Alpine Initiative: Road Construction Moratorium
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertFollowing the approval of the Alpine Initiative, the Swiss Federal Council imposed an immediate planning and project stop on road construction in the Alpine region. This decision was made because the initiative's constitutional amendment limits road capacity in the Alps, and the Federal Council needed time to interpret these new provisions, define key terms, and negotiate with other countries to avoid creating faits accomplis that would hinder future policy decisions. The Federal Council believes this precautionary measure is necessary until implementing legislation clarifies the scope and application of the new constitutional article.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 36sexies Absatz, Art. 36sexies Abs. 3 BV; Alpine Initiative: Road Construction Moratorium: This decision was made because the initiative's constitutional amendment limits road capacity in the Alps, and the Federal Council needed time to interpret these new provisions, define key terms, and negotiate with other countries to avoid creating faits accomplis that would hinder future policy decisions. The Federal Council believes this precautionary measure is necessary until implementing legislation clarifies the scope and application of the new constitutional article.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis constitutional article, which came into force upon the adoption of the initiative, restricts the expansion of roads in alpine regions that serve transit traffic and thus justified the planning and project stop.
Volltext
16. März 1994 N 453 Folgen der Alpen-Initiative
Paul, Keller Anton, Kühne, Leemann, Leu Josef, Leuenberger #ST# Sammeltitel - Titre collectif
Ernst, Maspoli, Maurer, Mühlemann, Müller, Nabholz, Marbel,
Nebiker, Neuenschwander, Oehler, Pini, Robert, Ruckstuhl, Folgen der Alpen-initiative
Ruffy, Rutishauser, Schmid Peter, Schmidhalter, Schmied
Walter, Schnider, Seiler Hanspeter, Spoerry, Stamm Judith, Conséquences de l'initiative des Alpes
Steiger Hans, Steiner Rudolf, Thür, Vollmer, Wick, Wyss Wil-
liam, Zölch (77)
Abwesend sind - Sont absents:
Aguet, Allenspach, Aregger, Aubry, Baumann, Berger, Bez-
zola, Bircher Peter, Bischof, Blocher, Bonny, Borei François,
Borer Roland, Bortoluzzi, Brunner Christiane, Bühlmann, Büh-
rer Gerold, Bürgi, Camponovo, Caspar-Hutter, Chevallaz, Co-
lumberg, Couchepin, de Dardel, David, Dettling, Diener, Dor-
mann, Dreher, Ducret, Duvoisin, Eggly, Fasel, Fehr, von Fei- 94.3023
ten, Fischer-Hägglingen, Frey Walter, Friderici Charles, Gar-
diol, Giezendanner, Giger, Goll, Gonseth, Grendelmeier, Gros Dringliche Interpellation Oehler
Jean-Michel, Grossenbacher, Gysin, Hafner Rudolf, Hafner Planungsstopp N 13 im St. Galler Rheintal
Ursula, Heberlein, Hegetschweiler, Hess Peter, Iten Joseph,
Jeanprêtre, Jenni Peter, Jöri, Keller Rudolf, Kern, Ledergerber, Interpellation urgente Oehler
Lepori Bonetti, Leuba, Leuenberger Moritz, Loeb François, N 13. Arrêt de la planification
Maeder, Maitre, Mamie, Marti Werner, Matthey, Mauch Rolf, dans la vallée du Rhin saint-galloise
Mauch Ursula, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo,
Miesch, Misteli, Moser, Perey, Philipona, Pidoux, Poncet, Rag-
genbass, Rebeaud, Rechsteiner, Reimann Maximilian, Rohr-
basser, Ruf, Rychen, Sandoz, Savary, Scherrer Jürg, Scherrer
Werner, Scheurer Rémy, Schwab, Schweingruber, Segmüller, Wortlaut der Interpellation vom 28. Februar 1994
Seiler Rolf, Sieber, Spielmann, Stalder, Stamm Luzi, Steffen, Der Bundesrat wird um Auskunft gebeten, warum er einen um-
Steinegger, Steinemann, Strahm Rudolf, Stucky, Suter, Theu- gehenden Planungsstopp für den Vollausbau der N 3 im St
bet, Tschäppät Alexander, Tschopp, Tschuppert Karl, Verterli, Galler Rheintal als Folge der Annahme der Alpen-Initiative ver-
Wanner, Weder Hansjürg, Wiederkehr, Wittenwiler, Wyss Paul, hängte. Ich frage den Bundesrat und erwarte klare Antworten
Zbinden, Ziegler Jean, Zisyadis, Züger, Zwahlen, Zwygart auf meine Fragen:
(122) 1. Stimmt er mit mir darin überein, dass die N 13 für die anlie-
gende Bevölkerung und die Ostschweiz als wichtigste Achse
Präsidentin, stimmt nicht - Presidente, ne vote pas: für das Erreichen des Sarganserlands, die Kantone Graubün-
Haller (1) den, Tessin und einen grossen Teil des Kantons Zürich sowie
der Innerschweiz benutzt wird?
2. Teilt er mit mir die Auffassung, dass auf der N 13 im St Gal-
An den Ständerat-Au Conseil des Etats ler Rheintal wegen des fehlenden Vollausbaus Dutzende un-
schuldiger Mitmenschen ihr Leben lassen mussten?
3. Ist der Bundesrat bereit, den Planungsstopp umgehend
Ordnungsanträge - Motions d'ordre aufzuheben und den seit Jahren von der betroffenen Bevölke-
rung geforderten Vollausbau endlich ausführen zu lassen?
Vetter li Werner (V, ZH): Ich bitte die Ratspräsidentin, das Quo- 4. Ist der Bundesrat bereit, die Verantwortung für die Folgen
rum festzustellen und nach der Auszählung, die ja sehr klar des unverständlichen Planungsstopps und der damit zusam-
sein wird - eben hatten wir 77 zu 0 Stimmen -, die entspre- menhängenden Bauverzögerungen zu tragen?
chenden Schritte einzuleiten. 5. Ist sich der Bundesrat noch bewusst, dass wegen departe-
mentsinterner Unzulänglichkeiten der Vollausbau schon bis-
Leuenberger Ernst (S, SO): Wenn schon Präsenz festgestellt her unnötigerweise verzögert wurde?
werden soll, dann beantrage ich - damit die Transparenz wie-
der einmal total ist -, das von Hand abzuzählen, damit nicht ei- Texte de l'interpellation du 28 février 1994
nige «Schlauberger» durch Nichtdrücken der Tasten das Quo- Le Conseil fédéral est prié de dire pourquoi il a ordonné un ar-
rum beeinflussen und damit die Verhandlungen verunmögli- rêt immédiat de la planification visant l'achèvement de la N 13
chen können. dans le canton de Saint-Gall à la suite de l'acceptation de l'ini-
tiative dite «des Alpes». Le Conseil fédéral est en particulier
Abstimmung - Vote prié de répondre clairement aux questions suivantes:
Für den Ordnungsantrag 1. Est-il d'accord avec moi que la N13 est pour la population ri-
Leuenberger Ernst 52 Stimmen veraine et la Suisse orientale la principale voie d'accès à la ré-
Dagegen 35 Stimmen gion de Sargans, aux cantons des Grisons et du Tessin, de
même qu'à une grande partie du canton de Zurich et de la
Präsidentin: Es sind zurzeit 89 Mitglieder im Saal. Wir haben Suisse centrale?
seit heute morgen eine Sitzung um 21 Uhrtraktandiert. Ich un- 2. Est-il aussi comme moi d'avis que des dizaines de person-
terbreche die Sitzung so lange, bis 100 Mitglieder hier sind, nes innocentes ont perdu leur vie sur la N 13 dans la vallée du
dann werden wir die Traktandenliste weiterbehandeln. Rhin en raison de l'inachèvement des travaux?
3. Est-il prêt à lever immédiatement la suspension du projet de
manière à permettre enfin l'achèvement des travaux exigé de-
Die Sitzung wird von 21.10 Uhr bis 21.20 Uhr unterbrochen puis des années par la population?
La séance est interrompue de 21 h 10 à 21 h 20 4. Est-il disposé à endosser la responsabilité de cet incompré-
hensible arrêt de la planification et des retards qui s'ensuivront
dans la construction de cette route?
5. Le Conseil fédéral sait-il enfin que la construction de cette
route a déjà été fâcheusement retardée en raison des caren-
ces du département compétent?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Conséquences de l'initiative des Alpes 454 N 16 mars 1994
Schriftliche Begründung - Développement par écrit hen wird. Die Reaktionen sind zum Teil hart ausgefallen. In-
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht dessen bestehen vielfältige gemeinsame Interessen, die eine
eine schriftliche Antwort zügige Aufnahme der im Transitvertrag in Aussicht gestellten
bilateralen Verhandlungen rechtfertigen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Die Annahme der Alpen-Initiative hat nicht nur zur Folge, dass
zu den dringlichen Interpellationen vom 14. März 1994 der alpenquerende Güterverkehr europäischer Bedeutung in
Rapport écrit du Conseil fédéral der Schweiz blockiert wird. Der Bundesrat hat aber damit den
concernant les interpellations urgentes du 14 mars 1994 Auftrag erhalten, die nötigen Kapazitäten auf der Schiene in
Allgemeines den nächsten zehn Jahren zur Verfügung zu stellen. Im Rah-
Der Bundesrat hat im Vorfeld der Abstimmung über die Volks- men der Neat-Vorprojektbeurteilung wird er die Bauetappen
initiative «zum Schütze des Alpengebietes vor dem Transitver- und den zeitlichen Ablauf so wählen, dass die Umlagerung der
kehr» nachdrücklich auf Probleme nationaler und internatio- Güter von der Strasse auf die Schiene erfolgen kann. Damit
naler Dimension verwiesen, welche bei einer Annahme der In- wird Europa innert Frist eine moderne Schienen-Infrastruktur
itiative resultieren. Der Souverän hat sich für die Initiative ent- zur Abwicklung des Gütertransits benutzen können.
schieden. Wie die Reaktionen im In- und Ausland zeigen, wa- Bei der Konkretisierung des Entscheids des schweizerischen
ren die Befürchtungen des Bundesrates begründet Volk und Souveräns wird der Bundesrat danach streben, bestehende
Stände haben aber dem umweltpolitischen Argument vor den internationale Verpflichtungen einzuhalten und Diskriminie-
regional-wirtschaftlichen und den europapolitischen Argu- rungen zu vermeiden. Ein Erklärungsbedarf gegenüber unse-
menten den Vorrang gegeben. ren europäischen Partnern ist vorhanden. Der Bundesrat wird
Selbstverständlich ist der Entscheid des Souveräns zu akzep- dem Rechnung tragen.
tieren, und der Bundesrat wird alles in seinen Kräften Lie- Zu den einzelnen Fragen
gendetun, um Schwierigkeiten möglichst rasch, innovativ und 1. Aus der Fragestellung des Interpellanten ergibt sich, dass
effizient zu meistern. Indessen kann nicht erwartet werden, insbesondere bezüglich Personentransitverkehr die N 13 im
dass für die aus der Annahme der Initiative resultierenden Pro- Lichte der gewählten Kriterien auch als potentielle Transit-
bleme Patentrezepte vorliegen, welche es erlauben, innert achse bezeichnet werden kann und damit unter die vorsorgli-
kürzester Frist sämtliche Fragen einer befriedigenden Lösung chen Massnahmen fällt, da Absatz 3 keine Beschränkung auf
zuzuführen. Sorgfältige konzeptionelle Arbeit ist zu leisten. den grenzüberschreitenden Transitverkehr beinhaltet.
Grundlagen sind zu überprüfen und zu entwickeln, Verhand- 2. Der Bundesrat befürwortet grundsätzlich den Ausbau die-
lungen mit dem Ausland sind zu führen. Die Verkehrspolitik ser Strecken aus Sicherheitsgründen; er hat die entsprechen-
bedarf bereichsweise einer Neuausrichtung. Das alles kann den Projekte jeweils genehmigt
nicht übers Knie gebrochen werden. 3. Der Bundesrat ist nicht bereit, unsichere Planungen mit öf-
Aus innenpolitischer Sicht beschäftigt vor allem Artikel 36se- fentlichen Geldern zu finanzieren. Solange das Risiko konkret
xies Absatz 3 BV. Mit Annahme der Initiative ist Artikel 36se- besteht, dass ein (auch dringendes) Projekt als Folge von Arti-
xies in Kraft getreten. Der Bundesrat und seine Verwaltung kel 36sexies scheitern kann, ist für den Bundesrat eine Zustim-
sind gehalten, die Bestimmungen unverzüglich anzuwenden. mung zu weiteren Arbeiten mit Kostenfolge nicht angezeigt.
Bereits im Vorfeld der Abstimmung machte der Bundesrat auf 4. Der Planungs- und Projektierungsstopp ist eine provisori-
die Problematik der offenen Begriffe in Absatz 3 wie «Transit- sche Massnahme. Der Bundesrat ist bereit mitzuhelfen, dass
strassen-Kapazität», «Alpengebiet», «Kapazitätserhöhung», möglichst rasch eine Ausführungsgesetzgebung konkrete
«Ortsumfahrung», «Transitstrassen» aufmerksam. Die Anwen- Hinweise gibt, wo die vorsorgliche Massnahmen zumindest
dung bereitet nun in der Tat unter anderem Auslegungs- partiell aufgehoben werden können. Falls der Kanton die aus
schwierigkeiten. Absatz 3 von Artikel 36sexies beschränkt der vorsorglichen Massnahme sich ergebende Verzögerung
sich weder auf den Gütertransitverkehr noch auf den grenz- als gravierendes Sicherheitsproblem erachtet, liegt es in sei-
überschreitenden Personenverkehr. Das Ausbauverbot be- ner Kompetenz, mit polizeilichen Massnahmen zwischenzeit-
trifft alle Strassen im Alpengebiet, soweit sie auch dem Güter- lich die Sicherheit zu steigern.
oder Personentransitverkehr dienen können (Abstimmungs- 5. Zwischen der ordentlichen Behandlung des Dossiers und
erläuterungen, Seite 14). den verfügten provisorischen Massnahmen besteht kein sach-
Es gilt nun vorrangig diese Begriffe zu definieren und klarzu- licher Zusammenhang.
stellen, was konkret vom neuen Verfassungsartikel betroffen
wird. Für die Auslegung eines Verfassungstextes gelten nach
Bundesgericht die anerkannten Interpretationsgrundsätze.
Der subjektive Wille der Initianten ist nicht, oder zumindest #ST# 94.3024
nicht allein massgebend.
Es ist einerseits Pflicht der Bundesbehörden, die Gleichbe- Dringliche Interpellation Epiney
handlung aller Alpenregionen sicherzustellen. Andererseits Annahme der Alpen-Initiative. Folgen
sind auch Treibstoffzollgelder Mittel, welche das Volk dem
Staat zur Verfügung stellt. Entsprechend vorsichtig und sorg- Interpellation urgente Epiney
fältig ist mit diesen umzugehen. Weitere Investitionen in die Conséquences de l'adoption
Planung von Projekten, welche mit einer gewissen Wahr- de l'initiative des Alpes
scheinlichkeit infolge von Artikel 36sexies Absatz 3 BV gar nie
realisiert werden können, sind zu vermeiden.
Aus all diesen Gründen musste als Sofortmassnahme ein Pla-
nungs- und Projektierungsstopp beim Strassenbau im Alpen-
gebiet erlassen werden. Diese Massnahme hat vorsorglichen Wortlaut der Interpellation vom 28. Februar 1994
Charakter, bis entsprechende Ausführungsbestimmungen Die Diskussionen über die Alpen-Initiative konzentrierten sich
vorliegen. Es galt zu verhindern, dass vollendete Tatsachen vor allem auf die obligatorische Verlagerung des Güterver-
geschaffen werden, die eine nüchterne Situationsanalyse ver- kehrs von der Strasse auf die Schiene. Die Polemik um Arti-
unmöglicht hätten. Die politische Diskussion kann nun begin- kel 36sexies Absatz 3 der Bundesverfassung ging nicht über
nen. Sie muss selbstverständlich vom neuen Verfassungsarti- die betroffenen Regionen hinaus. Es bleiben denn auch
kel ausgehen, darf aber die wesentliche Bedeutung nicht aus- Punkte im Dunkeln. Die Interpretation bestimmter Begriffe im
ser acht lassen, die einem angemessen ausgebauten Stras- genannten Absatz wie auch die sich widersprechenden Erklä-
sennetz für gewisse Alpenregionen zukommt rungen der Initianten veranlassten das Bundesamt für Stras-
Was die aussenpolitische Seite betrifft, war sich der Bundesrat senbau notgedrungen, die Vorbereitungs- und Planungsar-
bewusst, dass die Europäische Union das Ergebnis der beiten unverzüglich zu stoppen. Die Massnahme trifft die Na-
schweizerischen Abstimmung über die Alpen-Initiative in ihre tional- und Hauptstrassen, die als Transitachsen im Alpenge-
Überlegungen zur europäischen Verkehrspolitik miteinbezie- biet betrachtet werden können. Sie entspringt dem legitimen
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Sammeltitel Folgen der Alpen-Initiative
Titre collectif Conséquences de l'initiative des Alpes
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1994
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer ---
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 16.03.1994 - 21:00
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Seite 453-454
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