Zurich Drug Scene and Emergency Powers Debate
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed an urgent interpellation concerning the escalating drug situation and open drug scene in Zurich, specifically the "Letten" area. The interpellation questioned the government's readiness to use emergency powers to dismantle foreign drug dealer structures, provide civil or military facilities as temporary prisons, and establish an effective network for addicts. The government responded that while drug law enforcement is primarily a cantonal responsibility, the federal government supports cantons and cities. It stated that legal requirements for using military facilities as prisons are not met due to safety and structural issues, and that existing barracks are generally unsuitable. The government also noted that while it supports measures against foreign dealers, extending detention periods for them beyond the legal limit would require legislative changes, and that current legal interpretations allow for detention if public order is severely threatened. Regarding addicts, the government indicated that a catalog of measures is being developed and that approximately 50% of apprehended addicts can be repatriated for extended periods.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 14d derung, Art. 14 Anag, Art. 14d Abs. 2 Bst b Anag; Zurich Drug Scene and Emergency Powers Debate: The interpellation questioned the government's readiness to use emergency powers to dismantle foreign drug dealer structures, provide civil or military facilities as temporary prisons, and establish an effective network for addicts. The government responded that while drug law enforcement is primarily a cantonal responsibility, the federal government supports cantons and cities. It stated that legal requirements for using military facilities as prisons are not met due to safety and structural issues, and that existing barracks are generally unsuitable. The government also noted that while it supports measures against foreign dealers, extending detention periods for them beyond the legal limit would require legislative changes, and that current legal interpretations allow for detention if public order is severely threatened. Regarding addicts, the government indicated that a catalog of measures is being developed and that approximately 50% of apprehended addicts can be repatriated for extended periods.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertLimits the duration of detention for foreigners awaiting deportation to a maximum of 30 days, and the Federal Court's jurisprudence allows for internment in specific circumstances.
Establishes the legal requirement of a serious threat to public order for internment.
Volltext
4. Oktober 1994 N 1687 Drogenpolitik
s'agirait d'abord de préciser ce qu'il convient de considérer 2. Est-il prêt à intervenir pour que des hébergements civils ou
comme rentable dans le cadre de ladite politique en matière militaires puissent être mis provisoirement à disposition
de drogue. comme prisons?
L'exécution des peines relevant de la souveraineté cantonale, 3. Quelles mesures pense-t-il prendre pour que l'on puisse
la Confédération ne dispose d'aucune indication à ce sujet et créer un réseau d'accueil le plus efficace possible pour les
n'est pas non plus en mesure de s'en procurer à court terme. toxicomanes?
Etant donné que les auteurs d'infractions liées à la drogue ont
le plus souvent fait l'objet d'une condamnation primaire pour Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun
des délits de droit commun, il devrait s'avérer difficile de déter-
miner la proportion de ceux dont la délinquance est étroite- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
ment associée à leur toxicomanie. Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
9. Le danger lié à l'usage du cannabis réside en premier lieu eine schriftliche Antwort.
dans le phénomène de consommation régulière, avec le ris-
que d'une dépendance psychique. Les centres de consulta- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
tion doivent assister des usagers de cannabis qui ne surmon- vom 3. Oktober 1994
tent pas eux-mêmes les conséquences de leur état ou de leurs Rapport écrit du Conseil fédéral
comportements (désintérêt et désengagement, prises de ris- du 3 octobre 1994
ques excessifs, dépression, etc.). Des consommations régu- 1. Die Strafverfolgung im Bereich des Betäubungsmittelrechts
lières sont aussi parfois précurseurs de consommations ex- ist von Gesetzes wegen Sache der Kantone (Art. 28 Abs. 1
cessives d'autres produits psychotropes: alcool, médica- BetmG). Der Bund unterstützt die Kantone und Städte bei die-
ments, héroïne, cocaïne, etc. Pour ces raisons, la prévention ser schwierigen Aufgabe. Mit Bezug auf Zürich ist ein Mass-
des dépendances doit veiller à empêcher une consommation nahmenkatalog im Entstehen. Für die Anwendung von Bun-
problématique de cannabis, en particulier chez les adoles- des-Notrecht fehlen die notwendigen Voraussetzungen.
cents. Hingegen ist der Bundesrat überzeugt, dass eine Annahme
des Bundesgesetzes über Zwangsmassnahmen im Auslän-
derrecht es gestattet, effizienter gegen ausländischer Dealer
vorzugehen.
2. Rechtliche Beurteilung
#94.3343
ST#
Die Gefängnisplätze müssen gemäss Menschenrechtskon-
vention Minimalanforderungen in Bereichen wie Zellengrösse,
Dringliche Interpellation Scherrer Werner Belüftung, Beleuchtung, Schutz, Sicherheit usw. erfüllen. Falls
Auflösung der Drogenhölle Letten man militärische Unterkünfte umnutzen möchte, müssten
bauliche Massnahmen ergriffen werden.
Interpellation urgente Scherrer Werner Zusätzlich ist zu beachten, dass die rechtliche Frage einer ge-
Scène ouverte de la drogue au Letten. nerellen Umnutzung geklärt werden müsste. Zudem muss
Dissolution zwischen kantonalen und bundeseigenen militärischen Unter-
künften unterschieden werden. Dementsprechend besitzen
der Bund wie die Kantone nur die Entscheidungskompetenz
über die eigenen Gebäude.
Aufgrund der rechtlichen Lage muss davon ausgegangen
Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1994 werden, dass zeitlich aufwendige rechtliche Abklärungen so-
Die Drogensituation in Zürich hat ein gefährliches und explosi- wie die separate Beurteilung jedes einzelnen Gebäudes durch
ves Ausmass angenommen, welche nicht nur unsere Jugend, die entsprechenden Entscheidungsinstanzen vorgenommen
sondern das ganze Staats- und Rechtswesen in Frage stellt. werden müssten.
Die Drogenpolitik der Zürcher Behörden hat totalen Schiff- Verfügbarkeit
bruch erlitten, der Letten ist zu einer nationalen Schande ge- Es sind grundsätzlich keine Kasernen vorhanden, die auch
worden. Die Gewalt eskaliert, Schiessereien sind an der Ta- nur vorübergehend, d. h. während Monaten, zur Verfügung
gesordnung, und grosse Teile der Bevölkerung werden terro- gestellt werden könnten: Sämtliche Kasernen sind belegt, ein-
risiert. zelne Schulen sind bereits heute ausserhalb von Kasernen in
Ich bitte den Bundesrat um Prüfung und Beantwortung folgen- den um den Waffenplatz liegenden Gemeinden unterge-
der Fragen: bracht. Die Situation wird sich mit der «Armee 95» akzentuie-
1. Wäre er bereit, mit Notrecht und Unterstützung der Bundes- ren, dazusätzlich zu den Rekrutenschulen WK-Truppen in ver-
behörden die mafiosen Strukturen der vornehmlich ausländi- mehrtem Masse die Waffenplätze belegen werden.
schen Dealerbanden sofort aufzulösen? Die Belegung von Arrestlokalen in vorhandenen Kasernen
2. Wäre er bereit mitzuhelfen, dass zivile oder militärische Un- oder Anlagen muss ebenfalls ausser Betracht fallen, da diese
terkünfte als Gefängnisplätze vorübergehend zur Verfügung in relativ geringer Zahl zur Verfügung stehen, teilweise der Ge-
gestellt werden könnten? heimhaltung unterliegen, nicht den Anforderungen entspre-
3. Welche Massnahmen gedenkt er zu treffen, dass ein mög- chen, und zudem würde eine Belegung zu einer nicht tolerier-
lichst effizientes Auffangnetzfür die Süchtigen geschaffen wer- baren Durchmischung von Truppe und Kriminellen führen. Zu-
den kann? dem kann weder die Verpflegung in allen Fällen sichergestellt
werden, noch ist eine Bewachung der Häftlinge durch die
Texte de l'interpellation du 20 septembre 1994 Truppen aus rechtlichen Gründen möglich.
La scène de la drogue à Zurich a pris une ampleur dangereuse Ausweichlösungen für die Unterbringung laufender oder künf-
et la situation est si explosive qu'elle ne menace pas seulement tiger Kader- bzw. Rekrutenschulen in für die Ausbildung weni-
notre jeunesse, mais aussi notre Etat et notre ordrejuridique. La ger günstigen Unterkünften hätten verheerende psychologi-
politique des autorités zurichoises en la matière est un échec sche Auswirkungen auf die jungen Armeeangehörigen wie auf
total, le Letten est devenu une honte nationale. C'est l'escalade die Bevölkerung.
de la violence et les échanges de coups de feu sont quotidiens Andere Liegenschaften, wie beispielsweise freie oder noch
au point que la plupart des habitants sont terrorisés. aufzustellende Baracken, sind für die Unterbringung von Kri-
Je prie le Conseil fédéral d'examiner les questions suivantes et minellen kaum geeignet, weil diese von der Bauweise her
d'y répondre: nicht für diesen Zweck konstruiert wurden. Demzufolge ent-
1. Est-il disposé à faire usage du droit d'urgence et avec l'ap- sprechen sie nicht den Anforderungen bezüglich Sicherheit
pui des autorités fédérales à dissoudre immédiatement les und Einrichtung. Was den Aufbau von Baracken der Armee
bandes de dealers aux structures mafieuses et pour la plupart betrifft, darf nicht verkannt werden, dass als Voraussetzung
formées d'étrangers? das Bauland, die Anschlüsse an die Versorgungsnetze (Elek-
Politique en matière de drogue 1688 N 4 octobre 1994
trizität, Wasser, Abwasser), das Mobiliar und diverse Schutz- Texte de l'interpellation du 20 septembre 1994
einrichtungen (Brandgefahr) sowie Sicherheitsvorkehrungen La situation est devenue inadmissible au Letten, dans le 5e ar-
(Ausbruchsicherheit) vorhanden sein müssen. rondissement de Zurich. Ce lieu, qui échappe au droit, agit
Unterirdische Anlagen der Armee, gleich welcher Art, sind im comme un aimant pour les trafiquants du monde entier et pour
Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention soge- les toxicomanes de toute la Suisse. Ce problème national ris-
nannt menschenunwürdige Unterkünfte und würden die que de nuire durablement à l'image de la Suisse. Il importe
Schweiz im internationalen Umfeld diskreditieren. donc d'adopter une politique cohérente en matière de drogue,
Zusammenfassung comme celle que le PRD et d'autres partis réclament à cor et à
Die Armee verfügt über keine Gebäude, die sofort als Gefäng- cri depuis des mois. La collaboration renforcée entre la Confé-
nisse umgenutzt oder in Betrieb genommen werden könnten. dération, le canton et la Ville ne doit pas se limiter à des solu-
Die Ausquartierung von Truppen aus Kasernen zugunsten von tions à moyen terme, mais doit rapidement conduire à des me-
Kriminellen würde nicht verstanden. sures immédiates efficaces prises dans le cadre d'un train de
Baracken genügen grundsätzlich den Anforderungen, die an mesures.
ein Gefängnis gestellt werden, nicht. Le Conseil fédéral est donc invité, en qualité d'organe su-
3. Siehe Stellungnahme zu Vorstoss 94.3327 hiervon prême de coordination, à répondre aux questions suivantes:
1. Où en est le groupe de travail composé de la Confédération,
du canton et de la Ville de Zurich dans la coordination des me-
sures envisagées?
2. Quelles mesures sont prévues pour fermer la scène ouverte
#ST# 94.3347 du Letten, et suivant quel calendrier?
3. Le canton de Zurich peut-il prolonger, à titre de mesure d'ur-
Dringliche Interpellation gence, la durée de la détention des trafiquants étrangers en
der freisinnig-demokratischen Fraktion vue de leur refoulement?
Sofortmassnahmen 4. Que donnent les premiers transferts de toxicomanes forte-
in der Drogenpolitik ment dépendants vers des centres d'assistance communaux?
5. Quand procédera-t-on à l'extension de la distribution d'hé-
Interpellation urgente roïne sous contrôle médical? Où auront lieu ces distributions?
du groupe radical-démocratique 6. Qu'en est-il des mesures urgentes visant à promouvoir les
Politique en matière de drogue. différentes thérapies proposées aux toxicomanes (village pour
Mesures immédiates toxicomanes par exemple)?
7. Quand et sous quelle forme la révision de la loi fédérale sur
les stupéfiants (LStup) sera-t-elle introduite?
8. Le Conseil fédéral n'est-il pas, lui aussi, d'avis qu'une base
juridique doive être créée en vue de procéder plus tôt à l'incar-
Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1994 cération à des fins d'assistance et de prolonger cette dernière
Auf dem Areal Letten im Kreis 5 in Zürich bestehen unhaltbare pour encourager les toxicomanes à suivre une thérapie?
Zustände. Dieser rechtsfreie Raum wirkt als Magnet für den in- 9. Le Conseil fédéral est-il d'avis que la nouvelle réglementa-
ternationalen Drogenhandel und für drogenkranke Menschen tion doive, pour des raisons politiques et matérielles, être intro-
aus der ganzen Schweiz. Es ist damit ein nationales Problem duite dans la LStup et non pas dans le Code civil?
entstanden, welches dem schweizerischen Image langfristi-
gen Schaden zufügt. Dieses Problem muss durch eine kohä- Sprecher-Porte-parole: Mühlemann
rente Drogenpolitik angegangen werden, wie sie von der FDP
zusammen mit ändern Parteien in den letzten Monaten inten- Schriftliche Begründung
siv gefordert worden ist. Die vertiefte Zusammenarbeit zwi- Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen
schen Bund, Kanton und Stadt darf sich nicht auf mittelfristige eine schriftliche Antwort.
Lösungen beschränken, sondern muss schnell zu wirksamen
Sofortaktionen im Rahmen eines kombinierten Massnahmen- Développement par écrit
paketes führen. Les auteurs renoncent au développement et demandent
Der Bundesrat als letztinstanzliches Koordinationsorgan wird une réponse écrite.
deshalb eingeladen, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wie weit ist die Projektorganisation von Bund, Kanton und Schrittliche Stellungnahme des Bundesrates
Stadt Zürich mit der Koordination der in Aussicht gestellten vom 3. Oktober 1994
Massnahmen gediehen? 1./2./5.-9. Siehe Stellungnahme zu Vorstoss 94.3327 hiervon
2. Welches sind die vorgesehenen Massnahmen zur Schlies- 3. Artikel 14 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Nieder-
sung der offenen Szene Letten, und welcher Zeitplan besteht lassung der Ausländer (Anag) beschränkt die Ausschaffungs-
dafür? haft auf maximal 30 Tage. Es liegt nicht in der Kompetenz der
3. Kann der Kanton Zürich in notrechtlicher Weise die Aus- Kantone, diese Haftdauer «in notrechtlicher Weise» auszudeh-
schaffungshaft für ausländische Drogendealer verlängern? nen. In Anbetracht der jüngsten bundesgerichtlichen Recht-
4. Wie sind die ersten Erfahrungen mit der Rückführung von sprechung ist dies auch nicht nötig. Das Bundesgericht hält in
schwerkranken Drogenabhängigen in die kommunale Für- BGE119 Ib 202ff. nämlich fest, dass ein mehrmals im Drogen-
sorge? milieu aufgegriffener Ausländer ohne Anwesenheitsberechti-
5. Wo und wann erfolgen die erweiterten Versuche mit der ärzt- gung in der Schweiz interniert werden könne, weil die für
lich kontrollierten Heroinabgabe? die Anordnung einer Internierung gesetzlich erforderliche
6. Wie ist der Stand bei den dringenden Massnahmen zur För- schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung (Art. 14d
derung der verschiedenen Drogentherapieformen (z. B. auch Abs. 2 Bst b Anag), die von dieser Szene ausgehe, ihm per-
Drogendorf)? sönlich zuzurechnen sei.
7. Wann und in welcher Form wird die Revision des Betäu- 4. Nach den Auskünften aus dem Kanton Zürich lassen sich
bungsmittelgesetzes eingeleitet? rund 50 Prozent der aufgegriffenen Drogenabhängigen für
8. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass eine gesetzliche längere Zeit zurückführen.
Grundlage geschaffen werden muss zwecks früheren Grei-
fens der fürsorgerischen Freiheitsentziehung und zwecks de- Rapport écrit du Conseil fédéral
ren Verlängerung für eine Therapiemotivation? du 3 octobre 1994
9. Ist der Bundesrat der Meinung, dass diese Neuregelung 1./2./5.-9. Voir rapport sur l'intervention 94.3327 ci-devant
aus politischen und sachlichen Gründen im Betäubungsmit- 3. L'article 14 de la loi fédérale sur le séjour et l'établissement
telgesetz und nicht im ZGB erfolgen soll? des étrangers (LSEE) limite la détention en vue du refoulement
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Scherrer Werner Auflösung der Drogenhölle Letten
Interpellation urgente Scherrer Werner Scène ouverte de la drogue au Letten. Dissolution
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1994
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3343
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.10.1994 - 08:00
Date
Data
Seite 1687-1688
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