Alps Transit Traffic Protection Constitutional Amendment Rejected
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA parliamentary initiative proposed replacing existing constitutional provisions regarding the protection of the Alps from transit traffic, arguing that the current measures were internationally incompatible and difficult to implement. The majority of the commission recommended rejecting the initiative, stating it was too early to alter a recently adopted constitutional article and that the administration was already working on its implementation. The minority, however, argued that the existing article was unworkable and the initiative offered a way to achieve the original goals with a more practical and internationally acceptable formulation, but the majority view prevailed.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 36sexies so, Art. 36sexies ohne, Art. 36sexies envers, Art. 36sexies de la Constitution fédérale; Alps Transit Traffic Protection Constitutional Amendment Rejected: The majority of the commission recommended rejecting the initiative, stating it was too early to alter a recently adopted constitutional article and that the administration was already working on its implementation. The minority, however, argued that the existing article was unworkable and the initiative offered a way to achieve the original goals with a more practical and internationally acceptable formulation, but the majority view prevailed.
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KI-generiertCited as the provision that the parliamentary initiative aimed to replace due to implementation difficulties.
Cited as a provision that the parliamentary initiative aimed to replace along with Art. 36sexies.
Volltext
2. Oktober 1995 N 2027 Parlamentarische Initiative (Schmidhalter)
cier existe déjà, il n'est donc pas nécessaire d'introduire une Béguelin Michel (S, VD) unterbreitet im Namen der Kommis-
nouvelle norme contraignante. sion für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) den folgenden
Par 12 voix contre 9, la majorité de la commission vous invite schriftlichen Bericht:
donc à ne pas donner suite à l'initiative parlementaire Brun-
ner Christiane. Begründung des Initianten (Zusammenfassung)
Die Umlagerung des Transitgüterverkehrs erfolgt schritt-
Abstimmung - Vote weise in zehn Jahren, und der Transitvertrag ist befristet. Um
Für den Antrag der Mehrheit mittelfristig eine verträglichere Bundesverfassungsregelung
(keine Folge geben) 80 Stimmen zu erhalten, muss diese parlamentarische Initiative bereits
Für den Antrag der Minderheit heute eingegeben werden. Ein neuer Verfassungsartikel
(Folge geben) 61 Stimmen kann nicht vor drei bis fünf Jahren vom Schweizervolk be-
schlossen werden.
Verlagerung des alpenquerenden Gütertransitverkehrs von
Grenze zu Grenze von der Strasse auf die Bahn:
Mit der heutigen Verfassungsbestimmung muss nur der
#ST# 94.417 Transitanteil (5 Prozent) in zehn Jahren zwingend auf die
Schiene verlagert werden, und dies ist quantitativ zu wenig.
Parlamentarische Initiative Was wir für die Berechtigung der Neat-Milliardeninvestitionen
(Schmidhalter) brauchen, ist eine Förderung des kombinierten Verkehrs auf
Schutz des Alpengebietes internationaler Ebene. Der kombinierte Verkehr, einschliess-
lich der dazugehörenden mobilen und festen Umschlagsein-
vor den negativen Auswirkungen richtungen, müsste derart gefördert werden, dass der Güter-
des Verkehrs verkehr (Transit, Import, Export usw.) auf der Schiene für den
Initiative parlementaire Benutzer wirtschaftlicher wird als jener auf der Strasse. Dies
(Schmidhalter) muss über international abgestimmte marktwirtschaftliche
Protection de la région alpine und gesetzlich geregelte Massnahmen und nicht über einsei-
tige nationale Zwangsmassnahmen erfolgen. Bei der Be-
contre les effets négatifs handlung der Alpenschutz-lnitiative in den Räten und im Bun-
du trafic desbüchlein hat Herr Bundesrat Adolf Ogi, im Namen des
Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN
Bundesrates, auf die Schwierigkeiten bei der Durchführung
eingehend aufmerksam gemacht, so unter anderem auf die
unumgängliche internationale Verflechtung der Verkehrspoli-
tik. Er hat auf die erheblichen Schwierigkeiten in der interna-
tionalen Zusammenarbeit bei einer Annahme der Initiative
Wortlaut der Initiative vom 17. Juni 1994 klar hingewiesen, und wir erleben dies heute fast täglich
Gestützt auf Artikel 21 bis GVG reiche ich folgende parlamen- hautnah. Er hat darauf aufmerksam gemacht, dass der neue
tarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein: Bundesverfassungstext im Widerspruch zu zahlreichen bila-
Mit der Annahme der Volksinitiative «zum Schutz des Alpen- teralen Strassenverkehrsabkommen stehe und dass der
gebietes vor dem Transitverkehr» hat das Schweizervolk ent- Zwangsverlad der Gütertransitfahrzeuge die ausländischen
schieden, dass binnen zehn Jahren der alpenquerende Gü- Transporteure diskriminiere und wir mit Retorsionsmassnah-
tertransitverkehr von der Strasse auf die Schiene umgelagert men rechnen müssten. Der Transitvertrag brachte als wich-
wird und die Kapazität für den Personenauto- und Lastwa- tigste Massnahme die 28-Tonnen-Limite, das Nacht- und
genverkehr auf den Transitstrassen im Alpengebiet nicht Sonntagsfahrverbot - und dieser Transitvertrag sei gefähr-
mehr erhöht werden darf. det. Auch das Zivilluftfahrtabkommen werde auf Widerstand
Die Umsetzung dieser zwingenden Bestimmungen in der stossen. Die Durchführung und Umsetzung in der täglichen
Bundesverfassung führt zu enormen aussen- und innenpoli- Praxis werde zu einer übermässigen Bürokratie führen.
tischen Schwierigkeiten. Alles hat sich seither bewahrheitet, und es gilt nun, sorg-
Ich schlage daher vor, dass wir Artikel 36sexies der Bundes- fältige, konzeptionelle Arbeit zu leisten und eine Gesamtan-
verfassung und Artikel 20 der Übergangsbestimmungen der alyse der Situation aufzunehmen.
Bundesverfassung ausser Kraft setzen und durch eine euro- Es ist auch notwendig, mittelfristig den engen Spielraum aus-
paverträgliche und innenpolitisch durchsetzbare Neuformu- zuweiten und mit einer international abgestimmten Förde-
lierung mit der gleichen Zielsetzung, das Alpengebiet vor den rung des kombinierten Verkehrs eine grösstmögliche Umla-
negativen Auswirkungen des Verkehrs zu schützen, ersetzen. gerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Bahn zu
erhalten, welche auch im Einklang mit den von uns eingegan-
Texte de l'initiative du 17 juin 1994 genen internationalen Verpflichtungen steht.
Me fondant sur l'article 21 bis LREC, je dépose l'initiative par- Am 14. Juni 1994 entschieden die Verkehrsminister der EU-
lementaire suivante formulée en termes généraux: Staaten, dass die für unser Land dringend notwendigen Ver-
En adoptant l'initiative populaire «pour la protection des ré- handlungen über Luft- und Strassenverkehrsabkommen so
gions alpines contre le trafic de transit», le peuple suisse a lange nicht aufgenommen werden, bis genügend Antworten
décidé qu'il fallait, dans un délai de dix ans, transférer de la über die Auswirkungen der Alpen-Initiative geliefert werden
route au rail le trafic de marchandises transitant à travers les können.
Alpes et que la capacité des routes de transit dans les ré- Transitstrassengesetz:
gions alpines ne devait pas être augmentée pour le trafic des Mit der Absage an einen weiteren Ausbau der Transitstras-
automobiles et des camions. senkapazität wollte man laut Nationalrat Hämmerle, dem
L'application de ces dispositions contraignantes de la Cons- Sprecher in dieser Angelegenheit, keine zweite Röhre am
titution fédérale provoque d'énormes difficultés en matière de Gotthard, keine dritte und vierte Spur am San Bernardino und
politique nationale et internationale. nur eine zweispurige Umfahrungsstrasse zwischen Siders
Je propose que nous déclarions caducs l'article 36sexies de und Brig. Alles wurde, mit der einzigen Ausnahme Siders-
la Constitution fédérale et l'article 20 des dispositions transi- Brig (vier- statt zweispurig), erreicht, und, Glaubwürdigkeit
toires de celle-ci et que nous les remplacions par un nouveau hin oder her, die Talstrecke Siders-Brig ist nun einmal keine
texte eurocompatible et applicable sur le plan national, mais Transitstrasse.
ayant comme l'initiative pour objectif de préserver les Alpes Gerade an den Wochenenden leiden Urner und Tessiner in
contre les effets néfastes du trafic. erster Linie unter dem enormen PW-Verkehr. Auch dieses Pro-
blem muss einer Lösung zugeführt werden - und nicht mit der
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Theorie Strassenverhinderung, sondern mit Massnahmen,
Initiative parlementaire (Schmidhalter) 2028 N 2 octobre 1995
welche die Luft- und Lärmbelastung vermindern. Was not tut, Auch hält die Kommissionsmehrheit fest, dass es nicht an-
ist eine zweite Tunnelröhre durch den Gotthard, um den Ver- geht, in der allgemeinen Vertrauenskrise, die heute im Volk
kehr zu verflüssigen und den Engpass zu eliminieren. Man gegenüber den politischen Behörden herrscht, das Miss-
muss sich des zeitlichen Rahmens fürdie Verwirklichung eines trauen und die Verdrossenheit des Volkes zu schüren: Der
solchen Vorhabens bewusst sein. Zur Schaffung der entspre- Stimmbürger könnte sich zu Recht verschaukelt vorkommen,
chenden gesetzlichen Grundlagen würde einerseits die Ge- wenn das Parlament einen Volksentscheid noch vor dessen
setzgebung einige Jahr in Anspruch nehmen und anderer- Anwendung wieder ändern würde. Die Kommissionsmehr-
seits eine Realisierungszeit von sieben bis acht Jahren erfor- heit bestreitet nicht, dass mit der Annahme der Alpen-Initia-
derlich werden. Heute müssen wir uns die Frage stellen - und tive die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäi-
zwar auch aus der Sicht des Umweltschutzes -, ob wir uns schen Union und ihren Nachbarländern erschwert worden
tatsächlich in den nächsten 12 bis 15 Jahren, und darüber hin- sind. Allerdings geht sie mit jenen Gegnern der Alpen-Initia-
aus, an den Wochenenden riesige Verkehrsstaus leisten wol- tive nicht einig, die in ihr die Ursache aller Schwierigkeiten
len oder ob wir keine vernünftigeren Lösungen anzubieten sehen, die zwischen der Schweiz und der EU bestehen. Die-
haben. Diese Staus bringen ja nicht nur Ärger, Zeitverlust und ses Problem lässt sich vielmehr auf das EWR-Nein vom De-
einen grösseren Betriebsaufwand, sondern auch mehr Emis- zember 1992 zurückführen sowie darauf, dass die Schweiz
sionen und Unfälle. Bereits eine kleine Baustelle auf einer von den Ländern, mit denen sie in Verhandlung steht, immer
Autobahn verursacht täglich enorme Kosten und Hunderte weniger als verlässliche Partnerin angesehen wird, was zum
Kilogramm CO2-Ausstoss. Am 18. Juni 1993 führte ein kleiner Teil mit unseren demokratischen Einrichtungen zusammen-
Unfall im Gotthardtunnel zu einem Rekordstau von 24 Kilo- hängt.
meter Länge und Wartezeiten von über 35 Stunden. Ähnliche Die Kommissionsminderheit ist der Auffassung, dass die par-
Unfälle können sich jederzeit ereignen. lamentarische Initiative einen Ausweg aus einer aussichtslo-
Man wird mir aus dem Kreis jener, welche die Alpen-Initiative sen Situation darstellt. Denn ihrer Meinung nach ist
unterstützt haben, vorhalten, dass ein zweiter Tunnel am Artikel 36sexies so, wie er heute in der Verfassung steht,
Gotthard noch mehr Verkehr anziehen werde. Ich gebe zu, nicht vollziehbar, wogegen die parlamentarische Initiative es
dass mit einem gewissen Mehrverkehr zu rechnen ist. Doch ermöglichen würde, die Zielsetzungen dieses Artikels, d. h.
frage ich: Ist es nicht vernünftiger, eine Infrastruktur zu schaf- den Schutz des Alpengebietes vor den negativen Auswirkun-
fen, die einen flüssigen, treibstoffsparenden und emissions- gen des Gütertransitverkehrs und die Verlagerung dieses
armen Verkehr zwischen Nord und Süd erlaubt, als stocken- Verkehrs von der Strasse auf die Schiene, ohne innen- und
den, luftbelastenden und unfallträchtigen Kolonnenverkehr aussenpolitisch negative Auswirkungen zu erreichen. Nach
zu verursachen, womit das Problem zudem nicht gelöst, son- Auffassung der Kommissionsminderheit sind mit der An-
dern unseren Nachbarländern zugeschoben wird? Richtig ist, nahme dieses neuen Verfassungsartikels die Beziehungen
dass neben der Verflüssigung des Verkehrs mit weiteren und die bilateralen Verhandlungen zwischen der Schweiz
flankierenden Massnahmen die Luftschadstoffe vermindert und der Europäischen Union beträchtlich erschwert worden.
werden müssen. Der Katalysator war ein erster Schritt in Auch hebt sie hervor, dass die Anwendung dieses Artikels zu
diese Richtung. Mit technischen Massnahmen zur Verminde- einer Benachteiligung der Randregionen unseres Landes
rung des Treibstoffverbrauchs können meines Erachtens zu- führen könnte. Überdies weist sie darauf hin, dass die allfäl-
dem noch weitere, heute nicht vorstellbare Erfolge erzielt lige Einführung einer Strassengebühr im Alpengebiet für den
werden. Dieser Engpass muss eliminiert werden. einheimischen Verkehr Probleme bezüglich der Gleichbe-
Zur Lösung der künftigen Verkehrsprobleme trägt der neue handlung der verschiedenen Schweizer Regionen stellen
Artikel 36sexies der Bundesverfassung denkbar wenig bei. würde, die sich nicht einfach durch kompensierende Mass-
Der hoch angepriesene Schutz der Alpen wird mit Sicherheit nahmen lösen Hessen. Im übrigen stelle der Transitverkehr
nicht erreicht. Die schweizerische Verkehrspolitik braucht nur einen Teil des Problems dar; zu berücksichtigen sei indes
vernünftige, ehrliche und ganzheitliche Vorschläge zur Lö- auch der von diesem Verfassungsartikel nicht betroffene Per-
sung der Verkehrsmisere und nicht Gesetze, die bloss sonenverkehr.
kleine Teilbereiche betreffen. Es braucht Vorschläge und
Ideen im Einvernehmen zwischen Bahn und Strasse und Béguelin Michel (S, VD) présente au nom de la Commission
nicht Bahn gegen Strasse. Es sind gesetzgeberische Mass- des transports et des télécommunications (CTT) le rapport
nahmen zu erlassen, welche die Verlagerung des Güterver- écrit suivant:
kehrs von der Strasse auf die Schiene fördern und im Ein-
klang mit den von uns eingegangenen internationalen Ver- Développement de l'auteur de l'initiative (résumé)
pflichtungen stehen. Le transfert du trafic des marchandises de la route au rail se
fera progressivement au cours de la décennie à venir et l'ac-
Erwägungen der Kommission cord sur le transit a une durée limitée. Afin d'obtenir qu'une
Die Kommission hat den Initianten am 9. Mai 1995 angehört réglementation constitutionnelle plus judicieuse soit adoptée,
und anschliessend über das Vorgehen zu dieser parlamenta- cette initiative doit être déposée dès à présent. Un nouvel ar-
rischen Initiative diskutiert. ticle constitutionnel ne pourra pas être adopté par le peuple
Die Mehrheit der Kommission findet es aus innen- wie auch suisse avant trois à cinq ans.
aussenpolitischen Gründen im heutigen Zeitpunkt nicht ange- Le transfert du trafic des marchandises en transit à travers
bracht, über eine Initiative zu befinden, die darauf abzielt, den les Alpes de frontière à frontière de la route au rail:
in der Volksabstimmung vom 20. Februar 1994 über die Al- Au terme de la disposition actuelle de la constitution, seule la
pen-Initiative angenommenen Artikel 36sexies der Bundes- part que représente le trafic de transit (5 pour cent) devra
verfassung zu ersetzen. Sie weist darauf hin, dass die Ver- obligatoirement être transféré de la route au rail dans les dix
waltung daran ist, eine Lösung zur Anwendung des prochaines années, ce qui est insuffisant. Pour justifier les in-
Artikels 36sexies auszuarbeiten, und dass es verfrüht wäre, vestissements de plusieurs milliards de francs que requièrent
wenn die Räte sich dazu äussern und damit den Vorschlägen les NLFA, nous devons encourager le développement du tra-
vorgreifen würden, die der Bundesrat dem Parlament unter- fic combiné sur le plan international. Le trafic combiné et les
breiten wird. Auch können wir heute noch nicht wissen, ob die installations de transbordement mobiles et fixes qu'il néces-
diesbezüglich vorgeschlagenen Massnahmen es ermögli- site, devrait être encouragé de telle manière que le trafic des
chen, den Artikel 36sexies ohne Diskriminierung der auslän- marchandises à longue distance par rail devienne plus éco-
dischen Transportunternehmen und Randregionen anzuwen- nomique pour l'usager que le transport par la route. Ceci doit
den. Auch wäre es nach Auffassung der Kommissionsmehr- se faire par des dispositions d'économie de marché et par
heit aussenpolitisch ungünstig, wenn sich das Parlament im des mesures législatives coordonnées sur le plan internatio-
Zeitpunkt, wo die Schweiz in schwierigen Verhandlungen mit nal et non par des dispositions contraignantes imposées uni-
der Europäischen Union (EU) steht, zu einem Punkt äussern latéralement par un pays. Lors du débat sur l'initiative des Al-
würde, der Teil dieser Verhandlungen bildet. pes aux Chambres, M. Ogi, conseiller fédéral, dont l'argu-
2. Oktober 1995 N 2029 Parlamentarische Initiative (Schmidhalter)
mentation a été reprise dans les explications du gouverne- sonnable de disposer d'équipements collectifs qui assurent un
ment, a suffisamment attiré l'attention, au nom du Conseil trafic nord-sud fluide et peu polluant, garantissant des écono-
fédéral, sur les difficultés que soulève l'exécution de l'initia- mies de carburant, plutôt que de voir des colonnes de véhi-
tive, notamment en raison de l'imbrication de la politique du cules se former sur nos routes avec la pollution et le risque
trafic sur le plan international. Il a notamment insisté sur les accru d'accidents que l'on sait? De surcroît, nous nous con-
difficultés considérables que l'adoption de l'initiative susci- tenterions dans ce cas de laisser à nos voisins le soin de ré-
tera pour la coopération internationale; nous les éprouvons à soudre le problème resté entier. Or, il faut non seulement ren-
présent presque quotidiennement de manière très concrète. dre le trafic plus fluide, mais aussi réduire le volume des pol-
Il a attiré l'attention sur le fait que la Constitution fédérale con- luants de l'air par des mesures d'appoint. Le catalyseur a
tredit, dans sa nouvelle teneur, de nombreux traités bilaté- constitué une première mesure dans ce sens. A mon avis, on
raux concernant le trafic routier et que le chargement obliga- peut, par des dispositions d'ordre technique visant à réduire
toire des camions en transit défavorisait les transporteurs la consommation des carburants, obtenir des résultats sup-
étrangers, ce qui nous expose à des mesures de rétorsion. plémentaires tout à fait inattendus. Il faut éliminer cet obstacle.
L'Accord sur le transit prévoit notamment la limite de Le nouvel article 36sexies de la constitution ne contribue
28 tonnes et l'interdiction de circuler la nuit et le dimanche; guère à résoudre les futurs problèmes de trafic. La protection
or, cet accord est compromis, a-t-il ajouté. Selon lui, l'accord des Alpes proclamée haut et fort ne sera certainement pas
sur le trafic aérien se heurtera également à des résistances, améliorée. Notre politique des transports requiert des propo-
tandis que l'exécution et l'application pratique de la constitu- sitions raisonnables, équitables et globales destinées à ré-
tion enflera démesurément la bureaucratie. soudre les graves difficultés existant dans ce domaine, et non
Entre temps, tout cela s'est avéré; il convient à présent de des lois qui ne concernent que des secteurs limités. Elle re-
procéder, par un travail minutieux, à l'élaboration d'une con- quiert des propositions et des idées visant à assurer la coor-
ception valable et à faire une analyse générale de la situa- dination entre le rail et la route et non des mesures les oppo-
tion. sant. Des dispositions légales doivent être prises pour en-
Il importe aussi à moyen terme d'élargir le cadre étroit dont courager le transfert du trafic des marchandises de la route
nous disposons et d'obtenir, par l'encouragement des trans- au rail d'une façon compatible avec nos engagements inter-
ports combinés sur le plan international, le transfert dans la nationaux.
plus grande mesure possible, du transport des marchandises
de la route au rail, d'une façon qui soit aussi en accord avec Considérations de la commission
nos engagements envers l'étranger. La commission a entendu l'auteur de l'initiative le 9 mai 1995
Le 14 juin 1994, les ministres des transports des Etats mem- et a ensuite débattu du sort à réserver à cette initiative parle-
bres de l'UE ont déclaré que les négociations sur les accords mentaire.
de trafic aérien et routier dont notre pays a un urgent besoin, La majorité de la commission est d'avis que le moment choisi
ne pouvaient s'ouvrir tant que l'on ne connaissait pas exacte- pour se prononcer sur une proposition ayant pour but de rem-
ment les conséquences de l'initiative des Alpes. placer l'article 36sexies de la Constitution fédérale, introduit
En refusant d'aménager encore la capacité des routes de à la suite de la votation populaire du 20 février 1994 sur l'ini-
transit, on voulait, selon le conseiller national Hämmerle, tiative des Alpes, n'est pas opportun, ceci aussi bien pour des
porte-parole en la matière, empêcher le percement d'un se- motifs de politique intérieure qu'extérieure. En effet, elle cons-
cond tunnel au Saint-Gothard et l'aménagement d'une troi- tate qu'au moment où l'administration travaille à l'élaboration
sième et d'une quatrième piste sur la route du San Bernar- d'une solution pour l'application de l'article 36sexies, il est
dino, tandis que la route de contournement entre Sierre et prématuré de préjuger des propositions que le Conseil fédéral
Brigue ne devait avoir que deux pistes. Sauf en ce qui con- fera au Parlement. Il est en effet trop tôt pour savoir si les me-
cerne la route de Sierre à Brigue qui aura quatre pistes au sures proposées dans ce cadre permettent une application
lieu de deux, tous ces objectifs ont été atteints; d'autre part, non discriminatoire de l'article 36sexies envers les transpor-
le tronçon Sierre et Brigue n'est pas une route de transit, quoi teurs étrangers et les régions périphériques. Au plan de la
qu'on puisse en penser. politique extérieure, elle juge qu'au moment où la Confédéra-
Les habitants des cantons d'Uri et du Tessin souffrent de tion helvétique est engagée dans de difficiles négociations
l'énorme trafic automobile, tout particulièrement les samedis avec l'Union européenne (UE), il serait peu souhaitable que
et dimanches. Il convient de résoudre ce problème égale- le Parlement se prononce sur un point qui fait partie de ces
ment, non en empêchant la construction des routes, mais en négociations. Elle soulève en outre le sentiment de méfiance
prenant des mesures destinées à réduire la pollution de l'air et de dépit du peuple qui pourrait, dès lors, se sentir légitime-
et le bruit. Le percement d'un second tunnel du Saint-Go- ment dupé puisque le Parlement, avant que la décision popu-
thard est indispensable pour éliminer l'embouteillage sur cet laire ne soit appliquée, la modifierait, ceci dans un contexte
axe et rendre le trafic fluide. On doit prendre en considération de crise de confiance généralisée envers les autorités politi-
le laps de temps nécessaire à la réalisation d'un tel projet. ques. Enfin, et sans nier le fait que l'acceptation de l'initiative
Les travaux législatifs nécessaires à la création des bases lé- des Alpes a rendu plus difficile les relations de la Suisse avec
gales prendraient quelques années, tandis que la réalisation l'Union européenne et ses voisins européens, elle relève le
de l'ouvrage nécessiterait sept à huit ans. Nous devons nous fait que l'acceptation de cette initiative est souvent utilisée par
demander - pour des considérations d'ordre écologique éga- ses opposants pour expliquer les difficultés de la Suisse avec
lement - si nous désirons vraiment avoir des embouteillages l'UE, alors que le problème se situe bien plutôt, d'une part,
gigantesques les samedis et dimanches durant les 12 à dans le fait que la Suisse est de moins en moins considérée
15 prochaines années et au-delà ou s'il ne serait pas préfé- comme un partenaire fiable par les pays avec lesquelles elle
rable de trouver une autre solution. Ces embouteillages, fort négocie, phénomène qui a sa source en partie dans les mé-
énervants, font perdre beaucoup de temps et provoquent des canismes démocratiques, que nous connaissons, d'autre
charges d'exploitation supplémentaires; ils sont en outre part, dans le rejet de l'EEE en décembre 1992.
cause de nuisances accrues et augmentent le nombre des La minorité de la commission considère que l'initiative repré-
accidents. Un petit chantier sur une autoroute provoque déjà sente une solution alternative face à une situation sans issue,
quotidiennement des frais énormes et l'émission de centai- car elle considère l'article 36sexies inapplicable tel qu'il fi-
nes de kilos de CC>2- Le 18 juin 1993, un petit accident qui gure actuellement dans la constitution. En effet, l'initiative
s'est produit dans le tunnel du Saint-Gothard a bloqué la cir- parlementaire propose de réaliser les buts de l'article
culation sur 24 kilomètres pendant plus de 35 heures. Des 36sexies, à savoir la protection de la zone alpine contre les
accidents de ce genre peuvent se renouveler en tout temps. effets négatifs du trafic de transit et le transfert de la route au
Ceux qui ont soutenu l'initiative des Alpes rétorqueront que le rail de ce même trafic, sans avoir pour autant d'effets négatifs
percement d'un second tunnel du Saint-Gothard attirerait un sur le plan intérieur et extérieur. La minorité de la commission
surcroît de trafic. Je reconnais qu'il faudra compter avec un considère que ce nouvel article constitutionnel a rendu la si-
certain accroissement de celui-ci. Mais n'est-il pas plus rai- tuation de la Suisse très difficile dans ses relations avec
Initiative parlementaire (Schmidhalter) 2030 N 2 octobre 1995
l'Union européenne et les négociations bilatérales qu'elle Daher glaube ich, dass es richtig ist, wenn wir heute die Vor-
poursuit avec celle-ci. De plus, elle relève que l'éventuelle in- bereitungen treffen, damit vielleicht in vier oder fünf Jahren
troduction d'un péage alpin également pour le trafic interne ein Beschluss gefasst werden kann, diesen Tunnel trotzdem
poserait des problèmes de parité de traitement entre les dif- zu bauen. Dann braucht es noch acht Jahre Bauzeit, und
férentes régions de la Suisse, qui ne pourraient être résolues dann sind wir im Jahre 2010.
simplement par des mesures de compensation. En outre, le Die Umlagerung des Güterverkehrs: Artikel 36sexies der
trafic de transit ne constitue qu'une partie du problème et l'ar- Bundesverfassung ist diskriminierend. Der Bundesrat und
ticle constitutionnel ne dit rien du trafic des personnes qui de- speziell Herr Bundesrat Ogi haben das bei der Alpen-Initia-
vrait aussi être pris en considération. tive in der Botschaft und im Abstimmungsbüchlein geschrie-
ben und haben das bei der Abstimmung gesagt. Hier könnt
Antrag der Kommission Ihr Bundesrat Ogi nicht zum Lügner machen. Die Behaup-
Die Kommission beantragt mit 10 zu 10 Stimmen, mit Stich- tung, dass die Umlagerung des Transitverkehrs nur von
entscheid des Präsidenten: Grenze zu Grenze von der Strasse auf die Bahn organisato-
Mehrheit risch gar nicht durchführbar sei, kann nachgewiesen werden.
Der Initiative keine Folge geben Der Bundesrat hat ein sogenanntes «Umsetzungskonzept»
Minderheit nach Brüssel geschickt:
(Fischer-Seengen, Bezzola, Binder, Friderici Charles, Giger, 1. die Einführung der leistungsabhängigen Schwerverkehrs-
Kern, Schmidhalter, Schmied Walter, Wanner, Zwahlen) abgabe;
Der Initiative Folge geben 2. eine neue Alpentransitabgabe oder Tunnelgebühr für den
gesamten Binnenverkehr, auch für Export und Import;
Proposition de la commission 3. die Förderung des kombinierten Verkehrs.
La commission propose, par 10 voix contre 10, avec la voix Die dritte Massnahme ist die einzig richtige, aber diese kön-
prépondérante du président: nen wir nicht allein durchführen. Wir brauchen dazu die vier
Majorité Länder Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich, an-
Ne pas donner suite à l'initiative sonsten geht das nicht.
Minorité Zur Tunnelgebühr: Wenn diese in Brüssel akzeptiert wird,
(Fischer-Seengen, Bezzola, Binder, Friderici Charles, Giger, kommt sie zurück in die Schweiz; sie ist innenpolitisch nicht
Kern, Schmidhalter, Schmied Walter, Wanner, Zwahlen) durchsetzbar.
Donner suite à l'initiative Zur leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe liegen be-
reits Vorschläge des Bundesrates vor, und das Volk wird
Schmidhalter Paul (C, VS): Ich möchte nichts ausser Kraft nächstes Jahr über eine neue Zweckbindung abstimmen
setzen, sondern diese Initiative durch eine bessere ersetzen. müssen. Wenn wir den Transitvertrag einhalten, haben wir die
Das oberste Ziel, Schutz der Alpen durch Umlagerung des Garantie, die 28-Tonnen-Limite bis ins Jahr 2004 durchziehen
Strassengüterverkehrs von der Strasse auf die Bahn, ist si- zu können, und wir behalten das Sonntags- und Nachtfahr-
cher ein guter Grundsatz und muss unterstützt werden, aber verbot für die Lastwagen. Alle Verhandlungen in Brüssel füh-
die Form, wie sie in der Initiative formuliert wurde, führt zu ei- ren dazu, dass wir diese 28-Tonnen-Limite verlieren.
nem ganz klassischen Eigengoal. Ein paar Worte zur Demokratie: Die Drohung, dass die Liste
Das Timing: Wenn wir heute hier zustimmen und Folge ge- der Nationalräte, die für Folgegeben stimmen, publiziert wird
ben - die Initiative ist bereits 20 Monate alt, und es passierte und für den Wahlkampf benützt wird, ist undemokratisch und
überhaupt nichts -, dann wird der Nationalrat eine Kommis- unfair. (Heiterkeit) Wir geben nur den Weg frei, dass man
sion bestimmen und eine neue Vorlage ausarbeiten lassen. denken kann, und denken darf man noch in diesem Land. Die
Der Bundesrat kann Stellung nehmen. Botschaft und Text ganzen Erwägungen der Kommissionsmehrheit sind nur von
werden nicht vor 1997 bereit sein, und eine Behandlung in dieser Qualität. Man redet von Vertrauenskrise, Misstrauen,
den beiden Räten wird 1998 stattfinden. Vielleicht gibt es Verdrossenheit usw. Die Frage, ob das Vorgehen demokra-
dann Ende 1998 eine neue Volksabstimmung. tisch ist oder nicht, stellt sich gar nicht. Es stellt sich nur die
Es ist doch immerhin noch gestattet, dass auch ein Volksent- Frage: Kann mit dieser diskriminierenden und nur den Güter-
scheid einer Revision unterstellt werden kann. transitverkehr von Grenze zu Grenze erfassenden Mass-
Der Strassenteil: Die Hauptstossrichtungen der Initiative wa- nahme überhaupt eine vernünftige und notwendige Umlage-
ren eine Redimensionierung der Autobahn N 9 im Oberwallis rung von der Strasse auf die Bahn erreicht werden?
und der Verzicht auf eine zweite Röhre beim Gotthardstras- Wir müssen den Mut besitzen, dem Volk zu sagen, dass die
sentunnel. beschlossene Initiative falsch ist und dass sie nicht durch-
Die vierspurige Autobahn Siders-Brig wurde nicht zur Tran- setzbar ist. Nur wenn wir das ehrlich sagen, werden wir vom
sitstrasse erklärt und damit freigegeben. Ich bereue es heute, Volk auch ernst genommen. Auf jeden Fall muss ich bereits
dass dieser Entscheid hier angenommen wurde, denn unser heute sagen, dass alle, die 1993 in diesem Saal gegen die Al-
Staatsrat ist nicht einverstanden damit, diese Nationalstrasse pen-Initiative waren, heute abend auch Folge geben können,
etappiert und schrittweise auszuführen. Ich muss hier den denn es hat sich nichts verbessert, auch wenn 52 Prozent
Umweltschutzverbänden recht geben. Aber was wollen wir? der Bevölkerung diese Initiative angenommen haben.
Auch dort werden wir weiterkämpfen. Ein letzter Vergleich: Vor den Wahlen 1983 wurde in diesem
Anders sieht die Sache bei der zweiten Röhre des Gotthard- Saal im Umweltschutzgesetz die Einführung der Verbands-
strassentunnels aus: Es gibt einen ganz klaren Grund, beschwerde beschlossen. Dies war auch ein Beschluss, der
warum diese zweite Röhre gebaut werden muss, und das ist aus Angst vor der Nichtwahl getroffen wurde.
die Sicherheit. Ich kann mir vorstellen, dass in diesem total
überlasteten zweispurigen Autotunnel mit 40 000 bis 50 000 Fischer-Seengen Ulrich (R, AG), Sprecher der Minderheit:
Fahrzeugen pro Tag eines Tages an zwei oder drei Orten Gestatten Sie mir eine Vorbemerkung: Im Vorfeld der heuti-
gleichzeitig ein kleiner Unfall passiert, und schon haben wir gen Debatte wurde die Behauptung aufgestellt, die Befürwor-
die grösste Katastrophe. Hier muss ich Sie wirklich bitten, ter wollten «eine Verfassungsbestimmung einfach ausser
auch an die Verantwortung zu denken, denn Autobahnen Kraft setzen, als ob das Volk in diesem Lande nichts mehr zu
sind sicher, wenn sie vierspurig gebaut sind, aber Tunnels sagen hätte». In ganzseitigen Inseraten in der Sonntags-
sind zweispurig noch dreimal weniger sicher. presse wurde diese falsche Behauptung verbreitet; darin
Ein zweiter Grund ist die Umwelt: Jede Stausituation in Uri wurde auch vor einer Nötigung der Parlamentarier nicht zu-
oder im Tessin ergibt eine Mehrbelastung und verschärft un- rückgeschreckt. Wider besseres Wissen wird Stimmung ge-
ser Problem mit dem CO2-Ausstoss. gen diese parlamentarische Initiative gemacht, und dagegen
Das dritte Argument sind der Unterhalt und die Erneuerung möchte ich mich in aller Form verwahren.
dieses Tunnels: Wir können ihn nicht erhalten und nicht er- Es ist doch völlig klar: Eine Verfassungsbestimmung kann nur
neuern, wenn wir nicht eine zweite Röhre bauen. durch einen neuen Entscheid von Volk und Ständen ausser
2. Oktober 1995 N 2031 Parlamentarische Initiative (Schmidhalter)
Kraft gesetzt werden. Mit der parlamentarischen Initiative - danken in Frage zu stellen. Das Parlament hat die volle Frei-
sofern Sie dieser Folge geben - wird lediglich der Anstoss für heit, den Text optimal neu zu formulieren und dann in der
die Einleitung eines solchen Verfahrens gegeben. Folge Volk und Ständen wieder vorzulegen.
Das Vorgehen mit der Einreichung einer parlamentarischen Nochmals: Bis ein neuer Text von Volk und Ständen ange-
Initiative ist rechtsstaatlich und demokratisch einwandfrei. nommen ist, bleibt der heutige Text in Kraft. Mit der parla-
Die Regeln der Demokratie werden vollumfänglich eingehal- mentarischen Initiative hat das Parlament die Chance, einen
ten. unzweckmässigen, unklaren Text durch eine brauchbare,
Die parlamentarische Initiative ist eine von verschiedenen klare und umsetzbare Lösung zu ersetzen, ohne - ich wie-
Möglichkeiten, einen einmal gefällten Volksentscheid zu mo- derhole es - den Grundgedanken der Alpen-Initiative in
difizieren. Ein anderer Weg, der bekanntlich auch immer wie- Frage zu stellen. Das Vorgehen kann in einer neuen Volks-
der beschriften wird, ist die Volksinitiative. Ich denke an Ar- abstimmung plausibel erklärt und verständlich gemacht wer-
meeabschaffungs-Vorlagen, an die AHV, an den EWR- oder den.
EU-Beitritt. Da wird auch ein bestehender Volksentscheid Bei der Abstimmung in der Kommission ergab sich mit 10 zu
wieder neu in Frage gestellt. 10 Stimmen Stimmengleichheit; nur wegen des Stichent-
Ich möchte diese Dinge festhalten, um jedes Missverständ- scheides des Präsidenten vertrete ich hier und heute die Min-
nis - ob gewollt oder ungewollt - auszuschliessen. derheit.
Das Ziel der Alpen-Initiative ist der Schutz des Alpengebie- Ich bitte Sie aber, dieser Minderheit zuzustimmen.
tes. Das Volk hat ja dazu gesagt, und dieser Entscheid ist zu
akzeptieren. Der Initiant hat diesen Entscheid ebenso wie die Bircher Peter (C, AG), Berichterstatter: Ursprünglich war ich
Minderheit der Kommission anerkannt. Die Formulierung der auch gegen die Alpen-Initiative. Sie wurde im Kanton Aargau
Alpen-Initiative war aber unklar und missverständlich. Diese knapp verworfen, aber der Volksentscheid ist gefallen. Das
Tatsache wurde bereits im Vorfeld der Abstimmung erkannt. ist für mich ein Faktum, das nicht so leicht relativiert werden
Damals schon wurde die Diskussion darüber geführt, ob ein darf, wie es meine beiden Vorredner getan haben.
klarerer Gegenvorschlag unterbreitet werden sollte. Es Die Kommission hat mit Bericht vom 9. Mai 1995 Stellung ge-
wurde darauf verzichtet. Nachträglich müssen wir zur Er- nommen. Sie beantragt mit 10 zu 10 Stimmen mit Stichent-
kenntnis kommen, dass damit eine Chance verpasst wurde. scheid des Präsidenten, der Initiative keine Folge zu geben.
Die parlamentarische Initiative Schmidhalter will nun diese Die Kommission hat äusserst knapp entschieden. Das ist zu-
Unterlassung wiedergutmachen. Die Ziele der Alpen-Initia- zugeben.
tive sollen mit einem klareren Text umsetzbar gemacht wer- Was will der Initiant? Er verweist auf die Schwierigkeiten in
den. Die Schwierigkeiten von Auslegung und Umsetzung der Umsetzung dieser zwingenden Bestimmung in der Bun-
sind ja bereits bei den ersten Versuchen deutlich geworden. desverfassung, wonach binnen zehn Jahren der alpenquer-
Die Diskussion um die N 9 hat gezeigt, wie schwierig die Be- ende Gütertransitverkehr von der Strasse auf die Schiene
zeichnung der betroffenen Transitstrecken ist. Der Bundesrat umgelagert werden muss. Er zweifelt an, ob die neue Verfas-
ist daran, den Versuch zu unternehmen, das Gebot umzuset- sungsbestimmung überhaupt vollzogen werden kann. Vor al-
zen, den Transitgüterverkehr von Grenze zu Grenze innert lem sieht er Probleme mit der EU und spricht international ab-
zehn Jahren vollständig auf die Schiene zu verlagern, ohne gestimmten marktwirtschaftlichen Massnahmen das Wort. Er
die Ausländer zu diskriminieren. Er strebt dieses Ziel mit ei- fordert wörtlich, «dass wir Artikel 36sexies der Bundesverfas-
ner marktwirtschaftlichen Lösung an: Er will eine leistungsab- sung .... ausser Kraft setzen».
hängige Schwerverkehrsabgabe und Tunnelgebühren ein- Die Mehrheit der Kommission, zu welcher der Sprechende
führen. Die bisherige Diskussion hat aber gezeigt, dass nicht gehört, argumentiert wie folgt: Sie erachtet es als nicht ange-
nur der angestrebte Transitverkehr, sondern auch der Bin- bracht, eine Verfassungsbestimmung, welche am 20. Fe-
nenverkehr belastet werden muss, wenn man diesen Weg bruar 1994 vom Schweizervolk angenommen wurde, jetzt
wählt. schon wieder zu ersetzen. Die Verwaltung, das Bundesamt
Eine vollständige Verlagerung ist aber auch so nicht möglich, für Verkehr, ist mit der Umsetzung beschäftigt. Der Bundes-
weil sie mit Geld umgangen werden kann, und die Probleme rat hat am 9. September 1994 erklärt, dass die Schweiz eine
mit den Anstösserkantonen bei den Tunnelgebühren werden Lösung anstrebe, die dem Alpenschutzgedanken des neuen
weitere grösste Probleme aufwerfen. Die Erkenntnis liegt Verfassungsartikels entspreche und die Interessen der euro-
nahe: Eine diskriminierungsfreie Umsetzung der neuen Ver- päischen Partner mit berücksichtige. Dieses Ziel werde unter
fassungsbestimmung ist nicht möglich. Eine solche käme der anderem mit der Gleichbehandlung aller Transporte erreicht,
Quadratur des Kreises gleich. die Verlagerung auf die Schiene werde mit einem Massnah-
Die parlamentarische Initiative Schmidhalter weist einen menpaket angestrebt. Der Bundesrat hat bis Ende dieses
Weg aus diesem Dilemma, aus diesem Teufelskreis. Die Jahres einen Bericht in dieser Sache in Aussicht gestellt.
Zielsetzung, der Schutz des Alpengebietes vor schädlichen Die Kommission verkennt nicht, dass noch einige Hürden zu
Auswirkungen des Transitverkehrs, soll beibehalten werden, nehmen sind und keineswegs feststeht, ob die Umsetzung in
aber mit einer neuen Formulierung sollen Pferdefüsse elimi- allen Teilen im Sinne des Verfassungsartikels möglich ist. Sie
niert sowie europaverträgliche und innenpolitisch durchsetz- stellt aber fest, dass sich auch in anderen europäischen Län-
bare Lösungen gesucht werden. Die Form der allgemeinen dern die Anliegen der Schienenförderung mehr und mehr
Anregung gibt dem Parlament die Chance, eine optimale durchsetzen und die Transitauflagen der Schweiz auf gros-
Formulierung zu finden, die geeignet ist, die Hürde der Volks- ses Verständnis stossen.
abstimmung zu nehmen. Was soll eigentlich daran so Es ist ungewohnt, einen Volksentscheid wieder ändern zu
schlecht sein? wollen, bevor dessen Anwendung konkretisiert wurde. Das
Nicht im Text, aber in der Begründung fordert der Initiant die Volks-Ja ist nun einmal, auch wenn es knapp ausfiel, ohne
Möglichkeit eines Ausbaus des Gotthardstrassentunnels auf Wenn und Aber zu achten. Wir fördern sonst Staatsverdros-
vier Spuren. Darüber kann man in guten Treuen zweierlei senheit, Resignation, Ablehnung und letztlich Verweigerung.
Auffassung sein. Vieles spricht allerdings für die Beseitigung Es muss auch betont werden, dass der Volksentscheid nicht
dieser einzigen zweispurigen Strecke der Nord-Süd-Achse so inkonsequent war, denn er liegt auf der Linie der Bahnför-
zwischen Skandinavien und Süditalien. Der seinerzeitige derung: ein Ja zu «Bahn 2000», ein Ja zur Neat und ein Ja
Verzicht auf die zweite Röhre war ein Fehlentscheid, der sich zu diesem Volksbegehren.
heute in Form von Staus und Umweltbelastung rächt. Über- Die Argumente der Kommissionsminderheit haben Sie ge-
dies war die heutige Lösung mit dem Servicestollen kaum bil- hört. Zusammenfassend stelle ich fest, dass das Volk be-
liger als ein Vollausbau der zweiten Röhre. Darüber ist aber wusst - es war eine sehr rege Debatte um diese Initiative -
nicht heute zu entscheiden. Wenn Sie der parlamentarischen die Prioritäten bei der Schiene gesetzt hat, und daran haben
Initiative Folge geben, heisst das lediglich, das Problem sei wir uns zu halten. Wir stecken in der Anfangsphase der Um-
aufgrund der bisherigen Erfahrungen neu anzugehen. Wir setzung des neuen Bundesverfassungsartikels. Warten wir
wollen eine neue Formulierung suchen, ohne den Schutzge- ab, was konkret aufgrund des in Aussicht gestellten Berich-
Initiative parlementaire (Schmidhalter) 2032 N 2 octobre 1995
tes des Bundesrates unterbreitet wird! Geben wir mit einer rait que se sentir manipulé et trompé si le Parlement accep-
klaren Linie auch aussenpolitisch die richtigen Signale, ste- tait aujourd'hui de donner suite à l'initiative parlementaire
hen wir zu Volksentscheiden! Eine Relativierung ist nicht zu Schmidhalter.
verantworten. Geben Sie der parlamentarischen Initiative Le débat au sein de votre commission a été vif entre les deux
Schmidhalter keine Folge! points de vue: le respect de la décision du peuple, d'une part,
et, d'autre part, la déformation de cette décision jusqu'à en
Béguelin Michel (S, VD), rapporteur: Le peuple suisse a ac- faire une demande de construire au plus vite un deuxième
cepté, le 20 février 1994, l'initiative populaire «Pour la protec- tunnel routier au Saint-Gothard. En commission, les deux
tion des régions alpines contre le trafic de transit». Le premier camps se sont trouvés à égalité, 10 voix contre 10, et le pré-
volet de l'initiative, la composante routière, a été réalisé. sident a tranché en faveur du respect de la décision du peu-
Nous avons accepté ici la loi fédérale sur le transit routier ple. Je persiste à penser que cet argument a la primauté ab-
dans la région alpine le 17 juin 1994. Il reste à régler le se- solue sur tous les autres, surtout si nous voulons tenter de
cond volet de l'initiative des Alpes, c'est-à-dire les éléments préserver la crédibilité de la classe politique.
de politique des transports qui donneront au Conseil fédéral C'est pourquoi je vous invite fermement à ne pas donner
les moyens concrets nécessaires, par le biais de tâches inci- suite à l'initiative parlementaire Schmidhalter.
tatives diverses et autres mesures, pour obtenir jusqu'en
2004 le transfert de la route au rail voulu par le peuple. Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal
Le Conseil fédéral est en train de réaliser cette seconde (Réf.: 1815)
étape de l'initiative des Alpes. La procédure de consultation
sur la taxe poids lourds à la prestation est en cours, le projet Für den Antrag der Mehrheit stimmen (keine Folge geben):
de taxe sur le transit alpin se prépare et il sera soumis à une Votent pour la proposition de la majorité (ne pas donner sui-
vaste procédure de consultation dans le courant de 1996, te):
avec débat parlementaire et référendum éventuel au début Aguet, Bär, Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Baumber-
de 1997. De ce côté-là, les choses avancent normalement. ger, Bäumlin, Béguelin, Bircher Peter, Bodenmann, Borei
Du côté européen, les choses ont aussi évolué. Après une François, Brügger Cyrill, Brunner Christiane, Bugnon, Bühl-
première vague de mauvaise humeur, la situation s'est sen- mann, Bührer Gerald, Bundi, Bürgi, Carobbio, Caspar-Mutter,
siblement calmée pour une raison évidente: les Européens Danuser, David, Dettling, Diener, Dormann, Ducret, Dünki,
connaissent, avec quelques années de retard, les mêmes Eberhard, Eggenberger, Engler, Eymann Christoph, Fank-
problèmes que nous. Dans certaines régions où les axes rou- hauser, Fehr, von Feiten, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sur-
tiers sont saturés, ils doivent aussi transférer le trafic mar- see, Frainier, Frey Walter, Gadient, Goll, Gonseth,
chandises de transit de la route sur de nouvelles lignes ferro- Grendelmeier, Gross Andreas, Grossenbacher, Gysin, Hae-
viaires spécialisées, et ils doivent aussi se donner les ring Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Hess Otto, Hollen-
moyens politiques d'obtenir ce transfert afin de pouvoir ren- stein, Hubacher, Iten Joseph, Jeanprêtre, Jöri, Keller Rudolf,
tabiliser ces nouvelles lignes. Ils doivent donc aussi déroger Kühne, Ledergerber, Leemann, Lepori Bonetti, Leuenberger
au principe du libre choix du moyen de transport. Ernst, Maeder, Marti Werner, Meier Hans, Meier Samuel,
Je vous livre une anecdote à ce propos. Le 6 décembre der- Meyer Theo, Miesen, Misteli, Nabholz, Oehler, Ostermann,
nier, une délégation des Commissions des transports et des Perey, Raggenbass, Rechsteiner, Robert, Ruckstuhl, Ruf,
télécommunications du Conseil des Etats et du Conseil natio- Ruffy, Rutishauser, Rychen, Schenk, Schmid Peter,
nal a reçu des membres de la Commission des transports du Schnider, Seiler Rolf, Singeisen, Spielmann, Stalder, Stamm
Parlement néerlandais. Judith, Stamm Luzi, Steffen, Steiger Hans, Steinegger, Stei-
Vous le savez, la Hollande est le pays d'Europe qui a le plus ner Rudolf, Strahm Rudolf, Suter, Thür, Tschäppät Alexan-
développé le trafic des camions. Eh bien, maintenant, ce der, Verterli, Vollmer, Weder Hansjürg, Weyeneth, Wick,
pays a décidé de créer des axes ferroviaires pour dégager Wiederkehr, Wittenwiler, Wyss William, Zbinden, Ziegler
son réseau routier et il devra prendre des mesures de con- Jean, Züger, Zwygart (107)
trainte pour obliger le trafic marchandises entre Rotterdam et
la Ruhr à passer sur le rail. Ce projet, approuvé par le Parle- Für den Antrag der Minderheit (Folge geben) stimmen:
ment néerlandais, figure maintenant dans la liste des priori- Votent pour la proposition de la minorité (donner suite):
tés de l'Union européenne. Allenspach, Berger, Binder, Borer Roland, Camponovo, Ca-
Toujours à propos de l'Europe, vous remarquerez que la vadini Adriano, Comby, Dreher, Eggly, Fischer-Seengen, Fri-
pierre d'achoppement des négociations bilatérales de derici Charles, Früh, Giezendanner, Gros Jean-Michel,
Bruxelles n'est plus les transports, comme c'était encore le Hildbrand, Jenni Peter, Kern, Leuba, Mamie, Moser, Müller,
cas il y a une année, mais bien la libre circulation des person- Neuenschwander, Philipona, Pini, Rohr, Sandoz, Scherrer
nes. Jürg, Scheurer Rémy, Schmidhalter, Schmied Walter, Stei-
Le 17 juin 1994, au moment où M. Schmidhalter a déposé nemann, Stucky (32)
son initiative parlementaire, nous en étions tout au début de
la phase de réalisation de l'initiative des Alpes, quatre mois Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent:
seulement après la décision du peuple. M. Schmidhalter pro- Bonny, Graber, Hari, Loeb François, Mühlemann, Reimann
pose de déclarer caduc l'article 36sexies de la Constitution Maximilian, Seiler Hanspeter, Tschuppert Karl (8)
fédérale et l'article 20 des dispositions transitoires, approu-
vés par le peuple, et il veut les remplacer par un nouveau Stimmen nicht - Ne votent pas:
texte ayant le même objectif que l'initiative des Alpes. Une Aregger, Aubry, Bezzola, Bignasca, Bischof, Blocher, Borto-
majorité de la commission ne comprend pas du tout la dé- luzzi, Caccia, Cincera, Columberg, Cornaz, Couchepin, Dar-
marche de M. Schmidhalter. La première chose et la seule bellay, de Dardel, Deiss, Duvoisin, Epiney, Fasel Hugo,
chose à faire après une décision du peuple est de la respec- Fritschi Oscar, Giger, Gobet, Heberlein, Hegetschweiler,
ter, et non pas de se précipiter pour essayer de la changer Herczog, Hess Peter, Jäggi Paul, Keller Anton, Langenber-
tout en proclamant vouloir poursuivre les mêmes objectifs. ger, Leu Josef, Leuenberger Moritz, Maître, Maspoli,
Le Conseil fédéral, heureusement, s'emploie à respecter la Matthey, Mauch Ursula, Maurer, Narbel, Nebiker, Pidoux,
décision du peuple à un rythme normal et selon la procédure Poncet, Rohrbasser, Savary, Scherrer Werner, Schmid Sa-
normale qui débouchera sur des lois d'application qui seront muel, Schweingruber, Segmüller, Sieber, Spoerry, Theubet,
soumises au référendum facultatif. Faisons confiance au Tschopp, vakant l, Wanner, Zisyadis (52)
peuple! S'il en éprouve le besoin, il corrigera ce qu'il voudra
corriger. Il n'y aucune raison pour que le législatif vienne in- Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas:
terférer dans le processus en cours, d'autant moins qu'il aura Frey Claude (1)
toutes les possibilités d'en débattre le moment venu. A coup
sûr, 19 mois après avoir pris sa décision, le peuple ne pour-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Parlamentarische Initiative (Schmidhalter) Schutz des Alpengebietes vor den negativen
Auswirkungen des Verkehrs
Initiative parlementaire (Schmidhalter) Protection de la région alpine contre les effets
négatifs du trafic
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.417
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 02.10.1995 - 14:30
Date
Data
Seite 2027-2032
Page
Pagina
Ref. No 20 026 110
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