Baltic States Environmental Damage and Aid Prioritization
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis interpellation concerned environmental damage left by Russian troops in the Baltic states and requested priority aid for their cleanup, as well as general prioritization of these states within Eastern European aid due to their difficult circumstances. The government responded that the Baltic states had already received substantial aid relative to available resources, exceeding the average, and acknowledged their dire situation, stating that continued attention would be given to their needs, particularly regarding environmental remediation.
Legislator-Regeste
KI-generiertBaltic States Environmental Damage and Aid Prioritization: ehemaligen Übungs- und Einsatzplätzen. Dies belastet die durchsetzt mit enormen Mengen ölverschmierten Abfalls.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Interpellation Loretan 1152 1er décembre 1994
Art. 10 2. Ist der Bundesrat allgemein bereit, den drei baltischen Staa-
Antrag der Kommission ten in Anbetracht ihrer unverschuldeten, schwierigen Situation
Abs. 1,3 im Rahmen der Ost- und Mitteleuropahilfe Priorität einzu-
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates räumen?
Abs. 2
Er kann Departemente oder Bundesämter zum Abschluss von Texte de l'interpellation du S octobre 1994
Programm- oder projektbezogenen internationalen Vereinba- Le retrait des troupes d'occupation russes de Lituanie, fin
rungen technischer Natur ermächtigen. août 1993, ainsi que d'Estonie et de Lettonie, fin août 1994, a
été possible grâce à la pression politique et économique de
Art. 10 la communauté des Etats libres. Mais ces troupes ont laissé
Proposition de la commission derrière elles, sur leurs anciens terrains d'exercice et de ma-
Al. 1,3 noeuvre, des atteintes à l'environnement d'une gravité inima-
Adhérer au projet du Conseil fédéral ginable. Ces dernières représentent une lourde charge pour
Al. 2 les trois Etats baltes, qui doivent déjà assumer les consé-
II peut autoriser les départements ou les offices fédéraux à quences de 50 années d'occupation et de politique économi-
conclure des accords internationaux relatifs à des program- que soviétique.
mes ou des projets de nature technique. 1. Je demande au Conseil fédéral quelles mesures il entend
prendre pour soutenir les trois Etats baltes dans le cadre des
Flückiger Michel (R, JU), rapporteur: La commission a sim- crédits autorisés pour la coopération avec l'Europe de l'Est
plement tenu à limiter ou à préciser la compétence des dépar- et l'Europe centrale, afin que les atteintes à l'environnement
tements ou des offices fédéraux à conclure des accords inter- causées par les troupes d'occupation russes puissent être
nationaux réparées.
C'est pourquoi, in fine, dans la même phrase, nous ajoutons 2. Le Conseil fédéral est-il prêt, d'une manière générale, à ac-
«relatifs à des programmes ou des projets de nature techni- corder, dans le cadre de l'aide à l'Europe de l'Est et à l'Europe
que». C'est une précision utile de l'avis de votre commission. centrale, la priorité aux trois Etats baltes étant donné la situa-
tion difficile dans laquelle ils se trouvent et dont ils ne sont pas
Angenommen -Adopté responsables?
Art. 11-18 Mitunterzeichner - Cosignataires: Beerli, Bühler Robert, Bütti-
Antrag der Kommission ker, Cottier, Huber, Martin Jacques, Rhinow, Rhyner, Ruesch,
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Schule (10)
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral Loretan Willy (R, AG): Ich weiss, dass ich angesichts des na-
hen Sitzungsendes meine Sprechkadenz zu verdoppeln
Angenommen -Adopté habe. Ich werde mich kurz halten.
Bereits mit einer Interpellation vom 28. April 1993 (93.3213)
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble hatte ich dem Bundesrat vor allem im Zusammenhang mit
Für Annahme des Entwurfes 31 Stimmen dem immer wieder hinausgezögerten Abzug der russischen
(Einstimmigkeit) Besatzungstruppen aus den drei baltischen Staaten verschie-
dene Fragen zum Verhältnis unseres Landes zu den Baltenre-
publiken und zu konkreten Hilfestellungen unterbreitet Der
An den Nationalrat - Au Conseil national Bundesrat hat schliesslich auf die inzwischen zurückgezo-
gene und in eine Einfache Anfrage umgewandelte Interpella-
tion am 25. Mai 1994 geantwortet (AB 1994 S 782). Dafür
danke ich heute insbesondere Herrn Bundesrat Cotti.
Anlässlich seines Besuches beim russischen Aussenminister
94.3408 im Juni dieses Jahres hat sich der Chef des EDA bei seinem
Amtskollegen für den Rückzug der russischen Truppen aus
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Lettland und Estland eingesetzt, nachdem die Russen bereits
Interpellation Loretan aus Litauen abgezogen waren. Er hat seinen Amtskollegen da-
Ost- und Mitteleuropahilfe. bei an das am Gipfeltreffen der KSZE vom Sommer 1992 abge-
Prioritäre Behandlung gebene Versprechen erinnert, einen umgehenden, komplet-
der baltischen Staaten ten und ordnungsgemässen Abzug der Truppen einzuleiten.
Für diesen Einsatz, Herr Bundesrat Cotti, gebührt Ihnen ein
Aide à l'Europe de l'Est grosser Dank. Der Erfolg ist postwendend eingetreten, natür-
et à l'Europe centrale. lich nicht ausschliesslich und vorab wegen unserer Interven-
Priorité aux Etats baltes tion. Das ist auch mir klar.
Die russischen Truppen haben nach dem auf politischen und
wirtschaftlichen Druck der freien Staatengemeinschaft erfolg-
ten Rückzug unvorstellbare Umweltschäden auf ihren ehema-
ligen Übungs- und Einsatzplätzen zurückgelassen, welche die
Wortlaut der Interpellation vom 5. Oktober 1994 drei baltischen Staaten nebst den Folgen von fünfzig Jahren
Der Abzug der russischen Besatzungstruppen Ende August widerrechtlicher Besatzung und sowjetischer Ausbeutungs-
1993 aus Litauen und Ende August 1994 aus Estland und Lett- politik schwer belasten.
land ist dank dem politischen und wirtschaftlichen Druck der Nur ein Beispiel: Rund 25 Kilometer ausserhalb von Kannas in
freien Staatengemeinschaft erfolgt Zurückgelassen haben Litauen liegt eine aufgegebene Raketenstellung mit zahlrei-
diese Truppen aber unvorstellbare Umweltschäden auf ihren chen verlassenen Hangars, halb zerstörten Unterkünften,
ehemaligen Übungs- und Einsatzplätzen. Dies belastet die durchsetzt mit enormen Mengen ölverschmierten Abfalls.
drei baltischen Staaten nebst den Folgen SOjähriger Besat- Dass die Beseitigung solcher Schäden enorme Kosten verur-
zung und sowjetischer Wirtschaftspolitik schwer. sacht und entsprechenden Einsatz von Spezialisten bedingt,
1. Ich frage den Bundesrat an, mit welchen Massnahmen er liegt auf der Hand. Hier Schwergewichte bei der Aufteilung der
die drei baltischen Staaten im Rahmen der für die Zusammen- knappen Mittel für die Ost- und Mitteleuropahilfe zu setzen,
arbeit mit Ost- und Mitteleuropa bewilligten Kredite unterstüt- entspricht meiner Meinung nach einem Gebot der Fairness
zen will, damit die von den russischen Besatzungstruppen hin- und der Gerechtigkeit Dies beinhaltet meine Frage 1 an den
terlassenen Umweltzerstörungen bewältigt werden können. Bundesrat
1. Dezember 1994 1153 Interpellation Loretan
Ich bin überzeugt-wie ich das bereits in der Eintretensdebatte Damit stehen Estland, Lettland und Litauen von diesen Rah-
zum soeben verabschiedeten Bundesbeschluss zum Aus- menkrediten etwa 10 Millionen Franken zur Verfügung.
druck gebracht habe -, dass sich die Hilfe unseres kleinen, Am 2. November 1994 hat der Bundesrat beschlossen, den
neutralen, aber wirtschaftlich starken Landes in Ost- und Mit- baltischen Staaten eine zweite Tranche an nichtrückzahlbarer
teleuropa primär an die kleinen und mittleren Staaten mit über- Finanzhilfe von wiederum 30 Millionen Franken zu gewähren.
schaubaren Verhältnissen richten muss. Hier müssen unsere Herr Loretan, bei näherer Betrachtung dieses Einsatzes glaubt
Prioritäten liegen. Mit der breiten Streuung unserer Mittel über der Bundesrat, dass den baltischen Staaten im Verhältnis zu
ganz Osteuropa im soeben verabschiedeten, viel zu weit ge- den verfügbaren Mitteln die absolut wichtige und notwendige
fassten Sinne können wir nirgends richtige, politische und Aufmerksamkeit zuteil geworden ist
auch unseren Idealen entsprechende Schwerpunkte setzen. Was die technische Zusammenarbeit angeht, die besonders
Wir verzetteln uns, wenn wir meinen, wir müssten uns in der das Departement für auswärtige Angelegenheiten betrifft,
ein äusserst ambivalentes Bild und einen wenig vertrauener- weise ich darauf hin, dass Projekte bezüglich der Restrukturie-
weckenden Eindruck bietenden riesigen Russischen Födera- rung des Bankenwesens - des Aufbaus eines Geschäftsban-
tion auch noch namhaft engagieren. Konzentration der Kräfte kensystems, insbesondere von deren Kreditabteilungen -
ist das Gebot der Stunde, auch und vorab mit Blick auf die de- und bezüglich der Verbesserung der Sicherheit - z. B. des
solate Lage unserer öffentlichen Finanzen. Kernkraftwerks Ignalina in Litauen - ausgearbeitet wurden.
Tatsache ist leider, dass Russland seine Militärmacht und die Ich kann hier nicht auf weitere Details dieser Projekte eingehen
damit gekoppelten Diskriminierungsvorwürfe an die drei Bal- und komme auf Ihre zweite Frage zu sprechen. Die Antwort
tenrepubliken nach wie vor als Druckmittel einsetzt, um die des Bundesrates kann so zusammengefasst werden:
kleinen Ostseeländer im Einflussbereich russischer Machtpo- Wir sind der Auffassung, dass wir den baltischen Staaten im
litik als «nahes Ausland», wie die Russen es zu formulieren be- Moment - und im Verhältnis zu den zur Verfügung stehenden
lieben, halten zu können und Wohlverhalten zu erzwingen. Mitteln - eine durchaus substantielle und angemessene Hilfe
Die Balten verstehen aus ihrer geschichtlichen, bittersten Er- zukommen lassen. Wenn wir zudem in Betracht ziehen, dass
fahrung den drohenden Unterton, wenn vom «nahen Ausland» wir trotz der schlechten Finanzlage eine diplomatische Vertre-
gesprochen wird. Litauen zum Beispiel ist durch die äusserst tung in Riga eröffnet haben, dass wir eine ganze Reihe von
starke Truppenpräsenz im Gebiet von Kaliningrad (Königs- spezifischen Kontakten zu diesen Staaten pflegen, so dürfen
berg) latent bedroht. Lettland hat den Abzug der russischen wir guten Gewissens behaupten, auf dem richtigen Weg zu
Truppen mit einem Stationierungsvertrag für eine Raketenba- sein.
sis in Skrunda erkaufen müssen. Estland stösst bei den Rus- Zum Abzug aller russischen Truppen, Herr Loretan: Selbstver-
sen mit seiner berechtigten Forderung auf Rückgabe zweier ständlich haben wir uns dafür eingesetzt, aber wir massen uns
Landstreifen, welche Stalin in den vierziger Jahren von der da- nicht an, zu behaupten, dass unsere Stärke und Überzeu-
maligen Sowjetrepublik Estland abtrennte, auf kategorische gungskraft dafür entscheidend gewesen seien. Umgekehrt ist
Ablehnung. Daher meine zweite Frage an den Bundesrat, ob zu sagen: Wir können nicht überall, wo wir mit unserem Rat
er nicht auch meint, den drei baltischen Staaten sei in Anbe- und unserem Einsatz präsent sind und wo die Ziele der inter-
tracht ihrer unverschuldeten, sehr schwierigen Situation im nationalen Gemeinschaft nicht erreicht werden, als die Verant-
Rahmen unserer Ost- und Mitteleuropahilfe eine hohe Priorität wortlichen dargestellt werden.
einzuräumen. Nach dem Abzug aller russischen Treppen scheint sich die Si-
Ich danke für die Beantwortung meiner beiden Fragen. tuation im Baltikum aber tatsächlich weiter zu stabilisieren. Ich
bin davon überzeugt, dass dadurch - ich sage das im Sinne
Cotti Flavio, Bundesrat: Die Ansicht über die Ausgangslage des vorher Besprochenen - auch die wirtschaftliche Reform
der drei baltischen Staaten, wie sie Herr Loretan beschrieben sehr schnell weitergeführt und vertieft werden kann. Die letz-
hat, teilt der Bundesrat voll und ganz, sowohl bezüglich der ten Zahlen der wirtschaftlichen Entwicklung sehen vielverspre-
Dramatik der geschichtlichen Entwicklung als auch bezüglich chend aus.
der heutigen Situation. Deshalb möchte ich bei voller Anerkennung der Grundele-
Anhand meiner Ausführungen können Sie-wohl mit Genug- mente der Interpellation Loretan sagen: Wir werden diesen
tuung -feststellen, dass sich die Situation in den drei schwer Staaten weiterhin volle Aufmerksamkeit schenken. Wir haben
betroffenen Staaten aufgrund der letzten Ereignisse scheinbar es aber ohne Zweifel im Verhältnis zu unseren Mitteln schon
doch in einer besseren Entwicklung befindet bis heute getan.
Da wir mit Ihrer Beurteilung der Lage und der Entwicklung,
Herr Loretan, voll einverstanden sind, werde ich jetzt versu- Loretan Willy (R, AG): Ich danke Ihnen für Ihre Antworten, Herr
chen, dem Rat darzulegen, weshalb der Bundesrat der Auffas- Bundesrat Cotti. Ich erkläre mich für befriedigt. Ich danke dem
sung ist, dass in der heutigen Praxis der Osthilfe den balti- Bundesrat für seine Bemühungen zugunsten der drei kleinen
schen Staaten eine bedeutungsvolle und in jeder Beziehung Baltenrepubliken, insbesondere Ihnen als Chef des EDA
weit überdurchschnittliche Position gewährt worden ist: Die Ich möchte Sie ermuntern, darin fortzufahren, wie Sie das in
drei baltischen Staaten erhalten nämlich aus der Osthilfe wich- Aussicht gestellt haben, insbesondere dann, wenn Sie ent-
tige, namhafte Mittel. Bis heute hat die Gesamtsumme der Ver- sprechende Anfragen für die Behebung der von mir aufgewor-
pflichtungen zugunsten von Estland, Lettland und Litauen aus fenen Umweltschäden erhalten; z. B. dann, wenn es darum
dem Rahmenkredit für die Weiterführung der Zusammenar- geht, Spezialisten abzudetachieren. Ich glaube, das wäre eine
beit mit ost- und mitteleuropäischen Staaten etwa 100 Millio- sinnvolle Ergänzung Ihrer Aktivitäten.
nen Schweizerfranken erreicht. Davon sind etwa 90 Millionen
Franken im Rahmen der Finanzhilfe und etwa 9 Millionen
Franken im Rahmen der technischen Zusammenarbeit ge-
sprochen worden. Damit liegen, ich wiederhole es, die Lei- Schluss der Sitzung um 10.10 Uhr
stungen der schweizerischen Osthilfe an diese Staaten deut- La séance est levée à 10 h 10
lich über dem Durchschnitt; vergleichen Sie diese Summe mit
den bisher gewährten Summen.
Aufgrund des Beschlusses vom 29. September 1992 sind mit
den drei baltischen Staaten Abkommen über nichtrückzahl-
bare Finanzierungszuschüsse von insgesamt 30 Millionen
Franken abgeschlossen worden. Das geht übrigens voll und
ganz in die Richtung dessen, wofür Herr Jagmetti vor wenigen
Minuten plädiert hat. In den bilateralen Rahmenverträgen wur-
den, Herr Seiler, die von den Empfängerstaaten als prioritär
bewerteten Sektoren anerkannt. Ich erwähne die wichtigsten:
Gesundheit, Umwelt, Energie und Infrastruktur.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Loretan Ost- und Mitteleuropahilfe. Prioritäre Behandlung der baltischen
Staaten
Interpellation Loretan Aide à l'Europe de l'Est et à l'Europe centrale. Priorité aux Etats
baltes
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1994
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3408
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 01.12.1994 - 08:00
Date
Data
Seite 1152-1153
Page
Pagina
Ref. No 20 025 114
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