Right to Remain for Abused Foreign Wives
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns the legal rights of foreign women married to Swiss men, particularly in situations of domestic abuse. The existing law allowed for the expulsion of such women if they separated from their husbands, even if they were victims of abuse, which could lead to severe hardship and prevent them from establishing an independent life with their children. The court reasoned that while the police had discretion in exceptional cases, the law should provide a clear legal right for these women to remain in Switzerland, rather than forcing them to endure abuse or face catastrophic consequences upon expulsion. The motion to grant this right was narrowly passed.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 17 Absatz, Art. 64bis BV, Art. 64bis est, Art. 64bis Absatz, Art. 64 al. 3; Right to Remain for Abused Foreign Wives: The existing law allowed for the expulsion of such women if they separated from their husbands, even if they were victims of abuse, which could lead to severe hardship and prevent them from establishing an independent life with their children. The court reasoned that while the police had discretion in exceptional cases, the law should provide a clear legal right for these women to remain in Switzerland, rather than forcing them to endure abuse or face catastrophic consequences upon expulsion. The motion to grant this right was narrowly passed.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the motion as the basis for the proposed unification of criminal procedure law.
Cited as a constitutional basis for cantonal jurisdiction over judicial organization and administration of justice, which the motion seeks to change.
Volltext
4. Oktober 1995 N 2093 Strafprozessrecht
sich ins Fäustchen lachen. Über «ihre» Frauen können sie ver- Bühlmann Cécile (G, LU): Herr Bundesrat, es handelt sich
fügen, wie sie wollen. Der Frauenhandel läuft immer besser, bei meinem Vorstoss überhaupt nicht um das Problem der
gewalttätige Familienväter haben nichts zu befürchten, die ille- Scheinehe. Es handelt sich um das Problem einer Frau, die
gal beschäftigten Hausmädchen können noch rücksichtsloser ihrem in der Schweiz lebenden Ehemann nachreist, von ihm
ausgebeutet werden; alles dank dem Ausländerrecht, das da- misshandelt wird und dann ausgewiesen wird, wenn sie nicht
für sorgt, dass die Frauen sich nicht wehren können. zu ihm in die gemeinsame Wohnung zurückkehrt. Wenn Sie
Der Zusammenhang zwischen der Verschärfung der Auslän- sagen, sie habe nur keinen Rechtsanspruch zu bleiben, es
dergesetzgebung und der kontinuierlichen Aushöhlung der liege aber im Ermessen der Fremdenpolizei, dass sie bleiben
Rechtsposition von Frauen wird von Frauenorganisationen könne, dann stimmt das. Genau das ist das Problem. Die Er-
seit Jahren thematisiert. Die Forderung nach eigenständigem fahrung zeigt, dass die Fremdenpolizei nicht auf solche
Aufenthaltsrecht für Migrantinnen wird seit über zehn Jahren Schwierigkeiten Rücksicht nimmt.
gefordert - erfolglos. Braucht es noch mehr Fakten als die, die in diesem Fall auf-
Die vorliegende Motion geht nicht so weit. Sie verlangt eine gelistet sind? Wenn die Fremdenpolizei hier nicht reagiert
kleine Korrektur der krass diskriminierenden Anag-Bestim- und der Frau einen Aufenthaltsanspruch gibt, was braucht es
mung betreffend Aufenthaltsregelung bei Auflösung der Ehe. dann noch? MUSS sie zu Tode geprügelt werden, bis der An-
Für ausländische Frauen und ihre Kinder, die in der Schweiz spruch auf Aufenthalt nachgewiesen werden kann? Deshalb
mit einem Ausländer verheiratet sind, gilt nach geltendem braucht es einen Rechtsanspruch. Darum geht es in meinem
Recht die Trennung schon als Ausweisungsgrund. Diese Vorstoss.
Praxis hat zur Folge, dass z. B. Frauen über Jahre Misshand-
lungen durch ihre Ehemänner erdulden müssen; bringen sie Koller Arnold, Bundesrat: Ich habe ja festgehalten, dass es
sich in Sicherheit, so droht ihnen die Ausschaffung. Die Fol- hier zweifellos im Ermessen der Fremdenpolizei gewesen
gen der Ausschaffung können katastrophal sein. In vielen wäre, auf diese ausserordentliche Situation Rücksicht zu
Ländern, bis vor kurzem auch bei uns, wird einer geschiede- nehmen.
nen Frau gesellschaftliche Ehre und Achtung schlicht ab- Sie selber, als Gesetzgeber, wollten aber bei der Behandlung
erkannt, auch wenn sie für ihre Situation in keiner Weise ver- des Bürgerrechtsgesetzes keinen Rechtsanspruch. Darum
antwortlich gemacht werden kann. geht es hier.
Für ausgewiesene Frauen stehen ihre Chancen, ein eigen-
ständiges Leben mit ihren Kindern aufzubauen, oft sehr Abstimmung - Vote
schlecht, ja sie sind gleich Null. Ausgrenzung, Erniedrigung, Für Überweisung der Motion 57 Stimmen
Perspektivenlosigkeit sind sehr oft die Folge der Ausschaf- Dagegen 53 Stimmen
fung. Das führt dazu, dass diese Frauen in der Regel noch
einmal emigrieren müssen, weil sie schlichtweg nicht überle-
ben können.
Die Gesetzgebung darf sich nicht ausschliesslich an der
Männerrealität orientieren. Sie muss die Frauenrealität zur #ST# Sammeltitel - Titre collectif
Kenntnis nehmen. Die Revision von Artikel 17 Absatz 2 ist
dringend notwendig. Es darf nicht akzeptiert werden, dass Strafprozessrecht
die elementarsten Menschenrechte der Frauen mit Füssen Procédure pénale
getreten werden. Gesetze, die in ihren Auswirkungen zu ver-
zweifelten und aussichtslosen Situationen, zur massiven Ge-
fährdung von Leib und Leben führen und die betroffenen
Frauen auf einen Schlag sämtlicher Rechts- und Lebens-
chancen berauben, verletzen unbestrittene rechtsstaatliche
Prinzipien.
Ich bitte Sie, diese Motion zu überweisen. 94.3311
Koller Arnold, Bundesrat: Ich möchte einleitend auf die
schriftliche Stellungnahme des Bundesrates verweisen. Wir
Motion des Ständerates
haben dort einerseits festgehalten, dass die von der Motionä- (Rhinow)
rin angestrebte gesetzliche Regelung bei der letzten Revi- Vereinheitlichung
sion des Bürgerrechtsgesetzes noch klar abgelehnt worden des Strafprozessrechts
ist. Damals war der Wille des Gesetzgebers klar, dass er die Motion du Conseil des Etats
eheliche Gemeinschaft zwischen einem Ausländer und ei- (Rhinow)
nem Schweizer Bürger und die eheliche Gemeinschaft zwi-
schen zwei Ausländern, von denen der eine eine Niederlas- Uniformisation
sungsbewilligung besitzt, bewusst unterschiedlich behandeln du droit de procédure pénale
wollte, weil die Beziehungen eines Ausländers bzw. einer
Ausländerin zur Schweiz bei der Heirat mit einem Schweizer
Bürger in der Regel enger sind als bei der Heirat mit einem
hier niedergelassenen Ausländer. Wortlaut der Motion vom 15. März 1995
Wir haben sodann darauf hingewiesen, dass die zuständige Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten
Bewilligungsbehörde im Rahmen ihres Ermessens solchen eine Vorlage zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts zu
Ausnahmesituationen, wie sie Frau Bühlmann geschildert unterbreiten (Änderung von Art. 64bis BV).
hat und wie sie offenbar Anlass ihrer Motion waren, durchaus
Rechnung tragen könne. Das Gesetz verbietet bei einer Texte de la motion du 15 mars 1995
Trennung der Ehegatten ja nicht eine Anwesenheitsrege- Le Conseil fédéral est chargé de soumettre au Parlement un
lung, sondern lässt bloss den entsprechenden Rechtsan- projet d'uniformisation du droit de procédure pénale (modifi-
spruch untergehen. cation de l'art. 64bis est.).
Vielleicht in Ergänzung zu unserer schriftlichen Stellung-
nahme noch ein Hinweis: Wenn Sie sagen, dass eine solche Reimann Maximilian (V, AG) unterbreitet im Namen der
Frau ja nur fünf Jahre in einer Scheinehe hier leben müsste, Kommission für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftli-
dann muss ich Ihnen sagen, dass es diesbezüglich heute chen Bericht:
eine klare Rechtsprechung des Bundesgerichts gibt, wonach
eine solche Scheinehe ein Rechtsmissbrauch wäre und da- Die Kommission ist der Auffassung, dass die organisierte Kri-
her im Konfliktfall nicht geschützt würde. minalität und die Wirtschaftskriminalität neue Prozessord-
Procédure pénale 2094 N 4 octobre 1995
nungen fordern, da sie kantons- und länderübergreifend ope- #ST# 94.3181
rieren. Insofern stossen die kantonalen Strafverfolgungsbe-
hörden an ihre Grenzen. Die Kommission erörterte hierbei Motion Schweingruber
auch die Frage der verschiedenen kantonalen Prozessord-
nungen, wobei sie sich bewusst war, dass es sich hier um ei- Vereinheitlichung
nen politisch sensiblen Bereich handelt. der Strafprozessordnung
Die Kommission ist darüber informiert worden, dass eine in der Schweiz
vom Bundesrat eingesetzte Expertenkommission festgestellt
hat, dass der Bedarf besteht, die Strafprozessordnung zu Unification
vereinheitlichen, um den Kampf gegen die organisierte Krimi- de la procédure pénale
nalität und die Wirtschaftskriminalität zu vereinfachen. Das en Suisse
EJPD unterbreitete der Kommission einen Zeitplan und eine
Prioritätenordnung in diesen Bereichen. Nach diesem Mass-
nahmenplan ist die Vereinheitlichung des Strafprozesses
aber nicht das dringendste Anliegen. Mögliche kurz- und mit- Wortlaut der Motion vom 31. Mai 1994
telfristige Massnahmen wären indessen eine grössere Er- Ich ersuche den Bundesrat, einen Entwurf zur Revision von
mittlungskompetenz des Bundes mindestens im Bereich der Artikel 64bis Absatz 2 der Bundesverfassung auszuarbeiten
organisierten Kriminalität und allenfalls Subventionen an die und vorzulegen, der die Vereinheitlichung der Strafprozess-
Kantone für Sonderanstrengungen im Zusammenhang mit ordnung in der Schweiz zum Ziel hat.
der Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Das EJPD
erarbeitet diesbezüglich ein entsprechendes Konzept, das Texte de la motion du 31 mai 1994
bis Ende 1996 vorliegen soll. Je demande au Conseil fédéral de préparer et déposer un
Der Ständerat überwies die Motion mit 21 zu 5 Stimmen. projet visant à modifier l'article 64bis alinéa 2 de la Constitu-
tion fédérale en vue de l'unification de la procédure pénale en
Reimann Maximilian (V, AG) présente au nom de la Com-
Suisse.
mission des affaires juridiques (CAJ) le rapport écrit suivant:
Mitunterzeichner - Cosignataires: Comby, Theubet (2)
La commission estime que le crime organisé et la criminalité
économique, du fait de leur dimension intercantonale et inter-
nationale, nécessitent une nouvelle réglementation de la pro- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
cédure pénale, les moyens dont disposent les autorités de Conformément aux articles 64 alinéa 3 et 64bis alinéa 2 de la
poursuite pénale cantonales étant limités en la matière. A Constitution fédérale, l'organisation judiciaire, la procédure
cette occasion, la commission s'est également penchée sur de l'administration de la justice sont du ressort des cantons.
les différents codes de procédure cantonaux, non sans avoir Concrètement, cela signifie qu'en Suisse la justice pénale,
conscience du fait qu'il s'agit en l'occurrence d'une question notamment, est administrée de manière différente dans cha-
délicate au niveau politique. que canton; selon l'endroit où un délit ou un crime est com-
La commission a été informée que selon les conclusions mis, il sera donc jugé selon les règles d'un des vingt-six co-
d'une commission d'experts instituée par le Conseil fédéral, des de procédure pénale existants (ou éventuellement en-
une harmonisation du droit de procédure pénale s'impose core selon l'un des trois codes de procédure fédéraux: PPF,
afin de faciliter la lutte contre le crime organisé et la crimina- PPM, DPA).
lité économique. Le DFJP a soumis à la commission un ca- Depuis plusieurs décennies, l'administration de la justice
lendrier ainsi qu'un ordre de priorités dans ces domaines. s'est bien accommodée de cette répartition des prérogatives
Toutefois, d'après ce plan de mesures, l'harmonisation du cantonales en matière d'organisation judiciaire et de procé-
droit de procédure pénale ne constitue pas un objectif priori- dure: la population étant relativement peu mobile, le justicia-
taire, les mesures envisageables à court et à moyen termes ble pouvait ainsi bénéficier d'une administration de la justice
étant l'attribution à la Confédération d'une compétence plus organisée par les autorités desquelles il se trouvait proche et
étendue en matière d'investigations, au moins dans le do- qui pouvait, le cas échéant, tenir compte des spécificités et
maine du crime organisé et, le cas échéant, l'octroi de sub- particularités du contexte régional dans lequel il vivait.
ventions aux cantons pour des efforts particuliers dans le Chaque canton pouvait ainsi gérer son propre ménage judi-
secteur de la lutte contre le crime organisé. Le DFJP élabore ciaire sans avoir à solliciter l'aide ou l'intervention de ses voi-
un concept à cet effet, lequel devrait être présenté d'ici la fin sins.
de l'année 1996. Depuis plusieurs années, la situation en matière de répres-
Le Conseil des Etats a transmis la motion par 21 voix sion et de lutte contre la délinquance et la criminalité s'est
contre 5. toutefois entièrement transformée.
En particulier, la mobilité des gens au sein de la Suisse et en-
Antrag der Kommission tre les pays, voire les continents, est telle que l'intérêt du jus-
Die Kommission beantragt mit 12 zu 6 Stimmen, die Motion ticiable à pouvoir être jugé par des magistrats de son ressort
als Postulat beider Räte zu überweisen. et selon les règles propres à sa région et devenu pratique-
ment inexistant.
Proposition de la commission Par ailleurs, il est patent que la jurisprudence du Tribunal
La commission propose, par 12 voix contre 6, de transmettre fédéral et celle de la Cour européenne des droits de l'homme
la motion sous forme de postulat des deux Conseils. ont, d'ores et déjà, imposé aux cantons des règles de procé-
dure et d'organisation judiciaire très contraignantes et ce, en
d'importants domaines, réduisant de manière sensible les
prérogatives que leur avait conférées la Constitution fédérale
(cf. notamment: conditions de détention, motifs de maintien
en détention préventive, modalités de l'administration des
preuves, droit à l'assistance judiciaire, droit du prévenu à con-
sulter son dossier, stricte séparation de la phase de l'instruc-
tion et de la phase des débats, maxime d'office, publicité des
débats, droit de récusation, présomption d'innocence, etc.).
De surcroît, la criminalité se présente maintenant sous un
autre visage: elle se caractérise notamment par une forme de
plus en plus sophistiquée et organisée, tant sur le plan tech-
nique qu'au niveau spatial et géographique, à telle enseigne
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Sammeltitel Strafprozessrecht
Titre collectif Procédure pénale
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 11
Séance
Seduta
Geschäftsnummer ---
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.10.1995 - 08:30
Date
Data
Seite 2093-2094
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Pagina
Ref. No 20 026 130
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