Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 94-3342 KI-generiert

Swiss Drug Policy: Prohibition, Decriminalization, and Enforcement

Geschäftsnummer VPB 94-3342
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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This document concerns questions and responses regarding Swiss drug policy. It addresses the effectiveness of prohibition, potential decriminalization, drug treatment programs, the scale of the illegal drug market, and the costs associated with drug prohibition. The Federal Council outlines existing legal frameworks for addressing drug-related crime, particularly concerning foreigners, and discusses the limitations and possibilities of current policies, including the use of coercion in foreign national law and the responsibilities of cantons in enforcing drug laws. It also touches upon the specific issue of open drug scenes and the challenges of managing them.

Legislator-Regeste

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Art. 14 ZUG, Art. 14 LAS, Art. 29 Betäubungsmittelgesetz, Art. 15 ZUG; Swiss Drug Policy: Prohibition, Decriminalization, and Enforcement: It addresses the effectiveness of prohibition, potential decriminalization, drug treatment programs, the scale of the illegal drug market, and the costs associated with drug prohibition. The Federal Council outlines existing legal frameworks for addressing drug-related crime, particularly concerning foreigners, and discusses the limitations and possibilities of current policies, including the use of coercion in foreign national law and the responsibilities of cantons in enforcing drug laws. It also touches upon the specific issue of open drug scenes and the challenges of managing them.

Schlagwörter

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Vollstreckung Einfuhr von Betäubungsmitteln Beschränkungen unterliegende Stoffe Fremdes Recht Drogensucht Aussenpolitik

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 29 Betäubungsmittelgesetz

Cited as the basis for the federal government's central office for combating illicit drug trafficking.

Art. 14 ZUG

Cited for cost reimbursement between cantons for drug-dependent individuals.

Art. 15 ZUG

Cited for cost reimbursement possibilities related to social assistance for drug-dependent individuals.

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Volltext

4. Oktober 1994 N 1685 Drogenpolitik

Développement par écrit appartient aux cantons de les appliquer de manière rigou-

Les auteurs renoncent au développement et demandent une reuse. De l'avis du Conseil fédéral, la loi fédérale sur les mesu-

réponse écrite. res de contrainte en matière de droit des étrangers, loi adoptée

par les Chambres, contient toutes les dispositions propres à

Schrittliche Stellungnahme des Bundesrates sanctionner les abus commis par des étrangers sans droit de

vom 3. Oktober 1994 résidence en Suisse, qui fréquentent la «scène ouverte de la

1.-4./6. Siehe Stellungnahme zu Vorstoss 94.3327 hiervon drogue», sans toutefois tomber sous le coup de sanctions pé-

5. Die bereits im Bundesgesetz vom 24. Juni 1977 über die Zu- nales.

ständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger (ZUG), insbeson-

dere Artikel 14 und 15, vorgesehenen Kostenersatzmöglich-

keiten sind voll auszuschöpfen.

Die unmittelbare, kurzfristige Betreuung und Hilfe an Drogen-

abhängige ist unter dem Begriff «Notfallhilfe» zu subsumieren.

Handelt es sich um eine längerfristige Entzugstherapie, so ist #ST# 94.3342

mit dem Wohnsitzkanton abzuklären, ob der Aufenthaltskan-

ton diese Unterstützung in dessen Auftrag und auf dessen Ko- Dringliche Interpellation

sten weiter ausrichten kann. Wenn nicht, hat der Wohnkanton der sozialdemokratischen Fraktion

dem Aufenthaltskanton die Kosten der Rückkehr zu ersetzen Fragen zur Drogenpolitik

(vgl. Art. 14 ZUG).

7. Gemäss Artikel 29 des Betäubungsmittelgesetzes führt der Interpellation urgente

Bund eine Zentralstelle für die Bekämpfung des unerlaubten du groupe socialiste

Betäubungsmittelverkehrs. Die Zentralstelle hat zur Hauptsa- Questions concernant

che Koordinationsaufgaben bei Fällen, die mehrere Kantone la politique en matière de drogue

betreffen oder Abklärungen im Ausland nötig machen. Dies-

falls arbeitet sie mit Interpol zusammen. In internationalen und

interkantonalen Fällen von Drogenhandel kann sie eigene ge-

richtspolizeiliche Ermittlungsverfahren führen. Sie tut dies in

Zusammenarbeit mit örtlichen Polizeistellen. Die Zentralstelle Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1994

ist im Bundesamt für Polizeiwesen eingegliedert Für den 1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die Drogenprohibi-

Staatsschutz dagegen ist die Bundesanwaltschaft zuständig. tionspolitik der letzten Jahrzehnte gemessen am Ziel der Ver-

Die Zusammenarbeit ist sichergestellt. hinderung der individuai- und sozialschädigenden Wirkungen

8. Es ist vorweg festzuhalten, dass zur Bekämpfung der Dro- des Drogenkonsums heute als gescheitert betrachtet werden

genkriminalität primär die Bestimmungen des Strafrechts, muss? Und dass insbesondere die Teilrevision des Betäu-

namentlich des Betäubungsmittelgesetzes, Anwendung fin- bungsmittelgesetzes vom 20. März 1975 (mit der der Drogen-

den müssen. Ihre konsequente Anwendung ist Sache der konsum als strafbar erklärt und die Höchststrafe für Verstösse

Kantone. Für Ausländer ohne Anwesenheitsberechtigung in gegen das Gesetz von fünf auf zwanzig Jahre - analog zu Tö-

der Schweiz, die der Drogenszene zuzurechnen sind, ohne tungsdelikten - erhöht worden waren) die Probleme verschärft

strafrechtlich in Erscheinung zu treten, beinhaltet das vom und nicht gelöst hat?

Parlament verabschiedete Bundesgesetz über Zwangsmass- 2. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass das Betäu-

nahmen im Ausländerrecht nach Auffassung des Bundesra- bungsmittelgesetz aufgrund der Erfahrungen, aber auch der

tes genügend wirksame Instrumente, um Missbräuchen zu gewandelten Auffassungen revidiert werden muss, nachdem

begegnen. inzwischen auch kantonale Standesinitiativen (vgl. die Stan-

desinitiative Solothurn vom 7. Dezember 1992) die Legalisie-

Rapport écrit du Conseil fédéral rung des Konsums und die Errichtung eines Betäubungsmit-

du 3 octobre 1994 telmonopols verlangen? Wie beurteilt der Bundesrat den Zeit-

1.^4./6. Voir rapport sur l'intervention 94.3327 ci-devant. bedarf für die Vorbereitung einer Gesetzesrevision? Welche

5. Les possibilités de remboursement prévues par la loi fédé- Punkte soll diese aus Sicht des Bundesrates umfassen?

rale du 24 juin 1977 sur la compétence en matière d'assis- 3. Wie viele Menschen befinden sich in der Schweiz in Metha-

tance des personnes dans le besoin (LAS), en particulier aux donprogrammen, bzw. wie vielen Menschen wird ärztlich kon-

articles 14 et 15, doivent être exploitées pleinement. trolliert Methadon abgegeben?

L'assistance et l'aide immédiate et temporaire aux personnes 4. Wie bewertet der Bundesrat die bisherigen Erfahrungen mit

dépendantes de la drogue doivent être assimilées au «cas den Versuchen der ärztlich kontrollierten Heroinabgabe für

d'urgence». S'il s'agit d'une thérapie de sevrage à long terme, Schwerabhängige? Trifft es zu, dass sich die soziale Integra-

il appartient au canton de séjour de s'entendre avec le canton tion, aber auch die Gesundheit der Betroffenen stark verbes-

de domicile sur la poursuite de l'assistance sur mandat et à sert haben?

charge de ce dernier. En cas de refus du canton de domicile, 5. Ist der Bundesrat bereit, im Sinne einer Sofortmassnahme

celui-ci doit rembourser au canton de séjour les frais de retour die Versuche mit der ärztlichen kontrollierten Abgabe, insbe-

au lieu de domicile (cf. art. 14 LAS). sondere von Heroin, für Schwerabhängige im Rahmen der

7. En vertu de l'article 29 de la loi fédérale sur les stupéfiants Überlebenshilfe auf dem Verordnungswege auszuweiten?

(LStup), la Confédération dirige un office central de lutte Wie beurteilt der Bundesrat die für die Durchführung dieser

contre le trafic illicite des stupéfiants. L'office central assume Programme erforderlichen Institutionen? Wie die Kooperation

principalement des fonctions de coordination dans des affai- der Kantone mit Blick auf die Notwendigkeit dezentraler Ver-

res concernant plusieurs cantons ou qui rendent nécessaire la sorgung? Ist er bereit, diese Kooperation und den Aufbau der

recherche de renseignements à l'étranger. Dans ce cas, il col- für eine dezentrale Versorgung und Betreuung erforderlichen

labore avec Interpol. Dans les affaires d'envergure internatio- Institutionen zu fördern (auch finanziell)?

nale ou intercantonale touchant au trafic illicite de stupéfiants, 6. Die Zentralstelle Rauschgift des BAP schätzt den mutmass-

cet office peut mener ses propres enquêtes de police judi- lichen schweizerischen Jahresumsatz im Bereich der illegalen

ciaire. Il effectue cela en collaboration avec les polices locales. Drogen offenbar auf weit über 2 Milliarden Franken - selbst-

L'office central est incorporé dans l'Office fédéral de la police. verständlich unversteuert Wie beurteilt der Bundesrat die

Par contre, le Ministère public de la Confédération est compé- Grössenordnung der Inlandnachfrage und des Drogenmark-

tent en ce qui concerne la protection de l'Etat. La collaboration tes Schweiz?

est dans ce sens garantie. 7. Wie beurteilt der Bundesrat die Kosten der Drogenprohibi-

8. Il y a eu lieu de relever d'emblée que, pour lutter contre la cri- tion in der Schweiz? Wie viele Gefängnisplätze (und welcher

minalité liée à la drogue, les dispositions du droit pénal, no- Anteil der überhaupt bestehenden Gefängnisplätze) sind

tamment celles de la LStup, sont applicables en premier lieu. Il durch Drogendelinquentinnen und -delinquenten belegt?

Politique en matière de drogue 1686 N 4 octobre 1994

8. Der Grossteil der Verzeigungen im Drogenbereich betrifft en 1993) bien que, suite à la publication, en 1989, d'un rapport

nach wie vor den Drogenkonsum (1993: 28000), obschon de la sous-commission «Drogue» de la Commission fédérale

sich bereits nach dem Bericht 1989 der Subkommission «Dro- des stupéfiants, quinze cantons et cinq partis, dont le PRD et le

genfragen» der Eidgenössischen Betäubungsmittelkommis- PSS, se soient prononcés, lors de la consultation, pour la dé-

sion fünfzehn Kantone und fünf Parteien (inkl. FDP und SPS) in pénalisation de la consommation de stupéfiants. Le Conseil

der Vernehmlassung für die Straflösigkeit des Betäubungsmit- fédéral est-il disposé à revenir sur sa décision du 20 février

telkonsums ausgesprochen hatten. Ist der Bundesrat bereit, 1991, par laquelle il s'opposait à la dépénalisation de la con-

von seinem Entscheid vom 20. Februar 1991 gegen die Straf- sommation de drogue, et donc à décharger enfin la police et la

lösigkeit des Drogenkonsums abzurücken und damit Polizei justice des tâches de répression de la consommation?

und Strafjustiz endlich von der Aufgabe der Verfolgung des 9. Que pense-t-il du danger représenté par le cannabis depuis

Konsums zu entlasten? que le Tribunal fédéral, dans un arrêt de 1991, a déclaré que,

9. Wie beurteilt der Bundesrat schliesslich die Gefährlichkeit en l'état des connaissances actuelles, cette substance, même

von Cannabis, nachdem inzwischen (1991) auch das Bundes- consommée en grandes quantités, n'est pas susceptible de

gericht entschieden hat, dieser Stoff sei nach dem heutigen mettre en danger la vie de nombreuses personnes? Combien

Stand der Erkenntnisse auch in grossen Mengen konsumiert de condamnations en rapport avec le cannabis ont été pro-

nicht geeignet, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu noncées ces dernières années? Outre la révision, nécessaire,

bringen? Wie viele Verurteilungen erfolgten in den letzten Jah- de la législation, quels autres obstacles s'opposent à une lé-

ren im Zusammenhang mit dem Wirkstoff Cannabis? Welche galisation?

Hindernisse stellen sich über die erforderliche Änderung der

Gesetzgebung hinaus einer Legalisierung entgegen? Sprecher - Porte-parole: Rechsteiner

Texte de l'interpellation du 20 septembre 1994 Schriftliche Begründung

1. Le Conseil fédéral est-il aussi d'avis que la politique d'inter- Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen

diction de la drogue appliquée au cours des dernières décen- eine schriftliche Antwort

nies doit être considérée comme un échec en ce qui concerne

la prévention des effets dévastateurs de la consommation de Développement par écrit

drogue sur les plans social et individuel? Ne pense-t-il pas que Les auteurs renoncent au développement et demandent une

la révision partielle, du 20 mars 1975, de la loi fédérale sur les réponse écrite.

stupéfiants (LStup), qui a introduit la punissabilité de la

consommation de drogue et a fait passer les peines d'empri- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

sonnement maximales, pour les infractions à la loi, de cinq à vom 3. Oktober 1994

vingt ans - comme pour les délits de meurtre - n'a fait qu'ag- 1.-5./8. Siehe Stellungnahme zu Vorstoss 94.3327 hiervon

graver les problèmes au lieu de les résoudre? 6. Es ist naturgemäss schwierig, verlässliche quantitative Fest-

2. N'estime-t-il pas, lui aussi, que, compte tenu des expérien- stellungen zum illegalen Betäubungsmittelverkehr zu ma-

ces qui ont été faites et des changements qui sont intervenus chen. Es handelt sich um reine Schätzungen, die aus der Zahl

dans les mentalités, la LStup devrait être révisée, et ce, d'au- der Konsumenten und der beschlagnahmten Drogenmenge

tant plus que certains cantons ont déposé des initiatives (no- abgeleitet werden, andererseits auch auf internationalen (ge-

tamment le canton de Soleure, le 7 décembre 1992) qui récla- schätzten) Angaben beruhen. Der Bundesrat kann deshalb

ment la légalisation de la consommation et la création d'un die genannte Zahl weder bestätigen noch dementieren.

monopole des stupéfiants? Combien de temps pense-t-il qu'il 7. Es bestehen keine Zahlen über die Kosten der Durchfüh-

faille pour préparer une révision de la loi? A son avis, quels rung der heutigen schweizerischen Drogenpolitik. Im übrigen

points cette révision devrait-elle englober? müsste erst definiert werden, was im Rahmen dieser Drogen-

3. Combien de personnes en Suisse participent à des pro- politik als kostenwirksam einzustufen ist

grammes de distribution de méthadone? Combien de person- Zumal der Strafvollzug unter kantonaler Hoheit steht, verfügt

nes reçoivent de la méthadone sous contrôle médical? der Bund über keine einschlägigen Angaben und vermag sol-

4. Quel jugement le Conseil fédéral porte-t-il sur les enseigne- che kurzfristig auch nicht zu ermitteln. Da die meisten «Dro-

ments tirés des essais de distribution d'héroïne sous contrôle gendelinquenten» häufig primär wegen gemeinrechtlicher De-

médical à des personnes fortement dépendantes? Est-il exact likte verurteilt worden sind, dürfte es im übrigen schwerfallen,

que l'intégration sociale et la santé de ces personnes se sont den Anteil derer zu ermitteln, die schwergewichtig im Zusam-

nettement améliorées? menhang mit ihrer Drogensucht straffällig geworden sind.

5. Le Conseil fédéral est-il disposé, par voie d'ordonnance età 9. Das Gefährdungspotential beim Cannabiskonsum gründet

titre de mesure d'urgence, à étendre les essais de distribution sich in erster Linie auf das Phänomen der möglichen Entwick-

de drogue sous contrôle médical, en particulier d'héroïne, aux lung einer seelischen Abhängigkeit in der Folge regelmässi-

personnes fortement dépendantes, dans le cadre de l'aide à la ger Verwendung dieser Substanzen. Die Beratungsstellen für

survie? Suchtfragen sollen den Cannabiskonsumierenden mit Abhän-

Que pense-t-il des institutions nécessaires à la mise en oeuvre gigkeitsproblemen (Gleichgültigkeit und Apathie, Eingehen

de ces programmes? Que pense-t-il de la coopération entre erhöhter Risiken, Depressionen usw.) beistehen. Regelmässi-

cantons dans l'optique d'une distribution décentralisée, qui ger Konsum von Cannabisprodukten kann hie und da überlei-

répond à une nécessité? Est-il disposé à promouvoir cette ten zum Konsum anderer psychotroper Substanzen wie Alko-

coopération, de même que la mise en place des institutions hol, Medikamente, Heroin, Kokain usw. Aus diesen Gründen

nécessaires à une distribution et à un encadrement décentrali- soll die Suchtprävention sich auch des problematischen Can-

sés (et à les soutenir financièrement)? nabiskonsums annehmen, insbesondere bei Jugendlichen.

6. L'Office central des stupéfiants de l'Office fédéral de la po-

lice estime le chiffre d'affaires annuel réalisé dans le domaine Rapport écrit du Conseil fédéral

des drogues illégales à plus de deux milliards de francs, du 3 octobre 1994

somme échappant bien évidemment à toute imposition. Selon 1.-5./8. Voir rapport sur l'intervention 94.3327 ci-devant

le Conseil fédéral, quelle est l'importance de la demande inté- 6. Il est évidemment difficile de fournir des données quantitati-

rieure et du marché de la drogue en Suisse? ves tout à fait fiables sur le trafic illégal des stupéfiants. On peut

7. Quel jugement porte-t-il sur les coûts engendrés par l'inter- tout au plus faire des estimations en s'appuyant sur le nombre

diction de la drogue en Suisse? Combien de places dans les de consommateurs et la quantité de drogues saisies, ainsi que

prisons sont occupées par des personnes ayant commis des sur les données (estimations) internationales. C'est pourquoi

infractions en rapport avec la drogue? A quel pourcentage des le Conseil fédéral ne peut ni confirmer ni contester le chiffre

places existantes ce chiffre correspond-il? avancé.

8. La plupart des dénonciations en rapport avec la drogue 7. Il n'existe aucun chiffre sur les coûts de la politique actuelle-

concernent, aujourd'hui encore, la consommation (28 000 cas ment menée par la Suisse en matière de drogue. En outre, il

4. Oktober 1994 N 1687 Drogenpolitik

s'agirait d'abord de préciser ce qu'il convient de considérer 2. Est-il prêt à intervenir pour que des hébergements civils ou

comme rentable dans le cadre de ladite politique en matière militaires puissent être mis provisoirement à disposition

de drogue. comme prisons?

L'exécution des peines relevant de la souveraineté cantonale, 3. Quelles mesures pense-t-il prendre pour que l'on puisse

la Confédération ne dispose d'aucune indication à ce sujet et créer un réseau d'accueil le plus efficace possible pour les

n'est pas non plus en mesure de s'en procurer à court terme. toxicomanes?

Etant donné que les auteurs d'infractions liées à la drogue ont

le plus souvent fait l'objet d'une condamnation primaire pour Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun

des délits de droit commun, il devrait s'avérer difficile de déter-

miner la proportion de ceux dont la délinquance est étroite- Schriftliche Begründung - Développement par écrit

ment associée à leur toxicomanie. Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht

9. Le danger lié à l'usage du cannabis réside en premier lieu eine schriftliche Antwort.

dans le phénomène de consommation régulière, avec le ris-

que d'une dépendance psychique. Les centres de consulta- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

tion doivent assister des usagers de cannabis qui ne surmon- vom 3. Oktober 1994

tent pas eux-mêmes les conséquences de leur état ou de leurs Rapport écrit du Conseil fédéral

comportements (désintérêt et désengagement, prises de ris- du 3 octobre 1994

ques excessifs, dépression, etc.). Des consommations régu- 1. Die Strafverfolgung im Bereich des Betäubungsmittelrechts

lières sont aussi parfois précurseurs de consommations ex- ist von Gesetzes wegen Sache der Kantone (Art. 28 Abs. 1

cessives d'autres produits psychotropes: alcool, médica- BetmG). Der Bund unterstützt die Kantone und Städte bei die-

ments, héroïne, cocaïne, etc. Pour ces raisons, la prévention ser schwierigen Aufgabe. Mit Bezug auf Zürich ist ein Mass-

des dépendances doit veiller à empêcher une consommation nahmenkatalog im Entstehen. Für die Anwendung von Bun-

problématique de cannabis, en particulier chez les adoles- des-Notrecht fehlen die notwendigen Voraussetzungen.

cents. Hingegen ist der Bundesrat überzeugt, dass eine Annahme

des Bundesgesetzes über Zwangsmassnahmen im Auslän-

derrecht es gestattet, effizienter gegen ausländischer Dealer

vorzugehen.

2. Rechtliche Beurteilung

#94.3343

ST#

Die Gefängnisplätze müssen gemäss Menschenrechtskon-

vention Minimalanforderungen in Bereichen wie Zellengrösse,

Dringliche Interpellation Scherrer Werner Belüftung, Beleuchtung, Schutz, Sicherheit usw. erfüllen. Falls

Auflösung der Drogenhölle Letten man militärische Unterkünfte umnutzen möchte, müssten

bauliche Massnahmen ergriffen werden.

Interpellation urgente Scherrer Werner Zusätzlich ist zu beachten, dass die rechtliche Frage einer ge-

Scène ouverte de la drogue au Letten. nerellen Umnutzung geklärt werden müsste. Zudem muss

Dissolution zwischen kantonalen und bundeseigenen militärischen Unter-

künften unterschieden werden. Dementsprechend besitzen

der Bund wie die Kantone nur die Entscheidungskompetenz

über die eigenen Gebäude.

Aufgrund der rechtlichen Lage muss davon ausgegangen

Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1994 werden, dass zeitlich aufwendige rechtliche Abklärungen so-

Die Drogensituation in Zürich hat ein gefährliches und explosi- wie die separate Beurteilung jedes einzelnen Gebäudes durch

ves Ausmass angenommen, welche nicht nur unsere Jugend, die entsprechenden Entscheidungsinstanzen vorgenommen

sondern das ganze Staats- und Rechtswesen in Frage stellt. werden müssten.

Die Drogenpolitik der Zürcher Behörden hat totalen Schiff- Verfügbarkeit

bruch erlitten, der Letten ist zu einer nationalen Schande ge- Es sind grundsätzlich keine Kasernen vorhanden, die auch

worden. Die Gewalt eskaliert, Schiessereien sind an der Ta- nur vorübergehend, d. h. während Monaten, zur Verfügung

gesordnung, und grosse Teile der Bevölkerung werden terro- gestellt werden könnten: Sämtliche Kasernen sind belegt, ein-

risiert. zelne Schulen sind bereits heute ausserhalb von Kasernen in

Ich bitte den Bundesrat um Prüfung und Beantwortung folgen- den um den Waffenplatz liegenden Gemeinden unterge-

der Fragen: bracht. Die Situation wird sich mit der «Armee 95» akzentuie-

1. Wäre er bereit, mit Notrecht und Unterstützung der Bundes- ren, dazusätzlich zu den Rekrutenschulen WK-Truppen in ver-

behörden die mafiosen Strukturen der vornehmlich ausländi- mehrtem Masse die Waffenplätze belegen werden.

schen Dealerbanden sofort aufzulösen? Die Belegung von Arrestlokalen in vorhandenen Kasernen

2. Wäre er bereit mitzuhelfen, dass zivile oder militärische Un- oder Anlagen muss ebenfalls ausser Betracht fallen, da diese

terkünfte als Gefängnisplätze vorübergehend zur Verfügung in relativ geringer Zahl zur Verfügung stehen, teilweise der Ge-

gestellt werden könnten? heimhaltung unterliegen, nicht den Anforderungen entspre-

3. Welche Massnahmen gedenkt er zu treffen, dass ein mög- chen, und zudem würde eine Belegung zu einer nicht tolerier-

lichst effizientes Auffangnetzfür die Süchtigen geschaffen wer- baren Durchmischung von Truppe und Kriminellen führen. Zu-

den kann? dem kann weder die Verpflegung in allen Fällen sichergestellt

werden, noch ist eine Bewachung der Häftlinge durch die

Texte de l'interpellation du 20 septembre 1994 Truppen aus rechtlichen Gründen möglich.

La scène de la drogue à Zurich a pris une ampleur dangereuse Ausweichlösungen für die Unterbringung laufender oder künf-

et la situation est si explosive qu'elle ne menace pas seulement tiger Kader- bzw. Rekrutenschulen in für die Ausbildung weni-

notre jeunesse, mais aussi notre Etat et notre ordrejuridique. La ger günstigen Unterkünften hätten verheerende psychologi-

politique des autorités zurichoises en la matière est un échec sche Auswirkungen auf die jungen Armeeangehörigen wie auf

total, le Letten est devenu une honte nationale. C'est l'escalade die Bevölkerung.

de la violence et les échanges de coups de feu sont quotidiens Andere Liegenschaften, wie beispielsweise freie oder noch

au point que la plupart des habitants sont terrorisés. aufzustellende Baracken, sind für die Unterbringung von Kri-

Je prie le Conseil fédéral d'examiner les questions suivantes et minellen kaum geeignet, weil diese von der Bauweise her

d'y répondre: nicht für diesen Zweck konstruiert wurden. Demzufolge ent-

1. Est-il disposé à faire usage du droit d'urgence et avec l'ap- sprechen sie nicht den Anforderungen bezüglich Sicherheit

pui des autorités fédérales à dissoudre immédiatement les und Einrichtung. Was den Aufbau von Baracken der Armee

bandes de dealers aux structures mafieuses et pour la plupart betrifft, darf nicht verkannt werden, dass als Voraussetzung

formées d'étrangers? das Bauland, die Anschlüsse an die Versorgungsnetze (Elek-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Dringliche Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Fragen zur Drogenpolitik

Interpellation urgente du groupe socialiste Questions concernant la politique en matière de

drogue

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1994

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 12

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 94.3342

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 04.10.1994 - 08:00

Date

Data

Seite 1685-1687

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Ref. No 20 024 496

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