -, dass wir in der Schweiz
kannst du hinterziehen, alle 25 Jahre wirst du begnadigt. verglichen mit dem Ausland sehr tiefe Steuern haben. Wir
Meines Erachtens geht die Steuermoral nicht dadurch ka- haben schon dreimal Amnestien beschlossen. Was heute
putt; sie geht dadurch kaputt, dass wir das Steuerklima ver- passiert, geht auf 25 Jahre zurück. Diejenigen, die Steuern
schlechtern und weil die Steuerbelastung für die breiten hinterzogen haben, haben sie nicht hinterzogen, weil die
Volkskreise zu gross wird. Im «Wörterbuch des Teufels» des steuerliche Belastung zu hoch ist. Vielmehr geht es um
Amerikaners Pierce ist der Obdachlose definiert als «ein Leute, die den Staat betrügen, wo immer es nur geht. Sie
Mensch, der alle Steuern bezahlt hat». Das mag wohl etwas zahlen zum Teil überhaupt keine Steuern.
übertrieben sein, aber wir haben früher schon im Rahmen Letzte Bemerkung, Frau Josi Meier: Sie wissen, dass wir in
der Budgetdebatte darauf hingewiesen, dass die Steuerbela- diesem Rate immer wieder Anträge des Bundesrates, insbe-
stung ihre Grenzen hat. Wenn sie einmal so weit geht wie in sondere des Finanzministers, gehabt haben, um mehr Steu-
Schweden, dann hört die Gemütlichkeit auf. Die Leistungs- erfahnder anzustellen. Die gleichen Kollegen, die hier nun so
bereitschaft wird zerstört, die Bereitschaft zur Selbstvorsorge vehement für diese Amnestie eintreten, haben dem Bundes-
für das Alter verschwindet und das, was einem noch bleibt, rat die nötigen Mittel unter Anrufung des Personalstopps ver-
wird dann erst recht so weit als möglich hinterzogen. Wir weigert und gesagt, es brauche nicht mehr Beamte. Ich bin
müssen ein gutes Steuerklima fördern, wir dürfen die Steuer- davon überzeugt, dass wir heute in einer Zeit der Arbeitslo-
belastung nicht zu hoch anwachsen lassen. Dann bekom- sigkeit gute Leute für die Steuerfahndung finden würden.
men wir eine gute Steuermoral, und nicht, wenn wir langsam Wenn man Steuerfahndung betreiben will, kann man das! Ich
einen Steuerstaat errichten, der dem Bürger jegliches Inter- bin für diesen Weg. Der Staat soll die Gesetze durchsetzen.
esse an einer Leistung nimmt. Das Steuergesetz soll für alle gelten, wirklich für alle. Die
In diesem Sinne bin ich dafür, der parlamentarischen Initia- Steuerbetrüger sollen hart angefasst werden und ihre Schul-
tive Folge zu geben. den zurückbezahlen.
Darum kann ich aus innerster Überzeugung dieser Amnestie
Präsident: Ich ergreife die Gelegenheit, um unseren alt Prä- nicht zustimmen. Natürlich wurde die Motion überwiesen, es
sidenten, Luregn Mathias Cavelty, hier in unserem Saale zu handelt sich um eine Frage der Verzögerung, auch durch
begrüssen. (Beifall) den Bundesrat. Ich verstehe Herrn Delalay, dass er nachge-
doppelt hat. Ich war aber schon gegen die Motion. Als Sozi-
Piller Otto (S, FR): Als Mitglied der Sozialdemokratischen aldemokrat habe ich mir doch noch erlaubt, das richtigzustel-
Partei muss ich zu diesem Geschäft etwas sagen: Nachdem len, was die «kleinen Sünderlein» anbetrifft.
ich Frau Josi Meier, Herrn Morniroli und Herrn Ruesch zuge- Ich kann Ihnen versichern, dass ich ähnlich wie Frau Josi
hört habe, muss ich nun fast meine Tränen zurückhalten: Ih- Meier denke, wenn es wirklich um die «kleinen Sünderlein»
nen geht es um all die vielen «kleinen Sünderlein», die man geht. Hier aber geht es nicht um die «kleinen Sünderlein»!
jetzt amnestieren muss. Die Sache ist aber nicht so einfach.
Schauen wir doch die Realität an! Meier Josi (C, LU): Ich möchte Herrn Piller bestätigen, dass
Glauben Sie wirklich, es gehe hier um die «kleinen Sünder- mir diese «kleinen Sünderlein» immer am Herzen gelegen
lein»? Es geht doch um etwas ganz anderes! sind. Aber das Verrückte ist ja, dass ausgerechnet sie von
Erstens einmal wissen wir ganz genau, dass die kleinen Spa- den Steuerfahndern zuerst erwischt werden. Und sie gelten
rer, der Mann und die Frau mit dem kleinen Einkommen, dann nicht, wie sie selbst meinen, als Leute, die die Steuern
wenn sie ihr Bankbüchlein bei den Steuerbehörden nicht an- bezahlt haben, weil ihnen hohe Verrechnungssteuern abge-
geben, eine Verrechnungssteuer entrichten, die höher ist, als zogen wurden, sondern sie gelten als Leute, die dem Kanton
es der geschuldete Steuerbetrag wäre. Sie bezahlen mehr, und den Gemeinden Steuern hinterzogen haben; sie haben
als sie eigentlich müssten. Das heisst, sie haben das längst dann eben Strafsteuern und Nachsteuern zu bezahlen. Auch
bezahlt. sie möchten sich mit Amnestien von diesen Problemen ent-
Wenn Sie aber unsere heutige Steuerstatistik ansehen, dann lasten, und das finde ich sehr gut. Ich versuche ja, wie wir
wissen Sie auch, wie viele Vermögensmillionäre wir in der alle, diesen Leuten den Weg in die Legalität aufzuzeigen.
14. Juni 1995 617 Parlamentarische Initiative. Allgemeine Steueramnestie
Der Unsinn des Systems ist aber, dass gerade sie die am voir si l'initiative parlementaire ne fait pas double emploi avec
schnellsten erwischten Sünder sind. Voilà! le projet du Conseil fédéral qui, tout d'un coup, a été sorti du
tiroir après le dépôt de l'initiative parlementaire. Je ne crois
Schmid Carlo (C, Al): Nur ein kurzes Wort: Es geht nicht nur pas qu'il y a double emploi, et cela pour les raisons suivantes:
um die kleinen Sünder. Es geht um die kleinen Leute insge- 1. Les retards accumulés dans le passé en cette affaire
samt. Frau Meier Josi hat darauf hingewiesen, und diesen m'incitent à penser que, malgré la consultation ouverte
Gedanken möchte ich noch einmal unterstreichen. Herr aujourd'hui auprès des cantons, des partis, des associations,
Delalay hat den Gedanken einer Amnestie nicht gefasst, weil etc., par le Conseil fédéral, des retards seront encore accu-
er in seinem Treuhandbüro einen Kunden hat, dem er in die- mulés dans la suite de la procédure parce qu'on voit très bien
ser Hinsicht gefällig sein muss. Das war eine Finanzbeschaf- qu'il y a une mauvaise volonté du Département fédéral des
fungsaktion. Wir sind nun in einer Zeit, in der wir jährlich De- finances concernant cette question.
fizite produzieren, in der uns das Geld an allen Ecken und 2. Je souligne - ce qui n'a pas été fait jusqu'ici - que la légis-
Enden fehlt. Zum Teil sparen wir, zum Teil haben wir zu we- lation prévue par le Conseil fédéral et par l'initiative parle-
nig Einnahmen. Wenn wir mit einer Amnestie dafür sorgen mentaire diffèrent totalement. Le Conseil fédéral veut prévoir
können, dass hinreichend Milliardenbeträge zum Vorschein les conditions détaillées de l'amnistie fiscale dans la consti-
kommen und damit das Steuersubstrat vergrössert wird, tution; c'est ce que prévoit le projet mis en consultation. L'ini-
dann tun wir etwas für die kleinen Leute, denen wir minde- tiative parlementaire ne fixe que le principe et réserve les
stens auf ein paar Jahre ersparen können, mit Abgabenerhö- modalités d'application au Parlement par la suite, dans une
hungen rechnen zu müssen, ob das nun auf dem Weg der di- loi d'exécution. Ces versions fondamentalement différentes
rekten Bundessteuer, auf dem Weg der Mehrwertsteuersatz- soulignent les restrictions mentales du Conseil fédéral à
erhöhung, weil man es anders finanzieren kann, oder auf an- l'égard des Chambres et l'estime relative que le Conseil fé-
derem Weg ist. déral voue au Parlement. L'initiative parlementaire est beau-
Selbstverständlich habe ich den grössten Respekt vor den coup plus respectueuse des compétences de chacun:
Überlegungen von Herrn Schoch. Was er uns dargelegt hat d'abord au peuple le principe, ensuite au Parlement les mo-
und was Herr Piller uns darlegt: Es braucht doch jemanden, dalités d'exécution. C'est d'ailleurs ce qui avait été fait en
der hier nein sagt. Damit will ich nicht bestreiten, dass Sie an 1968.
sich recht haben. Aber: es gibt den Spruch «Summum jus, Enfin, on a évoqué la récente prise de position des directeurs
summa injuria» oder auch «Fiatjustitia, pereat mundus». Sie cantonaux des finances qui, je dois le dire, se soignent,
können den Rechtsanspruch des Staates bis zum bitteren parce que dans une première décision la majorité contre
Ende durchziehen. Was nützt es den kleinen Steuerzahlern, l'amnistie fiscale était beaucoup plus forte que lors de la dé-
wenn sie zusehen können, wie die grossen Hinterzieher zwar cision qui a été prise il y a quelques jours où la majorité qui
bestraft werden, sie selber aber trotzdem weiter die grossen rejette cette amnistie fiscale était très faible.
Steuerlasten tragen müssen? Je vous invite donc à mettre fin d'une manière ferme à cette
Es ist unter dem Titel einer verteilenden Gerechtigkeit gera- valse-hésitation qui prévaut, en suivant la Commission des
deso gut, wenn man hie und da einmal fünfe gerade sein affaires juridiques, et en donnant suite à l'initiative parlemen-
lässt, wenn man damit den Kleinen helfen kann. taire.
Das ist der tiefere Sinn, weswegen ich einer solchen Amne- Je comprends parfaitement que, sur le fond, on puisse émet-
stie zustimme. tre des réserves à l'égard d'une amnistie fiscale générale
pour des motifs éthiques ou moraux. Il s'agit aujourd'hui non
Delalay Edouard (C, VS): Le large débat auquel vous avez pas de discuter sur le fond - on l'a déjà fait lors du dévelop-
participé et auquel je m'apprête aussi à apporter ma con- pement des motions -, mais de signifier au Conseil fédéral
tribution devrait même me dispenser d'intervenir, mais je que nous entendons que les décisions du Parlement soient
suis un peu comme M. Piller, je ne peux pas ne pas interve- appliquées, et qu'il ne saurait tenir le Parlement et le peuple
nir dans ce débat, ne serait-ce que pour motiver la raison dans un état de sujétion peu compatible avec les exigences
pour laquelle j'ai déposé cette initiative parlementaire après de la démocratie.
la transmission de ma motion par notre Conseil et par le Je répète que j'ai beaucoup de compréhension et que je res-
Conseil national. Je vous rappelle tout de même que ma pecte les motifs qui animent MM. Schoch, Plattner ou Piller
motion avait été cosignée par 27 conseillers aux Etats et qui s'opposent à une amnistie fiscale générale. Mais je vou-
qu'elle a été transmise par notre Conseil par 22 voix contre drais tout de même relativiser ce sentiment de bonne cons-
10. cience que les défenseurs de la morale affichent volontiers
Je ne veux pas répéter tout ce qui a été dit tout à l'heure, et en disant que la Confédération elle-même n'a pas tellement
je vais essayer de trouver quelques arguments originaux. de scrupules à vivre actuellement, année après année, des
Ce qui m'a essentiellement incité à déposer cette initiative recettes de l'impôt anticipé. Or, chacun sait très bien que ce
parlementaire, c'est tout simplement les lenteurs du Conseil qui reste à la Confédération de l'impôt anticipé est constitué
fédéral à réaliser les buts de la motion transmise par les deux par ce que les contribuables ne déclarent pas de leur fortune
Conseils. Faut-il rappeler que la motion a été traitée dans no- ou de leurs revenus et cela au détriment des cantons et des
tre Conseil en 1993, alors qu'elle a été déposée déjà en communes. Je suis prêt à accorder à chacun la présomption
1992? Ça fait déjà trois ans maintenant que la motion a été de bonne foi, mais je ne voudrais pas que l'on pousse trop
déposée et on n'est pas plus avancé aujourd'hui que ce que loin l'argument de la droiture fiscale, alors que la Confédéra-
vous constatez. Il y a donc quelques raisons de manifester tion encaisse aujourd'hui sans état d'âme et conserve le pro-
un peu d'impatience, d'autant plus que je dois dire que ce qui duit de ce que l'on appelle la fraude fiscale. Je voudrais donc
a déclenché la décision de déposer une initiative parlemen- à cet égard rassurer ceux d'entre nous qui font aujourd'hui
taire, c'est une réponse que notre ministre des finances, une espèce de crise de conscience démesurée, en leur di-
M. Stich, a faite au Conseil national à une question qui lui a sant qu'il faut savoir raison garder et ne pas prendre en
été posée. Je lui dis en toute amitié que je considère sa ré- compte des arguments au-delà de leur valeur.
ponse comme un peu désinvolte quand il a dit qu'il fallait Je vous invite à donner votre appui à cette amnistie fiscale
d'abord attendre de voter sur l'initiative populaire proposant générale qui est à même - il faut le dire aussi - d'apporter
la suppression de l'impôt fédéral direct, parce qu'il est évi- quelques fonds aux cantons, aux communes et même à la
dent que si ce dernier était supprimé, il n'y aurait plus besoin Confédération. Or, toutes ces collectivités publiques en ont
d'une amnistie fiscale. Je ne peux pas admettre un tel raison- bien besoin.
nement. C'est une attitude contraire à l'application correcte
des règles écrites ou non écrites qui régissent les rapports Coutau Gilbert (L, GE), rapporteur: La discussion que nous
entre les Conseils, et c'est la raison pour laquelle j'ai engagé venons d'avoir ressemble à s'y méprendre à celle que nous
cette nouvelle procédure. avons tenue le 1er mars 1993. A cette date, nous avions
On peut, à juste titre, se poser la question aujourd'hui de sa- transmis la motion Delalay et tous les arguments qui ont été
Initiative parlementaire. Examen de rapports 618 14 juin 1995
développés aujourd'hui l'avaient été déjà il y a trois ans, ou #ST# 94.430
peu s'en faut. C'est la raison pour laquelle il me semblait que
le débat n'avait pas tellement comme objet le fond et le prin- Parlamentarische Initiative
cipe d'une amnistie fiscale, question que nous avions résolue
en transmettant la motion Delalay le 1er mars 1993, mais
(Büro-NR)
bien plutôt une question de forme et de calendrier dans l'exé- Behandlung von Berichten.
cution de cette demande que nous avions formulée d'une Änderung des Geschäftsverkehrsgesetzes
façon expresse. Initiative parlementaire
C'est la raison pour laquelle, à la fin de ce débat, je ne revien- (Bureau-CN)
drai pas sur les arguments qui ont déjà été tout à fait claire- Examen de rapports.
ment énoncés il y a trois ans, et qui ont été répétés pour la
plupart aujourd'hui. Un seul, me semble-t-il, devrait quand Modification de la loi sur les rapports entre
même être démenti une fois encore: c'est l'idée fallacieuse les Conseils
qu'une amnistie fiscale ne profite qu'aux «gros». Cette idée
Bericht und Gesetzentwurf des Büros-NR
est démentie par l'expérience pratique, quotidienne, profes- vom 11. November 1994 (BBI 1995 II 651)
sionnelle dont Mme Meier Josi a fait état. Elle est démentie Rapport et projet de loi du Bureau-CN
également par le rapport que le Conseil fédéral avait présenté du 11 novembre 1994 (FF 1995 II 614)
à la suite de la dernière amnistie fiscale, où il avait très net- Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Januar 1995 (BBI II 655)
Avis du Conseil fédéral du 30 janvier 1995 (FF II 618)
tement indiqué que ses produits avaient été très largement
répartis entre les différentes catégories de contribuables. Beschluss des Nationalrates vom 2. Februar 1995
Décision du Conseil national du 2 février 1995
En ce qui concerne la suite de la procédure - MM. Delalay et
Bisig l'ont indiqué - si le Conseil fédéral respecte son propre
calendrier, si l'on tient compte à partir de la fin du mois de juin
des réponses à la consultation, et si le Conseil fédéral fait Antrag der Kommission
une synthèse et présente un projet définitif d'ici la fin de l'an- Eintreten
née, nous pourrions voter ce projet au courant de 1996. De Proposition de la commission
toute façon, le projet que nous aurons accepté et qui impose Entrer en matière
une modification de la constitution sera soumis au vote du
peuple et des cantons. Puis, nous aurons à résoudre le pro-
Schmid Carlo (C, AI), Berichterstatter: Sie haben einen Be-
blème de la loi d'application à la suite de laquelle un éventuel
richt des Büros des Nationalrates ausgeteilt erhalten, wel-
référendum pourrait être encore demandé, si bien qu'il y a
cher eine Art Botschaft bildet. Nachdem der Nationalrat die-
une certaine urgence si l'on veut respecter les dates indi-
ser Initiative zugestimmt hatte, nahm Ihre Kommission die-
quées dans la motion transmise le 1er mars 1993.
sen Bericht ebenfalls als Grundlage der Beratung und hatte
C'est la raison pour laquelle il faut maintenir une certaine nicht die Auffassung, es sei nötig, noch einmal eine eigene
pression sur le Conseil fédéral, et, après la répétition du dé- Botschaft auszuarbeiten.
bat de 1993, je vous demande au nom de la commission de Das Anliegen geht auf eine Anregung von Herrn Nationalrat
répéter votre vote de 1993 et de donner suite à l'initiative Dettling zurück, wonach bei der Beratung der bundesrätli-
parlementaire Delalay, de façon à maintenir une certaine lo- chen Berichte eine Qualifikation eingeführt werden soll. Be-
gique dans notre décision et à ce que le Conseil fédéral se richte sollen in zustimmendem oder in ablehnendem Sinne
rende compte que malgré sa mauvaise volonté, il doit nous
zur Kenntnis genommen werden können. Das Büro des Na-
présenter un projet conforme à notre décision expresse. tionalrates hat diese Anregung aufgenommen und sie durch
eine Änderung des Geschäftsverkehrsgesetzes gesetzes-
Abstimmung - Vote technisch umgesetzt. Der Bundesrat hat in seiner Stellung-
Für den Antrag der Kommission nahme zugestimmt und lediglich eine gesetzessystemati-
(Folge geben) 28 Stimmen sche Anregung gemacht. Der Nationalrat hat diese Vorlage
Für den Antrag Schoch in der Sondersession vom Januar 1995 diskussionslos ange-
(keine Folge geben) 7 Stimmen nommen und eine systematische Anregung an die Redakti-
onskommission weitergegeben.
Es geht hier um die Frage, ob - ich nenne das Beispiel des
Berichts des Bundesrates über die Aussenpolitik der
Schweiz in den neunziger Jahren - bei der Kenntnisnahme
solcher Berichte eine positive oder eine negative Haltung
zum Ausdruck gebracht werden soll. Diese Frage stellt sich
vor allem deswegen, weil einige Vorkommnisse in letzter
Zeit gezeigt haben, dass Bundesräte nicht ungern eine
gemäss Geschäftsverkehrsgesetz schlichte Kenntnisnahme
sehr weit als zustimmende Kenntnisnahme interpretiert
haben.
Wenn dem schon so ist, soll das Parlament tatsächlich die
Fähigkeit haben zu sagen, ob es positiv oder negativ zu ei-
nem Bericht steht. Zur Kenntnis zu nehmen hat es ihn, wenn
es ihn nicht zurückweisen will.
Wir haben dieses Geschäft am 374. April in der Kommission
behandelt. Wir haben es in kurzen Zügen behandelt und ha-
ben diese Ergänzung als eine mögliche und sinnvolle Ergän-
zung betrachtet. Sehr viel Herzblut ist nicht geflossen.
Wir empfehlen Ihnen, dieser Initiative ebenfalls zuzustim-
men.
Noch eine Bemerkung zur Bezeichnung von Artikel 45quater
(neu): Die formelle Seite der Geschichte, zu der ich Ihnen
kurz Bericht erstattet habe, hat zu folgendem Brief der Re-
daktionskommission geführt: «Anlässlich der Behandlung
der eingangs erwähnten Vorlage im Nationalrat am
2. Februar 1995 wurde die Frage aufgeworfen, ob der neue
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Parlamentarische Initiative (Delalay) Allgemeine Steueramnestie
Initiative parlementaire (Delalay) Amnistie fiscale générale
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.426
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 14.06.1995 - 08:00
Date
Data
Seite 610-618
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Ref. No 20 026 012
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