Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 94-3379 KI-generiert

Parliamentary Debate on Alpine Convention Ratification

Geschäftsnummer VPB 94-3379
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The parliament debated a postulate concerning the ratification of the Alpine Convention. The postulate argued that the convention was one-sided, focusing only on protection without adequate consideration for the economic existence of mountain populations, and questioned its compatibility with Switzerland's federal structure and direct democracy. The government stated it was willing to accept the postulate and that negotiations were ongoing to address these concerns, ultimately leading to the postulate being rejected.

Legislator-Regeste

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Art. 166 Abs. 1 ParlG, Art. 168 Abs. 1 ParlG; Parliamentary Debate on Alpine Convention Ratification: The postulate argued that the convention was one-sided, focusing only on protection without adequate consideration for the economic existence of mountain populations, and questioned its compatibility with Switzerland's federal structure and direct democracy. The government stated it was willing to accept the postulate and that negotiations were ongoing to address these concerns, ultimately leading to the postulate being rejected.

Schlagwörter

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parlamentarische Beratungen parlamentarisches Postulat direkte Demokratie Luganer Übereinkommen Genehmigung des Vergleichs Änderung der Verträge

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 166 Abs. 1 ParlG

The provision governs the taking up of postulates by the Federal Council.

Art. 168 Abs. 1 ParlG

The provision governs the forwarding of postulates to the relevant commission.

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Volltext

24. März 1995 N 951 Postulat Blatter

Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Baumberger, Bäum- Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Béguelin,

lin, Béguelin, Bodenmann, Borei François, Brügger Cyrill, Bodenmann, Brügger Cyrill, Carobbio, Danuser, de Dardel,

Bundi, Bürgi, Carobbio, Caspar-Mutter, Danuser, Dünki, Eg- Eggenberger, Fankhauser, Goll, Gross Andreas, Hafner Ur-

genberger, Engler, Eymann Christoph, Fankhauser, Fischer- sula, Hämmerle, Herczog, Hubacher, Jöri, Leemann, Leuen-

Hägglingen, Giger, Grendelmeier, Gross Andreas, Haering berger Ernst, Ruffy, Vollmer (21 )

Binder, Hafner Ursula, Herczog, Hildbrand, Hubacner, Jäggi

Paul, Jeanprêtre, Jöri, Kühne, Ledergerber, Leemann, Leuen- Schriftliche Begründung - Développement par écrit

berger Ernst, Maeder, Marti Werner, Misteli, Mühlemann, Nab- Die innenpolitische Abstützung der schweizerischen Aussen-

holz, Neuenschwander, Oehler, Raggenbass, Rechsteiner, politik bedarf zusätzlicher Anstrengungen. Zudem ist die Öf-

Ruckstuhl, Ruffy, Rutishauser, Savary, Schmid Peter, Sieber, fentlichkeit nur ungenügend darüber informiert, ob die OSZE

Steiger Hans, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Weder die Erwartungen erfüllt, die mit der Verabschiedung und brei-

Hansjürg, Zbinden, Ziegler Jean, Züger, Zwygart (56) ten Publikation der Charta von Paris geweckt worden sind.

Analog zu den regelmässig im Bundesblatt veröffentlichten

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Jahresberichten über die Tätigkeit der Schweiz im Europarat

Es besteht ein steigendes Unbehagen über das sich verstär- drängt sich deshalb die Erarbeitung und Publikation eines Re-

kende Gerangel unter Uno-Sitzen und Städten, die es werden chenschaftsberichts über die Tätigkeit der Schweiz in der

wollen. Man hat den Eindruck, es werde mit harten Bandagen OSZE sowie die Publikation des Jahresberichts des OSZE-

gekämpft und Entscheide würden auch erpresst Man fragt Generalsekretärs auf.

sich deshalb, ob es notwendig ist, dass sich die Schweiz um

jede neue internationale Organisation bemühen soll, oder ob Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

es nicht besser wäre, hie und da auch freiwillig auf ein Uno- vom 22. Februar 1995

Amt zu verzichten, um so aus der Schusslinie zu kommen und Rapport écrit du Conseil fédéral

damit auch diejenigen Ämter sicher behalten zu können, de- du 22 février 1995

ren Synergieeffekte offensichtlich sind. Der Bundesrat informiert bereits heute die Aussenpolitischen

Ferner sind die Verantwortlichkeiten innerhalb der Verwaltung Kommissionen ausführlich mittels regelmässiger Berichte. Er

in Bern und zur Fipoi nicht klar. Die Erkenntnisse und die Er- ist zudem bereit, die schweizerischen Aktivitäten im Rahmen

fahrungen aus der Reorganisation «Bauwesen des Bundes» der OSZE in einem separaten Kapitel des Rechenschaftsbe-

sollten auch in diesem Bereich zur Anwendung kommen. richts zu behandeln. Damit erübrigt sich ein zusätzlicher Be-

Es wäre deshalb zu prüfen: richt

- ob der Bund nicht entweder direkt als Bauherr auftreten soll

(analog Palais Wilson) und die Fipoi erst für die Verwaltung Schriftliche Erklärung des Bundesrates

eingesetzt wird, oder Déclaration écrite du Conseil fédéral

- ob es für die Eidgenossenschaft langfristig nicht vorteilhafter Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.

wäre, wenn wie bei der WTO die Gebäude inklusive Unterhalt-

mit einer Heimfallklausel für den Fall eines Wegzugs versehen Abgelehnt - Rejeté

-den internationalen Organisationen geschenkt würden,

denn Eigentum macht sesshafter als Miete.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates

vom 15. Februar 1995 #ST# 94.3379

Déclaration écrite du Conseil fédéral

du 15 février 1995 Postulat Blatter

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Alpenkonvention.

Ratifizierung

Überwiesen - Transmis

Convention sur la protection des Alpes.

Ratification

#ST# 94.3537 Wortlaut des Postulates vom 29. September 1994

Der Bundesrat wird beauftragt, folgende Massnahmen zu tref-

Postulat Haering Binder fen:

Jahresbericht über die Tätigkeit 1. In Nachverhandlungen ist den elementaren Anliegen der

Berggebiete, wie sie namentlich von der Regierungskonferenz

der Schweiz in der OSZE

der Gebirgskantone und der Schweizerischen Arbeitsgemein-

Activité de la Suisse schaft für die Berggebiete formuliert worden sind, Nachach-

au sein de I'OSCE. Rapport annuel tung zu verschaffen.

2. Der Bundesrat wird ersucht, die Unterzeichnung der vorlie-

genden Protokolle bis zum Zustandekommen einer gesamt-

haft ausgewogenen Lösung generell auszusetzen.

3. Der Bundesrat wird beauftragt, das «Gesamtwerk Alpen-

Wortlaut des Postulates vom 14. Dezember 1994 konvention» dem Parlament erst zur Genehmigung zu unter-

Der Bundesrat wird eingeladen, regelmässig einen Jahresbe- breiten, wenn gesamthaft ein angemessenes Verhältnis zwi-

richt über die Tätigkeit der Schweiz in der OSZE sowie den schen Schutz und Nutzen im Alpenraum, aber auch die Subsi-

Jahresbericht des OSZE-Generalsekretärs im Bundesblatt zu diarität und die föderalistischen Strukturen des schweizeri-

publizieren und den Räten zur Kenntnis zu geben. schen Staates berücksichtigt und sichergestellt sind.

Texte du postulat du 14décembre 1994 Texte du postulat du 29 septembre 1994

Le Conseil fédéral est invité à publier dans la Feuille fédérale Le Conseil fédéral est chargé de prendre les dispositions sui-

un rapport annuel sur les activités de la Suisse au sein de vantes:

l'OSCE ainsi que le rapport annuel du secrétaire général de 1. reprendre les négociations en vue d'assurer la défense des

l'OSCE et de porter ces documents à la connaissance des intérêts élémentaires des populations montagnardes, tels

Chambres. qu'ils ont été notamment formulés par la Conférence des gou-

Postulat Grossenbacher 952 N 24 mars 1995

vernements des cantons de montagne et par le Groupement (Mitsprache des Volkes und der Direktbetroffenen) nehmen

suisse pour les régions de montagne; mussten, ist es nicht so, dass man einseitig nur den Schutz

2. attendre qu'une réglementation globale équilibrée soit verankert hat, sondern man hat ebenso auf die in diesen Re-

adoptée avant de signer les protocoles; gionen lebende Bevölkerung Rücksicht genommen. Denn die

3. attendre, avant de soumettre l'ensemble de la Convention Schutzziele können nur dann verwirklicht werden, wenn die in

sur la protection des Alpes au Parlement pour approbation, den Berggebieten lebende Bevölkerung die wirtschaftliche

qu'une solution globale tenant dûment compte des impératifs Existenzgrundlage nicht verliert und die Schutzziele auch ak-

de la protection de l'environnement et de l'exploitation des ré- zeptiert

gions en question, mais aussi du principe de subsidiarité et In unserem Land besteht aus diesen Gründen keine Gefahr,

des structures fédérales de notre Etat, ait été trouvée. dass das Berggebiet in Zukunft seinen hohen Wert als Erho-

lungsraum verlieren wird. Es wäre bedenklich, wenn wir mit ei-

Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Baumberger, ner einseitigen Alpenkonvention unsere demokratische

Berger, Bezzola, Binder, Bircher Peter, Bühler Simeon, Burgi, Selbstbestimmung aufgeben würden.

Caccia, Cavadini Adriano, Chevallaz, Columberg, Comby,

Cornaz, Darbellay, Deiss, Dettling, Dormann, Engler, Epiney, Schriftliche Erklärung des Bundesrates

Eymann Christoph, Früh, Gobet, Gros Jean-Michel, Hari, He- vom 12. Dezember 1994

berlein, Hegetschweiler, Hess Otto, Hildbrand, Jaggi Paul, Déclaration écrite du Conseil fédéral

Keller Anton, Kühne, Leu Josef, Leuba, Maitre, Mamie, Mêler du 12 décembre 1994

Samuel, Oehler, Philipona, Pidoux, Pini, Raggenbass, Rutis- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

hauser, Sandoz, Savary, Scheurer Rémy, Schmidhalter,

Schmied Walter, Schnider, Schweingruber, Seiler Hanspeter, Le président: M. Bund! combat cette intervention. La discus-

Spoerry, Stamm Luzi, Steinegger, Stucky, Theubet, Tschup- sion est renvoyée.

pert Karl, Vetterli, Wanner, Wick, Wyss William, Zwahlen (62)

Verschoben - Renvoyé

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die Alpenkonvention ist im November 1991 von Bundesrat

Cotti in Salzburg unterzeichnet worden. Von Anfang an haben

vor allem die Bergkantone bemängelt, dass das Vertragswerk

ihren Vorstellungen nicht entspricht Die Schweiz hat in der

Folge mehrere Vorschläge gemacht, welche in die Protokolle #ST# 94.3533

der Konvention eingebaut werden sollen.

Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departementes des In- Postulat Grossenbacher

nern hat vor Monatsfrist an einem Treffen mit Umweltministern Bewussteres und gesünderes

erklärt, die Schweiz werde «auf keinen Fall den internationalen

Konsum- und Ernàhrungsverhalten

Kalender der Alpenkonvention bremsen». Andererseits war

vom gleichen Departement noch im Jahr 1991 an der Umwelt- Amélioration

ministerkonferenz in Salzburg die Erklärung abgegeben wor- des habitudes alimentaires

den, dass der Bundesrat das Ratifizierungsverfahren erst ein-

leiten werde, «wenn die laufenden Verhandlungen über die

Zusatzprotokolle zu einem für die Schweiz zufriedenstellen-

den Abschluss gekommen sind».

Die Vernehmlassung zu den fünf Ausführungsprotokollen der Wortlaut des Postulates vom 13. Dezember 1994

Alpenkonvention hat ein sehr ernüchterndes Resultat ge- Mit dem Ziel einer Verbesserung der Volksgesundheit wird der

bracht Vor allem bemängeln die betroffenen Bergregionen Bundesrat ersucht, Möglichkeiten zu prüfen, durch eine ver-

geschlossen, dass die gutgemeinte Alpenkonvention für die stärkte Information und Aufklärung, vor allem bei der Jugend,

wirtschaftliche Existenz des Berggebietes eine Gefahr bedeu- ein bewussteres und gesünderes Konsum- und Ernährungs-

tet Das Abkommen ist einseitig schutzorientiert und sagt prak- verhalten der Bevölkerung zu erreichen.

tisch nichts aus über die Erhaltung und Förderung des Berg- Dabei sind insbesondere Möglichkeiten im Rahmen beste-

gebietes als wirtschaftlicher Lebensraum seiner Bevölkerung. hender Institutionen (BAG, Schulen, private Trägerorganisa-

Zudem werden die demokratischen Entscheidungsstrukturen tionen usw.) zu prüfen.

der Schweiz in Frage gestellt

Immer mehr versuchen Organisationen und Leute aus den Texte du postulat du 13 décembre 1994

Städten und Agglomerationen, mit Forderungen, Gesetzen Afin de mieux assurer la santé publique, le Conseil fédéral est

und Vorschriften oder einer Alpenkonvention über unser Berg- prié d'examiner les moyens d'améliorer les habitudes alimen-

gebiet zu verfügen. Dabei spielt oft eine verhaltene Verachtung taires de la population, en particulier des jeunes, grâce à une

mit, die geprägt ist von der alten Arroganz der Städter gegen- information plus poussée sur les principes de la diététique.

über der einfachen Bergbevölkerung. Il importe notamment d'étudier les possibilités qu'offrent les

Die Schweiz und ihre Berggebiete sind jederzeit in der Lage, institutions existantes telles que l'OFSP, les écoles et d'autres

den Beweis zu erbringen, dass wir eine einseitige Fremdbe- organismes privés.

stimmung mit einer Alpenkonvention nicht nötig haben. Bis

heute haben wir mit unseren demokratischen Instrumenten Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine- Aucun

der direkten Demokratie selber entscheiden können, wie der

Umweltschutz in den Berggebieten gesetzlich festgelegt wird. Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Ein paar Beispiele sind: Umweltschutzgesetz, Bundesgesetz Nach den neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik vom

über den Natur- und Heimatschutz, Gewässerschutzgesetzt, Juli 1994 werden die Schweizer dieses Jahr rund 36 Milliarden

Bundesgesetz über die Fischerei, Waldgesetz, die umfas- Franken für ihre Gesundheit ausgeben. Das ist doppelt so viel

sende Gesetzgebung auf dem Gebiet der Raumplanung, wie im Jahre 1985!

Richtplanung, Bundesinventar der Landschaften und Natur- Herr Prof. Dr. J. Somogyi, Universität Zürich, hielt am 7. Ja-

denkmäler von nationaler Bedeutung (BLN), Bundesinventar nuar 1992 ein Referat an der Harvard Universität Boston mit fol-

der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung gendem Thema: «Die Bedeutung der Ernährungsaufklärung

(ISOS), Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore von für die Volksgesundheit und die Volkswirtschaft».

nationaler Bedeutung usw. Dabei hielt er folgendes fest:

Diese umfangreichen eidgenössischen und kantonalen Er- Die Ausgaben für die Behandlung und Rehabilitation ernäh-

lasse bilden einen sehr wirksamen Schutz des Berggebietes. rungsbedingter Krankheiten stiegen in der Schweiz von 1980

Und da diese Gesetze alle die Hürde der direkten Demokratie bis 1988 u m 63 Prozent

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Blatter Alpenkonvention. Ratifizierung

Postulat Blatter Convention sur la protection des Alpes. Ratification

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1995

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 17

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 94.3379

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 24.03.1995 - 08:00

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Data

Seite 951-952

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