Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 94-414 KI-generiert

Swiss Labor Law Amendment on Collective Dismissals

Geschäftsnummer VPB 94-414
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This parliamentary initiative proposed amending Swiss labor law to require employers to negotiate a social plan with employee representatives or organizations during collective dismissals. The initiative aimed to ensure minimal social partnership standards, particularly in situations of mass layoffs, by granting employees the right to initiate negotiations for measures to mitigate the consequences of dismissal. The parliamentary commission, however, rejected the initiative, arguing that existing legislation adequately protected employees and that further regulation would overburden social partnerships, especially as a recent revision to collective dismissal laws had only recently taken effect.

Legislator-Regeste

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Art. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 335f OR, Art. 336 Abs. 2 Bst, Art. 362 beiden, Art. 335f CO; Swiss Labor Law Amendment on Collective Dismissals: The initiative aimed to ensure minimal social partnership standards, particularly in situations of mass layoffs, by granting employees the right to initiate negotiations for measures to mitigate the consequences of dismissal. The parliamentary commission, however, rejected the initiative, arguing that existing legislation adequately protected employees and that further regulation would overburden social partnerships, especially as a recent revision to collective dismissal laws had only recently taken effect.

Schlagwörter

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Sozialvorschriften Obligationenrecht Sozialplan Parlamentsrecht Gesamtarbeitsvertrag Streikrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 335f al. 5 OR

This provision was cited to define the scope of the proposed amendment concerning the obligation to negotiate a social plan in cases of collective dismissals.

Art. 336 al. 2 let. c

This provision was cited in relation to potential grounds for challenging dismissals, linked to the negotiation of a social plan.

Art. 362

This provision was cited to indicate that Article 335f (concerning social plans) should be applied.

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Volltext

Initiative parlementaire (Brunner Christiane) 2024 N 2 octobre 1995

#ST# 94.414 nichts hält von Raubrittern, die sich alle schweizerischen

Standortvorteile zunutze machen, jedoch nicht bereit sind,

Parlamentarische Initiative eine der zentralen Voraussetzungen des erfolgreichen Wirt-

schaftsstandortes Schweiz zu beachten: die Spielregeln ge-

(Brunner Christiane) ordneter Sozialpartnerschaft. Die beantragte Ergänzung der

Sozi a I pia n arbeitsvertraglichen Bestimmungen über die Massenentlas-

bei Kollektiventlassungen sung soll sicherstellen, dass minimale Voraussetzungen der

Initiative parlementaire Sozialpartnerschaft zumindest in der Notsituation der Mas-

(Brunner Christiane) senentlassung durch alle Arbeitgeber beachtet werden. Kon-

kret geben die beantragten OR-Ergänzungen den Arbeitneh-

Plan social mern oder deren betrieblichen Vertretungen das Recht, bei

en cas de licenciement collectif Massenentlassungen ihren Arbeitgeber mit einer von den

Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN

Betroffenen bestimmten Arbeitnehmerorganisation an einen

Tisch zu bringen und zumindest Verhandlungen über einen

Sozialplan sicherzustellen.

Mit diesen Bestimmungen wird den Beschäftigten in der pri-

vaten Wirtschaft der notwendige Interessenschutz im Mo-

Wortlaut der Initiative vom 15. Juni 1994

ment der Kollektivkündigung aus wirtschaftlichen Gründen

Ergänzung von Art. 335f OR

gestärkt, so, wie es ein Grossteil der bestehenden Gesamt-

Randtitel (neu) arbeitsverträge, die rund die Hälfte der privaten Anstellungs-

Konsultation der Arbeitnehmervertretung und Sozialplanver- verhältnisse in der Schweiz abdecken, bereits seit langem

handlung kennen.

Art. 335fAbs. 5

Erweist sich eine Massenentlassung als unumgänglich, so Erwägungen der Kommission

kann die Arbeitnehmervertretung oder, wenn es keine solche Die eidgenössischen Räte haben am 17. Dezember 1993 die

gibt, die Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmer verlangen, Bestimmungen des Obligationenrechts über die Massenent-

dass der Arbeitgeber vor dem Aussprechen der Kündigungen lassung revidiert (in Kraft seit dem 1. Mai 1994). Hauptge-

mit einer oder mehreren von ihr bestimmten Arbeitnehmer- genstand dieser Revision waren einerseits das Verfahren,

organisationen zwecks Abschluss eines Sozialplanes Ver- das bei Massenentlassungen einzuhalten ist, und anderer-

handlungen aufnimmt. Dieser soll Massnahmen beinhalten, seits die Massnahmen, welche die Folgen dieser Entlassun-

die zur Linderung der Folgen der Kündigungen beitragen. gen für die Arbeitnehmer mildern können. Neu eingeführt

Art. 336 Abs. 2 Bst. c wurde dabei insbesondere ein Konsultationsverfahren, wo-

.... worden sind oder ohne dass Verhandlungen zwecks Ab- nach der Arbeitgeber die Arbeitnehmervertretung zu konsul-

schluss eines Sozialplanes aufgenommen worden sind tieren hat, bevor der definitive Entscheid gefasst ist, eine

(Art. 335f). Massenentlassung vorzunehmen. Die Konsultation hat - auf

Art. 362 beiden Seiten - unter Beachtung des Grundsatzes von Treu

.... Artikel 335f und Glauben zu erfolgen. Dies bedeutet im besonderen,

dass der Arbeitgeber versuchen muss, eine Einigung mit der

Texte de l'initiative du 15 juin 1994 Arbeitnehmervertretung zu finden; dieser ist auch genügend

Complément à l'art. 335f CO Zeit zu lassen, um eigene konstruktive Vorschläge zu unter-

Titre marginal (nouveau) breiten.

Consultation de la représentation des travailleurs et négocia- Die Kommissionsmehrheit vertritt die Auffassung, dass die

tion d'un plan social Revision der Bestimmungen über die Massenentlassung vom

Art. 3351 al. 5 17. Dezember 1993 den Schutz der Arbeitnehmer mit geeig-

S'il est prouvé que le licenciement collectif est inévitable, la neten Massnahmen sicherstellt. Eine weiter gehende Rege-

représentation des travailleurs ou, à défaut, la majorité des lung im Sinne der parlamentarischen Initiative würde keine

travailleurs concernés, peut exiger de l'employeur que, avant Verbesserung der Verfahrensvorschriften, sondern eine

de prononcer les licenciements, il entame des négociations übermässige Belastung der Sozialpartnerschaft darstellen.

avec une ou plusieurs organisations de travailleurs dési- Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass eine neuerli-

gnées par elle, en vue de conclure un plan social. Celui-ci che Revision des Obligationenrechts nach weniger als einem

doit prévoir des mesures destinées à atténuer les consé- Jahr nicht als angebracht erscheint.

quences des licenciements. Die Kommissionsminderheit teilt demgegenüber die von der

Art. 336 al. 2 let. c Initiantin vorgebrachten Argumente und erachtet solche Vor-

.... collectifs ou sans avoir ouvert de négociations en vue de schriften als nötigen Interessenschutz der Arbeitnehmer bei

conclure un plan social (art. 335f). Kollektivkündigungen.

Art. 362

.... article 335f Reimann Maximilian (V, AG) présente au nom de la Com-

mission des affaires juridiques (CAJ) le rapport écrit suivant:

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Le 15 juin 1994, Mme Brunner Christiane a déposé une initia-

Reimann Maximilian (V, AG) unterbreitet im Namen der tive parlementaire sous la forme d'un projet rédigé de toutes

Kommission für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftli- pièces.

chen Bericht: La Commission des affaires juridiques du Conseil national, à

qui cet objet a été attribué pour examen préalable, a donné,

Am 15. Juni 1994 reichte Frau Brunner Christiane eine parla- le 25 octobre 1994, la possibilité à l'auteur de l'initiative de

mentarische Initiative in der Form des ausgearbeiteten Ent- s'exprimer sur son intervention.

wurfes ein.

Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates, welcher Développement de l'auteur de l'initiative (résumé)

dieses Geschäft zur Prüfung zugewiesen wurde, gab am II faut préciser que le législateur, en ce qui concerne les rela-

25. Oktober 1994 der Initiantin Gelegenheit, sich zu ihrem tions entre syndicats et organisations patronales, ne doit pas

Vorstoss zu äussern. prendre en considération ces capitaines d'industrie qui veu-

lent profiter de tous les avantages de site industriel suisse,

Begründung der Initiantin (Zusammenfassung) sans pour autant accepter l'une des conditions essentielles

Es gilt klarzustellen, dass der Gesetzgeber in den Beziehun- du succès de ce site économique, à savoir: les règles du jeu

gen zwischen Arbeitnehmerorganisationen und Arbeitgebern d'un partenariat social organisé. La proposition d'un compiè-

2. Oktober 1995 N 2025 Parlamentarische Initiative (Brunner Christiane)

ment concernant le licenciement collectif dans les disposi- Nous avions, à ce moment-là, adapté le Code des obligations

tions sur le contrat du travail doit garantir que les conditions aux dispositions minimales de l'Union européenne. Mais un

minimales du partenariat social soient respectées par tous aspect important nous avait échappé lors de cette révision, à

les employeurs, au moins dans la situation d'urgence créée savoir les conséquences d'un licenciement collectif. Nous

par un licenciement collectif. avions réglé, à l'article 335f alinéa 2, le droit des travailleurs

Concrètement, les compléments au CO proposés donnent de formuler des propositions sur les moyens d'éviter des con-

aux travailleurs ou à leurs représentations au sein des entre- gés ou d'en limiter le nombre, ainsi que d'en atténuer les con-

prises le droit, en cas de licenciement collectif, d'amener leur séquences. Nous avions aussi stipulé, à l'article 335g

patron à la table des négociations afin d'y discuter au mini- alinéa 3, que l'Office cantonal du travail tente de trouver des

mum, avec une organisation de salariés désignée par les solutions aux problèmes posés par le licenciement collectif

personnes concernées, du contenu d'un plan social. projeté.

Ces dispositions renforceront la protection nécessaire des in- Ce que nous avons négligé de mettre dans la loi c'est: 1. une

térêts des salariés de l'économie privée, en cas de licencie- précision concernant la forme dans laquelle ces mesures so-

ment collectif pour des motifs économiques, comme c'est ciales devraient être discutées ou adoptées, c'est-à-dire en la

déjà le cas depuis longtemps dans la majorité des conven- forme d'un plan social; 2. le droit pour les travailleuses et les

tions collectives de travail existantes, qui couvrent près de la travailleurs concernés de désigner une organisation de tra-

moitié des rapports de travail privés en Suisse. vailleurs pour négocier. Cet oubli est dû au fait que la direc-

tive de l'Union européenne ne contient aucune prescription à

Considérations de la commission cet égard, parce que, dans les pays de l'Union européenne,

Les Chambres ont révisé le 17 décembre 1993 les disposi- ces précisions seraient inutiles dans la mesure où la question

tions du Code des obligations relatives aux licenciements col- est déjà réglée par voie de convention collective ou par voie

lectifs (en vigueur depuis le 1er mai 1994). Cette révision a législative.

porté, d'une part, sur la procédure à suivre en cas de licen- Il n'en est pas de même en Suisse. Le système des conven-

ciement collectif, et, d'autre part, sur les mesures à prendre tions collectives de travail ne couvre pas l'ensemble des

afin d'en atténuer les conséquences pour les personnes licen- branches et des entreprises. Environ la moitié seulement des

ciées. Il a notamment été ainsi introduit une procédure selon rapports de travail sont soumis à des conventions collectives,

laquelle l'employeur est tenu de consulter la représentation dans le cadre du partenariat social. Dans ce cadre-là, les dis-

des salariés avant de prendre la décision de procéder à un cussions sur les plans sociaux se tiennent en fonction des

licenciement collectif. Cet échange de vues doit reposer sur besoins des travailleuses et des travailleurs, de la situation

la bonne foi des deux parties, ce qui signifie notamment que particulière de l'entreprise et de ses possibilités financières.

l'employeur a l'obligation de rechercher un accord avec la re- Nous connaissons bien sûr aussi de nombreux employeurs

présentation salariale, et de lui accorder un délai suffisant qui s'asseyent à la table de négociations, même s'ils ne sont

pour lui permettre d'élaborer des propositions constructives. pas soumis à des conventions collectives de travail. Malheu-

La majorité de la commission considère que les dispositions reusement, nous avons aussi affaire, dans notre pays, à des

sur les licenciements collectifs adoptées le 17 décembre moutons noirs, à des employeurs qui refusent de discuter

1993 sont de nature à assurer suffisamment la protection des avec les travailleurs, et encore moins avec leurs représen-

salariés. Loin d'améliorer le dispositif en place, un renforce- tants. Nous avons connu des cas qui ont fait la une des mé-

ment de la réglementation ne ferait que compliquer excessi- dias dans le canton de Zurich, dans le canton de Claris, où

vement les rapports entre partenaires sociaux. D'autre part, l'entreprise s'est clairement refusée à discuter d'un plan so-

il pourrait sembler déplacé de procéder à une nouvelle révi- cial, tant avec son personnel qu'avec le syndicat. Les respon-

sion du Code des obligations moins d'un an après la précé- sables de ces entreprises se sont ouvertement référés au fait

dente. qu'il n'existe en Suisse aucune obligation de négocier un

La minorité de la commission partage au contraire le point de plan social. Malgré l'intervention des instances cantonales

vue de l'auteur de l'interpellation, et considère donc comme pour essayer de ramener ces employeurs à la raison, les tra-

elle que les nouvelles dispositions proposées sont nécessai- vailleurs ont dû utiliser l'arme de la grève pour se faire écou-

res pour assurer la défense des intérêts des salariés en cas ter.

de licenciement collectif. J'aimerais insister sur le fait que mon initiative parlementaire

n'entraîne aucune obligation de conclure un plan social; elle

Antrag der Kommission vise uniquement l'obligation de discuter d'un tel plan lors d'un

Die Kommission beantragt mit 12 zu 9 Stimmen ohne Enthal- licenciement collectif. Les dispositions proposées obligent

tungen: simplement les employeurs à s'asseoir à la table des négo-

Mehrheit ciations, avec leur personnel ou avec les représentants syn-

Der Initiative keine Folge geben dicaux désignés. Il est en outre très important que les em-

Minderheit ployeurs ne puissent plus dorénavant refuser cette forme de

(de Dardel, Bär, von Feiten, Grendelmeier, Leuenberger Mo- dialogue et qu'un tel refus arbitraire soit sanctionné par la loi.

ritz, Ostermann, Rechsteiner, Stamm Judith, Tschäppät Mon initiative comprend un deuxième élément nouveau par

Alexander) rapport à la loi actuelle, il s'agit du droit octroyé aux travailleu-

Der Initiative Folge geben ses et aux travailleurs de l'entreprise concernée de désigner

une ou plusieurs organisations de travailleurs pour parler en

Proposition de la commission leur nom. Il est très important que les représentations des tra-

La commission propose par 12 voix contre 9 et sans absten- vailleurs puissent faire appel à des syndicats pour entamer

tions: des négociations en vue de conclure un plan social. Lors d'un

Majorité licenciement collectif, les travailleurs eux-mêmes sont en gé-

Ne pas donner suite à l'initiative néral sous le choc, ils ne sont pas à même de discuter des

Minorité moyens de réduire les conséquences du licenciement. Ils

(de Dardel, Bär, von Feiten, Grendelmeier, Leuenberger Mo- sont souvent touchés directement par le licenciement collec-

ritz, Ostermann, Rechsteiner, Stamm Judith, Tschäppät tif et se trouvent dans la situation difficile de défendre à la fois

Alexander) leur intérêt individuel et les intérêts collectifs de leurs collè-

Donner suite à l'initiative gues. C'est pourquoi l'aide d'un porte-parole et le recours à

une organisation de travailleurs est légitime.

Brunner Christiane (S, GE): L'objectif de mon initiative par- Quant à l'argument avancé par la majorité de la commission,

lementaire est de combler une lacune importante dans le selon lequel il pourrait sembler déplacé de procéder à une

Code des obligations. Il s'agit de compléter les dispositions nouvelle révision du Code des obligations moins d'un an

du Code des obligations sur les licenciements collectifs que après la précédente: voilà déjà quelque temps que j'ai dé-

nous avons adoptées en date du 17 décembre 1993. posé mon initiative parlementaire et vous savez bien qu'au

Initiative parlementaire (Brunner Christiane) 2026 N 2 octobre 1995

rythme où nous allons - même si je dépasse mon temps de Ich ersuche Sie, der parlamentarischen Initiative Brunner

parole! -, un long laps de temps s'écoule entre le moment où Christiane Folge zu geben.

l'initiative est déposée et celui où l'on parvient à la traiter.

Engler Rolf (C, AI), Berichterstatter: Im Namen der Kommis-

Rechsteiner Paul (S, SG), Sprecher der Minderheit: Ich ver- sionsmehrheit beantrage ich Ihnen, dieser parlamentari-

suche, die durch Frau Brunner Christiane überzogene Zeit schen Initiative Brunner Christiane keine Folge zu geben. Die

einzusparen, möchte Ihnen aber doch im Namen der Minder- Kommission ist mit 12 zu 9 Stimmen zu diesem Ergebnis ge-

heit beantragen, der parlamentarischen Initiative Folge zu langt.

geben. Das würde bedeuten, dass im Gesetz explizit festge- Sie haben von unserer damaligen Sekretärin und heutigen

schrieben würde, dass eine Verhandlungspflicht über Sozial- Kollegin, Brigitta Gadient, einen Bericht erhalten. Ich möchte

pläne bei Massenentlassungen besteht. nur einige kurze Ergänzungen beifügen.

Die Initiative verlangt überhaupt nichts Revolutionäres, einzig Herr Rechsteiner hat die parlamentarische Initiative Brunner

eine bescheidene Ergänzung des heute schon bestehenden Christiane richtig charakterisiert und auch ihre Bedeutung

Artikels 335f OR, der Bestimmung nämlich, welche die Kon- sehr stark relativiert. Im Rahmen der Gesetzesanpassungen

sultationspflichten des Arbeitgebers bei Massenentlassun- bei Swisslex haben wir 1993 das Obligationenrecht bereits

gen vorschreibt. Die bescheidene Ergänzung besteht darin, einmal ergänzt und eine Bestimmung aufgenommen, wo-

dass der Arbeitgeber neu über einen Sozialplan verhandeln nach bei Massenentlassungen vorgängig zu informieren ist.

muss. Das ist eine kleine Differenz gegenüber dem heutigen Diese Bestimmung ist am 1. Mai 1994 in Kraft getreten.

Gesetz, aber für Betroffene doch eine wichtige. Die parlamentarische Initiative Brunner Christiane möchte

Schon heute, seit zwei Jahren nämlich, muss der Arbeitge- nun über dieses Konsultationsverfahren hinausgehen. Sie

ber, was in der Praxis leider noch viel zuwenig bekannt ist, verlangt eine Verhandlungspflicht, und zwar - was von Be-

vor Massenentlassungen die Arbeitnehmervertretung oder, deutung ist- mit einer betriebsexternen Arbeitnehmerorgani-

wo es keine solche Arbeitnehmervertretung gibt, die Arbeit- sation, einer Gewerkschaft. Es ist auch der Initiantin klar,

nehmer selber konsultieren. Er muss den Arbeitnehmerinnen dass es keine Abschlusspflicht geben kann. Verhandlungen

und -nehmern sämtliche nötigen Auskünfte erteilen, und die aber, die zu keinem Abschluss führen müssen, sind nutzlos.

Arbeitnehmerinnen und -nehmer oder die Arbeitnehmerver- Ob es zu einem Sozialplan kommt oder nicht, hängt letztlich

tretung müssen die Möglichkeit haben, bei solchen Dramen nicht von der Verhandlungspflicht, auch nicht von der Konsul-

Vorschläge zu machen, wie die Entlassungen vermieden tationspflicht, die es gibt, ab, sondern von den wirtschaftli-

oder wie die Folgen dieser Entlassungen gemildert werden chen Gegebenheiten und dem Anstand der Arbeitgeber.

können. Schon mit der heutigen Konsultationspflicht hat der Arbeitge-

Aus dieser Mitsprache ist logischerweise bereits heute das ber gewisse Normen einzuhalten, hat er sich an Treu und

Recht auf Sozialplanverhandlungen abzuleiten. Eine Kory- Glauben zu halten. Ergänzend kommen in den meisten Fäl-

phäe des schweizerischen Arbeitsrechtes, Professor Gabriel len die Normen über die Teilliquidation bei den Pensionskas-

Aubert, sagt, es sei bereits aus den heutigen Bestimmungen sen hinzu, die auch eine grosse Bedeutung erlangt haben.

abzuleiten, dass eine Pflicht zur Verhandlung besteht, keine Die Kommission ist daher mehrheitlich der Ansicht, dass ein

Abschlusspflicht zwar - das verlangt auch Frau Brunner Chri- korrektes, anständiges Verhalten nicht durch weitere Verfah-

stiane nicht -, aber aus der Konsultationspflicht folge eine rensvorschriften erzwungen werden kann. Dies gilt um so

Verhandlungspflicht über einen Sozialplan. mehr, als die Initiantin selbst gesagt hat, man habe mit dieser

Somit kann man sagen, dass die Initiative nur das festschrei- Initiative eigentlich nur die «Raubritter» - heute hat sie von

ben will, was eigentlich heute schon minimaler Anstand und schwarzen Schafen gesprochen - im Auge. In rund der Hälfte

Selbstverständlichkeit wäre, nämlich dass ein Arbeitgeber, der Fälle gibt es Gesamtarbeitsverträge, und in diesen Fällen

der eine Massenentlassung durchführen möchte, der also ist auch die Verhandlungspflicht vorgeschrieben.

einen grösseren Teil seiner Belegschaft auf die Strasse stel- Wie Herr Rechsteiner zu Recht betont hat, gibt es bereits

len möchte oder stellen muss, auch Verhandlungen über ei- heute ein Recht auf Verhandlungen im konkreten Fall. Es

nen Sozialplan zur Vermeidung der sozialen Folgen führen handelt sich somit um eine sehr bescheidene Ergänzung,

muss. und man muss sich allen Ernstes die Frage stellen, ob nach

Die parlamentarische Initiative Brunner Christiane verlangt kürzester Zeit eine Norm eingeführt werden soll, welche

nur diese Selbstverständlichkeit. Wer also Dutzende, viel- rechtlich nichts verändert und auch die schwarzen Schafe

leicht Hunderte von Arbeitnehmerinnen oder -nehmern auf nicht zur Raison zwingen kann.

die Strasse stellt, muss sich nach Treu und Glauben auch Wir beantragen Ihnen deshalb, dieser unnötigen Gesetzes-

den Folgen der sozialen Härten dieser Massnahme stellen. änderung nach dieser kurzen Zeit nicht zuzustimmen und

Eine Massenentlassung betrifft ja regelmässig nicht nur die dementsprechend der parlamentarischen Initiative Brunner

Arbeitnehmerinnen und -nehmer selber, sondern mit voller Christiane keine Folge zu geben.

Härte auch ihre Familie, ein ganzes Dorf oder eine ganze Re-

gion. Von einem Arbeitgeber darf verlangt werden, dass er Ducret Dominique (C, GÈ), rapporteur: Je remplace, au pied

über einen Sozialplan verhandelt. levé, notre président défaillant et un de nos collègues absent.

Die Initiative bleibt bescheiden, verlangt nur eine Verhand- C'est la raison pour laquelle je me contenterai pour l'essentiel

lungs-, keine Abschlusspflicht, und das ist nicht mehr als das, de me référer, comme l'a fait le rapporteur de langue alle-

was nach Treu und Glauben verlangt werden kann. Diese In- mande, à l'excellent rapport de M. Reimann Maximilian ins-

itiative trifft somit nicht die anständigen Arbeitgeber, sie trifft piré par l'ex-muse de la Commission des affaires juridiques,

auch all jene Arbeitgeber nicht, in deren Betrieben ein Ge- Mme Gadient.

samtarbeitsvertrag existiert. Nach den Gesamtarbeitsverträ- Il est vrai que l'initiative parlementaire Brunner Christiane ne

gen ist eine solche Pflicht bereits heute vorgesehen. Sie trifft contient rien de révolutionnaire, M. Rechsteiner l'a même

einzig und allein die sozial verantwortungslosen Unterneh- qualifiée de modeste. C'est bien pour cette raison que la ma-

mer oder «Raubritter» im Stile von Adrian Gasser, die solche jorité de la commission considère qu'il serait inopportun de

Pflichten missachten. modifier les dispositions du Code des obligations qui ont été

Wenn Sie der parlamentarischen Initiative Brunner Chri- adoptées le 17 décembre 1993 et qui sont entrées en vigueur

stiane im Vorprüfungsverfahren Folge geben - es geht jetzt dans le courant de l'année 1994, celles-ci assurant suffisam-

nur um das Vorprüfungsverfahren -, hat die Kommission im- ment, à ses yeux, la protection des salariés.

mer noch die Möglichkeit, in der detaillierten Ausarbeitung De l'avis de la majorité, l'obligation de négocier ne doit pas

der Initiative eine massgeschneiderte Lösung zu finden, wel- trouver place dans la loi, mais plutôt dans le cadre des con-

che auch im Wortlaut des Gesetzes festhält, was schon trats collectifs. Il serait totalement contre-productif de régle-

heute selbstverständlich sein müsste, dass nämlich im Falle menter encore plus dans ce domaine, ne serait-ce que pour

von Massenentlassungen über einen Sozialplan verhandelt contrer quelques moutons noirs qui, de toute façon, trouve-

werden muss. ront toujours le moyen de contourner la loi. Le droit à nègo-

2. Oktober 1995 N 2027 Parlamentarische Initiative (Schmidhalter)

cier existe déjà, il n'est donc pas nécessaire d'introduire une Béguelin Michel (S, VD) unterbreitet im Namen der Kommis-

nouvelle norme contraignante. sion für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) den folgenden

Par 12 voix contre 9, la majorité de la commission vous invite schriftlichen Bericht:

donc à ne pas donner suite à l'initiative parlementaire Brun-

ner Christiane. Begründung des Initianten (Zusammenfassung)

Die Umlagerung des Transitgüterverkehrs erfolgt schritt-

Abstimmung - Vote weise in zehn Jahren, und der Transitvertrag ist befristet. Um

Für den Antrag der Mehrheit mittelfristig eine verträglichere Bundesverfassungsregelung

(keine Folge geben) 80 Stimmen zu erhalten, muss diese parlamentarische Initiative bereits

Für den Antrag der Minderheit heute eingegeben werden. Ein neuer Verfassungsartikel

(Folge geben) 61 Stimmen kann nicht vor drei bis fünf Jahren vom Schweizervolk be-

schlossen werden.

Verlagerung des alpenquerenden Gütertransitverkehrs von

Grenze zu Grenze von der Strasse auf die Bahn:

Mit der heutigen Verfassungsbestimmung muss nur der

#ST# 94.417 Transitanteil (5 Prozent) in zehn Jahren zwingend auf die

Schiene verlagert werden, und dies ist quantitativ zu wenig.

Parlamentarische Initiative Was wir für die Berechtigung der Neat-Milliardeninvestitionen

(Schmidhalter) brauchen, ist eine Förderung des kombinierten Verkehrs auf

Schutz des Alpengebietes internationaler Ebene. Der kombinierte Verkehr, einschliess-

lich der dazugehörenden mobilen und festen Umschlagsein-

vor den negativen Auswirkungen richtungen, müsste derart gefördert werden, dass der Güter-

des Verkehrs verkehr (Transit, Import, Export usw.) auf der Schiene für den

Initiative parlementaire Benutzer wirtschaftlicher wird als jener auf der Strasse. Dies

(Schmidhalter) muss über international abgestimmte marktwirtschaftliche

Protection de la région alpine und gesetzlich geregelte Massnahmen und nicht über einsei-

tige nationale Zwangsmassnahmen erfolgen. Bei der Be-

contre les effets négatifs handlung der Alpenschutz-lnitiative in den Räten und im Bun-

du trafic desbüchlein hat Herr Bundesrat Adolf Ogi, im Namen des

Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN

Bundesrates, auf die Schwierigkeiten bei der Durchführung

eingehend aufmerksam gemacht, so unter anderem auf die

unumgängliche internationale Verflechtung der Verkehrspoli-

tik. Er hat auf die erheblichen Schwierigkeiten in der interna-

tionalen Zusammenarbeit bei einer Annahme der Initiative

Wortlaut der Initiative vom 17. Juni 1994 klar hingewiesen, und wir erleben dies heute fast täglich

Gestützt auf Artikel 21 bis GVG reiche ich folgende parlamen- hautnah. Er hat darauf aufmerksam gemacht, dass der neue

tarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein: Bundesverfassungstext im Widerspruch zu zahlreichen bila-

Mit der Annahme der Volksinitiative «zum Schutz des Alpen- teralen Strassenverkehrsabkommen stehe und dass der

gebietes vor dem Transitverkehr» hat das Schweizervolk ent- Zwangsverlad der Gütertransitfahrzeuge die ausländischen

schieden, dass binnen zehn Jahren der alpenquerende Gü- Transporteure diskriminiere und wir mit Retorsionsmassnah-

tertransitverkehr von der Strasse auf die Schiene umgelagert men rechnen müssten. Der Transitvertrag brachte als wich-

wird und die Kapazität für den Personenauto- und Lastwa- tigste Massnahme die 28-Tonnen-Limite, das Nacht- und

genverkehr auf den Transitstrassen im Alpengebiet nicht Sonntagsfahrverbot - und dieser Transitvertrag sei gefähr-

mehr erhöht werden darf. det. Auch das Zivilluftfahrtabkommen werde auf Widerstand

Die Umsetzung dieser zwingenden Bestimmungen in der stossen. Die Durchführung und Umsetzung in der täglichen

Bundesverfassung führt zu enormen aussen- und innenpoli- Praxis werde zu einer übermässigen Bürokratie führen.

tischen Schwierigkeiten. Alles hat sich seither bewahrheitet, und es gilt nun, sorg-

Ich schlage daher vor, dass wir Artikel 36sexies der Bundes- fältige, konzeptionelle Arbeit zu leisten und eine Gesamtan-

verfassung und Artikel 20 der Übergangsbestimmungen der alyse der Situation aufzunehmen.

Bundesverfassung ausser Kraft setzen und durch eine euro- Es ist auch notwendig, mittelfristig den engen Spielraum aus-

paverträgliche und innenpolitisch durchsetzbare Neuformu- zuweiten und mit einer international abgestimmten Förde-

lierung mit der gleichen Zielsetzung, das Alpengebiet vor den rung des kombinierten Verkehrs eine grösstmögliche Umla-

negativen Auswirkungen des Verkehrs zu schützen, ersetzen. gerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Bahn zu

erhalten, welche auch im Einklang mit den von uns eingegan-

Texte de l'initiative du 17 juin 1994 genen internationalen Verpflichtungen steht.

Me fondant sur l'article 21 bis LREC, je dépose l'initiative par- Am 14. Juni 1994 entschieden die Verkehrsminister der EU-

lementaire suivante formulée en termes généraux: Staaten, dass die für unser Land dringend notwendigen Ver-

En adoptant l'initiative populaire «pour la protection des ré- handlungen über Luft- und Strassenverkehrsabkommen so

gions alpines contre le trafic de transit», le peuple suisse a lange nicht aufgenommen werden, bis genügend Antworten

décidé qu'il fallait, dans un délai de dix ans, transférer de la über die Auswirkungen der Alpen-Initiative geliefert werden

route au rail le trafic de marchandises transitant à travers les können.

Alpes et que la capacité des routes de transit dans les ré- Transitstrassengesetz:

gions alpines ne devait pas être augmentée pour le trafic des Mit der Absage an einen weiteren Ausbau der Transitstras-

automobiles et des camions. senkapazität wollte man laut Nationalrat Hämmerle, dem

L'application de ces dispositions contraignantes de la Cons- Sprecher in dieser Angelegenheit, keine zweite Röhre am

titution fédérale provoque d'énormes difficultés en matière de Gotthard, keine dritte und vierte Spur am San Bernardino und

politique nationale et internationale. nur eine zweispurige Umfahrungsstrasse zwischen Siders

Je propose que nous déclarions caducs l'article 36sexies de und Brig. Alles wurde, mit der einzigen Ausnahme Siders-

la Constitution fédérale et l'article 20 des dispositions transi- Brig (vier- statt zweispurig), erreicht, und, Glaubwürdigkeit

toires de celle-ci et que nous les remplacions par un nouveau hin oder her, die Talstrecke Siders-Brig ist nun einmal keine

texte eurocompatible et applicable sur le plan national, mais Transitstrasse.

ayant comme l'initiative pour objectif de préserver les Alpes Gerade an den Wochenenden leiden Urner und Tessiner in

contre les effets néfastes du trafic. erster Linie unter dem enormen PW-Verkehr. Auch dieses Pro-

blem muss einer Lösung zugeführt werden - und nicht mit der

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Theorie Strassenverhinderung, sondern mit Massnahmen,

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative (Brunner Christiane) Sozialplan bei Kollektiventlassungen

Initiative parlementaire (Brunner Christiane) Plan social en cas de licenciement collectif

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1995

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 09

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 94.414

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 02.10.1995 - 14:30

Date

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Seite 2024-2027

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