Decline of High-Stemmed Fruit Trees in Switzerland
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court considered an interpellation regarding the decline of high-stemmed fruit trees in Switzerland, prompted by concerns that farmers would stop tending to them due to unprofitably low prices for cider fruit and a potential oversupply of cheaper foreign spirits. The court acknowledged the decline, citing factors like the shift to lower-stemmed plantations, lack of profitability, and aging trees, but also noted that the fruit industry itself was expanding cultivated apple areas, competing with high-stemmed fruit. While state support like tree premiums was seen as a mitigating factor, the court emphasized that farmers and consumers also bear responsibility for conservation, and that market forces, including GATT agreements and potential EU integration, would likely lead to lower producer prices for cider fruit, further pressuring high-stemmed trees. The court also addressed specific questions about conservation, profitability, existing incentives, and promotional measures, stating that while further reductions in high-stemmed trees should be avoided for landscape reasons, financial and agricultural policies necessitate price adjustments. The court indicated that it was examining ways to improve the situation for high-stemmed trees, potentially through stronger price differentiation for cider fruit or increased export subsidies for cherries, and suggested that industry-led initiatives like a specific label for high-stemmed fruit products could help.
Legislator-Regeste
KI-generiertDecline of High-Stemmed Fruit Trees in Switzerland: de la part de M. Stich, je vais me laisser séduire encore une la loi sur l'alcool pour s'adapter progressivement à l'Europe.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Interpellation Seiler Bernhard 74 26 Janvier 1995
taire pour la tâche qu'ils auront quand la loi sera modifiée. J'ai #ST# 94.3198
fixé un délai de 10 ans. C'est peut-être un peu ridicule de fixer
un tel délai pour une chose pareille, mais en 10 ans on peut Interpellation Seiler Bernhard
faire beaucoup de choses et on peut réaliser ce que le Conseil
fédéral souhaite. Hochstämme in Gefahr
Si j'accepte la transformation de ma motion en postulat, le dé- Danger pour les arbres à haute tige
lai disparaît. Je ne serai plus là, mais dans 10 ans le Conseil fé-
déral dira: «On est en train de faire la modification et la restruc-
turation. Vous allez voir!» Pendant ce temps, les déficits aug-
mentent.
Cette motion est très liée aux discussions que nous allons me- Wortlaut der Interpellation vom 2. Juni 1994
ner durant la session de printemps sur les «Sanierungsmass- Der Bundesrat beabsichtigt, durch eine Teilrevision des Alko-
nahmen», l'assainissement des finances de la Confédération. holgesetzes sich schrittweise dem europäischen Niveau anzu-
Si on n'arrive pas à faire des propositions pour éliminer les dé- passen. Dies im zweiten Anlauf nach dem Nein zum EWR, der
ficits structurels, Monsieur le Conseiller fédéral, vous savez die sogenannte Europatauglichkeit schon früher gebracht
mieux que moi que les déficits seront toujours là, surtout hätte.
quand vos projets connaissent la destinée qu'ils ont subie hier Der Bundesrat beabsichtigt vor allem, die unterschiedliche
au Conseil national. Besteuerung inländischer und ausländischer Spirituosen zu
C'est la raison pour laquelle il faut bien commencer quelque beseitigen. Voraussichtlich sollte dieser Schritt am 1. Januar
part. Je me permets d'insister pour que vous transmettiez ma 1999 vollzogen werden.
motion et que vous ne la transformiez pas en postulat. Die Schweizer Bauern, insbesondere die Obstproduzenten,
befürchten eine Überschwemmung des einheimischen Mark-
Stich Otto, Bundesrat: Wenn wir sagen, dass wir das Anliegen tes mit billigen ausländischen Produkten.
als Postulat entgegennehmen, dann ist es «vivant, pas mort». In den Jahren 1981-1991 hat der Obstbaumbestand um über
Wir sagen ja: Wir tun das. Wir haben Ihnen ja schon im Sanie- 20 Prozent abgenommen, und gleichzeitig ist der Verbrauch
rungsprogramm Vorschläge unterbreitet, die alle in diese an alkoholhaltigen und alkoholfreien Obstprodukten zurück-
Richtung gehen. gegangen.
Aber Sie müssen doch auch sehen, dass es hier noch einige Für die Produzenten verschlimmern kann sich die Situation
Hindernisse gibt. Sie haben zu Recht von Überschüssen ge- bereits ab Herbst 1994, weil der Bundesrat beabsichtigt, die
sprochen. Im letzten Jahr bzw. jetzt haben wir zu wenig Kartof- Mostobstpreise nach unten zu korrigieren.
feln produziert. Wir haben 18 000 Tonnen importiert. Das be- Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:
deutet, dass man nicht einfach alles liberalisieren kann. Ge- 1. Ist er der Meinung, eine weitere Reduktion des Hochstamm-
rade in der Landwirtschaft, wo es einmal viel zuviel gibt und bestandes sei aus landschaftsschützerischen Gründen ver-
dann wieder viel zuwenig, ist es vermutlich sinnvoll, wenn man kraftbar?
einen gewissen Ausgleich schafft. 2. Findet er nicht auch, dass es sinnlos ist, weiterhin Hoch-
Ich bin für die Marktwirtschaft, aber die Marktwirtschaft löst stämme zu pflegen oder zu pflanzen, wenn sich wegen der zu
nicht alle Probleme. Das werden Sie in den nächsten Jahren tiefen Preise das Ernten nicht mehr lohnt.
noch merken. Der Beweis, dass sie funktioniert, muss jetzt erst 3. Glaubt der Bundesrat, der bereits geschaffene Anreiz von
noch erbracht werden. So gesehen, brauchen wir natürlich 10 Franken pro Baum, wie er dank Artikel 31 Landwirtschafts-
auch eine gewisse Übergangszeit gesetz ausbezahlt werden kann, genüge, damit die Bäume
Wir werden ja anschliessend einen anderen Vorstoss, eine In- stehen gelassen oder gar junge neu gesetzt werden?
terpellation, behandeln, betreffend den Schutz der Hoch- 4. Sollte nicht über Absatzförderung und Aufklärung mög-
stämme. Sie sehen auch hier, dass wir mit sehr gegensätzli- lichst viel gemacht werden, um den Frischkonsum von
chen Dingen zu kämpfen haben. Letztlich muss man einen Früchten und vergorenen Fruchtsäften zu fördern? Wie ver-
Ausgleich finden und einen Ausgleich schaffen, innerhalb der trägt sich damit die rigorose Sparmassnahme bei der Eidge-
Verwaltung, aber auch im Interesse der Landwirtschaft. Das nössischen Alkoholverwaltung, die sich bisher intensiv für
dürfen wir nicht vergessen, und das muss auch gesagt sein. In den Absatz von Schweizer Obst eingesetzt hat? Und wie
der Landwirtschaft sind natürlich die Zielsetzungen auch ver- steht es mit der allfälligen Auflösung der Schweizerischen
schieden. Zentrale für Obstbau, die durch Aufklärung und Schulung der
Wenn Sie das Anliegen von Herrn Salvioni in der Form der Mo- Obstfachleute zur Qualitätsverbesserung und damit zur Ab-
tion überweisen wollen, dann heisst das, dass es nachher in satzförderung beiträgt?
den Nationalrat geht, dass eine Kommission bestellt werden 5. Welche konkreten Möglichkeiten sieht der Bundesrat vor,
muss, dass alles behandelt werden muss. Ich bin dafür, dass um längerfristig den Bestand an Hochstämmen in der
man die Dinge möglichst einfach macht, und ich sage Ihnen: Schweiz zu sichern, wobei auch eine vernünftige Verwertung
Wir werden etwas tun, wir werden das tun, was möglich und der anfallenden Früchte mit berücksichtigt werden sollte?
was sinnvoll ist Mehr kann ich nicht versprechen. Aber ändern
wird sich nichts, auch wenn Sie eine Motion überweisen.
Texte de l'interpellation du 2 juin 1994
Salvioni Sergio (R, TI): Après les déclarations contraignantes Le Conseil fédéral entend procéder à une révision partielle de
de la part de M. Stich, je vais me laisser séduire encore une la loi sur l'alcool pour s'adapter progressivement à l'Europe.
fois. Mais ce sera la dernière si ma confiance est trahie. Il s'agit là d'une deuxième tentative, après le non à l'EEE, qui
Donc, j'accepte la transformation de ma motion en postulat aurait conduit plus rapidement à l'eurocompatibilité.
Mais je garde M. Stich dans mon collimateur! Le Conseil fédéral compte avant tout supprimer la différence
entre les taxes prélevées sur les spiritueux suisses et celles qui
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat frappent les alcools étrangers. A priori, cette mesure devrait
prendre effet le 1 er janvier 1999.
Les agriculteurs suisses, notamment les producteurs de fruits,
redoutent une inondation du marché intérieur par des produits
étrangers bon marché.
Entre 1981 et 1991, le nombre d'arbres fruitiers a diminué de
plus de 20 pour cent; dans ce même laps de temps, la
consommation de produits à base de fruits, avec ou sans al-
cool, a également baissé. Pour les producteurs, la situation
pourrait se détériorer dès l'automne 1994, car le Conseil fé-
déral prévoit de corriger à la baisse les prix des fruits à cidre.
26. Januar 1995 75 Interpellation Seiler Bernhard
Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- strengungen ein Traum bleiben wird. Theoretisch möglich
vantes: wäre die zusätzliche Abgeltung über Direktzahlungen - das ist
1. Est-il d'avis qu'une nouvelle réduction du nombre d'arbres eine theoretische Möglichkeit - oder Zuschüsse von Organi-
à haute tige est défendable du point de vue de la protection du sationen des Natur- und Heimatschutzes. Wir wissen aber
paysage? auch, dass dort zu wenig oder kein Geld vorhanden ist. Noch
2. Ne partage-t-il pas l'avis qu'il est inutile de continuer à entre- am ehesten möglich wären Anstrengungen, die den Konsum
tenir et à planter des arbres à haute tige quand on sait que la von Obst und Obstprodukten, Most usw. steigern würden. Da-
récolte des fruits n'est plus rentable en raison du trop faible ni- mit würde es wieder sinnvoll - ich würde nicht sagen bereits
veau des prix? rentabel, aber sinnvoll -, die Früchte wieder zu ernten und zu
3. Le Conseil fédéral estime-t-il que les 10 francs par arbre qui verwerten oder auf den Markt zu bringen.
peuvent être versés à titre d'incitation en vertu de l'article 31 de Die Alkoholverwaltung wird übrigens ab 1995 die sogenann-
la loi sur l'agriculture suffisent à garantir le maintien de ces ar- ten Verbilligungsmassnahmen abschaffen. Diese sind nach
bres, voire à encourager la plantation de jeunes spécimens? dem Zweiten Weltkrieg oder wahrscheinlich während des
4. Ne serait-il pas judicieux de multiplier les efforts en matière Zweiten Weltkrieges geschaffen worden, um vor allem Leuten
d'information et de commercialisation pour les fruits frais et les in den Berggebieten zu verbilligtem Obst und verbilligten Kar-
jus non fermentes? Dans ce contexte, comment comprendre toffeln zu verhelfen. Heute stimmen leider der Aufwand und
la nouvelle politique adoptée par la Régie fédérale des alcools, der Ertrag dieser Aktion nicht mehr überein, so dass ab 1995
qui applique des mesures d'économie très strictes, alors diese Aktionen nicht mehr weitergeführt werden können. Ich
qu'elle était jusque-là très engagée dans la promotion de la bedaure das, ich verstehe das aber auch. Damit werden dann
vente des fruits suisses? Et qu'en est-il de l'éventuelle dissolu- ungefähr 500 000 Franken frei. Die Alkoholverwaltung hat uns
tion de la Centrale suisse d'arboriculture, qui, en assurant l'in- bereits im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht verspro-
formation et la formation des spécialistes en arboriculture, chen, dass dieses Geld für zusätzliche Promotionen, nament-
contribue à l'amélioration de la qualité des produits et donc lich im Obstbau, eingesetzt werden soll.
des débouchés? Da stellt sich nun die Frage, wer denn für diese Propaganda zu
5. Quelles solutions concrètes le Conseil fédéral envisage-t-il mehr Obstverbrauch, -essen usw. am besten geeignet ist Wir
à long terme pour préserver les arbres à haute tige en Suisse, haben ja in Affoltern am Albis bereits eine Stelle, die sich mit
tout en assurant une utilisation judicieuse des fruits produits? der Verwertung von Obst und Trauben befasst. Statt so, wie
Sie entschieden haben, Herr Bundesrat Stich, könnte man
Mitunterzeichner-Cosignataires: Bisig, Danioth, Gadient, Iten diese eingespielte Equipe mit einem neuen Auftrag weiterein-
Andréas, Rhinow, Ruesch, Schallberger, Uhlmann, Ziegler setzen und mit diesen zusätzlichen 500 000 Franken speisen,
Oswald, Zimmerli (10) im Rahmen der notwendigen finanziellen Mittel, die es dort
braucht. Dort sind Fachleute vorhanden, die nicht nur über die
Seiler Bernhard (V, SH): Seit dreissig Jahren geht die Zahl der Möglichkeiten der Verwertung von Obst und Trauben Be-
Hochstämme kontinuierlich zurück. 1961 gab es noch fast scheid wissen, sie sind auch bezüglich PR-Aktionen ausgebil-
7 Millionen Apfel- und Birnbäume. 1991, also 30 Jahre später, det. Sie haben, das darf man sagen, heute im ländlichen
waren es noch ganze 2,5 Millionen. Der Hauptgrund für die- Raum ein sehr gutes Vertrauen geschaffen. Die Stelle wird
sen massiven Rückgang liegt bei der Tafelobstproduktion, für rege benützt, obwohl der Bundesrat leider entschieden hat,
die von Hochstamm- zu Niederstammkulturen gewechselt sie 1997 zu streichen.
worden ist. Es leuchtet jedermann ein, dass Niederstamman- Ich bitte Sie, Herr Bundesrat, überlegen Sie sich noch einmal,
lagen pflegeleichter und für Schnitt- und Pflückarbeiten sehr ob nicht eventuell diese Schweizerische Zentralstelle für Obst-
viel weniger unfallgefährlich sind als zwölf bis fünfzehn Meter und Kartoffelverwertung, wie sie offiziell heisst, diese neue, zu-
hohe Stämme. Diese Umstellungen allein sind es nicht, die sätzliche Aufgabe übernehmen könnte, mit den 500 000 Fran-
zum starken Schwund der Hochstämme geführt haben. Auch ken, die aus den Verbilligungsmassnahmen quasi frei werden.
fehlende Rentabilität, Überalterung, Krankheit und auch Hin- Damit würde dem Verfassungsauftrag auf Förderung des Ta-
dernisse bei der rationellen Bewirtschaftung trugen das ihre felobstbaues an einem anderen Ort, mindestens für die
dazu bei. Deutschschweiz, nachgelebt
Ich erinnere Sie: Konnte man noch vor 20, 30 Jahren an Dör- Ich danke Ihnen, Herr Bundesrat, für die Beantwortung meiner
fern Freude haben, die mit Hochstämmen eingepackt waren, Interpellation.
also mit Baumgärten, so stellen wir heute fest, dass neue Sied-
lungen, neue Einfamilienhäuser usw. gebaut wurden, wo nicht Stich Otto, Bundesrat: Die Alkoholgesetzgebung, die aus den
mehr Hochstämme, sondern Sträucher angepflanzt wurden. dreissiger Jahren stammt, bietet den Obstproduzenten auch
Die seit Jahren gleich gebliebenen Preise für Mostobst und heute noch die garantierte Verwertung des anfallenden Most-
Brennware bieten kaum noch Anreiz genug, die Früchte heute obstes und damit die Grundlage für die Erhaltung der Hoch-
zu ernten. Auch die durch den Bund seit zwei Jahren bezahl- stamm-Obstbäume. Die schweizerische Alkoholordnung, die
ten 10 Franken pro Baum werden daran kaum viel ändern. In auf einem besonderen Verfassungsartikel beruht, ist heute als
nächster Zeit wird - das haben wir vorhin von Herrn Bundesrat Übergangsregime zu einer zukunftsorientierten Neuordnung
Stich vernommen - das Gatt zudem dafür sorgen, dass die zu bezeichnen.
Preise sinken und gleichzeitig billigere Spirituosen aus dem Die Abkehr von produktespezifischen Massnahmen, hin zu ei-
Ausland die Schweiz überschwemmen. ner kohärenten Agrarkonzeption für sämtliche Produktions-
Inzwischen hat auch die Eidgenössische Alkoholverwaltung zweige, erfordert auch für die Obstwirtschaft neue Wege. Die
die Beiträge an Frachten und Margen für die Überschussver- Hauptstossrichtung zu einer neuen Alkoholgesetzgebung
wertung gestrichen. Diese haben es bisher ermöglicht, dass sind zunächst die notwendigen Anpassungen nach den Erfor-
allen Produzenten, unabhängig von ihrer Entfernung zur dernissen des Gatt-Abkommens, der europäischen Integra-
nächsten Mosterei, der gleiche Obstpreis bezahlt werden tion und der neuen Agrarpolitik. Die Einführung eines Einheits-
konnte. Immerhin - und das sei hier dankend vermerkt- über- steuersatzes für inländische und importierte Spirituosen ist
nahm die Alkoholverwaltung den administrativen Aufwand bei vorgesehen. Damit sind Auswirkungen auf die Mostobstpro-
der Ausrichtung der Solidaritätsbeiträge an die Produzenten duktion, indirekt auf die Bestände an Hochstamm-Obstbäu-
und die Verwerter, um eben diesen Ausgleich bei den Frach- men und namentlich auch auf das Brennereigewerbe zu er-
ten aufrechterhalten zu können. warten.
Was wollen wir eigentlich? Wir möchten gerne das Land- Die neue Agrarpolitik - mehr Direktzahlungen, weniger Preis-
schaftsbild, das mindestens zum Teil noch durch die Hoch- und Absatzstützung - und die nötige Annäherung des Preisni-
stämme geprägt wird, erhalten, auch für die Zukunft. Wir wol- veaus an Europa gebieten künftig eine Senkung des Produ-
len, wenn es möglich ist, sogar da und dort wieder Hoch- zentenpreises auch beim Mostobst. Gatt-bedingt werden in
stämme pflanzen, die dann unsere Landschaft verschönern der zweiten Hälfte der neunziger Jahre vor allem die hohen Ex-
werden. Aber es ist mir klar, dass das ohne zusätzliche An- portsubventionen für Obstsaftkonzentrate massiv gesenkt
Interpellation Seiler Bernhard 76 26 janvier 1995
werden müssen - betragsmässig minus 36 Prozent, mengen- unzutreffend, bei einer Reduktion der Subventionen an die
mässig minus 21 Prozent gegenüber der Referenzperiode Schweizerische Zentralstelle für Obstbau beträchtliche Mehr-
1986-1990. Das führt unausweichlich zu einem deutlichen kosten für die Obstverwertung vorauszusagen.
Druck auf die Produzentenerlöse für Mostobst und damit auch Die längerfristige Umorientierung der Agrarpolitik, von Preis-
auf die Hochstämme als Hauptlieferanten von Mostobst. und Absatzstützung zu Direktzahlungen, gilt auch für den
Ein zusätzlicher Druck auf die Hochstämme ergibt sich vom Obstbau. Im Gegensatz zu den meisten anderen Produkten
einheimischen Markt her: Die ständige Ausdehnung des Ta- des Pflanzenbaus erhält man für die Hochstämme gezielte Di-
felapfelanbaus in Niederstammkulturen führt automatisch zu rektzahlungen, welche Produzentenpreisrückgänge besser
mehr Mostobst, Sortierabgang, Überschüssen, Hagelobst verkraftbar machen.
usw. So gingen im Mittel der Ernten 1990 bis 1993 gegen Es ist, wie bereits dargelegt, eine Frage des Masses, wie weit
40 000 Tonnen Äpfel aus Kulturen direkt oder via Tafelapfel- künftige Preissenkungen aufgefangen werden können. Die
handel in die Mostereien. Das sind etwa 45 Prozent des Be- Verwaltung prüft Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung
darfs der Mostereien für die Apfelsaftherstellung. Innert der Situation des Hochstammwuchses. Dabei ist eine stärkere
15 Jahren hat sich diese Menge mehr als verdoppelt. Weil die Preisdifferenzierung beim Mostobst aus praktischen Gründen
Mostobstnachfrage rückläufig ist, konkurrenzieren diese problematisch. Eventuell ergibt sich die Möglichkeit einer an-
Kulturenäpfel die Mostäpfel vom Hochstamm ganz wesent- derweitigen stärkeren Belastung des Kulturenobstes im Rah-
lich. Sollte die Verwertungswirtschaft nicht in der Lage sein, men der Überschussverwertungskosten. Auch ist der geziel-
neue Alternativprodukte mit gängigen Absatzmärkten zu tere Einsatz der nach Gatt noch möglichen Exportsubventio-
schaffen, droht den Hochstamm-Obstbäumen unvermeidlich nen für Kirschen vorgesehen, vorwiegend Hochstammpro-
ein Abbau. duktion.
Die Ausgaben der Eidgenössischen Alkoholverwaltung für die Eine Möglichkeit der Branche wäre sicher die bessere Profilie-
Obstverwertung haben steigende Tendenz Betrugen sie im rung von Hochstamm-Obstprodukten am Markt durch die
Durchschnitt der Ernten 1990 bis 1993, inklusive des Frostjah- Schaffung eines Labels. Die in Vernehmlassung befindliche
res 1991, noch rund 28 Millionen Franken, so werden es im Revision des Markenschutzgesetzes sowie des Landwirt-
Schnitt der Ernten 1993 und 1994 etwa 47 Millionen Franken schaftsgesetzes, insbesondere Artikel 18b, bezweckt, die Vor-
sein. Die Obstsaftkonzentrate sind im Export nur noch mit aussetzungen für die Schaffung eines derartigen Labels mass-
enormen Subventionen absetzbar. geblich zu verbessern.
Die Konkurrenzierung des Hochstammobstes durch Kulturen-
obst im Markt und die Gatt-Auswirkungen können mit staatli- Seiler Bernhard (V, SH): Ich bin von der Antwort des Bundes-
chen Massnahmen zwar gemildert werden, z. B. durch höhere rates teilweise befriedigt. Ich stelle fest, dass auch beim Bun-
Baumprämien bei sinkenden administrierten Mostobstprei- desrat die Meinung vorherrscht, die Massnahmen, auch das
sen. Baumprämien nach Artikel 31 b des Landwirtschaftsge- Gatt würden leider gegen die Bestrebungen der Leute laufen,
setzes können aber nur eine Beihilfe, nicht aber primäre die gerne die Obstbäume, die Hochstämme, erhalten möch-
Grundlage für die dauernde Erhaltung der Hochstämme sein. ten. Ich habe nicht erwartet, dass der Bundesrat im Zeitalter
Es darf nicht übersehen werden, dass die Obstbranche die der leeren Kassen versprechen könnte, dass zukünftig pro
Apfelkulturfläche ständig ausdehnt und so den Hochstamm- Baum beispielsweise mehr bezahlt würde als die 10 Franken.
äpfeln den Markt streitig macht. In dieser Situation darf dem Aber die 10 Franken sind nun für gewisse Leute nicht genug,
Staat die Verantwortung für die Hochstammerhaltung nicht um diese Bäume überhaupt zu pflanzen, zu pflegen und auch
weiter zugeschoben werden. Die Landwirte haben gegenüber die Früchte zu ernten.
der Umwelt nicht nur dort eine Verantwortung, wo dies vom Ich bedanke mich bei der Alkoholverwaltung dafür, dass sie
Staat finanziell besonders attraktiv gemacht wird. Aber auch bisher immer wieder bei der Verwertung der Überschüsse mit-
die Konsumenten sind aufgerufen, durch den Konsum des geholfen hat. Ich danke auch dem Bundesrat, dass er die Alko-
teureren Apfelsaftes zur Erhaltung der Hochstamm-Obst- holverwaltung beauftragt hat, nach zusätzlichen Möglichkei-
bäume beizutragen. ten zu suchen. Das Labelling könnte eine kleine Lücke schlies-
Nun zu Ihren konkreten Fragen. Aus landschafts- und umweit- sen, es kann aber sicher nicht dazu führen, dass zukünftig
schützerischen Gründen sollte eine weitere Reduktion des mehr Hochstämme gepflanzt werden.
Hochstammbestandes vermieden werden. Demgegenüber Betreffend die Schweizerische Zentralstelle für Obst- und Kar-
muss aus finanz-, agrar- und ordnungspolitischer Sicht der toffelverwertung in Affoltern muss ich den Bundesrat noch ein-
Preis für die Erhaltung der Hochstämme als Grenze erkannt mal bitten, sich zu überlegen, ob man diese Stelle nicht mit ei-
werden. nem neuen Auftrag wieder aktivieren könnte, statt sie aufzuhe-
Für die Existenz der Hochstammwuchs-Bäume sind nicht nur ben. Ich denke an einen Auftrag in dem Sinne, wie ihn die Alko-
wirtschaftliche Faktoren entscheidend, wie Erlös aus Produk- holverwaltung bei der Streichung der Verbilligungsgelder ver-
tion und Hochstammprämien, sondern auch arbeitstechni- sprochen hat; Ziel ist es, diesen Auftrag weiterführen zu kön-
sche Überlegungen der Landwirte. Letztere wirken sich weiter- nen. Verschiedene Gruppen, sogar die Öffentlichkeit, Kan-
hin ungünstig auf den Hochstammbestand aus und können tone, Regionen und Gemeinden, strengen sich heute zusätz-
auch mit finanziellen Massnahmen nicht überall aufgewogen lich an, diese Hochstämme zu erhalten. Vielleicht ist es ein Zu-
werden. fall, dass gerade jetzt in Küssnacht am Rigi eine Pressekonfe-
Die jährlichen Hochstamm-Neupflanzungen betragen etwas renz stattfindet, an der über eine erfolgreiche Baumsetzaktion
mehr als zwei Prozent des Bestandes. Das würde bei ausge- berichtet wird, die durch den Fonds Landschaft Schweiz und
wogener Altersstruktur zur Bestandeserneuerung ausreichen. damit durch das Buwal mitfinanziert worden ist Ich bin über-
Weil aber der Bestand überaltert ist, könnte sich dessen Ab- zeugt, dass weitere solche Aktionen von der Kantonsebene
nahme trotzdem fortsetzen. Die Hochstammprämien von bis hinunter zu Privaten dazu führen werden, dass zukünftig
Bund, gewissen Kantonen, Gemeinden und Mostereien ver- die Bestände bestehenbleiben oder erneuert werden können.
langsamen jedoch zumindest das Tempo des Rückgangs der Damit hätte meine Interpellation ihr Ziel erreicht und Früchte
Hochstämme. getragen.
Absatzfördernde Massnahmen, die im Gatt unter die soge-
nannte «green box» fallen und auch bei den übrigen Agrarpro- Präsident: Es ist Antrag auf Diskussion gestellt worden. - Sie
dukten durchgeführt werden, wie die Unterstützung von Wer- sind damit einverstanden.
bung und Qualitätskontrolle, werden auch bei Obst und Kar-
toffeln weitergeführt. Bühler Robert (R, LU): Ich möchte an einem Beispiel aufzei-
Zur Schweizerischen Zentralstelle für Obstbau ist anzufügen, gen, dass auch mit einer privaten Initiative sehr viel erreicht
dass diese zwar zur Qualitätsverbesserung und Förderung werden kann - der Interpellant hat vorhin kurz darauf Bezug
der integrierten Produktion beiträgt, jedoch die zunehmenden genommen. Der Landschaftsschutzverband Vierwaldstätter-
Überschüsse an Tafelobst aus Kulturen nicht verhindern kann see hat vor zirka einem Jahr eine Aktion «Mehr Hochstamm-
und deshalb ihre Weiterexistenz auch Fragen aufwirft. Es wäre bäume, reichere Landschaft» gestartet Die Landwirte haben
26. Januar 1995 77 Motion Cottier
in einem Ausmass mitgemacht, den der Verband überhaupt Les causes de cette évolution négative sont à rechercher dans
nicht erwartet hat. Hunderte, wenn nicht Tausende von Hoch- le régime fiscal défavorable aux holdings et aux sociétés à ca-
stammbäumen wurden innerhalb kurzer Zeit angepflanzt, und ractère international. Celles-ci délocalisent dès lors leurs in-
die Landschaft rund um den Vierwaldstättersee hat noch an vestissements dans l'Union européenne, dont les conditions
Reiz gewonnen. Es müssen nicht der Staat und seine Unter- fiscales leur sont plus favorables. J'en veux pour témoin la
stützung sein, sondern es kann auch die Initiative von Privaten Banque nationale que je cite: «Tant en 1992 qu'en 1993, et
sein. Also, eine Reise an den Vierwaldstättersee lohnt sich! cela continue en 1994 également, des capitaux sont retournés
à l'étranger avant tout par les holdings et les entreprises opé-
rant dans le négoce. Ces reflux s'expliquent sans doute princi-
palement par des raisons fiscales. Depuis l'entrée en vigueur
#ST# 93.3642 dans l'Union européenne au début de 1992 de deux directives
concernant le régime fiscal, les entreprises détenant des parti-
Motion Cottier cipations internationales, en particulier les holdings ayant des
filiales dans les pays de l'Union européenne, bénéficient
Beseitigung d'avantages si elles sont établies dans l'Union européenne
von steuerlichen Hindernissen plutôt qu'en Suisse. La directive sur le régime fiscal commun
bei grenzüberschreitenden applicable aux fusions transnationales facilite les concentra-
Beteiligungsumstrukturierungen tions et restructurations dans la mesure où ces opérations
peuvent être accomplies au sein de l'Union européenne avec
Elimination d'obstacles fiscaux un régime fiscal neutre.»
lors de restructurations Régime fiscal neutre pour l'Union européenne, alors que ce
des participations n'est pas le cas en Suisse: en fait, nous connaissions cette
à des entreprises internationales évolution, puisqu'il y a une année déjà que j'ai déposé ma mo-
tion. Cette motion demande au Conseil fédéral de ne pas im-
poser, lors de restructurations d'entreprises domiciliées en
Suisse, les réserves latentes sur les droits de participations
transférés à l'étranger. Ainsi que vient de nous l'apprendre la
Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1993 Banque nationale, la situation s'est encore aggravée depuis.
Der Standort Schweiz hat als Sitzstaat für international tätige Que demandons-nous par cette motion? Nous demandons,
Unternehmen erheblich an Attraktivität verloren und bedarf dans les cas où une entreprise holding suisse transfère une
der dringenden Verbesserung. Nachteilig sind insbesondere participation étrangère à une holding intermédiaire du même
die steuerrechtlichen Hindernisse, die eine effiziente Gestal- groupe, mais située à l'étranger, que ce transfert ne provoque
tung der Beteiligungsstrukturen im grenzüberschreitenden pas de perception fiscale puisqu'il s'agit d'un transfert interne
Verhältnis praktisch verunmöglichen. d'actions au sein du même groupe. En effet, aucun gain n'est
Der Bundesrat wird daher ersucht sicherzustellen, gegebe- réalisé en capital; l'opération se fait par un échange d'actions
nenfalls durch gesetzliche Massnahmen, dass bei Unterneh- aux valeurs comptables sans réévaluation des actions auprès
mensumstrukturierungen auf dem Wege des Anteilsaustau- de la société mère suisse. La participation transférée à l'étran-
sches über die Grenze keine Besteuerung der stillen Reserven ger reste sous le contrôle indirect de la maison mère suisse,
auf den übertragenen Beteiligungsrechten erfolgt. parce que cela se passe à l'intérieur du groupe, qui forme une
seule et unique entité économique. Le fisc suisse reste dès
Texte de la motion du 16 décembre 1993 lors en mesure d'imposer, en cas d'aliénation ultérieure, les
Les conditions fiscales suisses des sociétés à participation et plus-values réalisées.
à activité internationales se sont fortement dégradées si on les La mesure fiscale proposée par la motion ne vise pas une exo-
compare à celles d'autres pays qui ont fait des progrès. Des nération fiscale définitive, mais de fait un simple report, une
obstacles d'ordre fiscal notamment rendent trop onéreuse simple suspension, «einen blossen Steueraufschub». Il y a ur-
une restructuration des participations internationales. Il y a ur- gence à agir, Monsieur le Conseiller fédéral. Les récentes in-
gence à y remédier. formations de la Banque nationale le démontrent. La place
Nous demandons dès lors au Conseil fédéral de prévoir, le cas suisse de holdings n'est plus compétitive. Elle est fortement
échéant par des mesures légales, que lors de restructurations concurrencée par le Luxembourg ou les Pays-Bas. Comment
d'entreprises domiciliées en Suisse sous forme d'échange de remédier à cette situation défavorable? La solution nous vient
participations entre des entreprises de pays différents, les ré- des cantons, où elle est déjà appliquée entre les cantons, sou-
serves latentes sur les droits de participation transférés à verains en la matière lors d'opérations intracantonales de re-
l'étranger ne soient pas imposées. structurations.
Le droit cantonal d'imposition des transferts de participation
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bisig, Cavadini Jean, Ca- n'est pas supprimé. Il n'y a donc pas d'exonération, mais l'im-
velty, Coutau, Danioth, Delalay, Gemperli, Huber, Küchler, position est suspendue et reportée jusqu'au moment où la
Roth, Ruesch, Schallberger, Schmid Carlo, Uhlmann, Ziegler participation est réellement vendue à une tierce personne
Oswald (15) n'appartenant ni au groupe ni à la holding.
Je conclus: ma motion propose en fait une mesure de revitali-
Cottier Anton (C, FR): Dans ma motion, je demande l'élimina- sation. En suspendant, en cas de restructuration, l'imposition
tion d'obstacles fiscaux lors de restructurations des participa- du transfert des participations pour les sociétés suisses ayant
tions à des entreprises internationales. une activité internationale, nous renforcerons la place écono-
Cette motion se fonde sur la publication que vient de faire la mique suisse. Nous ne voulons pas une suppression d'impôt,
Banque nationale suisse, publication en date du 6 janvier der- mais une suspension. Il n'en résulte donc pas de pertes de re-
nier, et qui annonce des chiffres alarmants. En effet, les inves- cettes fiscales pour la Suisse.
tissements effectués par les entreprises suisses à l'étranger Enfin, transmettre ma motion, c'est faire barrage aux néfastes
augmentent massivement, le terme «massivement» étant re- désinvestissements suisses qui affaiblissent notre économie.
pris littéralement de la publication de la Banque nationale. Je vous invite dès lors à transmettre cette motion.
Simultanément, les investissements étrangers en Suisse dimi-
nuent. Ces désinvestissements se poursuivent à ce jour. La si- Stich Otto, Bundesrat: Mit der Motion wird eine Lösung gefor-
tuation devient inquiétante. La Suisse n'est plus attractive pour dert, die den grenzüberschreitenden, konzerninternen Aus-
les holdings et les entreprises opérant dans le négoce, alors tausch von Beteiligungen - Anteilen - ohne steuerliche Fol-
qu'auparavant, ces entreprises avaient contracté d'importants gen, d. h. ohne Besteuerung der stillen Reserven, ermöglicht.
investissements en créant dans notre pays de nombreux em- Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass diese Forde-
plois. C'en est fini. rung auf die EU-Fusionsrichtlinie vom 23. Juli 1990 Bezug
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Seiler Bernhard Hochstämme in Gefahr
Interpellation Seiler Danger pour les arbres à haute tige
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1995
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Januarsession
Session Session de janvier
Sessione Sessione di gennaio
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3198
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 26.01.1995 - 08:00
Date
Data
Seite 74-77
Page
Pagina
Ref. No 20 025 341
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