Subsidy Duration Limits Rejected
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court debated a motion to limit the duration of subsidies to ten years, arguing that subsidies quickly become an entitlement and are difficult to revoke. The court rejected the motion, stating that while subsidies are indeed a complex issue, a blanket ten-year limit would not account for the varying structures and purposes of different subsidies. The court emphasized that existing law already provides mechanisms for periodic review and adjustment of subsidies, and a new report on subsidies was forthcoming, which would address these issues on a case-by-case basis.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 7 lettre f LSu, Art. 5 LSu, Art. 5 SuG, Art. 5 Subventionsgesetz; Subsidy Duration Limits Rejected: The court rejected the motion, stating that while subsidies are indeed a complex issue, a blanket ten-year limit would not account for the varying structures and purposes of different subsidies. The court emphasized that existing law already provides mechanisms for periodic review and adjustment of subsidies, and a new report on subsidies was forthcoming, which would address these issues on a case-by-case basis.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision establishes the principle that subsidies must be reviewed every six years for their justification, which is the basis for the discussion on limiting their duration.
Volltext
Motion du groupe Adl/PEP 570 N 13 mars 1995
Je prie le Conseil fédéral de revenir sur sa proposition deman- au plus à dix ans la validité des dispositions sur l'octroi de sub-
dant le rejet ma motion, obéissant ainsi aux grandes banques, ventions. Ce principe s'appliquera à toutes les dispositions en
et de faire preuve d'un peu d'indépendance et de dignité en vertu desquelles des subventions seront attribuées ou renou-
rétablissant cette statistique. velées (dans ce dernier cas, à compter de la date d'entrée en
vigueur des arrêtés demandés).
Stich Otto, Bundesrat: Es ist etwas blauäugig, zu sagen, das
sei eine einfache Handelsstatistik. 1972 hat man beschlossen, Sprecherin - Porte-parole: Grendelmeier
die Goldstatistik zu veröffentlichen. Die Erfahrungen, die man
damit gemacht hat, waren nur negativ. Man muss sich be- Schriftliche Begründung
wusst sein, dass es sich beim Goldhandel um einen sehr sen- Artikel 5 des Subventionsgesetzes hält fest, dass Subventio-
siblen Handelsbereich handelt, und die Frage ist, ob der Gold- nen alle sechs Jahre auf ihre Berechtigung zu überprüfen
handel in der Schweiz oder in London abgewickelt wird. Man sind. Dieser Grundsatz ist sicher richtig. Er genügt aber nicht
muss sich auch bewusstsein, dass die Handelsstatistik, selbst Subventionen werden von den Empfängern sehr rasch als Teil
wenn sie korrekt geführt wird, beispielsweise keinen Auf- eines «Besitzstandes» begriffen, dessen Reduktion sie zwar
schluss darüber gibt, welche Goldhandelsgeschäfte die nicht strafrechtlich, aber doch moralisch als Diebstahl empfin-
Schweiz abgeschlossen hat, wo Schweizer Firmen solche Ge- den. Entsprechend heftig sind die Reaktionen, wenn eine
schäfte abgeschlossen haben und wo das Gold die Schweiz ganz oder teilsweise als überflüssig befundene Subvention
nie berührt hat gestrichen oder gekürzt werden soll.
Wenn Sie eine detaillierte Statistik machen wollen, dann sind Der Subventionsempfänger befindet sich damit in der Rolle
Sie von vornherein darauf angewiesen, dass Sie die Angaben des Verteidigers des Status quo. Diese Rolle bietet in unserem
derjenigen, die deklarieren, akzeptieren. Sie können aber politischen System grosse Vorteile, besonders dann, wenn
nicht wissen, welche Stationen das Gold vorher durchlaufen eine Änderung der entsprechenden Rechtsvorschriften dem
hat Wir können auch nicht über Gold, das beispielsweise in Referendum unterliegt Kleine Gruppen von Subventionsemp-
die Schweiz kommt, in einem Zollfreilager zwischengelagert fängern können sich gut organisieren. Eine entsprechende
wird, also nie wirklich auf schweizerisches Territorium kommt, «Investition in die Politik» lohnt sich demnach angesichts der
Auskunft geben, denn das ist dann Zollfreigut Beiträge, die auf dem Spiel stehen. Angesichts dieser politi-
Deshalb nützt eine solche Statistik herzlich wenig, aber sie schen Gegebenheiten wird eine Überprüfung der Subventio-
schadet am Schluss dem schweizerischen Finanzplatz, dem nen oft eine akademische Übung mit hohem Erkenntniswert,
Goldhandelsplatz. aber ohne praktische Folgen bleiben.
Umgekehrt haben wir, wenn es Missbräuche gibt, die Rechts- Die Motion schlägt deshalb vor, dass die Beibehaltung von
hilfeinstitution. Es ist selbstverständlich, dass wir da mithelfen, Subventionen - und nicht deren Abschaffung - einer Recht-
wenn es nötig wird, gewisse Dinge abzuklären; das kommt ab setzung bedarf.
und zu vor. Ich glaube, damit ist der Sache mehr gedient, als Bisher bedurfte die Abschaffung oder Reduktion einer Sub-
wenn wir hier einfach Zahlen veröffentlichen, die letztlich vention, die auf Gesetzesebene verankert war, der Zustim-
nichts, aber auch gar nichts aussagen. Sie dürfen diese Stati- mung beider Räte und des Volkes. Wenn einer dieser drei Ak-
stik nicht überschätzen, denn wir geben zwar die Totalzahlen teure die Veränderung ablehnte, war diese gescheitert Nach
bekannt, aber wir gliedern nicht nach Ländern der Herkunft dem hier vorgeschlagenen System müssten alle drei Akteure
und der Zahlung auf; darüber wissen wir auch zuwenig. einer Weiterführung der Subvention zustimmen.
Ich bitte Sie also, auch diese Motion abzulehnen.
Développement par écrit
Abstimmung - Vote L'article 5 de la loi sur les subventions prévoit que le Conseil
Für Überweisung der Motion 32 Stimmen fédéral doit examiner tous les six ans au moins la conformité
Dagegen 69 Stimmen à la réalité des actes normatifs régissant les indemnités. Ce
principe est juste, mais loin d'être suffisant, car qui reçoit ces
indemnités a tôt fait de les considérer comme un dû et à esti-
mer que leur réduction équivaut à un vol, non pas au sens
pénal, mais au sens moral du terme. Ceci explique les réac-
tions souvent violentes qui suivent l'annonce de la réduction,
voire de la suppression, de subventions n'ayant plus de justi-
fication.
#ST# 94.3280 Ceux qui reçoivent des subventions vont nécessairement dé-
fendre l'acquis. Notre système politique leur offre d'ailleurs de
Motion der LdU/EVP-Fraktion grands avantages, notamment lorsque la révision des disposi-
Zeitliche Beschränkung tions abrogatives est sujette au référendum, car les petits grou-
von Subventionen pes de bénéficiaires savent souvent fort bien s'organiser. Vu
les montants en cause, leur combat politique s'avérera
Motion du groupe Adl/PEP «payant». Car il faut bien dire que si le réexamen minutieux des
Subventions. Durée limitée subventions constitue un exercice hautement instructif, il est
rarement suivi d'effets.
Voilà pourquoi nous demandons que ce soit le maintien des
subventions - et non plus leur abrogation - qui fasse nécessai-
rement l'objet d'un acte normatif.
Wortlaut der Motion vom 17. Juni 1994 Aujourd'hui encore en effet, aucune subvention ne peut être
Der Bundesrat wird beauftragt, den eidgenössischen Räten in- réduite - et a fortiori abrogée - sans l'assentiment des deux
nerhalb von zwei Jahren nach Annahme dieser Motion eine Chambres et du peuple. Il suffit donc que l'un de ces trois ac-
Vorlage zu unterbreiten, wonach die Geltungsdauer von Vor- teurs dise non pour que le statu quo soit maintenu. Nous pro-
schriften über die Gewährung von Subventionen auf höch- posons, nous, qu'il faille que les trois disent oui pour qu'il le
stens zehn Jahre zu beschränken ist Dies gilt für alle neuen soit
Subventionsvorschriften und für bestehende Subventionen
mit Stichdatum des Inkrafttretens der verlangten Beschlüsse. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 31. August 1994
Texte de la motion du 17 juin 1994 Die Zielrichtung der Motion, nämlich die Überprüfung und Be-
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre aux Chambres, grenzung von Subventionen, liegt ebenfalls im Interesse des
dans un délai de deux ans à compter de la date à laquelle la Bundesrates, geniesst doch die Sanierung der Bundesfinan-
présente motion aura été acceptée, un projet qui limitera tout zen hohe Priorität
13. März 1995 N 571 Motion der LdU/EVP-Fraktion
Unter dem Begriff Subventionen versteht das Bundesgesetz forme d'aides financières ou d'indemnités (art. 3). Les aides fi-
über Finanzhilfen und Abgeltungen (Subventionsgesetz; nancières sont des montants versés à des bénéficiaires aux
SuG; SR 616.1) Bundesbeiträge in Form von Finanzhilfen fins d'assurer ou de promouvoir la réalisation d'une tâche que
oder Abgeltungen (Art 3). Finanzhilfen sind Beiträge an Dritte l'allocataire a décidé d'assumer. Quant aux indemnités, ce
zur Förderung oder Erhaltung einer Aufgabe, die der Dritte sel- sont des prestations accordées à des bénéficiaires et desti-
ber gewählt hat. Abgeltungen sind Beiträge an Dritte zur Milde- nées à atténuer les charges financières découlant de l'accom-
rung von Lasten, die sich aus der Erfüllung von bundesrecht- plissement de tâches prescrites par le droit fédéral ou de tâ-
lich vorgeschriebenen oder vom Bund übertragenen öffent- ches de droit public déléguées par la Confédération. Selon la
lich-rechtlichen Aufgaben ergeben. Das Subventionsgesetz LSu .c'est donc le fait que la tâche à réaliser soit ou non propre
unterscheidet bei der Qualifikation von Subventionen also da- à la Confédération qui permet de définir les subventions.
nach, ob die Aufgabe in den bundeseigenen Bereich fällt oder Conformément à l'article 7 lettre f LSu, les aides financières
nicht devraient être autant que possible limitées dans le temps et
Gemäss Artikel 7 Buchstabe f SuG sollen Finanzhilfen wenn prévues comme aides de démarrage, de réaménagement ou
möglich zeitlich befristet als Aufbau-, Anpassungs- oder Über- de relais. Une limitation dans le temps est donc déjà inscrite
brückungshilfe vorgesehen werden. Hier ist im Subventions- dans la loi sur les subventions et sera appliquée.
gesetz also bereits das Instrumentarium der zeitlichen Befri- Le Conseil fédéral est chargé d'examiner périodiquement,
stung verankert und wird eingesetzt. tous les six ans au moins, si les actes normatifs régissant les
Der Bundesrat hat die Aufgabe, periodisch, das heisst min- aides et les indemnités sont conformes à la loi sur les subven-
destens alle sechs Jahre, zu überprüfen, ob die Bestimmun- tions. Il fait rapport au Parlement sur les conclusions de cet
gen über Finanzhilfen und Abgeltungen dem Subventionsge- examen. S'il y a lieu, il propose la révision ou l'abrogation d'ac-
setz entsprechen. Er hat diese Prüfung in einem Bericht dem tes législatifs aux Chambres fédérales ou assure la modifica-
Parlament vorzulegen und, wenn nötig, die Änderung oder tion, voire l'abrogation d'ordonnances relevant de sa compé-
Aufhebung von Erlassen der Bundesversammlung zu bean- tence (art. 5 LSu).
tragen oder Erlasse in seinem Kompentenzbereich abzuän- Le premier rapport sur les subventions sera vraisemblable-
dern oder aufzuheben (Art. 5 SuG). ment présenté en 1995. A cette occasion, on examinera éga-
Der erste Subventionsbericht wird voraussichtlich 1995 vorge- lement s'il y a lieu de modifier certaines dispositions dans le
legt werden. Im Rahmen dieses Berichtes wird man ebenfalls sens de la motion, à savoir s'il faut prévoir des limitations
prüfen, ob Änderungen von Subventionsbestimmungen im dans le temps. Il s'agira d'examiner chaque cas de manière
Sinne der Motion, das heisst, ob zeitliche Beschränkungen sélective.
aufgenommen werden sollen. Diese Prüfung wird einzelfall- Une limitation générale dans le temps de toutes les subven-
weise und differenziert geschehen. tions, comme le demande la motion, ne tient pas compte de
Die mit der Motion verlangte generelle Bestimmung, welche leur structure différente prévue par la LSu. Elle ne fait pas de
sämtliche Subventionen zeitlich befristen will, trägt der diffe- différence, par exemple, entre les prestations accordées pour
renzierten Ausgestaltung von Subventionen im SuG nicht des tâches propres à la Confédération et pour celles que l'allo-
Rechnung. Sie unterscheidet beispielsweise nicht zwischen cataire a lui-même choisies. Même lorsqu'il s'agit de tâches
Beiträgen für Aufgaben im bundeseigenen Bereich und sol- choisies par l'allocataire et soutenues financièrement par la
chen, die Dritte selber gewählt haben. Auch bei einer Aufgabe, Confédération, celle-ci peut être intéressée à ce qu'elles
die der Dritte selber gewählt hat und die der Bund mit Finanz- soient exécutées en permanence par l'allocataire. En ce qui
hilfen unterstützt, kann der Bund ein Interesse an einer dau- concerne les tâches décrites plus haut, on ne saurait se fonder
ernden Erfüllung dieser Aufgabe haben. Bei den oben be- sur le critère de la limitation dans le temps pour décider si celui
schriebenen Aufgaben kann nicht die zeitliche Beschränkung qui s'acquitte de cette tâche à la place de la Confédération
das Kriterium sein, ob der Dritte, welcher diese Aufgabe für reçoit ou non des prestations. Dans un tel cas, il est indispen-
den Bund oder im Interesse des Bundes erfüllt, dafür Beiträge sable d'examiner s'il est possible de renoncer à la tâche en
erhält oder nicht Hier ist immer auch eine materielle Beurtei- question. C'est justement pour répondre à de telles questions
lung notwendig, ob auf die Aufgabe verzichtet werden soll. Die qu'un rapport sur les subventions doit être présenté périodi-
Beurteilung solcher Fragen ist gerade Inhalt des periodisch zu quement
erstellenden Subventionsberichts. Le rapport sur les subventions qui sera établi prochainement
Der demnächst zu erstellende Subventionsbericht wird der sera le premier. Il n'est donc pas possible de dire quels en se-
erste sein. Erfahrungen, welche Wirkungen dieser Bericht ha- ront les effets. Compte tenu de la situation précaire des finan-
ben wird, fehlen heute. Gerade angesichts der prekären Fi- ces fédérales, on peut toutefois s'attendre à ce que les servi-
nanzlage des Bundes kann erwartet werden, dass gestützt ces compétents abrogent partiellement ou entièrement les
auf den Bericht ganz oder teilweise nicht mehr notwendige subventions devenues inutiles en se fondant sur le rapport
Subventionen von den zuständigen Stellen aufgehoben wer- Comme cela a déjà été mentionné, on ne saurait simplement
den. Wie oben dargelegt, kann nicht einfach eine einzige, introduire une réglementation générale unique limitant les
generelle Regelung zur zeitlichen Beschränkung von Sub- subventions dans le temps. Un examen visant à déterminer
ventionen eingeführt werden. Die Untersuchung, bei welchen quelles subventions doivent être limitées et pour quelle durée
Subventionen welche zeitliche Befristung einzuführen sei, serait fastidieux et empiéterait sur le rapport concernant les
würde zu grossem Aufwand und Doppelspurigkeiten mit dem subventions. Il importe dès lors d'attendre tout d'abord les ré-
Subventionsbericht führen. Die Erfahrungen mit dem ersten sultats de ce premier rapport Le Conseil fédéral est prêt à ré-
Subventionsbericht sollten deshalb vorerst abgewartet wer- examiner l'introduction de la réglementation proposée par la
den. Der Bundesrat ist bereit, aufgrund dieser Erfahrungen motion en se fondant sur les premières expériences qui seront
die Einführung der mit der Motion vorgeschlagenen Rege- faites. Il importe cependant d'utiliser tout d'abord pleinement
lung wieder zu prüfen. Vorerst sollten aber die Instrumente, les moyens d'action offerts par la LSu et d'en mesurer ensuite
welche das SuG bietet, voll ausgenützt und danach auf ihre les effets.
Wirkung hin beurteilt werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu-
du 31 août 1994 wandeln.
Les visées de cette motion, à savoir le réexamen des subven-
tions et la limitation de leur durée, sont conformes aux intérêts Déclaration écrite du Conseil fédéral
de la Confédération si l'on sait que l'assainissement des finan- Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en pos-
ces fédérales constitue l'un de ses objectifs prioritaires. tulat
Aux termes de la loi fédérale sur les aides financières et les in-
demnités (loi sur les subventions, LSu; RS 616.1), les subven- Grendelmeier Verena (U, ZH): Milden Subventionen ist es so
tions sont des subsides versés par la Confédération sous eine Sache. Es geht einem dabei wie mit der Schönheit und
Motion Strahm Rudolf 572 N 13 mars 1995
der Intelligenz: Man kriegt sie nie mehr weg. Wenn Subventio- #ST# 94.3307
nen einmal gesprochen sind - das kennen wir spätestens seit
den Diskussionen zum Hotelkredit, welcher nichts anderes Motion Strahm Rudolf
war als eine Subvention -, halten sie sich über Jahrzehnte. Da-
bei ist es ganz egal, ob der ursprüngliche Zweck der Subven- Finanzausgleich. Berücksichtigung
tion, z. B. eine vorübergehende Unterstützung zum Ingang- der Zentrumslasten der Städte
setzen von gewissen Prozessen, als Starthilfe sozusagen, Péréquation financière
noch gegeben ist oder nicht Subventionen kriegen für die
Subventionsempfänger sehr bald den Status eines berechtig-
et centres urbains
ten Besitzstandes, den es zu verteidigen gilt
Angesichts der maroden Staatskasse möchten wir nun errei-
chen, dass die Subventionen nicht mehr alle sechs Jahre auf
ihre Berechtigung hin überprüft werden, wie das bereits heute
Wortlaut der Motion vom 17. Juni 1994
nach Artikel 5 des Subventionsgesetzes möglich ist, sondern
Der Bundesrat wird gebeten, im Rahmen der Neuordnung des
dass sie auf zehn Jahre beschränkt werden und dann automa-
Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen auch die Ab-
tisch auslaufen. Wer mehr will, muss wieder neu Antrag stel-
geltung von Zentrumslasten der Städte durch die Kantone als
len, und es kommt zu einer entsprechenden Diskussion in die-
Verteilungskriterium zu berücksichtigen.
sem Saal, allenfalls sogar zu einer Volksabstimmung, wenn
ein Referendum ergriffen wird. Damit könnte man unnötige
und auch unsinnige Subventionen beseitigen und zum Ver- Texte de la motion du 17 juin 1994
schwinden bringen. Le Conseil fédéral est chargé, dans le cadre de la réorganisa-
Der Bundesrat schreibt zwar in seiner Antwort, dass er im Prin- tion du système de péréquation financière entre la Confédéra-
zip mit dem Ansinnen durchaus einverstanden sei, verweist tion et les cantons, de faire figurer parmi les critères de réparti-
aber auf Artikel 7 Subventionsgesetz. Dieser ermöglicht es tat- tion l'indemnisation des villes-centre par les cantons pour les
sächlich, in regelmässigen Berichten zu überprüfen, wieweit charges qu'elles doivent supporter.
solche Subventionen noch notwendig sind oder nicht
Wenn wir nun trotzdem an der Motion festhalten, so deshalb,
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Béguelin, Boden-
Herr Bundesrat, weil wir nicht in Verlegenheit kommen möch-
mann, Bonny, Bundi, Carobbio, Danuser, David, Eggenber-
ten, wenn Sie uns beispielsweise am Ende dieses Jahres sa-
ger, Fankhauser, von Feiten, Goll, Haering Binder, Hafner Ur-
gen müssen: «Ja, da gibt es eine Menge dieser unnötigen
sula, Hämmerle, Herczog, Jeanprêtre, Ledergerber, Lee-
Subventionen, und wir müssten sie jetzt vielleicht beseitigen.»
mann, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Loeb Fran-
Sie wissen selber besser als ich, wie dann von der Lobby, vom
çois, Meyer Theo, Rechsteiner, Ruffy, Seiler Rolf, Steiger
«Club der Subventionsempfänger» bis zu Referenden ge-
Hans, Züger (28)
kämpft wird. Also ist es doch eigentlich eine Unterstützung für
Sie, wenn wir für die Motion kämpfen. So hätten Sie für den
Fall, dass Ihre Einschätzung zu optimistisch ist - ich fürchte, Schriftliche Begründung - Développement par écrit
dass es so herauskommen könnte -, ein taugliches Instru- Die bisherigen Einkommensdisparitäten und Finanzkraftun-
ment in den Händen. Das möchten wir Ihnen nicht vorzeitig terschiede zwischen den Regionen werden zunehmend über-
entziehen. lagert durch das strukturelle Finanzkraftgefälle zwischen den
Wir bitten Sie, den Vorstoss als Motion zu überweisen und Kernstädten und dem Agglomerationsgürtel. Die Kernstädte
nicht als Postulat, wie es der Bundesrat möchte. haben immer mehr Zentrumslasten zu tragen, und gleichzeitig
wandern die zahlungskräftigen Steuersubjekte in die umlie-
Stich Otto, Bundesrat: Frau Grendelmeier hat einen sehr genden Gemeinden ab. Die Städte haben Leistungen zu zah-
wichtigen Satz gesagt, und zwar gleich zu Beginn. Sie haben len, von denen reiche Umliegergemeinden und Kantone nutz-
gesagt: «Mit den Subventionen ist es so eine Sache.» Das ist niessen, und sie geraten dadurch in einen fiskalpolitschen
richtig! Gerade weil es eine Sache ist mit den Subventionen, Teufelskreis.
frageich mich, ob wir nicht-als wir erklärt haben, Ihre Motion Im Rahmen der Vorarbeiten für die Neuordnung des Finanz-
in der Form eines Postulates entgegenzunehmen -zu optimi- ausgleichs zwischen Bund und Kantonen wurde es leider un-
stisch gewesen sind. Nicht wegen des Berichtes über die Sub- terlassen, die Zentrumslasten der Städte und die Spill-over-
ventionen, den wir in diesem Jahr erstatten werden. Ich weiss, Effekte Stadt/Land vertieft zu überprüfen (Expertise Frey/Spill-
auch bei diesen Überprüfungen wird es sehr, sehr schwierig mann/Dafflon/Jeanrenaud/Meier: Der Finanzausgleich zwi-
sein, auch nur ein wenig zu reduzieren. Dateile ich Ihre Auffas- schen Bund und Kantonen; 31.03.1994).
sung sogar völlig. Es drängt sich auf, dass im Rahmen der Finanzausgleichspro-
Aber Sie sind meines Erachtens einer grossen Illusion erle- blematik auch die fiskalischen Disparitäten zwischen den
gen. Wenn nämlich die Subventionen befristet sind und sie Kernstädten und dem Hinterland angegangen werden. Der Fi-
nachher wieder neu gesprochen werden müssen, dann be- nanzausgleich zugunsten der Städte ist zwar nicht direkte
steht nach meiner Erfahrung die grosse Gefahr, dass man Bundesaufgabe, aber der Bund kann und muss in Zukunft die
sagt: Ja gut, es ist lang, lang her, seit man diese Subvention Zentrumslasten der Grossstädte bei der Bemessung des Fi-
gesprochen hat, die Sache ist jetzt viel wichtiger, heute muss nanzausgleichs Bund/Kantone berücksichtigen: Er kann zum
man grössere Bundesbeiträge gebenl Das ist das grosse Ri- Beispiel die Subventionspraxis unter diesem Gesichtspunkt
siko. Wissen Sie, ich kenne das Parlament langsam auch - so überprüfen. Die Auszahlung der zweckgebundenen Mittel aus
ganz langsaml der Treibstoffzollkasse (z. B. für Verkehrstrennung, Agglome-
Deshalb bitte ich Sie, die Motion nicht zu überweisen. Als Po- rationsverkehr, Lärmschutzmassnahmen, Fassadensanierun-
stulat hätten wir sie entgegengenommen, aber als Motion gen usw.) können zugunsten der belasteten Kernstädte modi-
müssen wir den Vorstoss bekämpfen. fiziert werden. Es drängt sich nun auf, dass nicht nur die regio-
nalen Disparitäten, sondern auch diese neuartigen Lasten der
Abstimmung - Vote Kernstädte in der Schweiz ausgeglichen werden. Wir müssen
Für Überweisung der Motion 56 Stimmen in der Schweiz eine «Amerikanisierung», d. h. eine Auspowe-
Dagegen 38 Stimmen rung und Entleerung der Kernstädte mit Abwanderung der
Reichen in die Vororte vermeiden, und neue finanzpolitische
Ausgleichsmechanismen einsetzen. Mit dem Postulat be-
zwecken wir, dass der Bundesrat bei der Neuüberprüfung des
Finanzausgleichs Bund/Kantone mögliche Ausgleichsmecha-
nismen und -modelle zugunsten der Kernstädte ernsthaft stu-
diert und an die Hand nimmt
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion der LdU/EVP-Fraktion Zeitliche Beschränkung von Subventionen
Motion du groupe Adl/PEP Subventions. Durée limitée
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3280
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 13.03.1995 - 14:30
Date
Data
Seite 570-572
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Pagina
Ref. No 20 025 401
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